Baureihe 290

Die Baureihe 290 ist die klassische Streckenrangierlok der DB: vier Achsen, Mittelführerhaus, dieselhydraulisch. So erkennst du sie und ihre Schwesterbaureihen.

Auch bekannt als: V 90 · BR 290 · 290er

DeutschlandDeutschlandDiesel-Rangier- & Kleinloks7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 290 ist die V 90: eine vierachsige dieselhydraulische Lok für schweren Rangier- und Übergabedienst.
  • Schnellster Erkennungsweg: Mittelführerhaus, zwei ungleich lange Vorbauten, vier Achsen in Drehgestellen.
  • Bauartcode 98 weist sie als Diesel-Rangierlok aus – elektrische Rangierloks tragen 97.
  • Das Zweiganggetriebe erklärt das Einsatzprofil: langsamer Rangiergang für Verschub, Streckengang für Übergaben.
  • Die Schwesterbaureihen 291 bis 296 sehen fast identisch aus – nur die Fahrzeugnummer trennt sie zuverlässig.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 290?
  2. 2.Bauartcode 98: was die Fahrzeugnummer sofort verrät
  3. 3.So bestimmst du eine V 90 im Feld
  4. 4.Wo du die Baureihe 290 antriffst
  5. 5.Fototipps für Rangierloks
  6. 6.Die 29x-Familie im Überblick
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartDieselhydraulische Rangier- und Streckenrangierlokomotive
Bauartcode (UIC)98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive
Ursprüngliche BezeichnungV 90
AchsfolgeB'B' – vier Achsen in zwei zweiachsigen Drehgestellen, alle angetrieben
KraftübertragungDieselhydraulisch mit Zweiganggetriebe (Rangiergang und Streckengang)
AufbauformMittelführerhaus mit zwei unterschiedlich langen Vorbauten
Bauzeitab 1964
Typischer EinsatzÜbergabefahrten, Bedienung von Anschlussstellen, schwerer Rangierdienst
Verwandte Baureihen291, 294, 295 und 296 aus derselben Fahrzeugfamilie

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Mittelführerhaus mit zwei unterschiedlich langen Vorbauten – der lange trägt den Motor
  • Vier Achsen in zwei zweiachsigen Drehgestellen, keine Achsen im starren Rahmen
  • Umlaufbleche mit Geländer, Rangierertritte und Handgriffe an allen vier Ecken
  • Kein Stromabnehmer – Diesel statt Oberleitung, daher Bauartcode 98 statt 97
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 290; Schwesterbaureihen tragen 291, 294, 295 oder 296
  • Anzutreffen vor Übergabe- und Bedienfahrten, selten vor langen Ganzzügen

Aktualisiert: August 2026 – Ein Führerhaus in der Mitte, davor und dahinter je ein Vorbau, vier Achsen in Drehgestellen: Diese Silhouette gehört zur Baureihe 290, besser bekannt als V 90. Sie ist die klassische Arbeitsmaschine zwischen Rangierbahnhof und Anschlussgleis – und der Ausgangspunkt einer ganzen Fahrzeugfamilie, deren Mitglieder sich äußerlich zum Verwechseln ähneln.

V 90 gesichtet? Nummer notieren.

Bei der 29x-Familie entscheidet allein die Fahrzeugnummer – mit Traintrack ist sie in Sekunden erfasst.

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Was ist die Baureihe 290?

Die Baureihe 290 ist eine vierachsige dieselhydraulische Rangier- und Streckenrangierlokomotive, ursprünglich als V 90 beschafft und ab 1964 gebaut. Alle vier Achsen sind angetrieben und sitzen in zwei zweiachsigen Drehgestellen, die Achsfolge lautet B’B’. Der Antrieb erfolgt über ein hydraulisches Getriebe mit zwei wählbaren Gängen.

Beschafft wurde sie für Aufgaben, die zwischen zwei Stühlen liegen: schwerer als reiner Bahnhofsverschub, leichter als Streckendienst mit langen Zügen. Genau das ist der Übergabeverkehr – das Bewegen von Wagengruppen zwischen Rangierbahnhof, Güterbahnhof und Anschlussstelle. Dafür braucht es Zugkraft beim Anfahren, gute Sicht in beide Richtungen und die Fähigkeit, ein paar Kilometer Strecke zurückzulegen.

Bauartcode 98: was die Fahrzeugnummer sofort verrät

Die zwölfstellige UIC-Fahrzeugnummer beginnt mit zwei Ziffern, die die Bauart beschreiben. Bei Lokomotiven trennt sie vier Welten:

Bauartcode Fahrzeugart Woran du es siehst
91 Elektrische Streckenlokomotive Stromabnehmer, Führerstände an beiden Enden
92 Diesel-Streckenlokomotive Kein Stromabnehmer, Streckenlok-Silhouette
97 Elektrische Rangier- oder Bahndienstlok Stromabnehmer bei Rangier-Silhouette
98 Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive Kein Stromabnehmer, Vorbauten, Rangierertritte

Die 290 fällt in die Gruppe 98. Damit ist sie klar von den elektrischen Rangierloks der 97er-Gruppe getrennt – etwa der Baureihe E 63, die dieselbe Aufgabe unter Fahrdraht erledigte. Der Vorteil der Dieselmaschine liegt auf der Hand: Sie funktioniert auch dort, wo keine Oberleitung hängt, also auf Anschlussgleisen, Ladestraßen und Werkstattzufahrten. Wie die Bauartziffer in der vollständigen Nummer sitzt, erklärt der Guide zum Lesen der UIC-Nummer.

So bestimmst du eine V 90 im Feld

Führerhaus verorten

Sitzt das Führerhaus mittig zwischen zwei Vorbauten? Dann bist du bei der klassischen Rangierlok-Bauform und nicht bei einer Streckenmaschine.

Vorbauten vergleichen

Die Vorbauten sind unterschiedlich lang. Der längere nimmt den Motor auf, der kürzere Hilfsaggregate. Diese Asymmetrie ist ein starkes Erkennungsmerkmal.

Achsen und Fahrwerk prüfen

Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Drei Achsen im starren Rahmen sprechen für eine andere Rangierlokfamilie, etwa die V 60.

Fahrzeugnummer lesen

290, 291, 294, 295 oder 296 – erst die Nummer entscheidet, welches Familienmitglied vor dir steht. Alles andere ist Vermutung.

Die grundsätzliche Reihenfolge beim Bestimmen unbekannter Fahrzeuge – Antriebsart, Aufbauform, Achsen, Nummer – beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Merkhilfe: V 60 gegen V 90

Beide sind Diesel-Rangierloks mit Mittelführerhaus. Die V-60-Familie hat drei Achsen in einem starren Rahmen, die V 90 vier Achsen in zwei Drehgestellen. Achsen zählen genügt für die Entscheidung – auch aus einiger Entfernung.

Rangierloks sammeln statt schätzen

Wer bei der 29x-Familie Nummern erfasst, sieht in Traintrack sofort, welche Maschinen noch fehlen.

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Wo du die Baureihe 290 antriffst

Die Lok folgt dem Wagenladungsverkehr. Wo Einzelwagen und Wagengruppen bewegt werden, ist sie im Spiel; wo lange Ganzzüge durchfahren, eher nicht. Ausgemusterte Exemplare sind teils bei Museumsbahnen wie der Hespertalbahn untergekommen.

Ort Trefferchance Warum
Rangierbahnhöfe und Güterbahnhöfe hoch Zusammenstellen und Bereitstellen von Wagengruppen
Übergabestrecken zu Industriegebieten hoch Kernaufgabe der Baureihe
Bahnhöfe mit Anschlussbedienung mittel Nur zu bestimmten Tageszeiten, oft am frühen Morgen
Hauptbahnhöfe im Personenverkehr gering Kein planmäßiger Einsatz
Hochgeschwindigkeitsstrecken keine Fahrzeug und Aufgabe passen nicht

Rangierbereiche sind besonders gefährlich

Im Rangierbetrieb werden Fahrzeuge ohne Ankündigung bewegt, häufig geschoben und ohne die Signalisierung, die du vom Streckenbetrieb kennst. Auch abgestellte Wagengruppen können plötzlich anrollen. Gleisbereiche, Abstellgruppen und Betriebshöfe sind tabu – beobachtet wird ausschließlich von öffentlich zugänglichen Flächen aus.

Welche Standorte sich am Rangierbahnhof tatsächlich eignen und zu welcher Tageszeit dort etwas passiert, beschreibt der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof. Wer die Bewegungen im Güterverkehr grundsätzlich besser verstehen will, findet im Beitrag zum Verfolgen von Güterzügen die passenden Quellen.

Fototipps für Rangierloks

  • Dreiviertelansicht wählen. Sie zeigt Führerhaus und beide Vorbauten zugleich – erst dadurch wird die typische Silhouette lesbar.
  • Auf die Nummer achten. Bei dieser Familie ist die Fahrzeugnummer die eigentliche Information. Plane den Bildausschnitt so, dass sie lesbar bleibt.
  • Langsame Bewegungen nutzen. Rangierfahrten sind langsam. Das erlaubt längere Verschlusszeiten und saubere Bilder auch bei mäßigem Licht.
  • Umfeld einbeziehen. Wagengruppen, Ladegleise und Formsignale erzählen mehr über die Aufgabe der Lok als ein freigestelltes Porträt.

Die 29x-Familie im Überblick

Die V 90 blieb nicht bei einer Baureihennummer. Über die Jahrzehnte wurden Fahrzeuge umgebaut, nachgerüstet und neu eingeordnet – jedes Mal mit der Folge, dass eine weitere Baureihenziffer dazukam. Heute umfasst die Familie fünf Nummern, die sich äußerlich kaum unterscheiden lassen.

Baureihe Einordnung innerhalb der Familie Praktischer Hinweis
290 Grundbauart, ursprünglich als V 90 beschafft Ausgangspunkt der Familie
291 Eigener Ausrüstungsstand innerhalb der Familie Nur über die Nummer zu erkennen
294 Aus 290er-Fahrzeugen mit Funkfernsteuerung hervorgegangen Antennen am Führerhaus als Indiz
295 Eigener Ausrüstungs- und Umbaustand Nur über die Nummer zu erkennen
296 Eigener Umbaustand innerhalb der Familie Nur über die Nummer zu erkennen

Der wichtigste Punkt daran ist die letzte Spalte. Anbauteile, Lampenanordnung, Lackierung oder Vorbaudetails helfen bei dieser Familie nicht weiter, weil die Fahrzeuge im Lauf ihres Lebens mehrfach angepasst wurden. Wer eine Baureihe angeben will, muss die Fahrzeugnummer gelesen haben – und wer sie nicht lesen konnte, notiert ehrlich „V-90-Familie, Baureihe nicht bestimmt“. Das ist eine korrekte Angabe; eine geratene Baureihe ist es nicht.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 290, wenn …

  • das Führerhaus mittig zwischen zwei ungleich langen Vorbauten sitzt
  • du vier Achsen in zwei Drehgestellen zählst
  • kein Stromabnehmer vorhanden ist
  • die Fahrzeugnummer mit 290 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Nummer mit 291, 294, 295 oder 296 beginnt – gleiche Bauform, anderer Ausrüstungsstand
  • die Lok in einer Halterlackierung ohne DB-Anschriften steht
  • zusätzliche Antennen oder Bediengeräte am Führerhaus sichtbar sind

Es ist keine 290, wenn …

  • du nur drei Achsen im starren Rahmen zählst – dann ist es eine V 60
  • ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt – dann liegt Bauartcode 97 vor
  • die Lok Führerstände an beiden Enden statt eines Mittelführerhauses hat

Die Abgrenzung nach unten führt zur dreiachsigen V-60-Familie, die Abgrenzung innerhalb der eigenen Familie zur funkferngesteuerten Baureihe 294.

Fazit

Die Baureihe 290 ist eine Lok, die man an der Silhouette erkennt und an der Nummer identifiziert. Mittelführerhaus, zwei ungleich lange Vorbauten, vier Achsen in Drehgestellen – das ist die V-90-Bauform. Welches Familienmitglied konkret vor dir steht, verrät danach nur die Fahrzeugnummer. Der Bauartcode 98 bestätigt die Einordnung: Diesel-Rangierlok, gebaut für Übergaben und Verschub, nicht für die Strecke.

Kurzfazit

Mittelführerhaus plus zwei ungleiche Vorbauten plus vier Achsen in Drehgestellen: Das ist die V 90. Gesucht wird sie im Wagenladungsverkehr – und dokumentiert immer mit vollständiger Fahrzeugnummer, weil die Schwesterbaureihen gleich aussehen.

Deine 29x-Sichtungen an einem Ort

Nummer, Halter, Ort und Datum in einer App – so behältst du bei einer Familie mit fünf Baureihen den Überblick.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 290 entstand als V 90 für Aufgaben zwischen reinem Bahnhofsverschub und leichtem Streckendienst.
  • Vier angetriebene Achsen in Drehgestellen und ein Zweiganggetriebe machen sie sowohl im Rangiergang als auch auf kurzen Strecken einsetzbar.
  • Optisch prägend sind das Mittelführerhaus und die zwei unterschiedlich langen Vorbauten – eine Silhouette, die sich die gesamte 29x-Familie teilt.
  • Bestand, Einsatzgebiete und Halter verschieben sich laufend; verlässlich ist nur die eigene Beobachtung mit Datum.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Baureihe 290?

An drei Merkmalen: Mittelführerhaus, zwei unterschiedlich lange Vorbauten und vier Achsen in zwei Drehgestellen. Dazu kommen die typischen Umlaufbleche mit Geländer und Rangierertritte an allen Ecken. Fehlt ein Stromabnehmer, ist die Lok dieselgetrieben und trägt den Bauartcode 98.

Was bedeutet V 90 bei der Baureihe 290?

V 90 ist die ursprüngliche Bezeichnung der Deutschen Bundesbahn. Das V stand für Verbrennungstriebfahrzeug, die Zahl ordnete die Leistungsklasse ein. Mit der Umstellung auf dreistellige Baureihennummern wurde daraus die Baureihe 290. Ältere Quellen und viele Spotter nutzen die alte Bezeichnung bis heute.

Was ist ein Zweiganggetriebe und warum hat die 290 eines?

Ein Getriebe mit zwei wählbaren Übersetzungen: einem Rangiergang mit hoher Zugkraft bei geringer Geschwindigkeit und einem Streckengang für Überführungs- und Übergabefahrten. Diese Kombination ist der Kern des Einsatzprofils – die Lok muss schwere Wagengruppen anfahren und danach über einige Kilometer bewegen können.

Warum trägt die 290 den UIC-Bauartcode 98?

Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer beschreiben die Bauart. 98 steht für Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, 97 für elektrische Rangier- und Bahndienstloks, 92 für Diesel-Streckenlokomotiven. Die 290 ist als Rangier- und Übergabemaschine ausgelegt und fällt damit in die 98er-Gruppe.

Wie unterscheide ich die 290 von 291, 294, 295 und 296?

Äußerlich kaum – die Fahrzeuge teilen dieselbe Grundbauart. Die Baureihenziffer bildet Ausrüstungs- und Umbaustände ab, etwa die Nachrüstung einer Funkfernsteuerung. Für eine belastbare Zuordnung brauchst du die vollständige Fahrzeugnummer; Formvergleiche allein führen bei dieser Familie regelmäßig in die Irre.

Wo sehe ich eine Baureihe 290 am ehesten?

Auf Übergabefahrten zwischen Rangierbahnhof und Anschlussstelle, in Güterbahnhöfen und bei der Bedienung von Industriegleisen. Vor langen Ganzzügen wirst du sie selten finden – dafür sind Streckenlokomotiven zuständig. Die konkreten Einsatzgebiete verschieben sich mit Vergaben und Betriebskonzepten.

Fährt die Baureihe 290 noch im Regelbetrieb?

Fahrzeuge dieser Familie sind weiterhin im Rangier- und Übergabedienst anzutreffen, der Bestand verändert sich aber laufend. Ältere Maschinen werden abgestellt, andere gehen an private Eisenbahnverkehrsunternehmen oder Vermieter. Wie viele Loks aktuell wo im Einsatz stehen, ist eine Momentaufnahme – prüfe den aktuellen Stand, statt Listen zu übernehmen.

Darf ich Rangierloks im Bahnhof fotografieren?

Von öffentlich zugänglichen Flächen wie dem Bahnsteig aus in der Regel ja, sofern du niemanden behinderst. Das Betreten von Gleisen, Rangierbereichen, Abstellgruppen und Betriebshöfen ist dagegen untersagt. Gerade im Rangierbereich werden Fahrzeuge ohne Ankündigung bewegt – auch scheinbar abgestellte Wagengruppen.

Sichtung von Baureihe 290 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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