Baureihe 58 (Preußische G 12)

Die Baureihe 58 steht für die preußische G 12: eine dreizylindrige Güterzuglok mit fünf gekuppelten Achsen und Laufachse. So erkennst du sie im Museumsbetrieb.

Auch bekannt als: Preußische G 12 · BR 58 · G 12

DeutschlandDeutschlandDampfloks & Sonderantriebe7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die G 12 ist ein Fünfkuppler mit Laufachse: Achsfolge 1'E, ab 1917 als schwere Güterzuglokomotive beschafft.
  • Drei Zylinder sind das Alleinstellungsmerkmal: Neben den beiden außenliegenden arbeitet ein dritter Zylinder innen – ungewöhnlich für eine preußische Güterzuglok.
  • Baureihe 58 heißt 1'E im Reichsbahn-Schema: Güterzuglok mit Schlepptender, fünf gekuppelte Achsen, eine vorlaufende Laufachse.
  • Kein Regeleinsatz: Die Baureihe ist historisch; Begegnungen finden ausschließlich im Museums- und Vereinsbetrieb statt.
  • Verwechslungsgefahr besteht mit der laufachslosen G 10 der Baureihe 57 und mit späteren 1'E-Einheitsloks wie der Baureihe 44.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 58 (Preußische G 12)?
  2. 2.Warum die Reichsbahn ihr gerade die 58 gab
  3. 3.So bestimmst du eine G 12 im Feld
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb: was eine schwere Güterzuglok leisten musste
  5. 5.Spotting: die Recherchekette für historische Loks
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartGüterzug-Schlepptenderlokomotive
Achsfolge1'E – eine vorlaufende Laufachse, fünf gekuppelte Achsen
Länderbahn-GattungPreußisch G 12, beschafft ab 1917
TriebwerkDrei Zylinder – zwei außen, einer innen unter der Rauchkammer
DRG-Baureihe58 – Güterzuglokomotiven mit Schlepptender der Bauart 1'E
EinsatzstatusKein Regeleinsatz mehr; erhaltene Maschinen im Museums- und Vereinsbestand

Erkennungsmerkmale

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  • Fünf gekuppelte Achsen und davor eine deutlich kleinere Laufachse – die Achsfolge 1'E
  • Drei Zylinder: zwei außen sichtbar, einer innen zwischen den Rahmenwangen – die Lok hat dadurch ein zusätzliches Triebwerk
  • Kräftiger, hoch liegender Kessel; die Lok wirkt massiver als ältere preußische Güterzugloks
  • Schlepptender hinter dem Führerhaus, keine seitlichen Wasserkästen
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 58; die Ziffern danach kennzeichnen die Unterbaureihe
  • Nur im musealen Umfeld anzutreffen – Museumsbahn, Sonderfahrt oder Denkmal

Aktualisiert: August 2026 – Fünf gekuppelte Achsen, eine Laufachse davor und ein drittes Triebwerk in der Mitte: Die Baureihe 58 war die technisch fortschrittlichste preußische Güterzuglokomotive ihrer Zeit. Hinter der Nummer steht die Gattung G 12, beschafft ab 1917. Im Regeldienst gibt es sie längst nicht mehr – im Museumsbetrieb ist sie dafür ein besonders lohnendes Motiv.

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Was ist die Baureihe 58 (Preußische G 12)?

Die Baureihe 58 ist die Reichsbahn-Bezeichnung für Güterzug-Schlepptenderlokomotiven der Achsfolge 1’E, allen voran die preußische Gattung G 12. Die Maschinen haben fünf gekuppelte Achsen, davor eine Laufachse, und arbeiten mit drei Zylindern – zwei außenliegenden und einem innenliegenden.

Die G 12 entstand ab 1917 unter dem Druck des Kriegsverkehrs und markierte einen deutlichen Entwicklungssprung: mehr Leistung, ein kräftigerer Kessel und ein Triebwerk, das die Kraft gleichmäßiger auf die Schiene bringt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Bestands umgebaut und rekonstruiert, was zu eigenen Unterbaureihen führte. Heute ist die Baureihe 58 ein rein historisches Fahrzeug ohne planmäßigen Einsatz. Erhaltene Maschinen stehen unter anderem im Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf.

Warum die Reichsbahn ihr gerade die 58 gab

Das Baureihenschema der Deutschen Reichsbahn ordnet Dampflokomotiven nach Verwendungszweck und Bauart. Innerhalb der Güterzugloks mit Schlepptender – dem Bereich 40 bis 59 – steigt die Nummer mit Achszahl und Achsfolge. Die 58 steht dort am oberen Ende der klassischen Fünfkuppler.

Baureihe Achsfolge Zylinder Bekanntes Beispiel
55 D zwei Preußische G 8 / G 8.1
56 1’D zwei Preußische G 8.2
57 E zwei Preußische G 10
58 1’E drei Preußische G 12
44 1’E drei Einheits-Güterzuglok der DRG
50 1’E zwei Einheits-Güterzuglok der DRG

Der direkte Nachbar im Schema ist die Baureihe 57 mit der preußischen G 10 – gleiche Zahl gekuppelter Achsen, aber ohne Laufachse und mit nur zwei Zylindern. Interessant ist außerdem der Vergleich mit der späteren Baureihe 44: Auch sie ist eine dreizylindrige 1’E-Güterzuglok. Die G 12 nahm diese Bauart vorweg – rund ein Jahrzehnt früher. Die einfachere Zweizylinder-Variante derselben Achsfolge findest du bei der Baureihe 50.

So bestimmst du eine G 12 im Feld

Laufachse suchen

Ein kleineres, freilaufendes Rad ganz vorn unter der Rauchkammer ist der erste Hinweis. Fehlt es, bist du eher bei der Baureihe 57.

Gekuppelte Achsen zählen

Fünf große Räder, verbunden durch Kuppelstangen. Zusammen mit der Laufachse ergibt das die Achsfolge 1'E.

Nach dem dritten Zylinder sehen

Zwischen den beiden Außenzylindern sitzt bei der G 12 ein weiteres Triebwerk. Von schräg vorn wirkt der Bereich unter der Rauchkammer dadurch verbaut statt offen.

Klang prüfen

Unter Dampf hat eine Dreizylinderlok einen dichteren, weniger stampfenden Auspuffschlag als eine Zweizylindermaschine. Das ist kein Beweis, aber ein starkes Indiz.

Wenn du das Bestimmen grundsätzlich lernen willst, statt einzelne Baureihen auswendig zu kennen, hilft die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen – sie erklärt die sinnvolle Reihenfolge der Merkmale.

Zylinderzahl am Foto nachzählen

Die Zylinderzahl ist am Gleis schwer zu sehen, auf einem sauberen Seitenbild von schräg vorn dagegen fast immer eindeutig. Mach dieses eine Zusatzbild – es entscheidet später oft die Bestimmung.

Einordnung im Bahnbetrieb: was eine schwere Güterzuglok leisten musste

Güterzuglokomotiven wurden auf Zugkraft, nicht auf Tempo gebaut. Fünf angetriebene Achsen bringen viel Reibungsgewicht auf die Schiene, ohne die zulässige Achslast einer Strecke zu überschreiten. Die vorlaufende Laufachse verbessert dabei den Bogenlauf und erlaubt einen etwas größeren, weiter vorn liegenden Kessel.

Das Dreizylinder-Triebwerk der G 12 hatte einen praktischen Vorteil, den man im Museumsbetrieb bis heute hört: Die Kraftimpulse verteilen sich gleichmäßiger über eine Radumdrehung, die Lok läuft ruhiger und neigt beim Anfahren weniger zum Schleudern. Für Fotografen bedeutet das eine etwas gleichmäßigere Dampffahne und einen charakteristischen Klang, der sich vom typischen Zweizylinder-Rhythmus deutlich unterscheidet.

Weil solche Maschinen langsam unterwegs sind, hast du bei einer Sonderfahrt oft mehrere Gelegenheiten pro Tag – etwa an Steigungen, bei Wasserhalten oder beim Umsetzen im Bahnhof. Die Grundlagen dazu erklärt der Guide wie fotografiert man Dampfzüge.

Wo ist gerade eine Dampflok unterwegs?

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Spotting: die Recherchekette für historische Loks

Bei einer Baureihe ohne Regeleinsatz ersetzt Recherche den Fahrplan. Diese Kette hat sich bewährt:

  1. Museumsbestand klären. Welche Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen führen überhaupt Fahrzeuge dieser Bauart? Deren Fahrzeuglisten sind der Ausgangspunkt und nennen meist auch den Zustand. Für die Baureihe 58 lohnt der Blick auf mitteldeutsche Häuser wie das Eisenbahnmuseum Bayerischer Bahnhof zu Leipzig.
  2. Trägerverein finden. Viele Loks gehören Vereinen, nicht Museen. Deren Seiten melden Aufarbeitungen, Kesselfristen und geplante Einsätze am schnellsten. Einen Überblick über die Vereinslandschaft gibt der Beitrag zu Eisenbahnvereinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  3. Termine sammeln. Betriebstage, Jubiläen und Dampflokfeste stehen Monate vorher fest. Trage sie dir früh ein – beliebte Veranstaltungen sind kurzfristig kaum noch planbar.
  4. Kurzfristiges nachziehen. Überführungen, Probefahrten und Lastprobefahrten erscheinen meist nur in Foren und Sichtungsmeldungen. Wie man dort gezielt sucht, zeigt der Guide zur Rubrik Historische Bahn bei Drehscheibe Online.

Betriebsgelände bleibt tabu

Lokschuppen, Drehscheiben, Abstellgleise und Werkstattbereiche sind Betriebsanlagen und meist Privatgelände. Auf Museumsgelände gilt das Hausrecht des Veranstalters, an der freien Strecke der übliche Sicherheitsabstand zum Gleis. Absperrungen und Anweisungen des Personals sind verbindlich – ohne Ausnahme für ein Foto.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die Baureihe 58, wenn …

  • eine Laufachse vorn und fünf gekuppelte Achsen dahinter sitzen
  • ein drittes, innenliegendes Triebwerk erkennbar ist
  • die Lok einen Schlepptender mitführt
  • die Nummer mit 58 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du fünf gekuppelte Achsen zählst, die Laufachse aber verdeckt ist
  • die Lok rekonstruiert wurde und einen anderen Kessel trägt
  • du nur ein Frontbild ohne Fahrwerk hast

Es ist keine 58, wenn …

  • gar keine Laufachse vorhanden ist – dann kommt die G 10 der Baureihe 57 infrage
  • du nur vier gekuppelte Achsen zählst – dann eher Baureihe 55 oder 56
  • die Nummer mit 44 oder 50 beginnt – dann handelt es sich um Einheitsloks derselben Achsfolge

Fazit

Die Baureihe 58 zeigt, wie viel Technikgeschichte in einer einzigen Baureihennummer stecken kann: 1’E-Achsfolge, drei Zylinder, ein Kessel, der für seine Zeit groß war – und später Umbauten, die dem Fahrzeug ein zweites Leben gaben. Im Feld erkennst du sie an Laufachse, fünf gekuppelten Achsen und dem zusätzlichen Triebwerk. Antreffen wirst du sie nur museal – etwa im Eisenbahnmuseum Schwarzenberg –, und genau deshalb lohnt jede Dokumentation.

Kurzfazit

Laufachse plus fünf gekuppelte Achsen plus drittes Triebwerk: Das ist die G 12 der Baureihe 58. Kein Regeleinsatz, dafür ein starkes Motiv im Museumsbetrieb – gefunden über Vereine, Museumsbahnen und Veranstaltungskalender.

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Zusammenfassung

  • Die preußische G 12 markierte einen technischen Sprung im deutschen Güterzuglokbau und wurde als Baureihe 58 in das Reichsbahn-Schema übernommen.
  • Für die Bestimmung genügen zwei Beobachtungen: Laufachse vorn plus fünf gekuppelte Achsen, und ein drittes Triebwerk in der Mitte.
  • Spätere Umbauten und Rekonstruktionen führten zu eigenen Unterbaureihen – die Grundform blieb erkennbar dieselbe.
  • Gesucht wird die Baureihe über Museumsbetriebe, Vereine und Veranstaltungskalender, nicht über Fahrpläne.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 58?

Die Baureihe 58 ist die Reichsbahn-Bezeichnung für Güterzug-Schlepptenderlokomotiven der Bauart 1'E – am bekanntesten die preußische Gattung G 12, beschafft ab 1917. Sie hat fünf gekuppelte Achsen, eine vorlaufende Laufachse und arbeitet mit drei Zylindern. Ein planmäßiger Einsatz besteht heute nicht mehr.

Was war an der G 12 technisch besonders?

Vor allem das Dreizylinder-Triebwerk. Ein dritter, innenliegender Zylinder verteilt die Kraftimpulse gleichmäßiger auf die Umdrehung, was ruhigeren Lauf und weichere Kraftübertragung bringt. Zusammen mit dem kräftigen Kessel machte das die G 12 zu einer der leistungsfähigsten deutschen Güterzugloks ihrer Zeit.

Wie erkenne ich drei Zylinder von außen?

Achte auf die Mitte der Lok unterhalb der Rauchkammer. Bei einer Dreizylinderlok sitzt dort ein zusätzliches Triebwerk, dessen Antrieb meist auf eine gekröpfte Achse wirkt. Von schräg vorn sieht man außerdem, dass die Front zwischen den beiden Außenzylindern nicht frei ist, sondern verbaut wirkt.

Was unterscheidet die Baureihe 58 von der Baureihe 57?

Die Laufachse. Die Baureihe 57 mit der G 10 läuft als reiner Fünfkuppler (Achsfolge E), die Baureihe 58 hat zusätzlich eine vorlaufende Laufachse (1'E). Dazu kommt das Triebwerk: Die G 10 ist eine Zweizylinder-, die G 12 eine Dreizylindermaschine.

Fährt eine Baureihe 58 heute noch?

Nicht im Regeldienst. Die Baureihe ist ein historisches Fahrzeug. Erhaltene Loks gehören Museen, Vereinen und Sammlungen; ob eine betriebsfähig ist, hängt an Kesselfristen, Hauptuntersuchungen und den Mitteln des jeweiligen Trägers und ändert sich über die Jahre.

Was bedeuten Zusätze wie 58.10 oder 58.30?

Sie bezeichnen Unterbaureihen und damit Nummernbereiche. Die Reichsbahn und später die Deutsche Reichsbahn der DDR nutzten solche Bereiche, um Bauarten und umgebaute Maschinen voneinander zu trennen. Rekonstruierte Lokomotiven mit neuem Kessel bekamen auf diesem Weg eine eigene Kennung.

Warum wurden Dampfloks rekonstruiert statt neu gebaut?

Weil Rahmen und Triebwerk oft noch brauchbar waren, während der Kessel als teuerstes und am stärksten beanspruchtes Bauteil ersetzt werden musste. Ein neuer Kessel auf altem Fahrwerk verlängerte die Lebensdauer erheblich – ein gängiger Weg in Zeiten knapper Mittel.

Wie finde ich Termine mit historischen Güterzuglokomotiven?

Über die Betreiber. Museumsbahnen und Vereine kündigen Betriebstage, Dampflokfeste und Sonderfahrten auf ihren eigenen Kanälen an, oft mit Monaten Vorlauf. Kurzfristige Überführungen erfährst du eher über Community-Sichtungen. Verlass dich nicht auf ältere Übersichten – Einsatzfähigkeit und Standorte ändern sich.

Sichtung von Baureihe 58 (Preußische G 12) festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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