Das Wichtigste in Kürze
- Die 1700 ist die vierachsige Reisezuglok der NS für das landesweite 1,5-kV-Gleichstromnetz.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Achsen, kantige Front, vierstellige Nummer mit 17 am Anfang.
- NS-Lokomotiven tragen Seriennummern, keine Kürzel – anders als die Triebzüge mit VIRM, ICM, SLT oder DDZ.
- Ein Stromsystem bedeutet eine Grenze: Ein reines 1,5-kV-Fahrzeug kann nicht ins deutsche 15-kV-Netz übergehen.
- Einsatz und Zugbildung sind veränderlich und verschieben sich mit Fahrplanjahren und Fahrzeugbeschaffungen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrolokomotive für den Reisezugverkehr |
|---|---|
| Hersteller | Alsthom, mechanischer Teil von De Dietrich |
| Achsfolge | Bo'Bo' – vier Achsen in zwei Drehgestellen |
| Stromsystem | 1,5 kV Gleichspannung – das Standardsystem des niederländischen Netzes |
| Nummernschema | Vierstellige NS-Seriennummer beginnend mit 17 |
| Typischer Einsatz | Lokbespannte Reisezüge, auch im Wendezugbetrieb; Umläufe ändern sich mit dem Fahrplan |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen – keine sechsachsige Bauform
- Kantige Front im Stil der französischen Lokomotivgeneration mit schräger Frontpartie
- Einholm-Stromabnehmer für 1,5 kV Gleichspannung, oft mit kräftig dimensioniertem Schleifstück
- Fahrzeugnummer vierstellig, beginnend mit 17 – NS-Loks tragen keine Baureihenkürzel
- Meist an der Spitze oder am Ende eines lokbespannten Reisezuges, nicht vor Triebzügen
- Im niederländischen Netz unterwegs, nicht auf deutschen Strecken
Aktualisiert: August 2026 – Vier Achsen, kantige Front, ein klassischer Wagenzug dahinter und eine vierstellige Nummer, die mit 17 beginnt: Das ist die NS-Serie 1700. Diese Seite zeigt dir, wie das niederländische Nummernsystem funktioniert, warum das Stromsystem den Aktionsradius dieser Lok bestimmt und wo du sie realistisch vor die Kamera bekommst.
1700 gesichtet? Nummer notieren.
Bei Lokomotiven ist die vierstellige Nummer die entscheidende Information – mit Traintrack in Sekunden festgehalten.
Was ist die NS-Serie 1700?
Die Serie 1700 ist eine vierachsige Elektrolokomotive der Nederlandse Spoorwegen für den Reisezugverkehr. Sie ist auf 1,5 kV Gleichspannung ausgelegt – das Stromsystem, mit dem das niederländische Netz nahezu flächendeckend betrieben wird. Gebaut wurde sie von Alsthom, den mechanischen Teil steuerte De Dietrich bei; entsprechend erinnert die Formensprache an die französische Lokomotivgeneration derselben Zeit.
Betrieblich ist sie damit klar einsortiert: Sie zieht lokbespannte Reisezüge, häufig im Wendezugbetrieb mit einem Steuerwagen am anderen Zugende. In einem Land, in dem der Regel- und Fernverkehr fast vollständig von Triebzügen wie den ICM-Einheiten oder den doppelstöckigen DDZ-Zügen getragen wird, ist eine Lokomotive vor einem Wagenzug ein Sonderfall – und damit für Spotter überdurchschnittlich interessant.
Wie die NS ihre Fahrzeuge benennt
Wer aus Deutschland kommt, sucht bei einem niederländischen Fahrzeug reflexartig nach einer Baureihenzahl. Das niederländische System funktioniert aber zweigeteilt, und beide Hälften sind leicht zu lernen.
Lokomotiven: vierstellige Serien
Elektroloks tragen reine Zahlen wie 1700. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen die Serie, die letzten die einzelne Maschine. Buchstabenkürzel gibt es hier nicht.
Triebzüge: sprechende Kürzel
VIRM steht für Verlengd InterRegio Materieel, ICM für InterCity Materieel, SGM für Stadsgewestelijk Materieel, SLT für Sprinter Lighttrain. Die Abkürzung beschreibt das Fahrzeugkonzept.
Ziffer hinter dem Kürzel
Bei Triebzügen steht die Zahl im Namen oft für die Anzahl der Wagenteile – etwa VIRM-4 gegenüber VIRM-6. Bei Lokomotiven entfällt das, weil es nur ein Fahrzeug gibt.
UIC-Nummer als letzte Instanz
Die vollständige zwölfstellige Fahrzeugnummer trägt den Ländercode 84 für die Niederlande. Sie ist eindeutig, auch wenn Anschriften oder Lackierungen wechseln.
Wie die zwölfstellige Nummer aufgebaut ist und wo die Prüfziffer steht, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer. Die allgemeine Vorgehensweise beim Bestimmen eines unbekannten Fahrzeugs steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
1,5 kV: warum das Stromsystem alles bestimmt
Das niederländische Netz ist fast vollständig elektrifiziert, arbeitet aber mit 1,5 kV Gleichspannung – deutlich niedriger als in den Nachbarländern. Die Neubaustrecke für den Hochgeschwindigkeitsverkehr nutzt dagegen 25 kV Wechselspannung. Aus dieser Konstellation folgt fast alles, was den Einsatz niederländischer Fahrzeuge prägt.
| Netzabschnitt | System | Was das für Fahrzeuge bedeutet |
|---|---|---|
| Klassisches NS-Netz | 1,5 kV Gleichspannung | Einsystemfahrzeuge wie die Serie 1700 sind hier zu Hause |
| Neubaustrecke | 25 kV Wechselspannung | Nur Mehrsystemfahrzeuge können durchgehend fahren |
| Grenze nach Deutschland | 15 kV Wechselspannung | Reine Gleichstromfahrzeuge enden vor der Systemgrenze |
| Grenze nach Belgien | abweichende Systeme | Auch hier braucht es Mehrsystemtechnik |
Für Spotter aus Deutschland heißt das konkret: Wer die 1700 sehen will, muss in die Niederlande. Der kürzeste Weg dorthin führt über Grenzbahnhöfe wie Venlo. Was umgekehrt über die Grenze kommt, sind Mehrsystemfahrzeuge wie die TRAXX-Lokomotiven der NS, die mehrere Spannungen verarbeiten. Genau an dieser technischen Grenze entscheidet sich, welche Fahrzeuge du im grenznahen Raum überhaupt erwarten kannst. Auf der Rheinachse liegt dieser Übergang in Emmerich am Rhein.
Grenzverkehr im Blick behalten
Welche Fahrzeuge gerade wo unterwegs sind, zeigen dir Community-Sichtungen in Echtzeit.
Spotting und Fotografie
Lokbespannte Züge haben für Fotografen einen Vorteil, den Triebzüge nicht bieten: Am Zuganfang steht ein eigenständiges Fahrzeug mit eigener Nummer, das man als Motiv isolieren kann. Wer solche Garnituren jenseits des Planbetriebs sucht, wird bei Vereinen wie der Stoom Stichting Nederland fündig.
Wendezeiten suchen
Endbahnhöfe und Kopfgleise geben dir Minuten statt Sekunden. Dort entstehen die sauberen Dreiviertelansichten mit lesbarer Nummer.
Auf die Zugspitze achten
Im Wendezugbetrieb läuft die Lok in einer Richtung hinten. Wer nur die Zugspitze fotografiert, verpasst sie – prüfe vorher, an welchem Ende sie steht.
Flaches Licht nutzen
Kantige Loks profitieren von seitlichem Morgen- oder Abendlicht. Mittagssonne lässt große glatte Flächen flau aussehen.
Lackierung dokumentieren
Farbschemata wechseln über die Jahre. Ein Bild, das die Seitenwand vollständig zeigt, ist später mehr wert als ein enger Frontausschnitt.
Standort und Sicherheit
Auch im Ausland gilt: Gleisbereiche, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu. Fotografiert wird von öffentlich zugänglichen Bahnsteigflächen hinter der Bahnsteigkante. Nationale Hausordnungen können zusätzliche Regeln enthalten – im Zweifel gilt die Anweisung des Personals.
Wie du Winkel, Licht und Verschlusszeit für ein sauberes Lokporträt kombinierst, behandelt der Guide gute Fotos von Zügen. Wenn dich abweichende Farbschemata und Sonderlackierungen interessieren, liefert der Beitrag zu Werbeloks und Sonderlackierungen die passende Suchstrategie.
Lokbespannt oder Triebzug? Was der Unterschied ausmacht
Die Niederlande sind ein Triebzugland. Der weit überwiegende Teil des Reiseverkehrs wird von selbstfahrenden Einheiten getragen, deren Kürzel das Konzept beschreiben: SGM für Stadsgewestelijk Materieel, SLT für Sprinter Lighttrain, ICM für InterCity Materieel, VIRM für Verlengd InterRegio Materieel. Eine Lokomotive vor einem Wagenzug ist in diesem Umfeld die Ausnahme – und genau deshalb für Spotter besonders reizvoll.
Der Unterschied ist nicht nur ästhetisch, sondern betrieblich. Ein Triebzug ist in beide Richtungen sofort einsatzbereit, beschleunigt gleichmäßig und braucht kein Umsetzen der Lok. Ein lokbespannter Zug bietet dafür eine andere Flexibilität: Wagenzahl und Lok lassen sich unabhängig voneinander tauschen, und für Verstärkungs-, Ersatz- oder Sonderleistungen ist das ein Vorteil. Im Wendezugbetrieb verbinden sich beide Welten – die Lok bleibt an einem Zugende, gesteuert wird aus einem Steuerwagen am anderen.
Für die Beobachtung heißt das konkret:
- Fahrzeugnummer: Bei einem lokbespannten Zug identifizierst du die Lok, bei einem Triebzug die Einheit. Das sind zwei unterschiedliche Sichtungstypen.
- Standort: Lokomotiven stehen an Kopfgleisen und bei Wenden länger still – ideal für saubere Porträts.
- Zugende beachten: Im Wendezugbetrieb läuft die Lok in einer Richtung hinten. Wer nur nach vorn schaut, verpasst sie.
- Bildaussage: Ein Lokporträt lebt vom Fahrzeug, ein Triebzugbild eher von der Gesamtsituation.
Weil der lokbespannte Anteil am Reiseverkehr in ganz Europa zurückgeht, verschiebt sich diese Balance laufend. Was heute planmäßig mit Lok und Wagen gefahren wird, kann im nächsten Fahrplanjahr ein Triebzug übernehmen. Bei der Nederlandse Spoorwegen ist dieser Wechsel seit Langem der Normalfall. Aktuelle Sichtungen sind deshalb aussagekräftiger als jede ältere Umlaufübersicht – und die eigene, datierte Aufnahme wird mit den Jahren nur wertvoller.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Serie 1700, wenn …
- die Lok vier Achsen in zwei Drehgestellen hat
- die Nummer vierstellig ist und mit 17 beginnt
- ein klassischer Wagenzug daran hängt
- das Fahrzeug im niederländischen Netz unterwegs ist
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok am Zugschluss steht und du nur die Rückseite siehst
- eine ungewohnte Lackierung die Formensprache überdeckt
- der Zug aus Doppelstockwagen besteht – dann prüfe, ob es ein Wendezug oder ein Triebzug ist
Es ist keine 1700, wenn …
- das Fahrzeug ein Triebzug ohne separate Lok ist
- die Anschrift ein Kürzel wie VIRM, ICM, SLT oder DDZ trägt
- die Lok grenzüberschreitend nach Deutschland durchfährt – dafür braucht es Mehrsystemtechnik
Fazit
Die Serie 1700 ist ein gutes Einstiegsfahrzeug für alle, die das niederländische System verstehen wollen. Sie zeigt, wie NS-Lokomotiven benannt werden, warum das 1,5-kV-Netz den Aktionsradius bestimmt und weshalb lokbespannte Züge in den Niederlanden die Ausnahme statt der Regel sind. Wer diese drei Punkte im Kopf hat, ordnet auch jedes andere niederländische Fahrzeug schneller ein.
Kurzfazit
Vier Achsen, kantige Front, vierstellige Nummer mit 17 am Anfang, klassischer Wagenzug dahinter: Das ist die NS 1700. Sie bleibt im 1,5-kV-Netz der Niederlande – Grenzverkehr nach Deutschland übernehmen Mehrsystemlokomotiven.
Zusammenfassung
- Die Serie 1700 steht für den lokbespannten Reisezugverkehr in den Niederlanden und ist an ihrer kantigen Front und den vier Achsen gut zu erkennen.
- Ihre Nummer folgt der NS-Logik: vierstellig, ohne Buchstabenkürzel, im 1700er-Block der Elektroloks.
- Das Stromsystem erklärt ihren Aktionsradius besser als jede Leistungsangabe – 1,5 kV endet an der Grenze.
- Wer sie fotografieren will, sucht Bahnhöfe mit lokbespannten Zügen und nutzt die Wendezeiten.
Häufige Fragen
Was ist die NS-Serie 1700?
Die Serie 1700 ist eine vierachsige Elektrolokomotive der Nederlandse Spoorwegen für den Reisezugverkehr. Sie ist für 1,5 kV Gleichspannung ausgelegt, also für das Standardsystem des niederländischen Netzes, und bespannt klassische Wagenzüge – im Gegensatz zu den Triebzügen, die den größten Teil des Verkehrs tragen.
Warum heißt sie 1700 und nicht anders?
Die NS führt Lokomotiven unter vierstelligen Seriennummern, nicht unter Baureihenkürzeln. Triebzüge bekommen dagegen sprechende Abkürzungen aus dem Fahrzeugkonzept, etwa VIRM für Verlengd InterRegio Materieel. Bei Loks steht die Zahl allein, die Serie ergibt sich aus dem gemeinsamen Nummernblock.
Wie erkenne ich die 1700 im Feld?
An drei Dingen: vier Achsen in zwei Drehgestellen, eine kantige Front mit schräger Frontpartie im Stil der französischen Lokomotivgeneration und eine vierstellige Nummer, die mit 17 beginnt. Hängt ein klassischer Wagenzug dran, passt das Bild vollständig.
Fährt die NS 1700 auch nach Deutschland?
Nein, und das liegt an der Elektrotechnik. Das niederländische Netz arbeitet mit 1,5 kV Gleichspannung, das deutsche mit 15 kV Wechselspannung. Eine Lokomotive für nur ein System kann die Grenze nicht überfahren. Grenzüberschreitende Leistungen übernehmen Mehrsystemfahrzeuge.
Was ist der Unterschied zwischen der 1700 und den Mehrsystemloks der NS?
Der Aktionsradius. Mehrsystemloks wie die TRAXX-Maschinen können mehrere Stromsysteme verarbeiten und damit über die Grenze fahren. Die 1700 bleibt im niederländischen Gleichstromnetz. Optisch trennt man beide über Front und Bauform, betrieblich über die Züge, vor denen sie stehen.
Vor welchen Zügen sieht man die 1700?
Vor lokbespannten Reisezügen, auch im Wendezugbetrieb, bei dem die Lok an einem Zugende bleibt und vom Steuerwagen aus gesteuert wird. Welche Leistungen konkret lokbespannt gefahren werden, ändert sich mit Fahrzeugbeschaffungen und Fahrplanjahren – prüfe den aktuellen Stand.
Wie viele Lokomotiven der Serie 1700 gibt es?
Eine belastbare aktuelle Stückzahl wird hier bewusst nicht behauptet, weil sich Bestände durch Abstellungen, Umbauten und Verkäufe laufend verändern. Verlässlich ist die Systematik: Die Nummern liegen im 1700er-Block, jede Maschine trägt ihre eigene vierstellige Nummer.
Wo fotografiert man die 1700 am besten?
An Bahnhöfen mit lokbespanntem Reiseverkehr und ausreichender Wendezeit. Dort steht das Fahrzeug still, die Nummer ist lesbar und du kannst in Ruhe Dreiviertelansicht und Detail aufnehmen. Auf reinen Triebzug-Relationen ist die Trefferquote dagegen gering.
Sichtung von NS 1700 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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