NS Plan V / Mat 64

Mat 64 heißt Materieel 1964, Plan V bezeichnet die zweiteilige Bauform. Wer diese Systematik versteht, ordnet niederländische Triebzüge ohne Nachschlagen ein.

Auch bekannt als: Apekop · Materieel 64 · Plan V · Plan T

NiederlandeNiederlandeElektrotriebzüge7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

2 & 4

Wagenteile bei Plan V und Plan T

1,5 kV

Gleichspannung im NS-Netz

84

UIC-Ländercode Niederlande

Das Wichtigste in Kürze

  • Mat 64 steht für Materieel 1964: Die Zahl nennt das Konstruktionsjahr, nicht eine Baureihennummer.
  • Plan V und Plan T sind interne Bauplanbezeichnungen der NS – Plan V zweiteilig, Plan T vierteilig.
  • Apekop ist der Spitzname für die kantige Frontpartie mit Stirnwandtür und die schnellste Merkhilfe.
  • 1,5 kV Gleichspannung bindet die Bauart ans niederländische Netz – in Deutschland ist sie nicht anzutreffen.
  • Heute historisch: Sichtungen hängen an Museums- und Sonderverkehren, nicht am Fahrplan.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der NS Plan V / Mat 64?
  2. 2.Warum ein Fahrzeug drei Namen trägt
  3. 3.Einordnung im Bahnbetrieb und für die Beobachtung
  4. 4.Spotting und Dokumentation
  5. 5.Vom Mat 64 zur Sprinter-Familie: die Entwicklungslinie
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartElektrotriebzug für den Nahverkehr, heute historisch
Bedeutung der BezeichnungMat 64 = Materieel 1964; Plan V und Plan T sind NS-interne Bauplanbezeichnungen
BauformenPlan V zweiteilig, Plan T vierteilig
SpitznameApekop – niederländisch für „Affenkopf“, nach der Frontform
Stromsystem1,5 kV Gleichspannung
Ursprünglicher BetreiberNederlandse Spoorwegen (NS)
Heutiger Statuskein Regeleinsatz mehr; einzelne Einheiten historisch erhalten

Erkennungsmerkmale

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  • Kantigere Frontpartie als beim Mat 54, mit Übergangstür in der Stirnwand
  • Zweiteilige (Plan V) oder vierteilige (Plan T) feste Einheiten
  • Hohe Bodenlage mit mehreren Einstiegsstufen – kein Niederflurfahrzeug
  • Stromabnehmer für 1,5 kV Gleichspannung, kein Mehrsystembetrieb
  • Klassische NS-Anschriften, UIC-Ländercode 84
  • Formensprache der 1960er Jahre: gerade Flächen, kleine Fenster, sichtbare Nietkanten

Aktualisiert: August 2026 – Ein Fahrzeug, drei gebräuchliche Namen: Mat 64, Plan V und Apekop meinen im niederländischen Sprachgebrauch dieselbe Familie von Elektrotriebzügen. Wer diese drei Bezeichnungen auseinanderhalten kann, hat die Benennungslogik der Nederlandse Spoorwegen im Wesentlichen verstanden. Diese Seite erklärt die Systematik, die Erkennungsmerkmale und den heutigen, historischen Status der Bauart.

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Was ist der NS Plan V / Mat 64?

Der Mat 64 ist ein Elektrotriebzug der Nederlandse Spoorwegen für den Nahverkehr. Die Bezeichnung Materieel 1964 nennt das Konstruktionsjahr. Innerhalb dieser Familie unterscheidet die NS Bauformen nach ihren internen Beschaffungsplänen: Plan V steht für die zweiteilige, Plan T für die vierteilige Ausführung.

Der Zug fährt für 1,5 kV Gleichspannung, das Standardsystem des niederländischen Netzes. Im Regeldienst ist die Bauart abgelöst worden; ihre Aufgaben haben nacheinander die Sprinter-Generationen übernommen. Einzelne Einheiten sind historisch erhalten – Sichtungen sind damit an Termine gebunden statt an Fahrpläne. Gepflegt wird solches Material unter anderem von der Museumsbahn S.T.A.R. im Nordosten der Niederlande.

Warum ein Fahrzeug drei Namen trägt

Die niederländische Bezeichnungspraxis wirkt zunächst verwirrend, folgt aber einer klaren Ordnung:

  • Mat 64 benennt die Generation nach dem Konstruktionsjahr.
  • Plan V / Plan T benennen die Bauform nach dem internen Beschaffungsplan.
  • Apekop ist der Spitzname, abgeleitet von der Frontform mit mittiger Übergangstür.

Diese Dreiteilung – Generation, Bauform, Spitzname – zieht sich durch die gesamte niederländische Fahrzeugwelt. Spätere Fahrzeuge tragen statt der Jahreszahl ein Konzeptkürzel: ICM für InterCity Materieel, SGM für Stadsgewestelijk Materieel, VIRM für Verlengd InterRegio Materieel. Die angehängten Ziffern bezeichnen dort in der Regel die Anzahl der Wagenteile.

Stirnwand prüfen

Eine mittige Übergangstür in der Front ist das stärkste Einzelmerkmal. Der ältere Mat 54 hat diese gerundete, geschlossene Hondekop-Front ohne mittige Tür.

Wagenteile zählen

Zwei Teile bedeuten Plan V, vier Teile Plan T. Bei gekuppelten Verbänden zählst du zwischen den Einheiten jeweils eine weitere Frontpartie.

Einstieg ansehen

Mehrere Stufen und eine hohe Bodenlage schließen alle modernen Niederflur-Sprinter aus. Das Fahrzeug stammt erkennbar aus einer anderen Epoche.

Wer solche Merkmale in fester Reihenfolge abarbeiten will, findet in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen ein Vorgehen, das sich auch auf ausländische Fahrzeuge übertragen lässt.

Einordnung im Bahnbetrieb und für die Beobachtung

Der Mat 64 war ein klassisches Nahverkehrsfahrzeug: viele Halte, kurze Laufwege, hohe Zuverlässigkeitsanforderungen. Genau diese Rolle erfüllen heute andere Fahrzeuge. Für die Beobachtung ergibt sich daraus eine andere Strategie als bei Planfahrzeugen.

Situation Trefferchance Worauf es ankommt
Angekündigte Sonderfahrt in den Niederlanden hoch Termin und Route vorab prüfen
Museums- und Vereinsgelände hoch Öffnungszeiten und Hausordnung beachten
Fahrzeugtreffen und Jubiläen mittel Häufig mehrere historische Einheiten auf einmal
Regulärer niederländischer Nahverkehr ausgeschlossen Dort fahren heute Sprinter-Generationen
Deutsche Strecken ausgeschlossen Reines Gleichstromfahrzeug für 1,5 kV

Erhaltungsstand ist veränderlich

Ob eine Einheit betriebsfähig ist, hängt von Fristen, Ersatzteilen und der Werkstattlage ab. Angaben aus älteren Quellen sind bei historischen Fahrzeugen besonders schnell überholt – prüfe den aktuellen Stand vor jeder längeren Anreise.

Die direkte Vorgängergeneration ist der NS Mat 54 mit seiner Hondekop-Front. Wie der Nahverkehr danach weiterging, zeigt der NS SGMm als erste Sprinter-Generation; im Fernverkehr übernahm parallel der NS ICM (Koploper).

Historische Fahrten im Blick behalten

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Spotting und Dokumentation

Bei einem Fahrzeug, das nicht mehr planmäßig fährt, verschiebt sich der Schwerpunkt: Nicht das perfekte Bild ist knapp, sondern die Gelegenheit. Wer eine bekommt, sollte sie vollständig ausnutzen.

Front und Stirnwandtür zeigen

Eine leichte Dreiviertelansicht macht das charakteristische Merkmal sichtbar. Rein seitliche Bilder verlieren genau die Information, die den Apekop ausmacht.

Bauform belegen

Ein Bild, auf dem die vollständige Einheit erkennbar ist, beantwortet später die Frage Plan V oder Plan T – aus dem Gedächtnis geht das selten gut.

Anschriften mitnehmen

Nummer, Eigentümerkennung und Revisionsanschriften sind der Beleg für deine Sichtung und machen sie im Archiv auffindbar.

Kontext notieren

Anlass, Datum, Ort – bei historischen Fahrzeugen ist das genauso wichtig wie das Motiv selbst.

Wie du die vollständige Fahrzeugnummer liest und den Ländercode einordnest, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Systematik. Für die saubere Ablage deiner Funde hilft der Guide zum Sichtungslogbuch, und wie du Recherche zu Fahrzeugen jenseits der Grenze angehst, steht im Beitrag zu Sichtungen im Ausland.

Sicherheit geht vor Motiv

Gleise, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu – auch bei Sonderveranstaltungen. Bleib hinter der Bahnsteigkante und auf freigegebenen Flächen. Auf Vereinsgelände gelten die Anweisungen des Betreibers ausnahmslos.

Vom Mat 64 zur Sprinter-Familie: die Entwicklungslinie

Der Mat 64 markiert einen Wendepunkt. Vor ihm standen Fahrzeuge, die nach Konstruktionsjahr benannt wurden; nach ihm setzten sich Konzeptkürzel durch, die den Einsatzzweck beschreiben. Diese Linie lässt sich sauber nachzeichnen und hilft enorm beim Einordnen niederländischer Fahrzeuge.

Die Jahreszahl-Epoche umfasst Mat 54 und Mat 64. Die Bezeichnung sagt nichts über die Aufgabe des Fahrzeugs, nur etwas über sein Entstehungsjahr. Untervarianten wurden über die internen Bauplanbuchstaben unterschieden – daher Plan V, Plan T und die weiteren Planbezeichnungen, die auch für Reisezugwagen vergeben wurden.

Die Konzept-Epoche beginnt mit Kürzeln wie ICM für InterCity Materieel oder SGM für Stadsgewestelijk Materieel. Hier steht der Zweck im Namen: Fernverkehr, stadtregionaler Verkehr, verlängertes InterRegio-Material. Angehängte Ziffern nennen in der Regel die Anzahl der Wagenteile, etwa beim VIRM-4 und VIRM-6.

Die Markenebene kam zuletzt dazu. „Sprinter“ ist kein Fahrzeugtyp, sondern der Produktname des NS-Nahverkehrs. Mehrere völlig unterschiedliche Bauarten fahren unter diesem Label. Wer nur den Schriftzug am Zug abliest, hat deshalb noch keine Fahrzeugbestimmung vorgenommen.

Für dich bedeutet das eine einfache Prüfreihenfolge: erst die Bauform bestimmen, dann das Kürzel zuordnen, zuletzt die Produktmarke ignorieren. Wie sich Produktnamen und Fahrzeugbezeichnungen generell auseinanderhalten lassen, ordnet der Beitrag zu Nahverkehr und Fernverkehr aus Spotter-Sicht auch für den deutschen Markt ein.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für Mat 64 / Plan V, wenn …

  • die Front kantig ist und eine mittige Übergangstür trägt
  • die Einheit zwei oder vier Wagenteile hat
  • der Einstieg über mehrere Stufen erfolgt
  • der Zug im historischen Kontext unterwegs ist

Sieh genauer hin, wenn …

  • du nur die Seitenansicht siehst – dann hilft die Fensterteilung
  • das Fahrzeug in einer ungewohnten historischen Lackierung steht
  • mehrere ältere NS-Triebzüge nebeneinander stehen

Es ist kein Mat 64, wenn …

  • die Front gerundet und geschlossen ist – dann eher Mat 54
  • der Zug niederflurig ist und breite Doppeltüren hat
  • er doppelstöckig ist oder im InterCity-Verkehr eingesetzt wird

Fazit

Plan V, Mat 64, Apekop: Drei Namen, ein Fahrzeug – und ein guter Anlass, die niederländische Systematik einmal gründlich zu lernen. Generation nach Jahreszahl, Bauform nach Beschaffungsplan, Spitzname nach Frontform: Diese Ordnung trägt weit über dieses eine Fahrzeug hinaus. Sichtungen sind heute Termin- statt Fahrplansache, dafür umso wertvoller fürs Archiv.

Kurzfazit

Kantige Front mit Stirnwandtür, zwei oder vier Wagenteile, 1,5 kV Gleichspannung: Das ist der Mat 64. Er fährt nicht mehr planmäßig – wer ihn dokumentieren will, recherchiert Termine und hält Bauform, Nummer und Anlass fest.

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Zusammenfassung

  • Der Mat 64 war über Jahrzehnte das Rückgrat des niederländischen Nahverkehrs und wurde später von Sprinter-Generationen abgelöst.
  • Die Plan-Systematik der NS erklärt, warum ein Fahrzeug gleich mehrere gebräuchliche Namen trägt.
  • Zur Bestimmung reichen Frontform, Stirnwandtür und die Zahl der Wagenteile.
  • Wer Sichtungen dokumentiert, hält Einheitennummer, Bauform und Anlass fest – bei historischen Fahrzeugen ist der Kontext die halbe Information.

Häufige Fragen

Was bedeutet Plan V bei der NS?

Plan V ist eine interne Bauplanbezeichnung der Nederlandse Spoorwegen. Die NS nummerierte ihre Beschaffungspläne mit Buchstaben durch und benannte die daraus entstandenen Fahrzeuge danach. Plan V bezeichnet die zweiteilige Ausführung aus der Familie Materieel 1964, Plan T die vierteilige. Beide gehören technisch zusammen.

Was heißt Mat 64?

Mat 64 ist die Kurzform von Materieel 1964, also Fahrzeugmaterial des Konstruktionsjahres 1964. Die NS benannte Triebzuggenerationen nach dem Jahr der Konstruktion – wie zuvor schon beim Mat 54. Erst später ging die Bahn zu Konzeptkürzeln wie ICM, SGM oder VIRM über.

Warum heißt der Mat 64 Apekop?

Der Spitzname bezieht sich auf die Frontpartie. Sie wirkt durch die mittige Übergangstür und die Anordnung der Scheiben gesichtsartig, was in den Niederlanden zur Bezeichnung Apekop (Affenkopf) geführt hat. Zusammen mit dem Hondekop des Mat 54 bildet das eine der bekanntesten Spitznamenpaarungen Europas.

Wie unterscheide ich Plan V und Plan T?

An der Zahl der Wagenteile: Plan V ist zweiteilig, Plan T vierteilig. Front, Technik und Formensprache sind gleich. Weil im Betrieb mehrere Einheiten gekuppelt wurden, zählst du am besten die Frontpartien im Zugverband – jede markiert den Anfang einer neuen Einheit.

Fährt der Mat 64 heute noch planmäßig?

Nein. Die Bauart ist aus dem Regeldienst ausgeschieden; im Nahverkehr fahren heute neuere Sprinter-Generationen. Einzelne Einheiten sind historisch erhalten und bei Sonderfahrten zu sehen. Prüfe den aktuellen Stand vor einer Anreise, weil sich Erhaltungsprojekte und Termine laufend ändern.

Kann ich das Fahrzeug in Deutschland sehen?

Im Regelbetrieb nicht. Der Mat 64 ist für 1,5 kV Gleichspannung ausgelegt und damit ans niederländische Netz gebunden. Grenzüberschreitende Leistungen benötigen Mehrsystemfahrzeuge oder Dieseltriebwagen. In Deutschland begegnen dir an der Grenze eher Fahrzeuge, die beide Stromsysteme beherrschen.

Wie erkenne ich die genaue Einheit?

An der angeschriebenen Einheitennummer und der vollständigen UIC-Nummer. Der Ländercode 84 weist die Niederlande aus. Bei historischen Fahrzeugen sind die Anschriften nicht immer im aktuellen Format angebracht – dann hilft die klassische NS-Nummer an Front und Seitenwand weiter.

Lohnt sich das Fahrzeug für Fotografen?

Ja, gerade weil es selten geworden ist. Die kantige Front mit Stirnwandtür ist ein starkes Motiv, und der dokumentarische Wert steigt mit jedem Jahr. Plane seitlich versetzte Standpunkte, flaches Licht und mindestens eine Detailaufnahme der Anschriften ein.

Sichtung von NS Plan V / Mat 64 festhalten

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