Das Wichtigste in Kürze
- Am heißt: Diesellok der schnellsten Klasse. A ist die Geschwindigkeitsklasse, m steht für den Verbrennungsmotor.
- Streckentauglich statt reiner Verschubtraktor: Das A unterscheidet die Am 843 von reinen Rangierfahrzeugen wie der Ee 3/3.
- Mittelführerstand und Vorbauten sind das typische Bild einer Rangier- und Bahndienstlok.
- Der Einsatzbereich ist breit: Verschub, Bauzüge, Übergaben und Arbeiten auf nicht elektrifizierten Gleisen.
- Standorte sind Betriebsgelände – beobachtet und fotografiert wird ausschließlich von öffentlichen Flächen aus.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Vierachsige Diesellokomotive für Rangier-, Bau- und Streckendienst |
|---|---|
| Bahnverwaltung | Schweizerische Bundesbahnen (SBB) |
| Bezeichnung A | höchste Geschwindigkeitsklasse – die Lok ist streckentauglich, kein reiner Verschubtraktor |
| Bezeichnung m | Antrieb über Verbrennungsmotor |
| Grundbauart | Vossloh G1700-2 BB |
| Kraftübertragung | dieselhydraulisch |
| Achsfolge | B'B' – zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben |
| Nummernbereich | beginnt mit 843 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kein Stromabnehmer auf dem Dach, dafür Auspuff und Kühleraufbau – Dieselantrieb
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen
- Mittelführerstand mit langen Vorbauten vor und hinter dem Führerhaus
- Umlaufgeländer und Aufstiegstritte für Rangierpersonal an beiden Fahrzeugseiten
- Auffällige Warnfarbe statt Reisezugfarben
- Fahrzeugnummer beginnt mit 843
Aktualisiert: August 2026 – Zwei Buchstaben, drei Ziffern – und man weiß schon, was das Fahrzeug kann. Die SBB Am 843 ist eine vierachsige Diesellokomotive für Verschub, Bauzüge und Streckenaufgaben, und ihre Bezeichnung sagt genau das. Diese Seite zeigt dir, wie du sie liest, woran du das Fahrzeug im Feld erkennst und warum Diesel im weitgehend elektrifizierten Schweizer Netz weiter gebraucht wird.
Rangier- und Baudienstloks dokumentieren
Diese Fahrzeuge tauchen selten in Sammlungen auf. Wer sie sieht, sollte Nummer, Ort und Datum festhalten.
Was ist die SBB Am 843?
Die Am 843 ist eine vierachsige Diesellokomotive der SBB mit dieselhydraulischer Kraftübertragung, aufgebaut auf der Grundbauart Vossloh G1700-2 BB. Alle vier Achsen sind angetrieben, die Achsfolge lautet B’B’.
Ihr Aufgabenfeld ist bewusst breit: Verschub in Bahnhöfen, Bauzüge, Übergabefahrten und Arbeiten auf Gleisen ohne Fahrdraht. Genau dafür braucht ein weitgehend elektrifiziertes Netz weiterhin Dieselfahrzeuge – nicht als Notlösung, sondern weil Anschlussgleise, Baustellen und Betriebsanlagen nicht überall unter Fahrdraht liegen und ein Fahrzeug bei Bauarbeiten von der Oberleitung unabhängig sein muss.
Was die Bezeichnung Am verrät
Das Schweizer Buchstabensystem beschreibt Fahrzeuge, statt sie nur zu nummerieren. Bei Dieselfahrzeugen funktioniert es genauso wie bei Elektroloks – man muss nur den Kleinbuchstaben richtig lesen.
A – die Geschwindigkeitsklasse
A ist die schnellste Kategorie. Bei einer Rangier- und Baudienstlok heißt das: Sie ist streckentauglich und nicht auf den Bahnhofsbereich beschränkt.
m – der Verbrennungsmotor
Der Kleinbuchstabe beschreibt die Antriebsart. Ein m steht für Verbrennungsmotor, ein e für elektrisch. Fehlt er ganz, handelt es sich um eine Dampflokomotive.
E statt A – der Verschubfall
Ein E an erster Stelle markiert reine Rangierfahrzeuge, etwa bei der Ee 3/3. Wer den Unterschied kennt, weiß sofort, ob ein Fahrzeug die Strecke befahren darf.
843 – der Nummernblock
Die dreistellige Reihe ordnet das Fahrzeug in einen Nummernblock ein. Bei Dieselloks gilt die Merkregel der Elektroloks nicht, dass die erste Ziffer die Triebachsen angibt – hier bestimmt der Block die Zuordnung.
Die passenden Gegenbeispiele stehen oft direkt nebenan: Die elektrische Rangierlok Ee 922 macht dieselbe Arbeit unter Fahrdraht, die klassische Ee 3/3 zeigt dasselbe Prinzip in einer älteren Fahrzeuggeneration. Wie du bei unbekannten Fahrzeugen grundsätzlich vorgehst, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Diesel oder Elektro? Der Fünf-Sekunden-Test
Bevor du dich mit Bauarten beschäftigst, entscheidest du die Grundfrage. Sie ist aus jeder Entfernung beantwortbar.
| Beobachtung | Diesellok wie Am 843 | Elektrolok |
|---|---|---|
| Dach | Auspuff, Kühler, Lüftungsgitter | Stromabnehmer, Dachleitungen |
| Aufbau | Mittelführerstand mit Vorbauten möglich | durchgehender Kasten mit Endführerständen |
| Geräusch beim Anfahren | Motordrehzahl steigt hörbar | überwiegend Lüfter- und Rollgeräusche |
| Einsatzort | auch ohne Fahrdraht möglich | nur unter Oberleitung |
| Typische Farbgebung | Warn- oder Signalfarben | Verkehrs- oder Halterfarben |
Zuerst aufs Dach schauen
Die Frage Diesel oder Elektro ist die schnellste Weiche im gesamten Bestimmungsprozess. Sie halbiert das Feld der möglichen Baureihen, bevor du auch nur eine Achse gezählt hast.
Sichtungen melden statt nur sammeln
Gerade Rangier- und Baudienstfahrzeuge sind schlecht dokumentiert. Deine Meldung hilft anderen Spottern weiter.
Wo du die Am 843 antriffst – und wie du dabei vorgehst
Rangier- und Bahndienstfahrzeuge stehen dort, wo der Fahrplanverkehr aufhört. Das macht sie schwer planbar und stellt an den Standort andere Anforderungen als eine Streckenlok.
Bahnhöfe mit Verschubbetrieb suchen
Wo Wagen umgestellt oder Züge gebildet werden, sind Rangierloks im Einsatz. Größere Knotenbahnhöfe bieten oft von den Bahnsteigenden aus freie Sicht.
Bauarbeiten im Blick behalten
Baustellen bedeuten Bauzüge, und Bauzüge bedeuten Dieselloks. Das ist eine der wenigen halbwegs vorhersehbaren Gelegenheiten.
Mit Brennweite arbeiten
Weil diese Fahrzeuge fast immer auf Betriebsgelände stehen, brauchst du Abstand. Ein längeres Tele holt das Fahrzeug heran, ohne dass du dich der Anlage näherst.
Nummer separat festhalten
Bei Dienstfahrzeugen ist die Nummer die eigentliche Information. Ein zweites Bild nur vom Anschriftenfeld ist mehr wert als drei Übersichtsaufnahmen.
Betriebsgelände ist kein Fotostandort
Rangieranlagen, Abstellgruppen, Baustellenbereiche und Betriebshöfe sind Betriebsgelände, Gleise sind grundsätzlich gesperrt. Das gilt auch, wenn seit einer Stunde nichts gefahren ist – Rangierfahrten kommen leise und oft ohne Vorwarnung. Beobachtet wird von öffentlich zugänglichen Flächen aus.
Wie man rund um große Anlagen sinnvoll und regelkonform spottet, beschreibt der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof. Und wie du eine Sichtung so meldest, dass andere etwas davon haben, zeigt die Anleitung zum Melden von Sichtungen.
Warum ein elektrifiziertes Netz Dieselloks braucht
Die Schweiz gilt als eines der am gründlichsten elektrifizierten Bahnnetze Europas. Trotzdem beschaffen die Bahnen weiterhin Dieselfahrzeuge – und das hat handfeste betriebliche Gründe, die man an der Am 843 gut ablesen kann.
Erstens die Fläche ohne Fahrdraht. Anschlussgleise zu Industriebetrieben, Ladestraßen, Werkstattzufahrten und Nebengleise sind oft nicht überspannt. Ein Wagen, der dort abgeholt werden muss, braucht ein Fahrzeug, das ohne Oberleitung fährt. Dasselbe gilt für die wenigen nicht elektrifizierten Strecken des Landes, etwa die vom Verein zur Erhaltung der Bahnlinie Etzwilen–Singen betreute Verbindung.
Zweitens die Baustelle. Bei Arbeiten an der Oberleitung wird der Fahrdraht abgeschaltet und geerdet. Genau dann muss ein Bauzug trotzdem bewegt werden können. Ein Dieselfahrzeug ist dafür nicht nur praktisch, sondern Voraussetzung.
Drittens die Störung. Fällt die Energieversorgung auf einem Abschnitt aus, ist ein von der Oberleitung unabhängiges Fahrzeug die einzige Möglichkeit, liegengebliebene Züge zu bewegen. Solche Einsätze sind selten, aber sie bestimmen mit, wie viele Fahrzeuge vorgehalten werden.
Was das für deine Sichtungen bedeutet
Dieselloks tauchen dort auf, wo etwas Ungewöhnliches passiert: Bauarbeiten, Umleitungen, Störungen, Sonderbewegungen. Wer Baustellen und Sperrungen im Blick behält, erhöht seine Chancen deutlich – ganz ohne Insiderwissen.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für eine Am 843, wenn …
- kein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- du vier Achsen in zwei Drehgestellen zählst
- das Fahrzeug einen Mittelführerstand mit Vorbauten hat
- die Nummer mit 843 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- eine ähnlich aussehende Rangierlok eines anderen Halters danebensteht
- du das Dach nicht einsehen kannst und Auspuff oder Bügel nicht erkennbar sind
- das Fahrzeug in einer abweichenden Halterlackierung unterwegs ist
Es ist keine Am 843, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt – dann suchst du eine Ee oder Re
- du nur drei Achsen zählst
- die Bezeichnung mit Ee, Em oder Re beginnt
Der naheliegendste Vergleich ist die Rangierlok Em 840 – ebenfalls mit Verbrennungsmotor, aber in einer anderen Geschwindigkeitsklasse und damit für ein anderes Aufgabenfeld. Wer weiter gehen will, vergleicht mit der Streckenlok Re 430: dieselbe Achszahl, völlig andere Aufgabe.
Fazit
Die Am 843 ist ein Fahrzeug, das die Schweizer Systematik besonders gut vorführt. Das A sagt dir, dass sie die Strecke befahren darf, das m sagt dir, dass sie das ohne Fahrdraht kann, und die Bauform mit Mittelführerstand sagt dir, wofür sie den Rest ihrer Zeit verwendet. Für Spotter ist sie außerdem eine der lohnendsten Sichtungen überhaupt – nicht weil sie selten wäre, sondern weil sie kaum jemand sauber dokumentiert.
Kurzfazit
Kein Stromabnehmer, vier Achsen, Mittelführerstand, Nummer ab 843: Das ist die Am 843. Streckentaugliche Diesellok für Verschub und Baudienst – meist auf Betriebsgelände, also mit Brennweite statt mit Schritten fotografieren.
Zusammenfassung
- Die Am 843 ist die Universaldiesellok der SBB für alle Aufgaben, bei denen der Fahrdraht fehlt oder nicht genügt.
- Ihre Bezeichnung erklärt die Auslegung vollständig: Geschwindigkeitsklasse plus Antriebsart.
- Sie ist eine der wenigen Fahrzeuggruppen, die man häufiger abgestellt als in Fahrt antrifft.
- Weil sie oft auf Betriebsgelände steht, ist Telebrennweite hier wichtiger als bei jedem Streckenfahrzeug.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung Am 843?
Der Großbuchstabe A steht im Schweizer System für die höchste Geschwindigkeitsklasse, das kleine m für einen Verbrennungsmotor als Antrieb. Zusammen: eine streckentaugliche Diesellokomotive. Die Zahl 843 ist die moderne Reihenbezeichnung, die den Nummernblock für diese Fahrzeuggruppe kennzeichnet.
Warum ist die Am 843 keine reine Rangierlok?
Weil das A die schnellste Geschwindigkeitsklasse markiert. Reine Verschubfahrzeuge tragen ein E wie bei der Ee 3/3 – sie sind für den Bahnhofsbetrieb ausgelegt, nicht für längere Strecken. Die Am 843 kann beides: rangieren und selbst fahren, etwa vor Bauzügen oder Übergaben.
Woran erkenne ich eine Diesellok sofort?
Am fehlenden Stromabnehmer. Wo bei Elloks der Bügel auf dem Dach sitzt, findest du bei Dieselloks Auspuff, Kühlergrill und Lüftungsgitter. Dazu kommt bei Rangierbauarten das typische Erscheinungsbild mit Mittelführerstand und langen Vorbauten – eine Form, die es bei Streckenelloks praktisch nicht gibt.
Was ist ein Mittelführerstand und wozu dient er?
Ein Führerhaus in der Fahrzeugmitte mit Vorbauten an beiden Enden. Beim Rangieren wird ständig die Fahrtrichtung gewechselt, und der Lokführer muss in beide Richtungen sehen können. Ein Mittelführerstand macht das möglich, ohne dass die Lok gedreht oder der Führerstand gewechselt werden muss.
Was heißt dieselhydraulisch?
Die Kraft des Dieselmotors wird über ein hydraulisches Getriebe auf die Achsen übertragen, nicht über einen Generator und Fahrmotoren wie bei dieselelektrischen Lokomotiven. Beide Konzepte sind verbreitet; hydraulische Antriebe finden sich häufig bei Rangier- und Bahndienstfahrzeugen, weil sie im niedrigen Geschwindigkeitsbereich gut regelbar sind.
Was bedeutet die Achsfolge B'B'?
Zwei zweiachsige Drehgestelle, in denen die beiden Achsen jeweils miteinander gekuppelt sind. Alle vier Achsen werden angetrieben. Der Unterschied zu Bo'Bo' liegt darin, dass dort jede Achse einen eigenen Antrieb hat, während bei B'B' die Achsen eines Drehgestells mechanisch verbunden sind.
Wo kann ich die Am 843 sehen?
In Bahnhöfen mit Verschubbetrieb, im Umfeld von Rangieranlagen, an Anschlussgleisen und bei Bauarbeiten. Diese Bereiche sind allerdings meist Betriebsgelände. Beobachtet wird von Bahnsteigen, öffentlichen Wegen und Brücken aus – Gleisanlagen und Betriebshöfe sind kein Zugangsgelände.
Warum sind Bahndienst- und Rangierloks so selten fotografiert?
Weil sie sich kaum planen lassen und selten dort stehen, wo man frei hinkommt. Genau das macht gute Bilder von ihnen wertvoll: Zu Streckenlokomotiven existieren riesige Sammlungen, zu Verschub- und Baudienstfahrzeugen deutlich weniger. Eine saubere Sichtung mit Nummer und Datum schließt hier eine echte Lücke.
Sichtung von SBB Am 843 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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