SBB Re 450

Die Re 450 ist die Lokomotive des Schweizer Doppelstock-Pendelzugs im S-Bahn-Verkehr. Diese Seite zeigt, wie die Komposition aufgebaut ist und was das fürs Spotten heißt.

Auch bekannt als: Re 450 · DPZ-Lok

SchweizSchweizElektrolokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Re 450 ist eine S-Bahn-Lok: ausgelegt auf dichte Halteabstände und schnelle Beschleunigung statt auf Höchstgeschwindigkeit.
  • Sie fährt im Verbund: Lok, Doppelstockwagen und Steuerwagen bilden zusammen den Doppelstock-Pendelzug.
  • Erkennungsweg über den Zug: Wer den Wagenzug einordnet, hat die Lok automatisch mit bestimmt.
  • Die Nummer 450 folgt dem Schweizer Schema, bei dem die erste Ziffer die Zahl der Triebachsen angibt.
  • Linien und Umläufe ändern sich mit jedem Fahrplanwechsel – prüfe den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die SBB Re 450?
  2. 2.Den Zug bestimmen, nicht die Lok
  3. 3.Pendelzug, Triebzug, lokbespannter Zug – der Unterschied
  4. 4.Wo und wie du die Re 450 fotografierst
  5. 5.Warum S-Bahn-Fahrzeuge anders konstruiert sind
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartVierachsige Elektrolokomotive für den S-Bahn-Verkehr
BahnverwaltungSchweizerische Bundesbahnen (SBB)
Beschaffungab Ende der 1980er-Jahre
AchsfolgeBo'Bo' – vier Achsen, alle angetrieben
Stromsystem15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom
EinsatzformFester Bestandteil einer Pendelzugkomposition mit Doppelstockwagen und Steuerwagen
Moderne ReiheRe 450 – die erste Ziffer steht für vier Triebachsen

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen, alle angetrieben
  • Fährt praktisch immer als Teil eines Doppelstock-Pendelzugs, nicht solo
  • Am anderen Zugende sitzt ein Steuerwagen – der Zug wechselt ohne Umsetzen die Fahrtrichtung
  • Gestaltung des Lokkastens passt farblich und formal zu den Doppelstockwagen
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 450
  • Typisches Umfeld ist der dichte Vorortverkehr, nicht der Fernverkehr

Aktualisiert: August 2026 – Manche Lokomotiven bestimmt man am besten, indem man gar nicht auf die Lokomotive schaut. Die SBB Re 450 ist so ein Fall: Sie ist untrennbar mit dem Doppelstock-Pendelzug im S-Bahn-Verkehr der SBB verbunden und praktisch nie einzeln unterwegs. Diese Seite zeigt dir, wie die Komposition aufgebaut ist, warum das für die Bestimmung ein Vorteil ist und worauf du beim Fotografieren achtest.

S-Bahn-Sichtungen zählen auch

Nahverkehr ist bei Spottern unterrepräsentiert – dabei wechseln hier Kompositionen und Lackierungen genauso wie im Fernverkehr.

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Was ist die SBB Re 450?

Die Re 450 ist eine vierachsige Elektrolokomotive der SBB für den S-Bahn-Verkehr, beschafft ab Ende der 1980er-Jahre. Alle vier Achsen sind angetrieben, gefahren wird unter dem Schweizer Standardsystem mit 15 kV bei 16,7 Hz.

Was sie von anderen Lokomotiven unterscheidet, ist nicht die Technik im Einzelnen, sondern die Betriebsphilosophie. Die Re 450 wurde nicht als freies Zugpferd konzipiert, das heute vor einem Güterzug und morgen vor einem Schnellzug läuft, sondern als fester Bestandteil einer definierten Zugkomposition: Lok, Doppelstockwagen, Steuerwagen. Diese Einheit ist der eigentliche Fahrzeugtyp, die Lok nur ein Bauteil davon.

Für den S-Bahn-Betrieb ist das die richtige Antwort. Bei Halteabständen von wenigen Minuten entscheidet nicht die Höchstgeschwindigkeit über die Fahrzeit, sondern Beschleunigung und Haltezeit. Eine Komposition, die an der Endstation ohne Umsetzen die Richtung wechselt, spart in jedem Umlauf messbar Zeit.

Den Zug bestimmen, nicht die Lok

Bei Pendelzügen führt der schnellste Weg zur Bestimmung über die Zugzusammenstellung. Wer die erkennt, hat die Lok automatisch mit erledigt.

Auf Doppelstockwagen achten

Zwei Fensterreihen übereinander sind das auffälligste Merkmal. Sie schließen alle einstöckigen Nahverkehrszüge sofort aus.

Beide Zugenden vergleichen

Vorn eine Lokomotive, hinten ein Wagen mit Führerstandsfenstern: Das ist die Signatur eines Pendelzugs. Zwei Loks oder zwei gleiche Enden sprechen für etwas anderes.

Prüfen, ob der Antrieb gebündelt ist

Sitzt die Technik in einem abgesetzten Lokkasten, ist es eine Lok mit Wagenzug. Verteilt sich der Antrieb über den ganzen Zug, hast du einen Triebzug vor dir.

Zum Schluss die Nummer lesen

Beginnt die Fahrzeugnummer der Lok mit 450, ist die Zuordnung eindeutig. Alles davor sind Indizien, das hier ist der Beweis.

Der direkte Vergleichsfall ist der Regio-Dosto RABe 511: ebenfalls doppelstöckig, ebenfalls im Regionalverkehr, aber als durchgehender Triebzug ohne separate Lokomotive gebaut. Und im Fernverkehr zeigt der IC2000-Steuerwagen, dass das Pendelzugprinzip auch dort angewendet wird.

Pendelzug, Triebzug, lokbespannter Zug – der Unterschied

Drei Bauformen, die im Bahnhof nebeneinanderstehen können und sich betrieblich stark unterscheiden. Der folgende Vergleich hilft beim Einordnen.

Merkmal Pendelzug mit Re 450 Triebzug Klassisch lokbespannter Zug
Antrieb in einer separaten Lok gebündelt über den Zug verteilt in einer separaten Lok
Richtungswechsel über Steuerwagen, ohne Umsetzen ohne Umsetzen Lok muss umgesetzt werden
Zugende gegenüber Steuerwagen mit Führerstand Triebkopf oder Führerstandswagen Wagen ohne Führerstand
Trennbarkeit Lok theoretisch abkuppelbar fest gekuppelte Einheit frei kombinierbar
Typisches Einsatzfeld dichter Vorortverkehr Nah- und Fernverkehr Fernverkehr, Sonderzüge

Der Blick ans andere Zugende lohnt sich

Viele Fehlbestimmungen entstehen, weil nur die Lok angesehen wird. Ein Schritt zur Seite und ein Blick auf das gegenüberliegende Zugende beantwortet meist mehr Fragen als jedes Detail an der Front.

Kompositionen sauber erfassen

Lok, Wagenzahl, Steuerwagen: Wer die ganze Komposition notiert, kann Umläufe später tatsächlich nachvollziehen.

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Wo und wie du die Re 450 fotografierst

S-Bahn-Verkehr hat für Fotografen einen großen Vorteil: Er ist dicht getaktet, du bekommst also viele Versuche. Der Nachteil ist die Zuglänge – Doppelstockkompositionen passen selten komplett ins Bild.

Vom Bahnsteigende arbeiten

Dort bekommst du den schrägen Blick auf Front und Seite, ohne dass der ganze Zug ins Bild muss. In der Bahnsteigmitte bleibt oft nur ein Ausschnitt.

Höhe des Zuges einplanen

Doppelstockwagen sind hoch. Ein zu naher Standort führt zu stürzenden Linien – etwas mehr Abstand und mehr Brennweite lösen das Problem.

Takt für Wiederholungen nutzen

Bei dichtem Verkehr kannst du dieselbe Situation mehrfach üben. Nutz den ersten Zug als Testbild und den zweiten für das Ergebnis.

Sicherheitslinie respektieren

Der Bereich hinter der Bahnsteigkante ist Gleisbereich und damit tabu. Alles, was näher wirken soll, machst du über die Brennweite.

Wie du einen Bahnhof vorher auf Licht, Gleislage und Standorte prüfst, beschreibt der Guide zur Wahl des Fotostandorts am Bahnsteig. Für die Planung einer ganzen Session lohnt der Beitrag zum Planen einer Bahnhof-Spotting-Tour, und für die Frage, was gerade fährt, der Guide zum Live-Verfolgen von Zügen in der Schweiz.

Warum S-Bahn-Fahrzeuge anders konstruiert sind

Im Fernverkehr entscheidet die Höchstgeschwindigkeit über die Reisezeit. Im S-Bahn-Verkehr tut sie das nicht – und das ändert die Konstruktion grundlegend.

Rechne es einmal durch: Bei Halteabständen von zwei bis drei Kilometern kommt ein Zug gar nicht dazu, seine Höchstgeschwindigkeit auszufahren. Er beschleunigt, fährt kurz, bremst wieder. Was den Fahrplan bestimmt, sind deshalb drei ganz andere Größen: Beschleunigung, Bremsverzögerung und Haltezeit am Bahnsteig.

Aus jeder dieser Größen folgt eine Entwurfsentscheidung. Hohe Beschleunigung verlangt Antrieb auf allen Achsen und genügend Reibungsgewicht. Kurze Haltezeiten verlangen breite Türen an den richtigen Stellen und ein durchdachtes Innenraumlayout. Und der Verzicht aufs Umsetzen an der Endstation – das Pendelzugprinzip – spart in jedem einzelnen Umlauf mehrere Minuten, die sich über den Tag zu einer ganzen Fahrzeugumlaufeinheit summieren können.

Doppelstockwagen kommen hinzu, weil im Vorortverkehr die Bahnsteiglänge begrenzt ist. Wer mehr Sitzplätze braucht, aber nicht länger werden darf, baut in die Höhe.

Was du daraus fürs Spotten mitnimmst

Konstruktionsmerkmale erzählen dir den Einsatzzweck. Antrieb auf allen Achsen, viele breite Türen und ein Steuerwagen am Zugende ergeben zusammen ein Nahverkehrsfahrzeug – noch bevor du eine Linienbezeichnung gelesen hast.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für eine Re 450, wenn …

  • eine vierachsige Lok an einem Doppelstock-Wagenzug hängt
  • am anderen Zugende ein Steuerwagen mit Führerstand sitzt
  • der Zug im dichten Vorortverkehr unterwegs ist
  • die Fahrzeugnummer mit 450 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du nur ein Zugende siehst und die Bauform nicht sicher einordnen kannst
  • eine Sonderlackierung die gewohnte Gestaltung überdeckt
  • der Zug im Bahnhof steht und die Lok hinter einer Säule verschwindet

Es ist keine Re 450, wenn …

  • der Zug ohne separate Lok durchgehend gestaltet ist – das ist ein Triebzug
  • die Nummer mit 420, 430 oder 460 beginnt
  • die Wagen einstöckig sind

Im direkten Vergleich lohnt der Blick auf die universelle Re 420: gleiche Achszahl, aber ein völlig anderes Einsatzprofil. Wer beide auseinanderhalten kann, versteht, wie stark die Aufgabe die Konstruktion bestimmt.

Fazit

Die Re 450 ist die Lokomotive, bei der man den Zug bestimmen muss, um die Lok zu bestimmen. Doppelstockwagen, Steuerwagen am anderen Ende, dichter Vorortverkehr – diese drei Beobachtungen führen zuverlässiger zum Ziel als jedes Detail am Lokkasten. Die Nummer bestätigt am Ende, was der Gesamteindruck schon gesagt hat. Und weil Linienzuordnungen sich mit jedem Fahrplanjahr verschieben, ist die Fahrzeugnummer der einzige Teil deiner Sichtung, der dauerhaft gilt.

Kurzfazit

Vierachsige Lok, Doppelstockwagen, Steuerwagen am anderen Ende: Das ist der Pendelzug mit Re 450. Ein Fahrzeug, das nur im Verbund existiert – und dessen Einsatzlinien sich mit dem Fahrplan ändern.

Nahverkehr systematisch sammeln

S-Bahn-Kompositionen wechseln häufiger, als man denkt. Mit Traintrack behältst du den Überblick über deine Sichtungen.

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Zusammenfassung

  • Die Re 450 zeigt, wie eine Lokomotive vollständig auf eine Zugkomposition hin konstruiert werden kann.
  • Für die Bestimmung im Feld zählt der Gesamtzug mehr als das Einzelfahrzeug.
  • Ihr Einsatzfeld ist der dichte Vorortverkehr, in dem Beschleunigung und Türwechselzeiten den Fahrplan bestimmen.
  • Weil Linienzuordnungen sich verschieben, ist die Fahrzeugnummer der einzige stabile Bezugspunkt einer Sichtung.

Häufige Fragen

Was ist die SBB Re 450?

Die Re 450 ist eine vierachsige Elektrolokomotive der SBB für den S-Bahn-Verkehr. Sie wurde ab Ende der 1980er-Jahre beschafft und bildet zusammen mit Doppelstockwagen und einem Steuerwagen eine feste Zugkomposition, den Doppelstock-Pendelzug. Alle vier Achsen sind angetrieben, die Achsfolge lautet Bo'Bo'.

Warum sieht man die Re 450 nie allein?

Weil sie als Teil einer Komposition konzipiert ist. Lokomotive, Doppelstockwagen und Steuerwagen arbeiten als Einheit; der Zug kann an der Endstation die Fahrtrichtung wechseln, ohne dass die Lok umgesetzt werden muss. Solo trifft man solche Fahrzeuge nur bei Überführungen oder in Werkstattzusammenhängen an.

Was ist ein Pendelzug?

Ein Zug, der an beiden Enden führerstandsfähig ist: vorn die Lokomotive, hinten ein Steuerwagen mit vollwertigem Führerstand. Der Lokführer wechselt an der Endstation einfach die Seite. Das spart Rangierzeit und ist im dichten Vorortverkehr der entscheidende Vorteil gegenüber klassisch lokbespannten Zügen.

Wie erkenne ich die Komposition im Bahnhof?

An der Kombination aus Doppelstockwagen und einer Lokomotive an einem Ende. Am gegenüberliegenden Zugende sitzt ein Wagen mit Führerstandsfenstern statt einer weiteren Lok. Diese Anordnung ist so charakteristisch, dass man den Zugtyp aus großer Entfernung erkennt.

Was bedeutet die Zahl 450?

Bei den Schweizer Elektrolokomotiven lässt sich die erste Ziffer der dreistelligen Reihe als Zahl der Triebachsen lesen. Die 4 steht also für vier angetriebene Achsen, wie auch bei Re 420, Re 430 und Re 460. Die beiden folgenden Ziffern unterscheiden die Bauarten voneinander.

Was unterscheidet die Re 450 von einem Doppelstocktriebzug?

Der Aufbau. Bei der Re 450 ist die Antriebstechnik in einer eigenständigen Lokomotive gebündelt, die theoretisch abgekuppelt werden kann. Ein Triebzug wie der Regio-Dosto verteilt den Antrieb über den ganzen Zug und ist nicht trennbar. Optisch fällt der Unterschied sofort auf: einmal Lok plus Wagen, einmal ein durchgehender Zugkörper.

Auf welchen Linien fährt die Re 450?

Im dichten Vorortverkehr, traditionell im Umfeld der S-Bahn Zürich. Welche Linien konkret mit welchen Kompositionen gefahren werden, verschiebt sich allerdings mit Fahrplanjahren, Fahrzeugbeschaffungen und Umbauten. Verlässlich ist deshalb nur der aktuelle Stand aus Echtzeitdaten und eigener Beobachtung.

Worauf achte ich beim Fotografieren im S-Bahn-Verkehr?

Auf Bahnsteiglänge und Licht. Doppelstockzüge sind lang und hoch, weshalb ein Standort am Bahnsteigende mit etwas Abstand meist besser funktioniert als die Zugmitte. Halte den Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante ein und arbeite mit Brennweite statt mit Schritten näher heran.

Sichtung von SBB Re 450 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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