Das Wichtigste in Kürze
- Die E 60 ist eine Ellok für den Rangier- und Übergabedienst: kurz, langsam, mit Stangenantrieb statt Drehgestellen.
- Schnellster Erkennungsweg: Oberleitungsbetrieb plus sichtbare Kuppelstangen plus Rangierlok-Silhouette – diese Kombination ist selten.
- Achsfolge C1' bedeutet drei gekuppelte Treibachsen und eine Laufachse im starren Rahmen, kein Drehgestellfahrzeug.
- Nach der Umzeichnung lief die Baureihe als 160 – E-Nummer und dreistellige Nummer meinen dasselbe Fahrzeug.
- Heute museal: Wer eine E 60 sehen will, plant über Museen und Sonderfahrten, nicht über den Regelbetrieb.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrische Rangier- und Übergabelokomotive |
|---|---|
| Bauartcode (UIC) | 97 – elektrische Rangier- bzw. Bahndienstlokomotive |
| Achsfolge | Drei gekuppelte Treibachsen und eine Laufachse in einem starren Rahmen (C1') |
| Antrieb | Stangenantrieb über Blindwelle und Kuppelstangen |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom (Oberleitung) |
| Herkunft | Beschaffung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft ab Ende der 1920er Jahre |
| Spätere Bezeichnung | Baureihe 160 nach der Umzeichnung auf dreistellige Baureihennummern |
| Heutiger Status | Museal – kein Regeleinsatz mehr |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kurzer, gedrungener Kastenaufbau mit einem Führerhaus, nicht mittig, sondern zum Fahrzeugende hin versetzt
- Sichtbare Kuppelstangen zwischen den Treibrädern – kein Drehgestell mit gekapseltem Antrieb
- Drei gleich große Treibachsen plus eine kleinere Laufachse an einem Fahrzeugende
- Stromabnehmer auf dem Dach, aber Rangierlok-Silhouette – ungewöhnliche Kombination
- Fahrzeugnummer beginnt mit E 60 beziehungsweise 160
- Anzutreffen fast ausschließlich in Museen, Sammlungen oder bei Sonderfahrten
Aktualisiert: August 2026 – Eine Ellok mit Stromabnehmer auf dem Dach und Kuppelstangen an den Rädern: Diese Kombination wirkt heute fast widersprüchlich, war in den ersten Jahrzehnten der Elektrifizierung aber Standard. Die Baureihe E 60 ist genau so ein Fahrzeug – eine elektrische Rangier- und Übergabelok, die man an ihrer Silhouette in Sekunden einordnet, wenn man weiß, worauf man achtet.
Altbau-Ellok gesichtet? Festhalten lohnt sich.
Museale Fahrzeuge sieht man selten – mit Traintrack sind Nummer, Ort und Datum in Sekunden dokumentiert.
Was ist die Baureihe E 60?
Die Baureihe E 60 ist eine elektrische Rangier- und Übergabelokomotive der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft mit der Achsfolge C1’ und Stangenantrieb. Sie wurde ab Ende der 1920er Jahre beschafft, um in bereits elektrifizierten Bahnhöfen und Anschlussbereichen den Rangier- und Übergabedienst unter Fahrdraht zu übernehmen – dort also, wo eine große Streckenlok überdimensioniert und eine Dampflok umständlich gewesen wäre.
Mit der Umstellung auf dreistellige Baureihennummern wurde aus der E 60 die Baureihe 160. Beide Bezeichnungen meinen dasselbe Fahrzeug; welche davon du am Fahrzeug findest, hängt vom Erhaltungszustand und vom Willen des Eigentümers ab, einen bestimmten Betriebszustand darzustellen. Heute ist die Baureihe musealer Bestand – Regelleistungen fährt sie nicht mehr.
Was der Bauartcode 97 über die E 60 verrät
Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen UIC-Fahrzeugnummer sind kein Zufall, sondern eine Bauartangabe. Für Triebfahrzeuge gilt grob:
- 91 – elektrische Lokomotive für den Streckendienst
- 92 – Diesellokomotive für den Streckendienst
- 97 – elektrische Rangier- oder Bahndienstlokomotive
- 98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive
Die E 60 fällt in die Gruppe 97, weil sie nie eine Streckenlok war. Ihr Einsatzprofil – niedrige Geschwindigkeit, hohe Zugkraft beim Anfahren, kurze Wege – ist das einer Rangierlok, nur eben unter Fahrdraht. Genau diese Unterscheidung hilft dir auch bei anderen Altbau-Elloks: Wenn du die Nummer siehst, weißt du sofort, in welche Schublade das Fahrzeug gehört. Wie die Nummer insgesamt aufgebaut ist und wo die Prüfziffer sitzt, erklärt der Guide zur UIC-Nummer und ihrer Systematik.
So bestimmst du eine E 60 im Feld
Zuerst: Antrieb ansehen
Siehst du Kuppelstangen zwischen den Rädern, ist das Fahrzeug ein Altbau-Triebfahrzeug. Moderne Elloks haben den Antrieb im Drehgestell gekapselt – Stangen gibt es dort nicht.
Dann: Achsen zählen und einordnen
Drei gleich große Treibachsen, dazu eine kleinere Laufachse an einem Fahrzeugende. Alle sitzen im Hauptrahmen, es gibt keine Drehgestelle.
Danach: Aufbau lesen
Ein einzelnes Führerhaus, kurzer Kastenaufbau, gedrungene Proportionen. Die Lok wirkt wie eine Rangierlok – trägt aber einen Stromabnehmer.
Zum Schluss: Anschrift prüfen
E 60 oder 160 an Führerhaus und Rahmen bestätigen die Zuordnung. Die Anschrift ist immer die letzte Instanz.
Wer bei Altbaufahrzeugen generell unsicher ist, arbeitet die Merkmale am besten in einer festen Reihenfolge ab – Antriebsart, Achsfolge, Aufbau, Anschrift. Die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen beschreibt genau dieses Vorgehen und lässt sich auf jedes Fahrzeug übertragen.
Wo du Altbau-Elloks wie die E 60 heute antriffst
Der Regelbetrieb fällt als Fundort aus. Damit verschiebt sich die Suche auf einen überschaubaren Kreis von Orten – und auf Termine statt auf Strecken. Fahrzeugdepots wie das DB-Museum Koblenz sammeln genau die Maschinengeneration, aus der auch die E 60 stammt.
| Ort | Trefferchance | Was du beachten solltest |
|---|---|---|
| Eisenbahnmuseen mit Ellok-Sammlung | hoch | Öffnungszeiten und Ausstellungsstand vorher prüfen |
| Fahrzeugschauen und Museumsfeste | hoch | Termine werden im Voraus angekündigt, Andrang einplanen |
| Sonderfahrten mit betriebsfähiger Altbau-Ellok | mittel | Nur bei Fahrzeugen mit gültigen Fristen, selten und kurzfristig |
| Denkmal- und Standaufstellungen | mittel | Oft nicht betriebsfähig, dafür jederzeit zugänglich |
| Regelbetrieb im Netz | keine | Kein planmäßiger Einsatz mehr |
Standorte ändern sich
Museale Fahrzeuge wechseln Eigentümer, Ausstellungsorte und Betriebszustand häufiger, als man vermutet. Verlass dich nicht auf ältere Listen aus dem Netz, sondern prüfe kurz vor der Anreise, wo das Fahrzeug tatsächlich steht.
Wer Sonderfahrten gezielt verfolgen will, findet im Guide zu Museumsbahnen und Sonderfahrt-Terminen die passenden Quellen und Recherchewege.
Museumsfahrzeuge sauber dokumentieren
Nummer, Standort, Datum – bei selten gezeigten Loks ist genau das die Information, die später zählt.
Fototipps für die E 60
Altbau-Elloks sind dankbare Fotomotive, weil ihre Technik sichtbar ist. Genau das sollte das Bild auch zeigen.
- Seitenansicht statt Frontalbild. Der Stangenantrieb ist das Alleinstellungsmerkmal – er verschwindet, sobald du zu frontal stehst. Eine leichte Dreiviertelansicht zeigt Front und Triebwerk zugleich.
- Tiefer Standpunkt. Rangierloks sind niedrig. Aus Augenhöhe fotografiert wirken sie gedrungen; ein Standpunkt auf Höhe der Pufferbohle gibt ihnen Präsenz.
- Auf die Kuppelstangen scharf stellen. Sie sind das Detail, das die Bauart erzählt. In Museumshallen mit wenig Licht lohnt eine höhere ISO gegenüber einer zu offenen Blende.
- Anschriften mitnehmen. Ein zweites, engeres Bild von Nummernschild und Fabrikschild ist bei musealen Fahrzeugen oft wertvoller als die Totale.
Die grundsätzliche Technik – Standpunktwahl, Licht, Bildaufbau – behandelt der Guide zu guten Fotos von Zügen. In Museumshallen und bei Abendveranstaltungen helfen zusätzlich die Hinweise zu Kameraeinstellungen bei wenig Licht.
Museumsgelände ist kein Freibrief
Auch auf Museumsgeländen gelten die Anweisungen des Betreibers. Gleise, Untersuchungsgruben und Abstellbereiche sind tabu, solange sie nicht ausdrücklich freigegeben sind – und Fahrzeuge können auch dort ohne Vorwarnung bewegt werden.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die E 60, wenn …
- die Lok einen Stromabnehmer und zugleich sichtbare Kuppelstangen hat
- du drei Treibachsen und eine kleinere Laufachse zählst
- der Aufbau kurz ist und nur ein Führerhaus trägt
- die Anschrift E 60 oder 160 lautet
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok nur drei Achsen ohne Laufachse hat – dann kommt eher die E 63 infrage
- sie sehr klein und nur zweiachsig wirkt – das führt zur E 69
- das Fahrzeug in einer nicht originalen Lackierung steht und die Anschriften fehlen
Es ist keine E 60, wenn …
- der Antrieb in Drehgestellen sitzt und keine Stangen sichtbar sind
- die Lok sechs Achsen hat – dann bist du bei den großen Güterzug-Altbauloks
- kein Stromabnehmer vorhanden ist – dann ist es eine Diesel-Rangierlok
Der Weg von der Verwechslung zur Sicherheit führt fast immer über die Achsfolge. Wer sie sauber liest, trennt die kleine Baureihe E 69 von der dreiachsigen Baureihe E 63 und beide von der E 60. Sechsachsige Altbau-Elloks mit Stangenantrieb wie die Baureihe E 94 sind allein durch ihre Länge und die doppelte Vorbaufront nicht zu verwechseln – sie gehören einer ganz anderen Aufgabenklasse an.
Fazit
Die E 60 ist eines der Fahrzeuge, an denen man die Frühzeit der elektrischen Traktion ablesen kann: Rangieraufgabe, Stangenantrieb, starrer Rahmen, ein Führerhaus. Wer die Kombination aus Stromabnehmer und Kuppelstangen einmal bewusst gesehen hat, ordnet solche Loks danach überall sofort ein. Der Bauartcode 97 bestätigt, was die Silhouette schon sagt – hier steht keine Streckenlok, sondern eine Arbeitsmaschine für kurze Wege.
Kurzfazit
Stromabnehmer plus Kuppelstangen plus Rangierlok-Silhouette: Das ist die E 60. Gesucht wird sie heute in Museen und bei Sonderfahrten, nicht im Fahrplan – und genau deshalb lohnt es sich, jede Sichtung mit Ort und Datum festzuhalten.
Zusammenfassung
- Die E 60 gehört zu den frühen deutschen Elloks, die gezielt für Rangier- und Übergabeleistungen unter Fahrdraht beschafft wurden.
- Ihr Erkennungsmerkmal ist der Stangenantrieb: Bewegung wird über eine Blindwelle und Kuppelstangen auf die Treibachsen übertragen, sichtbar von außen.
- Der UIC-Bauartcode 97 ordnet solche Fahrzeuge als elektrische Rangier- und Bahndienstloks ein und trennt sie von den Streckenelloks mit Code 91.
- Sichtungen sind heute Museumssichtungen – Standorte und Betriebsfähigkeit ändern sich, deshalb lohnt die Dokumentation mit Datum und Ort.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich eine Baureihe E 60?
An der Kombination aus Stromabnehmer und Kuppelstangen. Elektrisch angetrieben, aber mit sichtbarem Stangenantrieb und Rangierlok-Silhouette – das gibt es bei modernen Fahrzeugen nicht mehr. Dazu kommen drei gekuppelte Treibachsen und eine kleinere Laufachse an einem Fahrzeugende sowie ein einzelnes, seitlich versetztes Führerhaus.
Was bedeutet die Achsfolge C1' bei der E 60?
Der Buchstabe C steht für drei miteinander gekuppelte Treibachsen, die 1 für eine einzelne Laufachse, der Strich für deren bewegliche Lagerung. Die Lok hat also vier Achsen, von denen nur drei angetrieben sind – und alle sitzen im Hauptrahmen, nicht in Drehgestellen.
Warum trägt die E 60 den UIC-Bauartcode 97?
Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer beschreiben die Bauart. 97 steht für elektrische Rangier- und Bahndienstlokomotiven, 91 für elektrische Streckenlokomotiven. Die E 60 war für Rangier- und Übergabedienst ausgelegt, nicht für schnelle Streckenleistungen – daher die Einordnung.
Fährt die Baureihe E 60 noch im Regelbetrieb?
Nein. Die Baureihe ist musealer Bestand. Erhaltene Maschinen stehen in Museen und Sammlungen, einzelne Fahrzeuge sind betriebsfähig und kommen bei Sonderfahrten zum Einsatz. Ob eine bestimmte Lok gerade ausgestellt, hinterstellt oder betriebsfähig ist, ändert sich – prüfe das vor der Anreise.
Was ist der Unterschied zwischen E 60 und Baureihe 160?
Es ist dasselbe Fahrzeug. Mit der Umstellung auf dreistellige Baureihennummern wurde aus der E 60 die Baureihe 160. Ältere Literatur und Anschriften nutzen die E-Bezeichnung, jüngere Quellen die Zahl. Beim Dokumentieren einer Sichtung ist es sinnvoll, die tatsächlich angeschriebene Nummer festzuhalten.
Wie funktioniert ein Stangenantrieb bei einer Ellok?
Der Fahrmotor treibt nicht direkt eine Achse an, sondern eine im Rahmen gelagerte Blindwelle. Von dort überträgt eine Treibstange die Kraft auf eine Treibachse, Kuppelstangen verteilen sie auf die übrigen. Das erlaubte große, langsam laufende Motoren – und macht den Antrieb von außen sichtbar, was für die Bestimmung Gold wert ist.
Wo kann ich eine E 60 fotografieren?
In Eisenbahnmuseen und bei Veranstaltungen von Museumsvereinen. Dort stehen die Fahrzeuge zugänglich und meist gut ausgeleuchtet. Betriebsfähige Altbau-Elloks tauchen gelegentlich vor Sonderzügen auf – solche Termine kündigen die Veranstalter im Voraus an.
Ist die E 60 mit der E 63 verwandt?
Beide gehören zur Gruppe der elektrischen Rangierloks der Reichsbahnzeit und teilen den Einsatzzweck. Sie unterscheiden sich aber in Achszahl und Aufbau: Die E 60 hat eine zusätzliche Laufachse, die E 63 kommt mit drei Achsen aus. Im Zweifel entscheidet die Anschrift am Fahrzeug.
Sichtung von Baureihe E 60 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
Baureihe E 63
Die E 63 ist eine dreiachsige elektrische Rangierlokomotive der Reichsbahnzeit. So unterscheidest du sie sicher von E 60 und E 69 – und wo du sie heute findest.
E-RangierlokBaureihe E 69
Die E 69 ist die kleinste deutsche Streckenellok-Familie: zwei Achsen, kurzer Kasten, Lokalbahn-Herkunft. So erkennst du sie und wo du sie heute findest.
E-RangierlokBaureihe E 44
Die E 44 war die Ellok, die ohne Stangen und Laufachsen auskam: vier angetriebene Achsen in zwei Drehgestellen. Heute ein museales Fahrzeug.
E-RangierlokBaureihe E 95
Die E 95 war eine schwere Gebirgs-Ellok der Reichsbahn in Kleinserie: Stangenantrieb, zwei Triebgestelle, Laufachsen an den Enden. Heute musealer Bestand.
E-RangierlokDR-Baureihe E 77
Die E 77 gehört zur ersten Ellok-Generation der Reichsbahn: Gelenkfahrwerk, Stangenantrieb, Laufachsen außen. Heute ausschließlich musealer Bestand.
E-RangierlokHenschel E 1200
Die Henschel E 1200 ist eine elektrische Industrielok aus Kasseler Fertigung. So liest du den Typenschlüssel und erkennst Werkloks im Feld sicher wieder.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
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