Baureihe E 60

Die E 60 war die elektrische Rangier- und Übergabelok der Reichsbahn: drei gekuppelte Achsen, Stangenantrieb, kurzer Aufbau. Heute ist sie musealer Bestand.

Auch bekannt als: E 60 · Baureihe 160

DeutschlandDeutschlandElektrische Rangier- & Bahndienstloks7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die E 60 ist eine Ellok für den Rangier- und Übergabedienst: kurz, langsam, mit Stangenantrieb statt Drehgestellen.
  • Schnellster Erkennungsweg: Oberleitungsbetrieb plus sichtbare Kuppelstangen plus Rangierlok-Silhouette – diese Kombination ist selten.
  • Achsfolge C1' bedeutet drei gekuppelte Treibachsen und eine Laufachse im starren Rahmen, kein Drehgestellfahrzeug.
  • Nach der Umzeichnung lief die Baureihe als 160 – E-Nummer und dreistellige Nummer meinen dasselbe Fahrzeug.
  • Heute museal: Wer eine E 60 sehen will, plant über Museen und Sonderfahrten, nicht über den Regelbetrieb.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe E 60?
  2. 2.Was der Bauartcode 97 über die E 60 verrät
  3. 3.So bestimmst du eine E 60 im Feld
  4. 4.Wo du Altbau-Elloks wie die E 60 heute antriffst
  5. 5.Fototipps für die E 60
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartElektrische Rangier- und Übergabelokomotive
Bauartcode (UIC)97 – elektrische Rangier- bzw. Bahndienstlokomotive
AchsfolgeDrei gekuppelte Treibachsen und eine Laufachse in einem starren Rahmen (C1')
AntriebStangenantrieb über Blindwelle und Kuppelstangen
Stromsystem15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom (Oberleitung)
HerkunftBeschaffung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft ab Ende der 1920er Jahre
Spätere BezeichnungBaureihe 160 nach der Umzeichnung auf dreistellige Baureihennummern
Heutiger StatusMuseal – kein Regeleinsatz mehr

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Kurzer, gedrungener Kastenaufbau mit einem Führerhaus, nicht mittig, sondern zum Fahrzeugende hin versetzt
  • Sichtbare Kuppelstangen zwischen den Treibrädern – kein Drehgestell mit gekapseltem Antrieb
  • Drei gleich große Treibachsen plus eine kleinere Laufachse an einem Fahrzeugende
  • Stromabnehmer auf dem Dach, aber Rangierlok-Silhouette – ungewöhnliche Kombination
  • Fahrzeugnummer beginnt mit E 60 beziehungsweise 160
  • Anzutreffen fast ausschließlich in Museen, Sammlungen oder bei Sonderfahrten

Aktualisiert: August 2026 – Eine Ellok mit Stromabnehmer auf dem Dach und Kuppelstangen an den Rädern: Diese Kombination wirkt heute fast widersprüchlich, war in den ersten Jahrzehnten der Elektrifizierung aber Standard. Die Baureihe E 60 ist genau so ein Fahrzeug – eine elektrische Rangier- und Übergabelok, die man an ihrer Silhouette in Sekunden einordnet, wenn man weiß, worauf man achtet.

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Was ist die Baureihe E 60?

Die Baureihe E 60 ist eine elektrische Rangier- und Übergabelokomotive der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft mit der Achsfolge C1’ und Stangenantrieb. Sie wurde ab Ende der 1920er Jahre beschafft, um in bereits elektrifizierten Bahnhöfen und Anschlussbereichen den Rangier- und Übergabedienst unter Fahrdraht zu übernehmen – dort also, wo eine große Streckenlok überdimensioniert und eine Dampflok umständlich gewesen wäre.

Mit der Umstellung auf dreistellige Baureihennummern wurde aus der E 60 die Baureihe 160. Beide Bezeichnungen meinen dasselbe Fahrzeug; welche davon du am Fahrzeug findest, hängt vom Erhaltungszustand und vom Willen des Eigentümers ab, einen bestimmten Betriebszustand darzustellen. Heute ist die Baureihe musealer Bestand – Regelleistungen fährt sie nicht mehr.

Was der Bauartcode 97 über die E 60 verrät

Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen UIC-Fahrzeugnummer sind kein Zufall, sondern eine Bauartangabe. Für Triebfahrzeuge gilt grob:

  • 91 – elektrische Lokomotive für den Streckendienst
  • 92 – Diesellokomotive für den Streckendienst
  • 97 – elektrische Rangier- oder Bahndienstlokomotive
  • 98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive

Die E 60 fällt in die Gruppe 97, weil sie nie eine Streckenlok war. Ihr Einsatzprofil – niedrige Geschwindigkeit, hohe Zugkraft beim Anfahren, kurze Wege – ist das einer Rangierlok, nur eben unter Fahrdraht. Genau diese Unterscheidung hilft dir auch bei anderen Altbau-Elloks: Wenn du die Nummer siehst, weißt du sofort, in welche Schublade das Fahrzeug gehört. Wie die Nummer insgesamt aufgebaut ist und wo die Prüfziffer sitzt, erklärt der Guide zur UIC-Nummer und ihrer Systematik.

So bestimmst du eine E 60 im Feld

Zuerst: Antrieb ansehen

Siehst du Kuppelstangen zwischen den Rädern, ist das Fahrzeug ein Altbau-Triebfahrzeug. Moderne Elloks haben den Antrieb im Drehgestell gekapselt – Stangen gibt es dort nicht.

Dann: Achsen zählen und einordnen

Drei gleich große Treibachsen, dazu eine kleinere Laufachse an einem Fahrzeugende. Alle sitzen im Hauptrahmen, es gibt keine Drehgestelle.

Danach: Aufbau lesen

Ein einzelnes Führerhaus, kurzer Kastenaufbau, gedrungene Proportionen. Die Lok wirkt wie eine Rangierlok – trägt aber einen Stromabnehmer.

Zum Schluss: Anschrift prüfen

E 60 oder 160 an Führerhaus und Rahmen bestätigen die Zuordnung. Die Anschrift ist immer die letzte Instanz.

Wer bei Altbaufahrzeugen generell unsicher ist, arbeitet die Merkmale am besten in einer festen Reihenfolge ab – Antriebsart, Achsfolge, Aufbau, Anschrift. Die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen beschreibt genau dieses Vorgehen und lässt sich auf jedes Fahrzeug übertragen.

Wo du Altbau-Elloks wie die E 60 heute antriffst

Der Regelbetrieb fällt als Fundort aus. Damit verschiebt sich die Suche auf einen überschaubaren Kreis von Orten – und auf Termine statt auf Strecken. Fahrzeugdepots wie das DB-Museum Koblenz sammeln genau die Maschinengeneration, aus der auch die E 60 stammt.

Ort Trefferchance Was du beachten solltest
Eisenbahnmuseen mit Ellok-Sammlung hoch Öffnungszeiten und Ausstellungsstand vorher prüfen
Fahrzeugschauen und Museumsfeste hoch Termine werden im Voraus angekündigt, Andrang einplanen
Sonderfahrten mit betriebsfähiger Altbau-Ellok mittel Nur bei Fahrzeugen mit gültigen Fristen, selten und kurzfristig
Denkmal- und Standaufstellungen mittel Oft nicht betriebsfähig, dafür jederzeit zugänglich
Regelbetrieb im Netz keine Kein planmäßiger Einsatz mehr

Standorte ändern sich

Museale Fahrzeuge wechseln Eigentümer, Ausstellungsorte und Betriebszustand häufiger, als man vermutet. Verlass dich nicht auf ältere Listen aus dem Netz, sondern prüfe kurz vor der Anreise, wo das Fahrzeug tatsächlich steht.

Wer Sonderfahrten gezielt verfolgen will, findet im Guide zu Museumsbahnen und Sonderfahrt-Terminen die passenden Quellen und Recherchewege.

Museumsfahrzeuge sauber dokumentieren

Nummer, Standort, Datum – bei selten gezeigten Loks ist genau das die Information, die später zählt.

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Fototipps für die E 60

Altbau-Elloks sind dankbare Fotomotive, weil ihre Technik sichtbar ist. Genau das sollte das Bild auch zeigen.

  • Seitenansicht statt Frontalbild. Der Stangenantrieb ist das Alleinstellungsmerkmal – er verschwindet, sobald du zu frontal stehst. Eine leichte Dreiviertelansicht zeigt Front und Triebwerk zugleich.
  • Tiefer Standpunkt. Rangierloks sind niedrig. Aus Augenhöhe fotografiert wirken sie gedrungen; ein Standpunkt auf Höhe der Pufferbohle gibt ihnen Präsenz.
  • Auf die Kuppelstangen scharf stellen. Sie sind das Detail, das die Bauart erzählt. In Museumshallen mit wenig Licht lohnt eine höhere ISO gegenüber einer zu offenen Blende.
  • Anschriften mitnehmen. Ein zweites, engeres Bild von Nummernschild und Fabrikschild ist bei musealen Fahrzeugen oft wertvoller als die Totale.

Die grundsätzliche Technik – Standpunktwahl, Licht, Bildaufbau – behandelt der Guide zu guten Fotos von Zügen. In Museumshallen und bei Abendveranstaltungen helfen zusätzlich die Hinweise zu Kameraeinstellungen bei wenig Licht.

Museumsgelände ist kein Freibrief

Auch auf Museumsgeländen gelten die Anweisungen des Betreibers. Gleise, Untersuchungsgruben und Abstellbereiche sind tabu, solange sie nicht ausdrücklich freigegeben sind – und Fahrzeuge können auch dort ohne Vorwarnung bewegt werden.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die E 60, wenn …

  • die Lok einen Stromabnehmer und zugleich sichtbare Kuppelstangen hat
  • du drei Treibachsen und eine kleinere Laufachse zählst
  • der Aufbau kurz ist und nur ein Führerhaus trägt
  • die Anschrift E 60 oder 160 lautet

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Lok nur drei Achsen ohne Laufachse hat – dann kommt eher die E 63 infrage
  • sie sehr klein und nur zweiachsig wirkt – das führt zur E 69
  • das Fahrzeug in einer nicht originalen Lackierung steht und die Anschriften fehlen

Es ist keine E 60, wenn …

  • der Antrieb in Drehgestellen sitzt und keine Stangen sichtbar sind
  • die Lok sechs Achsen hat – dann bist du bei den großen Güterzug-Altbauloks
  • kein Stromabnehmer vorhanden ist – dann ist es eine Diesel-Rangierlok

Der Weg von der Verwechslung zur Sicherheit führt fast immer über die Achsfolge. Wer sie sauber liest, trennt die kleine Baureihe E 69 von der dreiachsigen Baureihe E 63 und beide von der E 60. Sechsachsige Altbau-Elloks mit Stangenantrieb wie die Baureihe E 94 sind allein durch ihre Länge und die doppelte Vorbaufront nicht zu verwechseln – sie gehören einer ganz anderen Aufgabenklasse an.

Fazit

Die E 60 ist eines der Fahrzeuge, an denen man die Frühzeit der elektrischen Traktion ablesen kann: Rangieraufgabe, Stangenantrieb, starrer Rahmen, ein Führerhaus. Wer die Kombination aus Stromabnehmer und Kuppelstangen einmal bewusst gesehen hat, ordnet solche Loks danach überall sofort ein. Der Bauartcode 97 bestätigt, was die Silhouette schon sagt – hier steht keine Streckenlok, sondern eine Arbeitsmaschine für kurze Wege.

Kurzfazit

Stromabnehmer plus Kuppelstangen plus Rangierlok-Silhouette: Das ist die E 60. Gesucht wird sie heute in Museen und bei Sonderfahrten, nicht im Fahrplan – und genau deshalb lohnt es sich, jede Sichtung mit Ort und Datum festzuhalten.

Deine Museumssichtungen an einem Ort

Altbaufahrzeuge, Sonderfahrten, Standorte: In Traintrack behältst du den Überblick, was du schon gesehen hast – und was noch fehlt.

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Zusammenfassung

  • Die E 60 gehört zu den frühen deutschen Elloks, die gezielt für Rangier- und Übergabeleistungen unter Fahrdraht beschafft wurden.
  • Ihr Erkennungsmerkmal ist der Stangenantrieb: Bewegung wird über eine Blindwelle und Kuppelstangen auf die Treibachsen übertragen, sichtbar von außen.
  • Der UIC-Bauartcode 97 ordnet solche Fahrzeuge als elektrische Rangier- und Bahndienstloks ein und trennt sie von den Streckenelloks mit Code 91.
  • Sichtungen sind heute Museumssichtungen – Standorte und Betriebsfähigkeit ändern sich, deshalb lohnt die Dokumentation mit Datum und Ort.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Baureihe E 60?

An der Kombination aus Stromabnehmer und Kuppelstangen. Elektrisch angetrieben, aber mit sichtbarem Stangenantrieb und Rangierlok-Silhouette – das gibt es bei modernen Fahrzeugen nicht mehr. Dazu kommen drei gekuppelte Treibachsen und eine kleinere Laufachse an einem Fahrzeugende sowie ein einzelnes, seitlich versetztes Führerhaus.

Was bedeutet die Achsfolge C1' bei der E 60?

Der Buchstabe C steht für drei miteinander gekuppelte Treibachsen, die 1 für eine einzelne Laufachse, der Strich für deren bewegliche Lagerung. Die Lok hat also vier Achsen, von denen nur drei angetrieben sind – und alle sitzen im Hauptrahmen, nicht in Drehgestellen.

Warum trägt die E 60 den UIC-Bauartcode 97?

Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer beschreiben die Bauart. 97 steht für elektrische Rangier- und Bahndienstlokomotiven, 91 für elektrische Streckenlokomotiven. Die E 60 war für Rangier- und Übergabedienst ausgelegt, nicht für schnelle Streckenleistungen – daher die Einordnung.

Fährt die Baureihe E 60 noch im Regelbetrieb?

Nein. Die Baureihe ist musealer Bestand. Erhaltene Maschinen stehen in Museen und Sammlungen, einzelne Fahrzeuge sind betriebsfähig und kommen bei Sonderfahrten zum Einsatz. Ob eine bestimmte Lok gerade ausgestellt, hinterstellt oder betriebsfähig ist, ändert sich – prüfe das vor der Anreise.

Was ist der Unterschied zwischen E 60 und Baureihe 160?

Es ist dasselbe Fahrzeug. Mit der Umstellung auf dreistellige Baureihennummern wurde aus der E 60 die Baureihe 160. Ältere Literatur und Anschriften nutzen die E-Bezeichnung, jüngere Quellen die Zahl. Beim Dokumentieren einer Sichtung ist es sinnvoll, die tatsächlich angeschriebene Nummer festzuhalten.

Wie funktioniert ein Stangenantrieb bei einer Ellok?

Der Fahrmotor treibt nicht direkt eine Achse an, sondern eine im Rahmen gelagerte Blindwelle. Von dort überträgt eine Treibstange die Kraft auf eine Treibachse, Kuppelstangen verteilen sie auf die übrigen. Das erlaubte große, langsam laufende Motoren – und macht den Antrieb von außen sichtbar, was für die Bestimmung Gold wert ist.

Wo kann ich eine E 60 fotografieren?

In Eisenbahnmuseen und bei Veranstaltungen von Museumsvereinen. Dort stehen die Fahrzeuge zugänglich und meist gut ausgeleuchtet. Betriebsfähige Altbau-Elloks tauchen gelegentlich vor Sonderzügen auf – solche Termine kündigen die Veranstalter im Voraus an.

Ist die E 60 mit der E 63 verwandt?

Beide gehören zur Gruppe der elektrischen Rangierloks der Reichsbahnzeit und teilen den Einsatzzweck. Sie unterscheiden sich aber in Achszahl und Aufbau: Die E 60 hat eine zusätzliche Laufachse, die E 63 kommt mit drei Achsen aus. Im Zweifel entscheidet die Anschrift am Fahrzeug.

Sichtung von Baureihe E 60 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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