Das Wichtigste in Kürze
- MH 05 ist eine Herstellertypenbezeichnung von Krauss-Maffei, keine Baureihennummer einer Staatsbahn.
- Die Buchstaben markieren Typenreihe und Antriebsart, die Zahl die Größenstufe im Programm – Verbindlichkeit liefert erst das Fabrikschild.
- Funkfernsteuerung ist bei Rangierloks weit verbreitet: Sie erlaubt Einmannbetrieb, weil eine Person zugleich steuert und den Rangierweg beobachtet.
- Der UIC-Bauartcode 98 kennzeichnet Diesel-Rangier- und Kleinloks, im Unterschied zu 92 für Diesel-Streckenlokomotiven.
- Halter, Lackierung und Standort ändern sich laufend – notiere jede Angabe mit Datum.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Diesel-Kleinlokomotive für den Rangierdienst |
|---|---|
| Hersteller | Krauss-Maffei, München |
| Typenschlüssel | Buchstaben = Typenreihe und Kraftübertragung, Zahl = Größen- bzw. Leistungsstufe |
| UIC-Bauartcode | 98 (Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive) |
| Typisches Umfeld | Werkbahnen, Anschlussgleise, Verladestellen, Museumsbahnen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kompaktes Fahrzeug mit niedrigem Aufbau und kurzem Radstand
- Führerhaus mit Rundumverglasung für die Sicht in beide Fahrtrichtungen
- Funkantennen auf dem Führerhausdach deuten auf Fernsteuerbetrieb hin
- Rangiertritte und Handgriffe an allen Ecken, häufig auch am Vorbau
- Fabrikschild mit Hersteller, Typenbezeichnung, Fabriknummer und Baujahr
- Zwei Achsen in einem starren Rahmen sind bei dieser Größenklasse der Regelfall
Aktualisiert: August 2026 – Eine kleine Rangierlok setzt sich in Bewegung, im Führerhaus sitzt niemand, und daneben geht eine Person mit einem Kasten vor dem Bauch: Genau so sieht moderner Rangierbetrieb aus. Die Krauss-Maffei MH 05 steht für die Fahrzeuggröße, bei der das besonders häufig vorkommt. Diese Seite erklärt den Typennamen, die Funkfernsteuerung und ihre Folgen für Beobachtung und Sicherheit.
Rangierfahrt beobachtet? Sichtung sichern.
Kleine Werkloks tauchen selten in Listen auf – deine datierte Sichtung schließt echte Lücken.
Was ist die Krauss-Maffei MH 05?
Die Krauss-Maffei MH 05 ist eine kleine Diesel-Rangier- beziehungsweise Kleinlokomotive aus dem Typenprogramm des Münchner Herstellers. Sie gehört zur Fahrzeuggruppe mit dem UIC-Bauartcode 98 – Diesel-Rangier- und Kleinloks –, klar abgegrenzt von den Streckenmaschinen mit Code 92. Der Schienenfahrzeugbau von Krauss-Maffei ging Ende der 1990er Jahre an Siemens Mobility über – Fahrzeuge aus dem alten Industrielokprogramm tragen deshalb das Schild eines Herstellers, den es in dieser Form nicht mehr gibt.
Der Typenname folgt der Herstellerlogik: Die Buchstaben ordnen das Fahrzeug einer Typenreihe zu und kennzeichnen bei vielen deutschen Lokbauern zugleich die Art der Kraftübertragung, die Zahl steht für die Größenstufe im Programm. Die elektrisch übertragende Schwestervariante trägt die Bezeichnung ME 05 – der Unterschied liegt im Antriebsstrang, nicht in der Fahrzeuggröße.
Funkfernsteuerung: was sich im Rangierdienst verändert hat
Klassischer Rangierbetrieb brauchte mindestens zwei Personen: eine im Führerhaus, eine am Zug, die Signale gab. Mit der Funkfernsteuerung verschmelzen beide Rollen. Die steuernde Person geht neben der Wagengruppe, sieht den Rangierweg unmittelbar und bedient die Lok über ein tragbares Gerät.
Steuergerät statt Führerstand
Fahrstufe, Fahrtrichtung und Bremse laufen über ein Bediengerät, das umgehängt oder in einem Gurtzeug getragen wird. Das Führerhaus bleibt dabei oft leer.
Sichtkontakt statt Signalgabe
Weil die steuernde Person direkt am Rangierweg steht, entfallen Zurufe und Handzeichen über größere Entfernungen. Das reduziert Missverständnisse.
Sichtbare Nachrüstung am Fahrzeug
Funkantennen auf dem Dach, zusätzliche Blinkleuchten und Hinweisanschriften sind die typischen äußeren Spuren einer Fernsteuerausrüstung.
| Merkmal | Klassischer Rangierbetrieb | Funkferngesteuerter Betrieb |
|---|---|---|
| Besetzung des Führerhauses | ständig besetzt | häufig leer |
| Signalgabe | Handzeichen oder Funk zwischen zwei Personen | entfällt weitgehend |
| Sichtbare Ausrüstung | keine Besonderheit | Dachantennen, Zusatzleuchten, Anschriften |
| Erkennbarkeit für Außenstehende | Bewegung wird durch Personal angekündigt | Bewegung wirkt „“ ausgelöst |
| Fototechnische Folge | Führerstandsbesatzung im Bild | Person mit Steuergerät neben dem Fahrzeug |
Leeres Führerhaus heißt nicht: steht
Eine ferngesteuerte Lok kann jederzeit anfahren, ohne dass jemand im Führerstand sitzt. In Rangierbereichen werden Fahrzeuge ohnehin unangekündigt, geschoben und ohne Signal bewegt; abgestellte Wagen können anrollen. Betreten von Gleisbereichen ist ausgeschlossen, Werk- und Anschlussbahnen sind Privatgelände. Die Grundregeln stehen im Beitrag zum [Sicherheitsabstand am Gleis](/blog/sicherheitsabstand-gleis-regeln).
Ferngesteuerte Loks dokumentieren
Antennen, Zusatzleuchten, Anschriften – halte solche Details mit fest, sie datieren eine Sichtung indirekt mit.
Bestimmung im Feld: die Kurzcheckliste
Hast du genug für eine belastbare Sichtung?
- Ich habe die Achszahl und die Rahmenbauart erkannt.
- Ich weiß, ob Kuppelstangen vorhanden sind.
- Ich habe das Fabrikschild gelesen oder fotografiert.
- Ich habe Datum und Ort notiert.
- Ich habe festgehalten, ob Funkantennen vorhanden sind.
Vergleichbare kleine Rangierfahrzeuge findest du bei der Henschel DH 240 B und der Gmeinder 250 PS. Wie man Beobachtungen dieser Art strukturiert weitergibt, beschreibt die Anleitung zum Melden einer Sichtung.
Wo und wie du solche Loks beobachtest
Kleine Rangierloks arbeiten im Nahbereich: Verladestellen, Werkeinfahrten, Übergabegleise. Sie fahren kurz, wechseln oft die Richtung und stehen dazwischen lange. Für Beobachter heißt das: Geduld schlägt Fahrplan.
Ein Standpunkt mit freier Sicht auf ein Übergabegleis von einer öffentlichen Straße oder Brücke aus ist meist die beste Lösung. Der Guide zum Rangierbahnhof-Spotting beschreibt, wie man solche Standorte findet und was dabei erlaubt ist. Zum Vergleich lohnt auch ein Blick auf typenähnliche Fahrzeuge wie die O&K MV 6 a. Wer dort einmal beobachtet hat, wann verladen und wann übergeben wird, kann den nächsten Besuch deutlich gezielter planen – Muster zu erkennen ist bei dieser Fahrzeuggruppe wertvoller als jede Fahrplanrecherche, weil es schlicht keinen Fahrplan gibt.
Rangierfunk: was du hörst, wenn du nichts siehst
Neben der Fernsteuerung gibt es eine zweite Funkanwendung im Rangierdienst: den Rangierfunk zur Verständigung zwischen den beteiligten Personen. Beides ist technisch verschieden, führt aber am Fahrzeug zu ähnlichen Spuren – Antennen, Halterungen, Zusatzgeräte im Führerhaus.
Für Beobachter ist vor allem eines relevant: Kommunikation ersetzt Sichtbarkeit nicht. Auch wenn abgestimmt gearbeitet wird, bleibt eine Rangierabteilung für Außenstehende unberechenbar. Du weißt nicht, welche Bewegung gerade vereinbart wurde, und du hörst sie in der Regel auch nicht.
- Geschobene Fahrten sind der Normalfall. Die Lok schiebt Wagen, der Führerstand ist am hinteren Ende, vorn läuft niemand mit einer Warnung voraus.
- Abgestellte Wagen sind nicht sicher stillstehend. Sie können in eine Rangierbewegung einbezogen werden, ohne dass es vorher erkennbar ist.
- Anfahren erfolgt ohne Vorlaufzeit. Zwischen Stillstand und Bewegung liegen bei einer Kleinlok wenige Sekunden.
Daraus folgt die Arbeitsweise, die sich bei dieser Fahrzeuggruppe bewährt hat: aus sicherer Entfernung beobachten, mit Brennweite statt mit Nähe arbeiten und den Standpunkt so wählen, dass du das Geschehen überblickst, statt mittendrin zu stehen. Alles, was du für eine vollständige Sichtung brauchst – Achszahl, Aufbauform, Fabrikschild, Anschriften –, bekommst du vom öffentlichen Weg aus.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für eine kleine Werklok, wenn …
- das Fahrzeug deutlich kleiner ist als die Wagen, die es bewegt
- zwei Achsen in einem starren Rahmen laufen
- Rangiertritte und Rundumgeländer vorhanden sind
- das Fabrikschild einen Herstellertypennamen zeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok Antennen und Zusatzleuchten trägt, die nachgerüstet wirken
- ein neues Führerhaus auf altem Rahmen sitzt
- keine Herstellerangabe, sondern nur eine Betriebsnummer sichtbar ist
Es ist keine Kleinlok, wenn …
- das Fahrzeug auf zwei Drehgestellen läuft
- es zwei vollwertige Führerstände und Streckenausrüstung besitzt
- die Fahrzeugnummer mit 92 beginnt – dann liegt eine Streckendiesellok vor
Fazit
Die Krauss-Maffei MH 05 ist ein Fahrzeug, das man selten sieht und noch seltener dokumentiert findet. Bestimmen lässt es sich trotzdem: über Größe, Achszahl, Antriebsart und Fabrikschild. Und wer im Rangierumfeld beobachtet, sollte die wichtigste Konsequenz der Funkfernsteuerung im Kopf behalten – dass ein leeres Führerhaus nichts über den Bewegungszustand einer Lok aussagt.
Wer regelmäßig im Umfeld von Werk- und Anschlussbahnen unterwegs ist, entwickelt mit der Zeit ein Gefühl dafür, welche Bewegungen bevorstehen: Wenn Personal mit Steuergerät auftaucht, wenn Weichen umgestellt werden oder wenn ein Motor im Leerlauf hochdreht. Dieses Gespür ersetzt aber keinen Sicherheitsabstand. Es hilft nur dabei, den richtigen Moment für ein Foto zu erwischen – vom öffentlichen Standpunkt aus, mit ausreichend Distanz zum Gleis.
Kurzfazit
Kleine Rangierlok mit Herstellertypenschild, Bauartcode 98, häufig fernsteuerbar. Bestimme über Achszahl und Fabrikschild – und geh nie davon aus, dass ein unbesetztes Fahrzeug stillsteht.
Zusammenfassung
- Kleine Rangierloks wie die MH 05 bewegen einzelne Wagen und Wagengruppen im Nahbereich von Werken und Anschlussbahnen.
- Fernsteuerbetrieb hat den Rangierdienst stark verändert und hinterlässt sichtbare Spuren an den Fahrzeugen.
- Für Beobachter heißt das: Ein leeres Führerhaus bedeutet nicht, dass die Lok stillsteht.
- Werk- und Anschlussbahnen sind Privatgelände; beobachte ausschließlich von öffentlich zugänglichen Standorten.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung Krauss-Maffei MH 05?
Sie kommt aus dem Typenprogramm des Münchner Herstellers. Die vorangestellten Buchstaben ordnen das Fahrzeug einer Typenreihe zu und kennzeichnen bei vielen deutschen Lokbauern zugleich die Kraftübertragung; die Zahl bezeichnet die Größen- beziehungsweise Leistungsstufe. Die verbindliche Angabe steht auf dem Fabrikschild der jeweiligen Maschine.
Was ist Funkfernsteuerung im Rangierdienst?
Bei ferngesteuerten Rangierfahrten bedient eine Person die Lok über ein tragbares Steuergerät, während sie neben oder vor der Wagengruppe geht. Fahren, Bremsen und Richtungswechsel laufen über Funk. Der Vorteil: Die steuernde Person sieht den Rangierweg direkt und muss sich nicht auf Zurufe verlassen.
Woran erkenne ich eine ferngesteuerte Rangierlok?
An Funkantennen auf dem Führerhausdach, an zusätzlichen Warnleuchten oder Blinklichtern und häufig an auffälligen Aufklebern oder Anschriften zum Fernsteuerbetrieb. Das sicherste Zeichen ist eine fahrende Lok mit leerem Führerhaus und einer Person mit Steuergerät daneben.
Ist eine ferngesteuerte Lok gefährlicher für Umstehende?
Rangierbereiche sind grundsätzlich gefährlich, unabhängig von der Steuerungsart. Wichtig zu wissen ist: Eine Lok kann anfahren, ohne dass jemand im Führerhaus sitzt. Wer sich darauf verlässt, dass ein leeres Fahrzeug steht, irrt sich. Halte in jedem Fall Abstand und betrete keine Gleisbereiche.
Warum tragen Rangierloks den Bauartcode 98?
Die zwölfstellige europäische Fahrzeugnummer beginnt bei Triebfahrzeugen mit einem Bauartcode. 98 kennzeichnet Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, 92 Diesel-Streckenlokomotiven. Maßgeblich sind Einsatzzweck und Zulassung, nicht Größe oder Alter des Fahrzeugs.
Wo trifft man eine Krauss-Maffei MH 05 an?
Am ehesten auf Werkbahnen, Anschlussgleisen und Verladestellen sowie bei Museums- und Vereinsbahnen. Solche Standorte sind fast immer Privatgelände. Halter und Einsatzorte wechseln zudem regelmäßig, weil gebrauchte Kleinloks gehandelt und vermietet werden – prüfe den aktuellen Stand, bevor du losfährst.
Was unterscheidet hydraulische von elektrischer Kraftübertragung?
Bei hydraulischer Übertragung leitet ein Strömungsgetriebe die Motorleistung mechanisch weiter, oft über eine Blindwelle und Kuppelstangen. Bei elektrischer Übertragung speist ein Generator Fahrmotoren an den Achsen. Von außen ist der Unterschied vor allem an vorhandenen oder fehlenden Kuppelstangen erkennbar.
Wie dokumentiere ich eine solche Lok sinnvoll?
Notiere Fabriknummer, Typ, Datum, Ort und Anstrich – in dieser Reihenfolge. Ergänze ein Seitenfoto für Achszahl und Bauform sowie ein Detail des Fabrikschilds. Weil Halter und Lackierung wechseln, ist die datierte Sichtung wertvoller als jede undatierte Typenangabe.
Sichtung von Krauss-Maffei MH 05 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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