MaK G 1100 BB

Die MaK G 1100 BB ist eine dieselhydraulische Rangier- und Übergabelok aus Kiel. Die zwölfstellige NVR-Nummer ist der Schlüssel zur eindeutigen Bestimmung.

Auch bekannt als: MaK G1100 BB · G 1100 BB

DeutschlandDeutschlandDiesel-Rangier- & Kleinloks7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • G steht für die dieselhydraulische Ausführung mit Strömungsgetriebe, im Gegensatz zu den dieselelektrischen DE-Typen.
  • BB bedeutet zwei zweiachsige Drehgestelle – vier Achsen, alle angetrieben.
  • Die zwölfstellige Nummer ist die amtliche Identität: Bauartcode, Land, Typenblock, Ordnungsnummer, Prüfziffer, Halterkürzel.
  • Bauartcode 98 trennt Rangier- von Streckenloks, für die der Code 92 vergeben wird.
  • Halter wechseln häufig – das Kürzel am Nummernende ist eine Momentaufnahme, keine Konstante.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die MaK G 1100 BB?
  2. 2.Die zwölfstellige Nummer Ziffer für Ziffer
  3. 3.Einordnung im Bahnbetrieb
  4. 4.Was BB im Betrieb praktisch bedeutet
  5. 5.Spotting: Nummern lesen ohne Risiko
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartDiesellokomotive für Rangier- und Übergabedienst
HerstellerMaschinenbau Kiel (MaK), Kiel
Kraftübertragungdieselhydraulisch – Kürzel „G“ für die Getriebeausführung
Achsanordnung laut TypenzusatzBB – zwei zweiachsige Drehgestelle
UIC-Bauartcode98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive

Erkennungsmerkmale

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  • Vier Achsen, verteilt auf zwei Drehgestelle – Typenzusatz BB
  • Mittelführerhaus oder seitlich versetzter Führerstand mit Vorbau
  • Fabrikschild mit dem Herstellernamen MaK und einer Fabriknummer
  • Zwölfstellige Fahrzeugnummer, beginnend mit dem Bauartcode 98
  • Halterkürzel in der Form D-… am Ende der Fahrzeugnummer

Aktualisiert: August 2026 – Vier Achsen in zwei Drehgestellen, ein Vorbau, ein Fabrikschild aus Kiel: Die MaK G 1100 BB gehört zu den Fahrzeugen, die man nicht am Aussehen erkennt, sondern an der Nummer. Diese Seite erklärt die Typenlogik dahinter und zeigt Schritt für Schritt, wie du die zwölfstellige Fahrzeugnummer liest – die einzige Angabe, die eine solche Lok wirklich eindeutig macht.

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Was ist die MaK G 1100 BB?

Die MaK G 1100 BB ist eine dieselhydraulische Lokomotive aus dem Typenprogramm von Maschinenbau Kiel, gebaut für Rangier- und Übergabeaufgaben. Die Bezeichnung ist vollständig lesbar, wenn man die Systematik kennt: „G“ steht für die Getriebeausführung mit hydraulischer Kraftübertragung, die Zahl markiert eine Leistungsklasse, und „BB“ beschreibt die Achsanordnung – zwei zweiachsige Drehgestelle. Das Kieler Typenprogramm wurde später von Vossloh fortgeführt, weshalb eng verwandte Maschinen je nach Baujahr unterschiedliche Herstellerschilder tragen.

Es handelt sich um eine Hersteller-Typenbezeichnung, nicht um eine Baureihennummer der Deutschen Bahn. Fahrzeuge dieser Art stehen überwiegend bei privaten Haltern, Industrie- und Hafenbahnen. Ihre amtliche Identität steckt deshalb nicht in einer dreistelligen Baureihe, sondern in der zwölfstelligen Fahrzeugnummer.

Die zwölfstellige Nummer Ziffer für Ziffer

Diese Nummer ist die einzige Angabe am Fahrzeug, die unabhängig von Farbe, Firmenlogo und Betriebsnummer funktioniert. Sie ist in feste Blöcke gegliedert.

Block 1: Bauartcode

Die ersten beiden Ziffern beschreiben die Fahrzeugbauart. 98 bedeutet Diesel-Rangier- oder Kleinlokomotive, 92 dagegen Diesel-Streckenlokomotive.

Block 2: Länderkennung

Die Ziffern drei und vier stehen für das Registrierungsland. 80 ist Deutschland.

Block 3: Typen- und Ordnungsnummer

Danach folgen der Typenblock und die laufende Ordnungsnummer, die das einzelne Fahrzeug innerhalb seiner Gruppe unterscheidet.

Block 4: Prüfziffer und Halterkürzel

Die letzte Ziffer ist eine rechnerische Prüfziffer. Dahinter steht das Länder- und Halterkürzel, etwa in der Form D-….

Wie die Prüfziffer berechnet wird und warum sie Tippfehler in Sichtungslisten auffliegen lässt, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer. Wo Nummern am Fahrzeug angeschrieben sind und welche davon die eigentliche Fahrzeugnummer ist, behandelt der Guide zum Herausfinden von Zug- und Fahrzeugnummern.

Halterkürzel mitschreiben

Das Kürzel hinter der Nummer nennt den aktuellen Halter – und ist damit der Teil, der sich am schnellsten ändert. Genau deshalb lohnt es sich, ihn festzuhalten: Zwei Sichtungen derselben Maschine mit unterschiedlichem Kürzel dokumentieren einen Halterwechsel, den keine Liste im Netz so genau datiert.

Einordnung im Bahnbetrieb

Der Bauartcode ist mehr als eine Verwaltungsziffer: Er beschreibt, wozu ein Fahrzeug zugelassen ist und wo du es realistisch antriffst.

Bereich Was dort passiert Chance auf eine BB-Rangierlok
Industrieanschluss, Werkgleis Zustellen und Abholen einzelner Wagen hoch, aber meist auf Privatgelände
Hafenbahn und Umschlagterminal Übergaben zwischen Netz und Anlage hoch, oft von öffentlichen Wegen einsehbar
Rangierbahnhof Zerlegen und Bilden von Zügen mittel bis hoch, abhängig vom Standort
Durchgangsbahnhof an der Strecke überwiegend durchfahrende Züge gering
Reine Personenverkehrsstrecke Reisezüge, kein Rangierbetrieb sehr gering

Innerhalb des Kieler Programms grenzt sich die G 1100 BB nach oben zur MaK G 1300 BB und zur Familie um die MaK G 1202 BB ab, nach unten zu den dreiachsigen C-Typen. Die dieselelektrische Alternative im Programm ist die MaK DE 1002.

Halterwechsel dokumentieren

Wer Nummern über Jahre mitschreibt, sieht Veränderungen, die sonst niemand festhält – Traintrack macht daraus eine durchsuchbare Sammlung.

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Was BB im Betrieb praktisch bedeutet

Der Typenzusatz ist keine reine Formalie. Ob eine Lok ihre Achsen in Drehgestellen oder in einem starren Rahmen führt, entscheidet darüber, wo sie überhaupt eingesetzt werden kann – und es ist eines der wenigen Merkmale, die du aus zwanzig Metern sicher erkennst.

Zwei zweiachsige Drehgestelle bedeuten, dass sich jedes Drehgestell gegenüber dem Rahmen verdrehen kann. Das Fahrzeug kommt dadurch durch engere Bögen, als es seine Gesamtlänge vermuten ließe – ein wichtiger Punkt auf Werk- und Hafengleisen, die selten großzügig trassiert sind. Ein starrer Rahmen mit drei gekuppelten Achsen, wie ihn die C-Typen des Programms haben, verteilt die Last anders und ist mechanisch einfacher, verlangt aber größere Bogenhalbmesser.

Für die Bestimmung im Feld ergibt sich daraus eine praktische Reihenfolge: Zuerst Achsen zählen, dann prüfen, ob sie in Drehgestellen laufen. Erst wenn beides geklärt ist, lohnt der Blick auf Fabrikschild und Fahrzeugnummer. Diese Reihenfolge spart Zeit, weil du mit zwei Beobachtungen schon einen großen Teil des Typenprogramms ausschließt. Wie man dieses schrittweise Ausschlussverfahren allgemein aufzieht, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Spotting: Nummern lesen ohne Risiko

Fahrzeugnummern stehen an der Seitenwand und häufig zusätzlich am Führerhaus. Im Rangierbetrieb sind sie oft teilweise verdeckt – von Wagen, von Bauteilen, von Verschmutzung.

  • Warte auf die Bewegung. Eine Lok, die aus der Gruppe herausfährt, zeigt für ein paar Sekunden die freie Seitenwand.
  • Nutze Brennweite statt Nähe. Ein Teleobjektiv löst das Problem, ohne dass du dich dem Gleis näherst.
  • Fotografiere die Nummer separat. Ein eigenes Detailbild ist später wertvoller als der Versuch, sie aus der Totalen zu vergrößern.
  • Prüfe die Prüfziffer. Sie ist die eingebaute Kontrolle gegen falsch abgelesene Ziffern.

Rangierbereiche sind besonders gefährlich

Fahrzeuge werden dort unangekündigt und ohne Signal bewegt, abgestoßene Wagen laufen ohne Triebfahrzeug. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände; das Betreten ist ohne Erlaubnis nicht zulässig. Bleib auf öffentlich zugänglichen Wegen, Brücken und Bahnsteigen – die Nummer ist kein Risiko wert.

Standortideen und Vorgehen für solche Anlagen liefert der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof.

Ein Hinweis zur Erwartungshaltung: Halter, Lackierung und Standort dieser Fahrzeuge ändern sich laufend. Maschinen werden verkauft, vermietet und zwischen Anlagen verschoben, bei Aufarbeitungen komplett neu lackiert. Jede Angabe dazu ist deshalb eine Momentaufnahme und sollte vor einer geplanten Tour gegen aktuelle Sichtungen geprüft werden.

Häufige Verwechslungen

Es passt zur G 1100 BB, wenn …

  • vier Achsen in zwei Drehgestellen laufen
  • das Fabrikschild MaK nennt
  • die Typenbezeichnung mit „G" beginnt
  • die Fahrzeugnummer mit 98 80 anfängt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Lok vierachsig ist, du aber die Leistungsklasse nicht zuordnen kannst
  • der Aufbau nach einem Umbau verändert wirkt
  • nur eine interne Betriebsnummer angeschrieben ist

Es ist keine G 1100 BB, wenn …

  • du drei Achsen im starren Rahmen zählst – dann liegt ein C-Typ vor
  • die Bezeichnung mit „DE" beginnt und damit dieselelektrisch bedeutet
  • die Fahrzeugnummer mit 92 startet und die Lok als Streckenmaschine ausweist

Fazit

Bei der MaK G 1100 BB liegt der Erkenntnisgewinn nicht in Leistungsdaten, sondern in der Lesbarkeit: Die Typenbezeichnung sagt, wie die Kraft übertragen wird und wie viele Achsen wo laufen; die zwölfstellige Nummer sagt, welches Fahrzeug genau vor dir steht. Beides zusammen ergibt eine belastbare Bestimmung, auch ohne Datenblatt.

Kurzfazit

G bedeutet hydraulisch, BB bedeutet zwei Drehgestelle, 98 am Nummernanfang bedeutet Rangierlok. Wer diese drei Codes liest, braucht keine Vermutungen über Baujahre und Stückzahlen.

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Zusammenfassung

  • Die MaK G 1100 BB gehört zur dieselhydraulischen Linie des Kieler Typenprogramms und ist auf Rangier- und Übergabeleistungen ausgelegt.
  • Wer die Fahrzeugnummer lesen kann, bestimmt solche Loks unabhängig von Lackierung und Firmenanschrift.
  • Der Bauartcode am Nummernanfang verrät bereits, ob ein Fahrzeug als Rangier- oder als Streckenlok geführt wird.
  • Beobachtung nur von öffentlich zugänglichen Standorten – Rangierbereiche sind gefährlich und meist Privatgelände.

Häufige Fragen

Wofür steht das G in MaK G 1100 BB?

Das G kennzeichnet die dieselhydraulische Ausführung: Die Motorleistung läuft über ein hydraulisches Strömungsgetriebe zu den Achsen. MaK setzte dem die DE-Typen mit dieselelektrischer Kraftübertragung entgegen. Die Zahl dahinter ordnet die Maschine in eine Leistungsklasse ein, der Zusatz BB beschreibt die Achsanordnung.

Was bedeutet der Zusatz BB?

BB steht für zwei zweiachsige Drehgestelle, also vier angetriebene Achsen. Ein einzelnes B bezeichnet zwei gekuppelte Achsen im starren Rahmen, ein C drei. Der Zusatz ist eines der wenigen Merkmale der Typenbezeichnung, das du am Fahrzeug direkt nachprüfen kannst – zähl einfach die Achsen und sieh nach, ob sie in Drehgestellen laufen.

Wie ist die zwölfstellige Fahrzeugnummer aufgebaut?

Sie beginnt mit dem zweistelligen Bauartcode, hier 98 für Diesel-Rangier- und Kleinloks. Es folgen die Länderkennung 80 für Deutschland, ein Typenblock, die Ordnungsnummer mit Prüfziffer und am Ende das Länder- und Halterkürzel in der Form D-XXXX. Erst die vollständige Nummer identifiziert ein Fahrzeug eindeutig.

Was ist der Unterschied zwischen Bauartcode 98 und 92?

Beide stehen für Dieseltriebfahrzeuge, unterscheiden sich aber im Einsatzzweck: 98 kennzeichnet Rangier- und Kleinlokomotiven, 92 Diesel-Streckenlokomotiven. Für dich als Beobachter ist das eine schnelle Vorsortierung: Beginnt die Nummer mit 98, gehört das Fahrzeug in den Rangier- und Übergabedienst.

Kann sich die Fahrzeugnummer einer Lok ändern?

Das Halterkürzel am Ende ändert sich bei jedem Halterwechsel, und auch der übrige Teil kann nach Umregistrierung abweichen. Deshalb ist es sinnvoll, zusätzlich die Fabriknummer vom Fabrikschild festzuhalten – sie bleibt über die gesamte Lebensdauer gleich und verbindet alte und neue Nummern miteinander.

Wo begegnet man solchen Loks realistisch?

Im Übergabe- und Rangierdienst: an Industrieanschlüssen, in Häfen, an Umschlagterminals und an den Rändern größerer Bahnanlagen. Planmäßig vor Reisezügen wirst du sie nicht sehen. Die Einsätze sind unregelmäßig, weshalb Community-Sichtungen für die Planung wertvoller sind als jede Fahrplanauskunft.

Ist die MaK G 1100 BB eine DB-Baureihe?

Nein, es ist eine Hersteller-Typenbezeichnung. Solche Loks liefen und laufen überwiegend bei privaten Haltern, Werk- und Hafenbahnen. Eine dreistellige Baureihennummer wie bei 294 oder 295 gehört nicht dazu; die maßgebliche Kennung ist die zwölfstellige Fahrzeugnummer.

Darf ich am Rangierbahnhof fotografieren?

Von öffentlich zugänglichen Standorten aus in der Regel ja – Betriebsgelände, Gleise und Abstellgruppen sind dagegen tabu. Rangierbereiche sind besonders gefährlich, weil Fahrzeuge unangekündigt und ohne Signal bewegt werden. Rechtliche Details hängen vom Einzelfall ab; im Zweifel gilt: Abstand halten und beim Betreiber anfragen.

Sichtung von MaK G 1100 BB festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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