Das Wichtigste in Kürze
- G steht für die dieselhydraulische Ausführung mit Strömungsgetriebe, im Gegensatz zu den dieselelektrischen DE-Typen.
- BB bedeutet zwei zweiachsige Drehgestelle – vier Achsen, alle angetrieben.
- Die zwölfstellige Nummer ist die amtliche Identität: Bauartcode, Land, Typenblock, Ordnungsnummer, Prüfziffer, Halterkürzel.
- Bauartcode 98 trennt Rangier- von Streckenloks, für die der Code 92 vergeben wird.
- Halter wechseln häufig – das Kürzel am Nummernende ist eine Momentaufnahme, keine Konstante.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Diesellokomotive für Rangier- und Übergabedienst |
|---|---|
| Hersteller | Maschinenbau Kiel (MaK), Kiel |
| Kraftübertragung | dieselhydraulisch – Kürzel „G“ für die Getriebeausführung |
| Achsanordnung laut Typenzusatz | BB – zwei zweiachsige Drehgestelle |
| UIC-Bauartcode | 98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen, verteilt auf zwei Drehgestelle – Typenzusatz BB
- Mittelführerhaus oder seitlich versetzter Führerstand mit Vorbau
- Fabrikschild mit dem Herstellernamen MaK und einer Fabriknummer
- Zwölfstellige Fahrzeugnummer, beginnend mit dem Bauartcode 98
- Halterkürzel in der Form D-… am Ende der Fahrzeugnummer
Aktualisiert: August 2026 – Vier Achsen in zwei Drehgestellen, ein Vorbau, ein Fabrikschild aus Kiel: Die MaK G 1100 BB gehört zu den Fahrzeugen, die man nicht am Aussehen erkennt, sondern an der Nummer. Diese Seite erklärt die Typenlogik dahinter und zeigt Schritt für Schritt, wie du die zwölfstellige Fahrzeugnummer liest – die einzige Angabe, die eine solche Lok wirklich eindeutig macht.
Nummer gelesen? Dann sichere sie.
Zwölf Ziffern und ein Halterkürzel sind schnell wieder vergessen – in Traintrack sind sie in Sekunden erfasst.
Was ist die MaK G 1100 BB?
Die MaK G 1100 BB ist eine dieselhydraulische Lokomotive aus dem Typenprogramm von Maschinenbau Kiel, gebaut für Rangier- und Übergabeaufgaben. Die Bezeichnung ist vollständig lesbar, wenn man die Systematik kennt: „G“ steht für die Getriebeausführung mit hydraulischer Kraftübertragung, die Zahl markiert eine Leistungsklasse, und „BB“ beschreibt die Achsanordnung – zwei zweiachsige Drehgestelle. Das Kieler Typenprogramm wurde später von Vossloh fortgeführt, weshalb eng verwandte Maschinen je nach Baujahr unterschiedliche Herstellerschilder tragen.
Es handelt sich um eine Hersteller-Typenbezeichnung, nicht um eine Baureihennummer der Deutschen Bahn. Fahrzeuge dieser Art stehen überwiegend bei privaten Haltern, Industrie- und Hafenbahnen. Ihre amtliche Identität steckt deshalb nicht in einer dreistelligen Baureihe, sondern in der zwölfstelligen Fahrzeugnummer.
Die zwölfstellige Nummer Ziffer für Ziffer
Diese Nummer ist die einzige Angabe am Fahrzeug, die unabhängig von Farbe, Firmenlogo und Betriebsnummer funktioniert. Sie ist in feste Blöcke gegliedert.
Block 1: Bauartcode
Die ersten beiden Ziffern beschreiben die Fahrzeugbauart. 98 bedeutet Diesel-Rangier- oder Kleinlokomotive, 92 dagegen Diesel-Streckenlokomotive.
Block 2: Länderkennung
Die Ziffern drei und vier stehen für das Registrierungsland. 80 ist Deutschland.
Block 3: Typen- und Ordnungsnummer
Danach folgen der Typenblock und die laufende Ordnungsnummer, die das einzelne Fahrzeug innerhalb seiner Gruppe unterscheidet.
Block 4: Prüfziffer und Halterkürzel
Die letzte Ziffer ist eine rechnerische Prüfziffer. Dahinter steht das Länder- und Halterkürzel, etwa in der Form D-….
Wie die Prüfziffer berechnet wird und warum sie Tippfehler in Sichtungslisten auffliegen lässt, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer. Wo Nummern am Fahrzeug angeschrieben sind und welche davon die eigentliche Fahrzeugnummer ist, behandelt der Guide zum Herausfinden von Zug- und Fahrzeugnummern.
Halterkürzel mitschreiben
Das Kürzel hinter der Nummer nennt den aktuellen Halter – und ist damit der Teil, der sich am schnellsten ändert. Genau deshalb lohnt es sich, ihn festzuhalten: Zwei Sichtungen derselben Maschine mit unterschiedlichem Kürzel dokumentieren einen Halterwechsel, den keine Liste im Netz so genau datiert.
Einordnung im Bahnbetrieb
Der Bauartcode ist mehr als eine Verwaltungsziffer: Er beschreibt, wozu ein Fahrzeug zugelassen ist und wo du es realistisch antriffst.
| Bereich | Was dort passiert | Chance auf eine BB-Rangierlok |
|---|---|---|
| Industrieanschluss, Werkgleis | Zustellen und Abholen einzelner Wagen | hoch, aber meist auf Privatgelände |
| Hafenbahn und Umschlagterminal | Übergaben zwischen Netz und Anlage | hoch, oft von öffentlichen Wegen einsehbar |
| Rangierbahnhof | Zerlegen und Bilden von Zügen | mittel bis hoch, abhängig vom Standort |
| Durchgangsbahnhof an der Strecke | überwiegend durchfahrende Züge | gering |
| Reine Personenverkehrsstrecke | Reisezüge, kein Rangierbetrieb | sehr gering |
Innerhalb des Kieler Programms grenzt sich die G 1100 BB nach oben zur MaK G 1300 BB und zur Familie um die MaK G 1202 BB ab, nach unten zu den dreiachsigen C-Typen. Die dieselelektrische Alternative im Programm ist die MaK DE 1002.
Halterwechsel dokumentieren
Wer Nummern über Jahre mitschreibt, sieht Veränderungen, die sonst niemand festhält – Traintrack macht daraus eine durchsuchbare Sammlung.
Was BB im Betrieb praktisch bedeutet
Der Typenzusatz ist keine reine Formalie. Ob eine Lok ihre Achsen in Drehgestellen oder in einem starren Rahmen führt, entscheidet darüber, wo sie überhaupt eingesetzt werden kann – und es ist eines der wenigen Merkmale, die du aus zwanzig Metern sicher erkennst.
Zwei zweiachsige Drehgestelle bedeuten, dass sich jedes Drehgestell gegenüber dem Rahmen verdrehen kann. Das Fahrzeug kommt dadurch durch engere Bögen, als es seine Gesamtlänge vermuten ließe – ein wichtiger Punkt auf Werk- und Hafengleisen, die selten großzügig trassiert sind. Ein starrer Rahmen mit drei gekuppelten Achsen, wie ihn die C-Typen des Programms haben, verteilt die Last anders und ist mechanisch einfacher, verlangt aber größere Bogenhalbmesser.
Für die Bestimmung im Feld ergibt sich daraus eine praktische Reihenfolge: Zuerst Achsen zählen, dann prüfen, ob sie in Drehgestellen laufen. Erst wenn beides geklärt ist, lohnt der Blick auf Fabrikschild und Fahrzeugnummer. Diese Reihenfolge spart Zeit, weil du mit zwei Beobachtungen schon einen großen Teil des Typenprogramms ausschließt. Wie man dieses schrittweise Ausschlussverfahren allgemein aufzieht, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Spotting: Nummern lesen ohne Risiko
Fahrzeugnummern stehen an der Seitenwand und häufig zusätzlich am Führerhaus. Im Rangierbetrieb sind sie oft teilweise verdeckt – von Wagen, von Bauteilen, von Verschmutzung.
- Warte auf die Bewegung. Eine Lok, die aus der Gruppe herausfährt, zeigt für ein paar Sekunden die freie Seitenwand.
- Nutze Brennweite statt Nähe. Ein Teleobjektiv löst das Problem, ohne dass du dich dem Gleis näherst.
- Fotografiere die Nummer separat. Ein eigenes Detailbild ist später wertvoller als der Versuch, sie aus der Totalen zu vergrößern.
- Prüfe die Prüfziffer. Sie ist die eingebaute Kontrolle gegen falsch abgelesene Ziffern.
Rangierbereiche sind besonders gefährlich
Fahrzeuge werden dort unangekündigt und ohne Signal bewegt, abgestoßene Wagen laufen ohne Triebfahrzeug. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände; das Betreten ist ohne Erlaubnis nicht zulässig. Bleib auf öffentlich zugänglichen Wegen, Brücken und Bahnsteigen – die Nummer ist kein Risiko wert.
Standortideen und Vorgehen für solche Anlagen liefert der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof.
Ein Hinweis zur Erwartungshaltung: Halter, Lackierung und Standort dieser Fahrzeuge ändern sich laufend. Maschinen werden verkauft, vermietet und zwischen Anlagen verschoben, bei Aufarbeitungen komplett neu lackiert. Jede Angabe dazu ist deshalb eine Momentaufnahme und sollte vor einer geplanten Tour gegen aktuelle Sichtungen geprüft werden.
Häufige Verwechslungen
Es passt zur G 1100 BB, wenn …
- vier Achsen in zwei Drehgestellen laufen
- das Fabrikschild MaK nennt
- die Typenbezeichnung mit „G" beginnt
- die Fahrzeugnummer mit 98 80 anfängt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok vierachsig ist, du aber die Leistungsklasse nicht zuordnen kannst
- der Aufbau nach einem Umbau verändert wirkt
- nur eine interne Betriebsnummer angeschrieben ist
Es ist keine G 1100 BB, wenn …
- du drei Achsen im starren Rahmen zählst – dann liegt ein C-Typ vor
- die Bezeichnung mit „DE" beginnt und damit dieselelektrisch bedeutet
- die Fahrzeugnummer mit 92 startet und die Lok als Streckenmaschine ausweist
Fazit
Bei der MaK G 1100 BB liegt der Erkenntnisgewinn nicht in Leistungsdaten, sondern in der Lesbarkeit: Die Typenbezeichnung sagt, wie die Kraft übertragen wird und wie viele Achsen wo laufen; die zwölfstellige Nummer sagt, welches Fahrzeug genau vor dir steht. Beides zusammen ergibt eine belastbare Bestimmung, auch ohne Datenblatt.
Kurzfazit
G bedeutet hydraulisch, BB bedeutet zwei Drehgestelle, 98 am Nummernanfang bedeutet Rangierlok. Wer diese drei Codes liest, braucht keine Vermutungen über Baujahre und Stückzahlen.
Zusammenfassung
- Die MaK G 1100 BB gehört zur dieselhydraulischen Linie des Kieler Typenprogramms und ist auf Rangier- und Übergabeleistungen ausgelegt.
- Wer die Fahrzeugnummer lesen kann, bestimmt solche Loks unabhängig von Lackierung und Firmenanschrift.
- Der Bauartcode am Nummernanfang verrät bereits, ob ein Fahrzeug als Rangier- oder als Streckenlok geführt wird.
- Beobachtung nur von öffentlich zugänglichen Standorten – Rangierbereiche sind gefährlich und meist Privatgelände.
Häufige Fragen
Wofür steht das G in MaK G 1100 BB?
Das G kennzeichnet die dieselhydraulische Ausführung: Die Motorleistung läuft über ein hydraulisches Strömungsgetriebe zu den Achsen. MaK setzte dem die DE-Typen mit dieselelektrischer Kraftübertragung entgegen. Die Zahl dahinter ordnet die Maschine in eine Leistungsklasse ein, der Zusatz BB beschreibt die Achsanordnung.
Was bedeutet der Zusatz BB?
BB steht für zwei zweiachsige Drehgestelle, also vier angetriebene Achsen. Ein einzelnes B bezeichnet zwei gekuppelte Achsen im starren Rahmen, ein C drei. Der Zusatz ist eines der wenigen Merkmale der Typenbezeichnung, das du am Fahrzeug direkt nachprüfen kannst – zähl einfach die Achsen und sieh nach, ob sie in Drehgestellen laufen.
Wie ist die zwölfstellige Fahrzeugnummer aufgebaut?
Sie beginnt mit dem zweistelligen Bauartcode, hier 98 für Diesel-Rangier- und Kleinloks. Es folgen die Länderkennung 80 für Deutschland, ein Typenblock, die Ordnungsnummer mit Prüfziffer und am Ende das Länder- und Halterkürzel in der Form D-XXXX. Erst die vollständige Nummer identifiziert ein Fahrzeug eindeutig.
Was ist der Unterschied zwischen Bauartcode 98 und 92?
Beide stehen für Dieseltriebfahrzeuge, unterscheiden sich aber im Einsatzzweck: 98 kennzeichnet Rangier- und Kleinlokomotiven, 92 Diesel-Streckenlokomotiven. Für dich als Beobachter ist das eine schnelle Vorsortierung: Beginnt die Nummer mit 98, gehört das Fahrzeug in den Rangier- und Übergabedienst.
Kann sich die Fahrzeugnummer einer Lok ändern?
Das Halterkürzel am Ende ändert sich bei jedem Halterwechsel, und auch der übrige Teil kann nach Umregistrierung abweichen. Deshalb ist es sinnvoll, zusätzlich die Fabriknummer vom Fabrikschild festzuhalten – sie bleibt über die gesamte Lebensdauer gleich und verbindet alte und neue Nummern miteinander.
Wo begegnet man solchen Loks realistisch?
Im Übergabe- und Rangierdienst: an Industrieanschlüssen, in Häfen, an Umschlagterminals und an den Rändern größerer Bahnanlagen. Planmäßig vor Reisezügen wirst du sie nicht sehen. Die Einsätze sind unregelmäßig, weshalb Community-Sichtungen für die Planung wertvoller sind als jede Fahrplanauskunft.
Ist die MaK G 1100 BB eine DB-Baureihe?
Nein, es ist eine Hersteller-Typenbezeichnung. Solche Loks liefen und laufen überwiegend bei privaten Haltern, Werk- und Hafenbahnen. Eine dreistellige Baureihennummer wie bei 294 oder 295 gehört nicht dazu; die maßgebliche Kennung ist die zwölfstellige Fahrzeugnummer.
Darf ich am Rangierbahnhof fotografieren?
Von öffentlich zugänglichen Standorten aus in der Regel ja – Betriebsgelände, Gleise und Abstellgruppen sind dagegen tabu. Rangierbereiche sind besonders gefährlich, weil Fahrzeuge unangekündigt und ohne Signal bewegt werden. Rechtliche Details hängen vom Einzelfall ab; im Zweifel gilt: Abstand halten und beim Betreiber anfragen.
Sichtung von MaK G 1100 BB festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
MaK G 1202 BB
Die MaK G 1202 BB ist eine vierachsige dieselhydraulische Rangierlok. Kupplung und Rangierausrüstung verraten oft mehr über ihren Einsatz als jede Datentabelle.
RangierlokMaK G 1300 BB
Die MaK G 1300 BB ist eine vierachsige dieselhydraulische Rangierlok. Wer ihre Bremsausrüstung versteht, versteht auch, warum Rangierbereiche so gefährlich sind.
RangierlokMaK DE 1002
Die MaK DE 1002 ist eine dieselelektrische Rangierlokomotive aus dem Kieler Typenprogramm. So liest du die Typenbezeichnung und bestimmst die Maschine im Feld.
RangierlokLHB 530C
Die LHB 530C ist eine dreiachsige Diesel-Rangierlok aus Salzgitter. Wer sie beobachten will, muss verstehen, wie Rangierbetrieb funktioniert – und wo er gefährlich wird.
RangierlokLHB S 200
Die LHB S 200 ist eine Diesel-Rangierlokomotive aus dem Programm von Linke-Hofmann-Busch. Bei solchen Typen führt nicht die Optik, sondern das Fabrikschild zur sicheren Bestimmung.
RangierlokLKM Ns 1
Die LKM Ns 1 ist eine Schmalspur-Kleindiesellokomotive aus Babelsberg. Der wichtigste erste Schritt bei solchen Fahrzeugen ist die Bestimmung der Spurweite.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
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