Das Wichtigste in Kürze
- Der Schotterpflug formt das Bettungsprofil: Er verteilt Schotter, zieht die Flanken ab und kehrt die Schwellen frei.
- Schnellster Erkennungsweg: ausschwenkbare Pflugschare und ein rotierender Kehrbesen – beides hat sonst keine Gleisbaumaschine.
- Er kommt nach dem Stopfen, nicht davor: Erst wird die Lage hergestellt, dann das Profil.
- Ein sauberes Bettungsprofil ist Sicherheitstechnik – die Schotterflanken halten das Gleis in Lage.
- Halter und Einsatzstellen wechseln mit Bauprogrammen; feste Beheimatungen gibt es nicht.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Schotterpflug (Bahndienstfahrzeug) |
|---|---|
| Hersteller | Plasser & Theurer |
| Aufgabe | Verteilen und Profilieren des Gleisschotters, Freikehren der Schwellenoberseiten |
| Kennzeichnende Aggregate | Seitenpflugschare, Mittelpflug im Schwellenfach, rotierender Kehrbesen |
| Stellung im Bauablauf | Nach dem Stopfen, vor der Freigabe des Gleises |
| UIC-Bauartcode | 99 – Nebenfahrzeug / Sonderfahrzeug |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Ausschwenkbare Pflugschare an den Seiten, die im Arbeitsbetrieb weit über das Fahrzeugprofil hinausreichen
- Rotierender Kehrbesen quer über dem Gleis, meist am hinteren Ende des Arbeitsbereichs
- Schotteraufnahme- und Speicherbehälter für überschüssiges Material
- Keine Stopfpickel und keine Siebanlage – der Pflug bewegt Schotter, er verdichtet oder sortiert ihn nicht
- Warnlackierung, Rundumleuchten, Arbeitskabine mit Sicht auf die Pflugaggregate
- Zwölfstellige Fahrzeugnummer mit dem Bauartcode 99
Aktualisiert: August 2026 – Wenn eine Gleisbaustelle fast fertig ist, kommt eine Maschine, die aussieht, als würde sie den Schotter aufräumen – und genau das tut sie auch. Der Schotterpflug verteilt das Material, zieht die Bettungsflanken ab und kehrt die Schwellen frei. Die Plasser & Theurer SSP 110 SW gehört zu dieser Gattung. Diese Seite zeigt, warum dieser letzte Arbeitsgang mehr ist als Kosmetik.
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Er verlässt die Baustelle meist zuletzt – halte Ort, Datum und Nummer direkt in Traintrack fest.
Was ist die Plasser & Theurer SSP 110 SW?
Sie ist ein Schotterpflug – eine Gleisbaumaschine, die Schotter bewegt, ohne ihn zu verdichten oder zu sortieren. Ihre Werkzeuge sind mechanisch und gut sichtbar: seitliche Pflugschare, die im Arbeitsbetrieb weit ausschwenken, ein Mittelpflug für die Schwellenfächer und ein rotierender Kehrbesen, der die Schwellenoberseiten freiräumt. Überschüssiges Material wird aufgenommen und dort wieder abgegeben, wo es fehlt. Fahrzeuge und Anbaugeräte für solche Arbeiten kommen auch von kleineren Betrieben wie der Gleisbaumechanik Brandenburg, die keine Züge baut, sondern die Maschinen darunter.
Die Typenbezeichnung folgt der Systematik des Herstellers und ist keine Baureihennummer nach Eisenbahnmuster. Wie man sich Fahrzeugen ohne klassische Baureihennummer trotzdem systematisch nähert – über Bauform, Aggregate und Nummer – zeigt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Das Bettungsprofil ist Sicherheitstechnik
Ein Schotterbett hat eine definierte Form: eine bestimmte Höhe unter der Schwelle, eine bestimmte Breite bis zum Schwellenkopf und eine Böschung mit festgelegter Neigung. Diese Form ist kein Selbstzweck.
Warum die Flanken so wichtig sind
Der Schotter neben und vor den Schwellenköpfen erzeugt den Querverschiebewiderstand – die Kraft, die das Gleis daran hindert, sich seitlich zu bewegen. Bei durchgehend verschweißten Schienen, die sich bei Erwärmung ausdehnen wollen, ist das entscheidend. Eine fehlende oder zu flache Flanke ist deshalb kein Schönheitsfehler.
Genau deshalb steht der Schotterpflug am Ende jeder Instandhaltungskette. Nach dem Stopfen ist der Schotter aufgewühlt, ungleichmäßig verteilt und liegt teils auf den Schwellen. Der Pflug stellt daraus wieder ein definiertes Profil her – und erst dann ist der Abschnitt fertig. Im Bauablauf disponieren Gleisbauunternehmen wie die SPITZKE SE diesen letzten Arbeitsgang fest in die Sperrpause ein.
So arbeitet der Schotterpflug
Schare ausschwenken
Die seitlichen Pflugschare fahren aus und greifen in die Bettungsflanken. Sie reichen dabei deutlich über das Fahrzeugprofil hinaus.
Flanken abziehen
Beim Vorfahren wird überschüssiger Schotter von den Flanken abgezogen und zur Gleismitte oder in den Speicher geführt.
Schwellenfächer füllen
Der Mittelpflug verteilt Material in den Fächern zwischen den Schwellen, wo es für die Lagesicherung gebraucht wird.
Schwellen freikehren
Der rotierende Kehrbesen räumt die Schwellenoberseiten frei und wirft das Material zurück ins Schwellenfach.
Überschuss umverteilen
Aufgenommener Schotter wird dort wieder abgegeben, wo Material fehlt – so gleicht die Maschine den Abschnitt aus.
Baustellenfahrzeuge im Blick behalten
Community-Sichtungen zeigen dir, welche Maschinen gerade in deiner Region arbeiten.
Aggregate vergleichen: wer macht was mit dem Schotter?
Drei Maschinenfamilien arbeiten am Schotter, und sie werden regelmäßig verwechselt, weil alle drei orange sind und alle drei etwas mit Steinen tun. Der Unterschied liegt in den Aggregaten.
| Maschinenart | Werkzeug am Schotter | Was mit dem Material passiert |
|---|---|---|
| Schotterpflug | Pflugschare, Mittelpflug, Kehrbesen | wird verschoben, verteilt und in Profilform gebracht |
| Stopfmaschine | Stopfpickel neben der Schwelle | wird unter die Schwelle gedrückt und verdichtet |
| Bettungsreinigungsmaschine | Räumkette und Siebanlage | wird ausgebaut, gesiebt und wieder eingebracht |
| Material- und Siloeinheit | Förderbänder und Silo | wird transportiert und zwischengelagert |
| Dynamischer Stabilisator | Schwingerreger unter Auflast | wird durch Vibration verdichtet und verzahnt |
Praktisch heißt das: Wer Pflugschare und Kehrbesen sieht, ist beim Schotterpflug. Wer Pickel sieht, ist bei der Stopfmaschine – etwa der Plasser & Theurer 09-4X Dynamic. Wer ein Sieb sieht, ist bei der Bettungsreinigung wie der Plasser & Theurer RM 95-800 W / RM 80-UHR. Und wer Förderbänder auf den Wagendächern sieht, ist bei den Material- und Siloeinheiten wie der Plasser & Theurer MFS 100.
Nummer und Anschrift: was bleibt, was wechselt
Wie jedes Nebenfahrzeug trägt der Schotterpflug eine zwölfstellige Fahrzeugnummer. Die ersten beiden Ziffern sind der UIC-Bauartcode – für selbstfahrende Sonderfahrzeuge die 99. Es folgen die Länderkennung des Halterlandes, der fahrzeugspezifische Teil und als letzte Stelle die Selbstkontrollziffer. Diese Nummer ist die einzige Angabe am Fahrzeug, die dauerhaft und eindeutig ist.
Alles andere ist veränderlich. Gleisbaumaschinen gehören überwiegend Bauunternehmen, Dienstleistern und Vermietern; sie wechseln Eigentümer, Beschriftung und Einsatzgebiet, ohne dass sich technisch etwas ändert. Auch die Lackierung sagt wenig aus: Warnfarben sind hier Vorschrift, nicht Firmenidentität. Eine Sichtung ist deshalb nur dann langfristig brauchbar, wenn Nummer, Halteranschrift und Datum zusammen festgehalten werden – dann lässt sich Jahre später noch nachvollziehen, welche Maschine wann bei wem lief.
In der Praxis findest du die Anschriften am besten im Stillstand: am abgestellten Fahrzeug im Baugleis oder bei einer Standzeit vor der Sperrpause. In Arbeitsstellung sind die Schriftfelder oft von ausgeschwenkten Aggregaten verdeckt.
Beobachten und fotografieren
Ausgeschwenkte Schare reichen weit über das Gleis hinaus
Im Arbeitsbetrieb ragen die Pflugschare deutlich über das Fahrzeugprofil, und dabei wird Schotter bewegt und geschleudert. Der Gefahrenbereich ist erheblich größer als die Maschine selbst. Gleise, Baustellenbereiche und Betriebsanlagen darfst du nicht betreten – auch nicht am Rand, auch nicht kurz. Beobachte ausschließlich von öffentlich zugänglichen Standorten.
Fotografisch ist der Schotterpflug eine der dankbarsten Gleisbaumaschinen überhaupt, weil seine Arbeitsstellung von außen sofort lesbar ist:
- Arbeitsstellung schlägt Transportstellung. Mit ausgeschwenkten Scharen erzählt das Bild eine Handlung; eingeklappt ist die Maschine ein anonymer oranger Kasten.
- Seitlich schräg von vorn zeigt Schar, Rahmen und Gleis in einem Bild – die Perspektive, die die Funktion erklärt.
- Auf den Kehrbesen achten. Er ist das zweite unverwechselbare Merkmal und im Bild oft der eigentliche Blickfang.
Grundlagen zu Bildaufbau, Licht und Verschlusszeit stehen im Guide gute Fotos von Zügen; welche Abstände am Gleis gelten, fasst der Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis zusammen.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für einen Schotterpflug, wenn …
- seitliche Pflugschare vorhanden sind, die ausschwenken können
- ein rotierender Kehrbesen quer über dem Gleis sitzt
- ein Speicherbehälter für überschüssigen Schotter vorhanden ist
- weder Pickel noch Siebanlage zu sehen sind
Sieh genauer hin, wenn …
- alle Aggregate in Transportstellung eingeklappt und verkleidet sind
- der Pflug direkt hinter einer Stopfmaschine im selben Verband fährt
- eine kombinierte Maschine mehrere Funktionen in sich vereint
Es ist kein Schotterpflug, wenn …
- Stopfpickel neben der Schwelle in den Schotter eintauchen
- eine Räumkette unter dem Gleis arbeitet
- Förderbänder über dem Wagenkasten längs verlaufen
Fazit
Die SSP 110 SW steht für den Arbeitsgang, der eine Gleisbaustelle abschließt. Der Schotterpflug verdichtet nichts und repariert nichts – er formt. Und weil diese Form über den Querverschiebewiderstand des Gleises entscheidet, ist sie deutlich mehr als Aufräumarbeit. Erkennbar ist die Maschine an zwei Dingen, die sonst keine Gleisbaumaschine hat: weit ausschwenkenden Pflugscharen und einem rotierenden Kehrbesen.
Kurzfazit
Verteilen, profilieren, freikehren: Der Schotterpflug SSP 110 SW bringt die Bettung nach dem Stopfen in Sollform. Erkennungsmerkmale sind Pflugschare und Kehrbesen – die Fahrzeugnummer beginnt mit dem Bauartcode 99.
Zusammenfassung
- Der Schotterpflug ist der letzte Arbeitsgang vor der Freigabe – er macht aus einem gestopften Gleis ein fertiges Gleis.
- Seine Werkzeuge sind Pflugschare, Mittelpflug und Kehrbesen, nicht Pickel oder Siebe.
- Überschüssiger Schotter wird aufgenommen und dort abgegeben, wo Material fehlt.
- Erkennbar ist er an den weit ausschwenkenden Scharen und am quer laufenden Kehrbesen.
Häufige Fragen
Was macht ein Schotterpflug?
Er bringt das Schotterbett in seine Sollform. Seitliche Pflugschare ziehen die Bettungsflanken ab und formen die Böschung, ein Mittelpflug verteilt Schotter in den Schwellenfächern, und ein rotierender Kehrbesen räumt die Schwellenoberseiten frei. Überschüssiges Material wird aufgenommen und an anderer Stelle wieder abgegeben.
Warum kommt der Pflug nach dem Stopfen?
Weil das Stopfen den Schotter aufwühlt. Die Stopfpickel tauchen neben der Schwelle ein und werfen Material auf; danach liegt Schotter unregelmäßig verteilt, teils auf den Schwellen. Erst wenn die Gleislage steht, ergibt es Sinn, das Profil zu formen – andernfalls würde der nächste Arbeitsgang alles wieder zerstören.
Wozu dient das Bettungsprofil überhaupt?
Es hält das Gleis in Lage. Die Schotterflanken an Schwellenkopf und Böschung erzeugen den Querverschiebewiderstand, der verhindert, dass sich das Gleis seitlich bewegt – besonders wichtig bei durchgehend verschweißten Schienen, die sich bei Wärme ausdehnen wollen. Ein fehlendes Profil ist deshalb ein Sicherheitsproblem, nicht nur ein optisches.
Warum müssen die Schwellen freigekehrt werden?
Aus mehreren Gründen: Schotter auf der Schwelle stört die Kontrolle der Befestigungsmittel, kann bei hoher Geschwindigkeit aufgewirbelt werden und behindert Arbeiten am Oberbau. Der Kehrbesen räumt die Schwellenoberseiten deshalb frei und wirft das Material zurück ins Schwellenfach.
Wie ist die Typenbezeichnung SSP 110 SW zu lesen?
Sie folgt der Systematik des Herstellers: Ein Kürzel benennt die Maschinenart, Ziffern und Zusätze unterscheiden Bauform und Ausstattung. Es ist keine Baureihennummer nach Eisenbahnmuster. Eindeutig identifiziert wird eine Maschine über die zwölfstellige Fahrzeugnummer, die bei Nebenfahrzeugen mit 99 beginnt.
Kann ein Schotterpflug auch Schotter nachfüllen?
Er kann vorhandenes Material umverteilen und zwischenspeichern, um es dort abzugeben, wo es fehlt. Fehlt insgesamt Schotter im Abschnitt, muss er zugeführt werden – über Schotterwagen oder Material- und Siloeinheiten. Der Pflug verteilt, er liefert nicht.
Wo sehe ich einen Schotterpflug am ehesten?
Am Ende einer Instandhaltungsbaustelle, bei Überführungsfahrten und abgestellt in Baugleisen. Weil er der letzte Arbeitsgang vor der Freigabe ist, verlässt er die Baustelle oft zuletzt. Einsatzorte wechseln laufend – verlass dich auf aktuelle Sichtungen, nicht auf ältere Listen.
Ist die Arbeit gefährlich für Umstehende?
Sehr. Die Pflugschare schwenken im Arbeitsbetrieb weit über das Fahrzeugprofil hinaus, und dabei wird Schotter bewegt und geschleudert. Der Gefahrenbereich reicht deutlich über die Maschine hinaus. Gleise und Baustellenbereiche darfst du nicht betreten – beobachte ausschließlich von öffentlich zugänglichen Standorten aus.
Sichtung von Plasser & Theurer SSP 110 SW festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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