Das Wichtigste in Kürze
- Zweikraftlok heißt zwei Energiequellen: elektrisch unter Fahrdraht, dieselelektrisch auf Strecken ohne Oberleitung.
- In Deutschland läuft das Fahrzeug als Baureihe 248 – die 2 am Anfang steht im EDV-Schema für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
- Der betriebliche Nutzen ist der entfallende Lokwechsel bei nicht elektrifizierten Anschlussgleisen und Übergaben.
- Erkennungsmerkmal ist die Kombination: Stromabnehmer oben, Kühl- und Abgasöffnungen an den Seiten.
- Einsätze ändern sich mit Verkehrsverträgen und Flottenaufbau – Bestand und Einsatzgebiete immer aktuell prüfen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Zweikraftlokomotive für elektrischen Betrieb und Dieselbetrieb |
|---|---|
| Hersteller | Siemens Mobility |
| Deutsche Baureihe | 248 |
| Achsfolge | Bo'Bo' – zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben |
| Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Typischer Einsatz | Güterverkehr mit nicht elektrifizierter erster und letzter Meile |
| Plattform | Vectron-Familie von Siemens Mobility |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen – kein sechsachsiges Fahrzeug
- Stromabnehmer auf dem Dach und deutlich sichtbare Kühl- und Abgasöffnungen für den Dieselmotor
- Vectron-typische Kopfform mit kantiger Front und schmalen Frontscheiben
- Längerer, geschlossener Lokkasten als bei rein elektrischen Vectron-Varianten
- Fahrzeugnummer beginnt in Deutschland mit 248
- Fährt auch dort, wo die Oberleitung endet – ohne Lokwechsel
Aktualisiert: August 2026 – Eine Lok mit Stromabnehmer auf dem Dach und Kühlanlage für einen Dieselmotor an der Seite: Der Siemens Vectron Dual Mode ist eine Zweikraftlokomotive, die genau dort weiterfährt, wo die Oberleitung endet. Diese Seite erklärt, wie das Konzept funktioniert, warum das Fahrzeug in Deutschland als Baureihe 248 läuft und woran du es sicher erkennst.
248 gesichtet? Nummer festhalten
Bei jungen Baureihen lohnt die Dokumentation besonders – in Traintrack in wenigen Sekunden erledigt.
Was ist der Siemens Vectron Dual Mode?
Der Vectron Dual Mode ist eine vierachsige Zweikraftlokomotive von Siemens Mobility. Sie gehört zur Vectron-Plattform, kann unter Oberleitung elektrisch fahren und schaltet auf nicht elektrifizierten Abschnitten auf einen Dieselmotor um. Die Achsfolge ist Bo’Bo’, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h, das Stromsystem ist das deutsche 15 kV / 16,7 Hz.
In Deutschland trägt sie die Baureihennummer 248. Betrieblich löst sie ein sehr konkretes Problem: Viele Güterverkehre laufen über elektrifizierte Hauptstrecken, enden aber auf Anschlussgleisen ohne Fahrdraht. Bisher brauchte es dafür eine zweite Lokomotive – mit einer Zweikraftmaschine entfällt dieser Wechsel.
Warum die Nummer mit 2 beginnt
Das EDV-Nummernschema der Deutschen Bahn ordnet Triebfahrzeuge seit 1968 nach Antriebsart. Diese Systematik erklärt auf einen Blick, warum ein Fahrzeug, das die meiste Zeit elektrisch fährt, trotzdem im Dieselblock landet.
| Nummernbereich | Fahrzeugart | Beispiele |
|---|---|---|
| 1xx | Elektrolokomotiven | Baureihe 101, Siemens Vectron |
| 2xx | Lokomotiven mit Verbrennungsmotor | Baureihe 248, Baureihe 218 |
| 3xx | Kleinlokomotiven und Rangierfahrzeuge | Baureihe 361 |
| 4xx–6xx | Triebwagen und Triebzüge | Baureihe 423, Baureihe 612 |
| 7xx | Bahndienstfahrzeuge | Baureihe 711 |
Maßgeblich ist also nicht, womit die Lok überwiegend fährt, sondern dass sie überhaupt einen Verbrennungsmotor an Bord hat. Deshalb steht die Dual-Mode-Maschine im 2er-Block, während der rein elektrische Siemens Vectron im 1er-Block geführt wird. Dieselbe Logik gilt für die leichtere Schwestervariante Vectron Dual Mode light und für Mehrkraftkonzepte anderer Hersteller wie den Stadler Eurodual.
Wie man solche Nummernsysteme generell abarbeitet, zeigt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
So erkennst du die Lok im Feld
Achsen zählen
Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Sechsachsige Maschinen gehören zu anderen Baureihen und scheiden sofort aus.
Dach prüfen
Stromabnehmer sind vorhanden – das schließt eine reine Diesellok aus. Achte darauf, ob der Bügel gehoben ist: Das verrät dir die aktuelle Betriebsart.
Seitenwand ansehen
Große Lüftungs- und Kühlflächen sowie Abgasführungen weisen auf den Dieselmotor hin. Ein rein elektrischer Vectron wirkt an dieser Stelle deutlich glatter.
Nummer lesen
Beginnt die Fahrzeugnummer mit 248, ist die Zuordnung in Deutschland eindeutig. Die vollständige UIC-Nummer identifiziert die einzelne Maschine.
Die Kombination ist das Merkmal
Stromabnehmer allein bedeutet Ellok, Kühlanlage allein bedeutet Diesellok. Nur bei Zweikraft- und Mehrkraftlokomotiven findest du beides am selben Fahrzeug – das ist der schnellste Erkennungsweg überhaupt.
Neue Baureihen im Blick behalten
Sieh in der Community, welche Fahrzeuge zuletzt wo gemeldet wurden – und ergänze deine eigenen Funde.
Zweikraft, Mehrsystem, Hybrid: Begriffe sauber trennen
Rund um moderne Lokomotiven kursieren mehrere Begriffe, die schnell durcheinandergeraten. Sie beschreiben unterschiedliche Dinge – und wer sie trennt, ordnet Fahrzeuge deutlich sicherer ein.
Zweikraft- oder Dual-Mode-Lokomotive bedeutet: zwei verschiedene Energiequellen an Bord, hier Oberleitung und Dieselmotor. Das Fahrzeug kann in beiden Betriebsarten vollwertig Züge befördern.
Mehrsystemlokomotive bedeutet dagegen: mehrere Bahnstromsysteme, aber immer elektrischer Betrieb aus der Oberleitung. Solche Maschinen fahren grenzüberschreitend, brauchen aber überall einen Fahrdraht.
Hybridfahrzeug meint die Kombination aus einer Hauptenergiequelle und einem Energiespeicher, etwa Diesel plus Batterie. Der Speicher unterstützt beim Anfahren und nimmt Bremsenergie auf, ersetzt die Hauptquelle aber nicht.
Last-Mile-Ausrüstung schließlich bezeichnet einen kleinen Hilfsdiesel an einer Elektrolokomotive, der nur für langsame Rangierbewegungen ohne Fahrdraht gedacht ist – nicht für den Streckendienst.
Der Vectron Dual Mode gehört klar in die erste Kategorie: Er ist keine Ellok mit Hilfsmotor, sondern eine Lokomotive, die in beiden Betriebsarten Streckenleistungen fahren kann. Genau darin liegt der Unterschied zu Fahrzeugen mit reiner Last-Mile-Funktion, und genau das erklärt, warum das Fahrzeug äußerlich deutlich massiver wirkt als eine reine Elektrolok derselben Plattform.
Wo du die Baureihe 248 antriffst
Das Einsatzprofil folgt direkt aus dem Konzept: Zweikraftloks lohnen sich dort, wo elektrifizierte und nicht elektrifizierte Infrastruktur aufeinandertreffen.
Typische Situationen sind:
- Güterzüge mit Anschlussbedienung, deren letzte Kilometer ohne Fahrdraht liegen.
- Häfen und Industriegebiete, in denen die Oberleitung an der Werksgrenze endet.
- Übergabe- und Zuführungsfahrten zwischen Rangierbahnhöfen und Anschließern.
- Bau- und Sonderzüge, bei denen die Oberleitung abgeschaltet oder nicht vorhanden ist.
Dazu kommen Umschlagterminals des kombinierten Verkehrs, wie sie CargoBeamer betreibt. Rangierbahnhöfe und ihre Umfeldstrecken sind deshalb ein sinnvoller Ausgangspunkt für die Suche. Wie man dort legal und sinnvoll beobachtet, beschreibt der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof.
Eine Besonderheit macht diese Fahrzeuge für Beobachter zusätzlich interessant: Der Wechsel der Betriebsart findet an einem bestimmten Punkt der Strecke statt, meist dort, wo die Oberleitung endet oder ein nicht überspannter Bereich beginnt. Solche Stellen sind für Fotos reizvoll, weil sich dort der Stromabnehmer senkt und der Dieselmotor übernimmt – ein Vorgang, den es bei keiner anderen Lokomotivgattung so zu sehen gibt.
Zugleich gilt: Wo genau gewechselt wird, hängt von der Infrastruktur und den betrieblichen Vorgaben ab und ist nichts, was sich aus einer Karte ableiten ließe. Wer solche Motive sucht, arbeitet mit eigener Beobachtung und Community-Meldungen – und wählt seinen Standpunkt ausschließlich auf öffentlich zugänglichem Grund.
Betriebsgelände bleibt tabu
Rangierbahnhöfe, Abstellgruppen, Anschlussgleise und Werksareale sind Betriebs- und Privatgelände. Sie dürfen nicht betreten werden – unabhängig davon, ob gerade gefahren wird. Beobachte von öffentlich zugänglichen Standorten aus, halte Abstand zum Gleis und respektiere Absperrungen ausnahmslos.
Betriebsart mitdokumentieren
Notiere bei einer Sichtung, ob der Stromabnehmer gehoben war oder die Lok im Dieselbetrieb lief. Bei Zweikraftfahrzeugen ist genau das die interessante Zusatzinformation, die sonst niemand festhält.
Für die eindeutige Identifikation der einzelnen Maschine bleibt die Fahrzeugnummer entscheidend. Die vollständige Systematik der zwölfstelligen Kennung mit Prüfziffer erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für einen Vectron Dual Mode, wenn …
- die Lok vier Achsen in zwei Drehgestellen hat
- Stromabnehmer und Dieselkühlung am selben Fahrzeug sichtbar sind
- die Fahrzeugnummer mit 248 beginnt
- sie einen Zug über die Grenze der Elektrifizierung hinaus durchfährt
Sieh genauer hin, wenn …
- eine andere Mehrkraftlok mit ähnlichem Konzept unterwegs ist
- du nur die Front siehst und Dach oder Seitenwand verdeckt sind
- das Fahrzeug in einer Sonderlackierung eines Privatbahnbetreibers läuft
Es ist kein Vectron Dual Mode, wenn …
- kein Stromabnehmer vorhanden ist – dann ist es eine reine Diesellok
- keine Kühl- oder Abgasöffnungen erkennbar sind – dann ist es eine reine Ellok
- du sechs Achsen zählst
Fazit
Der Vectron Dual Mode ist eine der wenigen Lokomotiven, die man an einer einzigen Beobachtung festmachen kann: Stromabnehmer und Dieseltechnik am selben Fahrzeug. Vier Achsen, 160 km/h, in Deutschland Baureihe 248 – und ein Einsatzprofil, das genau an der Grenze der Elektrifizierung beginnt. Wo einzelne Maschinen fahren, ändert sich mit Verträgen und Flottenaufbau, weshalb sich eine eigene, laufend gepflegte Dokumentation lohnt.
Kurzfazit
Zweikraftlok auf Vectron-Basis: Bo'Bo', 160 km/h, Baureihe 248. Erkennungsweg: vier Achsen, Stromabnehmer plus Dieselkühlung, Nummer prüfen. Einsatzschwerpunkt ist der Güterverkehr mit nicht elektrifizierter letzter Meile.
Zusammenfassung
- Der Vectron Dual Mode verbindet elektrischen Antrieb und Dieselmotor in einer vierachsigen Lokomotive der Vectron-Plattform.
- In Deutschland trägt er die Baureihennummer 248 und ist für 160 km/h ausgelegt.
- Sein betrieblicher Sinn liegt im durchgehenden Lauf über Systemgrenzen hinweg, ohne dass eine zweite Lok nötig wird.
- Erkennbar ist er an Stromabnehmer und Dieselkomponenten am selben Fahrzeug – eine Kombination, die es sonst kaum gibt.
Häufige Fragen
Was ist der Siemens Vectron Dual Mode?
Eine Zweikraftlokomotive auf Basis der Vectron-Plattform von Siemens Mobility. Sie kann unter Oberleitung elektrisch fahren und auf nicht elektrifizierten Abschnitten mit einem Dieselmotor weiterarbeiten. Die Achsfolge ist Bo'Bo', die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. In Deutschland läuft das Fahrzeug als Baureihe 248.
Was bringt eine Zweikraftlokomotive im Alltag?
Sie spart den Lokwechsel. Viele Güterverkehre beginnen oder enden auf Anschlussgleisen ohne Oberleitung. Bisher brauchte man dafür eine zusätzliche Diesellok. Eine Zweikraftlok fährt den gesamten Lauf durch – das spart Rangieraufwand, Zeit und ein zweites Fahrzeug.
Warum trägt sie die Baureihennummer 248?
Weil das EDV-Nummernschema der Deutschen Bahn Fahrzeuge nach Antriebsart ordnet. Baureihen, die mit 2 beginnen, sind Lokomotiven mit Verbrennungsmotor; Baureihen mit 1 sind reine Elektrolokomotiven. Da die Dual-Mode-Maschine einen Dieselmotor besitzt, wird sie im 2er-Block geführt.
Wie unterscheide ich sie von einem normalen Vectron?
An den Dieselkomponenten. Ein elektrischer Vectron hat ein aufgeräumtes Dach mit Stromabnehmern und schlanke Seitenwände. Die Dual-Mode-Variante braucht zusätzlich Platz für Motor, Kühlanlage und Abgasführung – das zeigt sich an größeren Lüftungsflächen und einem anders gegliederten Lokkasten.
Was ist der Unterschied zur Variante Dual Mode light?
Die leichtere Ausführung ist auf andere Einsatzprofile zugeschnitten und unterscheidet sich in Leistungsauslegung und Gewicht. Beide verfolgen dasselbe Ziel – durchgehender Lauf über die Grenze der Elektrifizierung hinweg –, sind aber für unterschiedliche Aufgaben und Achslastvorgaben ausgelegt.
Was bedeutet die Achsfolge Bo'Bo'?
Bo' steht für ein zweiachsiges Drehgestell, dessen Achsen jeweils einzeln angetrieben werden. Zweimal Bo' bedeutet also: vier Achsen in zwei Drehgestellen, alle angetrieben. Diese Anordnung ist bei modernen Streckenlokomotiven der Standard, weil sie Zugkraft und Laufruhe gut ausbalanciert.
Wo sieht man solche Lokomotiven?
Überwiegend im Güterverkehr, besonders dort, wo elektrifizierte Hauptstrecken auf nicht elektrifizierte Anschlüsse, Häfen oder Industriegleise treffen. Auch Bau- und Übergabezüge sind typische Einsätze. Welche Umläufe konkret mit Dual-Mode-Loks gefahren werden, ändert sich mit Verträgen und Flottenzugängen.
Woran erkenne ich, welche Lok genau vor mir steht?
An der vollständigen Fahrzeugnummer an Seitenwand und Führerstand sowie an der zwölfstelligen UIC-Nummer im Anschriftenfeld. Sie ist der eindeutige Identifikator – wichtig, wenn du Sichtungen sauber dokumentieren und einzelne Maschinen über die Zeit verfolgen willst.
Sichtung von Siemens Vectron Dual Mode festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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