Siemens Vectron Dual Mode light

Die Vectron Dual Mode light ist die leichtere Zweikraft-Variante der Vectron-Familie: Fahrdraht und Dieselmotor in einer Lok. So erkennst und dokumentierst du sie.

Auch bekannt als: Vectron DM light · Vectron Dual Mode light

DeutschlandDeutschlandDampfloks & Sonderantriebe7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Zweikraft statt Hybrid: Die Lok fährt unter Fahrdraht elektrisch und schaltet auf den Dieselmotor um, wo keine Oberleitung liegt.
  • Die Nummer verrät alles: 90 80 am Anfang steht für „sonstige Traktionsart“ – genau dort werden Zweikraftloks eingeordnet.
  • Erkennungsmerkmal Nummer eins ist die Kombination aus Stromabnehmer und Dieselmodul samt Dachlüftern.
  • Die Variante „light“ zielt auf Strecken mit geringerer zulässiger Achslast – sie ist die leichtere Schwester der Vectron Dual Mode.
  • Einsatzgebiete ändern sich mit Vergaben, Mietverträgen und Fahrplanjahren – prüfe immer den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Siemens Vectron Dual Mode light?
  2. 2.Warum die Fahrzeugnummer mit 90 beginnt
  3. 3.Woran du die Lok im Feld erkennst
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Spotting und Fotografie
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartZweikraftlokomotive – elektrisch unter Fahrdraht, dieselelektrisch ohne Oberleitung
PlattformSiemens Vectron
AchsfolgeBo'Bo' (vier Achsen in zwei Drehgestellen)
Auslegungleichtere Variante der Vectron Dual Mode für Strecken mit geringerer zulässiger Achslast
Stromsystem im deutschen Netz15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom
FahrzeugnummerNVR-Nummer beginnt mit 90 80 – Kennung für „sonstige“ Traktionsart

Erkennungsmerkmale

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  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen – keine sechsachsige Bauform
  • Vectron-typische Front mit schmalem Fensterband, aber Lüftergitter und Abgasführung auf dem Dach
  • Stromabnehmer vorhanden und Dieselmodul – die Kombination ist das Kernmerkmal
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 90 80, nicht mit 91 80 (Ellok) oder 92 80 (Diesellok)
  • Meist vor Güterzügen, häufig im Einzelwagenverkehr zu Anschlussstellen ohne Fahrdraht

Aktualisiert: August 2026 – Eine Lok mit Stromabnehmer auf dem Dach, die trotzdem qualmt: Das irritiert beim ersten Mal. Die Siemens Vectron Dual Mode light ist genau dafür gebaut – sie fährt unter Fahrdraht elektrisch und übernimmt den Rest der Strecke mit einem Dieselmotor. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, was ihre Fahrzeugnummer verrät und worauf du beim Dokumentieren achten solltest.

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Was ist die Siemens Vectron Dual Mode light?

Die Vectron Dual Mode light ist eine vierachsige Zweikraftlokomotive aus der Vectron-Familie von Siemens Mobility. Zweikraft heißt: Die Lok besitzt zwei vollwertige Antriebsquellen – den Stromabnehmer für den elektrischen Betrieb unter Oberleitung und einen Dieselmotor für alles, was ohne Fahrdraht liegt. Der Zusatz „light“ kennzeichnet die leichtere Auslegung gegenüber der Siemens Vectron Dual Mode; sie zielt auf Strecken, deren zulässige Achslast niedriger ist.

Der betriebliche Sinn dahinter ist einfach: Auf vielen Güterrelationen ist die Hauptstrecke elektrifiziert, das letzte Stück zum Werk, Hafen oder Anschlussgleis aber nicht. Früher brauchte es dafür entweder einen Lokwechsel oder eine reine Diesellok über die gesamte Strecke. Eine Zweikraftlok erledigt beides in einem Umlauf – ohne Rangieraufwand an der Systemgrenze.

Warum die Fahrzeugnummer mit 90 beginnt

Das ist das lehrreichste Detail an diesem Fahrzeug und zugleich der zuverlässigste Bestimmungsweg. Die europäische Fahrzeugnummer beginnt bei Triebfahrzeugen mit einer zweistelligen Kennung der Fahrzeugart:

Kennung Fahrzeugart Beispiel
90 sonstige Traktionsart Zweikraftloks, Dampfloks, Sonderantriebe
91 Elektrolokomotive klassische Streckenellok
92 Diesellokomotive Streckendiesellok
94 Elektrotriebzug Regional- und S-Bahn-Triebzüge
95 Dieseltriebwagen Triebwagen auf Nebenstrecken
98 Diesel-Rangierlokomotive Rangier- und Kleinloks

Eine Zweikraftlok passt weder in 91 noch in 92 – deshalb landet sie in der Sammelgruppe 90. Genau darum steht sie in dieser Datenbank in derselben Kategorie wie Dampflokomotiven: Beide teilen sich die Kennung für „alles andere“. Wie die vollständige Nummer aufgebaut ist und wozu die Prüfziffer am Ende dient, erklärt der Guide zum Lesen der UIC-Nummer am Fahrzeug.

Woran du die Lok im Feld erkennst

Achsen zählen

Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Sechsachsige Zweikraftloks wie die Eurodual oder die Euro 9000 sind damit sofort ausgeschlossen.

Aufs Dach schauen

Stromabnehmer allein reicht nicht. Suche zusätzlich nach Abgasführung und großflächigen Lüftergittern – das ist die Signatur des Dieselmoduls.

Seitenwand prüfen

Der Lokkasten ist anders gegliedert als bei der reinen Ellok, weil Motor, Kühlanlage und Kraftstoffvorrat Platz brauchen. Große Lüfterflächen sind ein starkes Indiz.

Nummer lesen

Beginnt sie mit 90 80, ist die Traktionsart geklärt. Die Baureihen- und Ordnungsnummer dahinter benennt die konkrete Serie und Maschine.

Der schnellste Test aus der Distanz

Achszahl zuerst, danach Dach. Beides erkennst du auch bei mäßigem Licht. Details der Seitenwand und die Nummer prüfst du in Ruhe, wenn die Lok steht oder du das Foto später am Rechner ansiehst.

Einordnung im Bahnbetrieb

Zweikraftloks sind Werkzeuge für eine ganz bestimmte Aufgabe: gemischt elektrifizierte Relationen im Güterverkehr. Daraus lässt sich ableiten, wo sich das Suchen lohnt.

Umfeld Trefferchance Warum
Elektrifizierte Hauptstrecke mit nicht elektrifizierten Anschlüssen hoch Genau das Einsatzprofil der Bauart
Industrie- und Hafenbahnen mit Fahrdrahtgrenze hoch Der Systemwechsel entfällt, Lokwechsel wird gespart
Reiner Fernverkehrsknoten ohne Güterverkehr niedrig Andere Fahrzeugarten dominieren
Vollständig elektrifizierte Güterachse mittel Möglich, aber wirtschaftlich wenig sinnvoll
Museumsbahnen und Sonderverkehr sehr niedrig Junge Serienfahrzeuge im gewerblichen Einsatz

Einsatzgebiete sind kein Dauerzustand

Wer welche Lok fährt, hängt an Mietverträgen, Vergaben und Fahrplanjahren. Listen aus dem Netz veralten schnell. Verlass dich auf aktuelle Community-Sichtungen und deine eigene Beobachtung statt auf eine Momentaufnahme von vor drei Jahren.

Wer den Unterschied zwischen Güter- und Reisezugfahrzeugen systematisch verstehen will, findet die Grundlagen im Beitrag zu Nahverkehr und Fernverkehr aus Spotter-Sicht.

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Spotting und Fotografie

Weil diese Loks im Güterverkehr laufen, gelten andere Regeln als beim Fernverkehr. Es gibt keinen Taktfahrplan, an dem du dich festhalten kannst, und der Aufenthalt ist oft kurz.

  • Güterknoten statt Reisezugbahnhof. Rangierbahnhöfe und die zugehörigen öffentlichen Bahnsteige sind die realistischeren Standorte. Praktische Hinweise dazu sammelt der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof.
  • Fahrdrahtgrenzen sind Fotomotive. Der Punkt, an dem die Oberleitung endet, ist genau die Stelle, an der eine Zweikraftlok ihren Sinn zeigt – vorausgesetzt, du findest einen öffentlich zugänglichen Standort mit freier Sicht.
  • Dach mit ins Bild. Ein leicht erhöhter Standpunkt macht den Unterschied zur reinen Ellok sichtbar. Frontal aufgenommen sieht eine Vectron wie jede andere Vectron aus.
  • Seitenwand vollständig abbilden. Nur dann ist die Fahrzeugnummer später lesbar – und ohne sie ist die Sichtung nur die halbe Information.

Zur Brennweitenwahl und zum Umgang mit Distanz an solchen Standorten hilft der Ratgeber zum besten Teleobjektiv für Eisenbahnfotografie. Und die entscheidende Rahmenbedingung: Gleise, Betriebsanlagen und Betriebshöfe sind tabu. Sie sind Privatgelände, das Betreten ist verboten und lebensgefährlich. Fotografiert wird von öffentlich zugänglichen Flächen aus – die Regeln dazu fasst der Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis zusammen.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für eine Vectron Dual Mode light, wenn …

  • du vier Achsen zählst
  • Stromabnehmer und Abgasführung gleichzeitig vorhanden sind
  • die Fahrzeugnummer mit 90 80 beginnt
  • ein Güterzug oder eine Übergabefahrt dranhängt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Lok nur frontal siehst – die Vectron-Front ist familienweit ähnlich
  • eine Mietlackierung die Zuordnung erschwert
  • du nicht sicher bist, ob es die Standard- oder die leichtere Variante ist

Es ist keine Vectron Dual Mode light, wenn …

  • du sechs Achsen zählst – dann kommen Eurodual oder Euro 9000 infrage
  • kein Stromabnehmer vorhanden ist
  • die Nummer mit 91 80 oder 92 80 beginnt

Zur Abgrenzung gegenüber der rein elektrischen Plattform lohnt der Vergleich mit der Siemens Vectron; die sechsachsige Konkurrenz beschreibt die Seite zur Stadler Eurodual. Wie du solche Merkmalsketten allgemein abarbeitest, zeigt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Fazit

Die Vectron Dual Mode light ist kein Fahrzeug, das man an einer spektakulären Form erkennt – sie ist eine Vectron mit einem zweiten Antrieb. Genau darin liegt der Bestimmungsweg: Achszahl, Dachbild mit Stromabnehmer und Abgasführung, dann die Nummer. Weil Bestand und Einsätze sich mit jedem Vertragsjahr verschieben, ist die saubere Dokumentation hier wertvoller als bei jeder Altbaulok.

Kurzfazit

Vier Achsen, Stromabnehmer plus Dieselmodul, Nummer ab 90 80: Das ist eine Zweikraft-Vectron. Ob Standard- oder „light“-Variante, entscheidet am Ende die vollständige Fahrzeugnummer – notiere sie immer mit.

Deine Zweikraft-Sichtungen an einem Ort

Nummer, Datum, Standort und Foto in einer App – so wächst über die Jahre ein Bestand, den keine Onlineliste ersetzt.

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Zusammenfassung

  • Die Vectron Dual Mode light gehört zur Zweikraft-Familie der Vectron-Plattform und verbindet elektrischen Betrieb mit einem Dieselantrieb für Strecken ohne Fahrdraht.
  • Für die Bestimmung im Feld reichen Achszahl, das Dach mit Stromabnehmer plus Abgasführung und der Nummernbeginn 90 80.
  • Betrieblich ist sie eine Güterzuglok für gemischt elektrifizierte Relationen – der klassische Lokwechsel entfällt.
  • Weil Bestand und Einsätze sich schnell ändern, lohnt es sich, jede Sichtung mit vollständiger Fahrzeugnummer und Datum festzuhalten.

Häufige Fragen

Was ist eine Vectron Dual Mode light?

Es ist eine Zweikraftlokomotive aus der Siemens-Vectron-Familie: Sie fährt unter Oberleitung elektrisch und nutzt auf nicht elektrifizierten Abschnitten einen Dieselmotor. Der Zusatz „light“ steht für eine leichtere Auslegung, die auch Strecken mit geringerer zulässiger Achslast offensteht.

Warum beginnt die Fahrzeugnummer mit 90 und nicht mit 91?

Die ersten beiden Ziffern der Fahrzeugnummer geben die Fahrzeugart an. 91 steht für reine Elektroloks, 92 für reine Dieselloks. Fahrzeuge, die in keine der beiden Schubladen passen, bekommen die Gruppe 90 für „sonstige“ – dort landen Zweikraftloks genauso wie Dampflokomotiven.

Wie unterscheide ich sie von einer normalen Vectron?

Sieh aufs Dach und auf die Seitenwand. Eine reine Ellok hat Stromabnehmer, aber keine Abgasführung und keine großen Motorlüfter. Bei der Zweikraftvariante findest du beides. Zusätzlich ist der Lokkasten anders gegliedert, weil das Dieselmodul Platz braucht.

Wo fährt die Vectron Dual Mode light?

Typisch sind Güterleistungen auf Relationen, die teils elektrifiziert sind und teils nicht – etwa Fahrten von einer Hauptstrecke zu einem Anschlussgleis ohne Fahrdraht. Welche Umläufe konkret gefahren werden, hängt von Mietverträgen und Vergaben ab und ändert sich laufend.

Wie viele Achsen hat die Lok?

Vier, verteilt auf zwei Drehgestelle – Achsfolge Bo'Bo'. Damit unterscheidet sie sich klar von sechsachsigen Zweikraftloks wie der Stadler Eurodual, die für schwere Züge auf eine höhere Zugkraft ausgelegt sind.

Ist die Lok ein Hybrid mit Batterie?

Nein. Zweikraft bedeutet zwei vollwertige Energiequellen: Fahrdraht und Dieselmotor. Ein Hybridfahrzeug im engeren Sinn speichert Energie in Batterien und gibt sie wieder ab. Beides kommt auf dem Markt vor, ist aber technisch nicht dasselbe.

Woran erkenne ich die genaue Maschine?

An der vollständigen NVR-Nummer an der Seitenwand. Sie enthält Fahrzeugart, Länderkennung, Baureihen- und Ordnungsnummer sowie eine Prüfziffer. Nur damit lässt sich eine Sichtung später eindeutig zuordnen – die Baureihenbezeichnung allein reicht nicht.

Warum steht diese Lok in der Kategorie Dampflokomotiven?

Weil die Datenbank nach der Fahrzeugart-Kennung 90 sortiert. Diese Gruppe fasst alle Triebfahrzeuge zusammen, die weder reine Ellok noch reine Diesellok sind – historisch überwiegend Dampfloks, heute zusätzlich moderne Zweikraft- und Sonderantriebe.

Sichtung von Siemens Vectron Dual Mode light festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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