Vossloh G 1700-2 BB

Die Vossloh G 1700-2 BB steht zwischen Übergabelok und Streckenmaschine: vier Achsen, hydraulisches Getriebe und die typische Kieler Bauform mit Mittelführerhaus.

Auch bekannt als: G 1700-2 BB · Vossloh G1700-2

DeutschlandDeutschlandDiesellokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die G 1700-2 BB gehört zur oberen Mitte der Kieler BB-Familie – stärker als die G 1000 BB, kleiner als die G 2000 BB.
  • Die Ziffer nach dem Bindestrich kennzeichnet eine Ausführungsvariante innerhalb desselben Grundtyps.
  • Erkennungsformel: vier Achsen, Mittelführerhaus, ungleich lange Vorbauten.
  • Dieselhydraulisch: Das G in der Bezeichnung steht für Getriebe, nicht für Generator.
  • Halter, Lackierung und Einsatz wechseln – nur die Fahrzeugnummer ist dauerhaft belastbar.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Vossloh G 1700-2 BB?
  2. 2.Die Kieler Typenlogik in der Praxis
  3. 3.Erkennung im Feld
  4. 4.Wo die Lok arbeitet
  5. 5.Spotting und Sicherheit
  6. 6.Anschriftenfeld lesen: die vier wichtigen Zeilen
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartDieselhydraulische Lokomotive für Güter- und Übergabeverkehr
HerstellerVossloh Locomotives, Kiel (früheres MaK-Werk)
AchsfolgeB'B' (vier Achsen in zwei zweiachsigen Drehgestellen)
Kraftübertragunghydraulisch über Strömungsgetriebe
AufbauformMittelführerhaus zwischen einem langen und einem kurzen Vorbau
TypenlogikG = Getriebelok, Zahl = Leistungshinweis, BB = zwei zweiachsige Drehgestelle
UIC-Bauartcode92 – Diesellokomotive

Erkennungsmerkmale

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  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen, keine dreiachsige Rahmenbauart
  • Führerhaus mittig zwischen zwei unterschiedlich langen Vorbauten
  • Kräftige Kühlergitter und Auspuff auf dem langen Vorbau
  • Deutlich massiver wirkend als die kleineren Typen derselben Familie
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 92 für Diesellokomotive
  • Meist in Hausfarben privater Betreiber, selten in Bahnfarben

Aktualisiert: August 2026 – Zwischen der handlichen Übergabelok und der schweren Streckenmaschine liegt eine Klasse, die im Alltag viel Arbeit erledigt und trotzdem kaum beachtet wird. Die Vossloh G 1700-2 BB gehört genau dorthin: vier Achsen, hydraulisches Getriebe, Mittelführerhaus – und deutlich mehr Zugkraft, als ihre unauffällige Form vermuten lässt. Diese Seite ordnet sie ein und zeigt, wie du sie sicher bestimmst.

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Was ist die Vossloh G 1700-2 BB?

Die Vossloh G 1700-2 BB ist eine vierachsige dieselhydraulische Lokomotive aus der Kieler Fertigung, die auf den traditionsreichen MaK-Lokomotivbau zurückgeht. Sie steht in der Leistungsstaffel oberhalb der weit verbreiteten mittleren Typen und ist für Güterzugleistungen ausgelegt, bei denen eine kleinere Maschine an ihre Grenzen kommt. Zu den bekannteren deutschen Haltern gehört die Wiebe Unternehmensgruppe.

Der Name ist dabei erstaunlich informativ. G bedeutet Getriebelok: Die Motorleistung geht über ein Strömungsgetriebe an die Achsen, nicht über Generator und Fahrmotoren. Die Zahl ordnet das Modell in der Leistungsstaffel ein. Die -2 hinter der Zahl kennzeichnet eine Ausführungsvariante desselben Grundtyps. BB schließlich steht für die Achsfolge B’B’. Wer diese vier Bausteine kennt, liest jede Kieler Typenbezeichnung wie einen Steckbrief.

Die Kieler Typenlogik in der Praxis

Deutsche Dieselloks kennen zwei nebeneinanderlaufende Benennungssysteme, und das sorgt regelmäßig für Verwirrung.

Bei den Staatsbahnfahrzeugen gab es bis 1968 die V-Bezeichnungen – V 60 für die schwere Rangierlok, V 100 für die Universallok, V 200 für die große Streckenlok. Die Umzeichnung 1968 ersetzte sie durch dreistellige Baureihennummern, aus denen später über den UIC-Standard die zwölfstelligen Fahrzeugnummern hervorgingen. Bis heute sagen viele „V 100“, wenn eine Baureihe 212 gemeint ist.

Bei den Herstellern läuft parallel dazu ein zweites System, das nicht die Bahn, sondern das Werk vergibt. Genau daraus stammen Bezeichnungen wie G 1700-2 BB. Sie beschreiben Bauart und Ausführung, nicht die Zulassung. Erst wenn eine solche Lok in Deutschland eingestellt wird, bekommt sie zusätzlich eine Baureihennummer im 200er-Bereich und eine vollständige NVR-Nummer.

Zwei Namen, ein Fahrzeug

Herstellertyp und Betriebsnummer beschreiben dieselbe Maschine aus zwei Perspektiven. Für Sichtungen ist die Betriebs- beziehungsweise NVR-Nummer die belastbarere Angabe, weil sie eindeutig ist – Herstellerbezeichnungen gelten immer für eine ganze Bauart.

Erkennung im Feld

Achsen zählen

Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Dreiachsige Rahmenloks und sechsachsige Schwergewichte scheiden damit sofort aus.

Führerhaus verorten

Mittig zwischen zwei Vorbauten. Das ist die klassische Kieler Rangier- und Übergabeform mit Sicht in beide Richtungen.

Größe abschätzen

Im direkten Vergleich wirkt die Maschine länger und massiver als die kleineren Typen derselben Familie – ein Hinweis, keine Beweisführung.

Anschriftenfeld lesen

Zwölfstellige Nummer, beginnend mit 92 80, dazu Halterkürzel. Das ist die einzige eindeutige Zuordnung.

Die systematische Fassung dieses Vorgehens steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen, die Details der Nummernsystematik im Beitrag zur UIC-Nummer.

Wo die Lok arbeitet

Einsatzfeld Eignung Anmerkung
Güterzüge mittlerer Länge ohne Fahrdraht sehr gut Kernaufgabe dieser Leistungsklasse
Schwere Übergabefahrten sehr gut Streckentauglich und rangierfreundlich zugleich
Hafen- und Industrieverkehre gut Hohe Zuggewichte auf kurzen Wegen
Bau- und Umleiterverkehre gut Unabhängig vom Fahrdraht einsetzbar
Schneller Reisezugverkehr selten Nicht die Auslegung der Bauart

Wer die Leistungsstaffel nach oben und unten abschreiten will, findet die stärkere Schwester auf der Seite zur Vossloh G 2000 BB und die verbreitete mittlere Klasse bei der Vossloh G 1000 BB. Das mit Abstand häufigste Fahrzeug dieser Formfamilie ist die MaK G 1206 – wer sie kennt, erkennt die Bauform überall wieder.

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Spotting und Sicherheit

Güterverkehr spielt sich zu großen Teilen außerhalb der Bahnsteige ab. Das macht die Standortwahl wichtiger als bei Reisezügen – und heikler.

Verlässlich gute und zugleich zulässige Standorte sind öffentliche Brücken über Bahnanlagen, Wege und Straßen parallel zur Strecke sowie Bahnsteige an Bahnhöfen, an denen Güterzüge durchfahren oder kreuzen. Alles andere – Gleisbereiche, Böschungen, Anschlussgleise, Rangierbahnhöfe, Betriebswerke – ist Betriebsanlage oder Privatgelände und damit tabu. Diese Grenze ist nicht verhandelbar und lässt sich auch nicht durch ein besseres Motiv rechtfertigen. Die Hintergründe und die praktischen Konsequenzen fasst der Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis zusammen.

Veränderliche Angaben

Halter, Lackierung, Betreiber und Einsatzgebiet dieser Lokomotiven wechseln regelmäßig – teils mehrfach innerhalb weniger Jahre. Nimm keine Fundstelle im Netz als dauerhaft gültig an, sondern prüfe den aktuellen Stand, bevor du eine Tour darauf aufbaust.

Anschriftenfeld lesen: die vier wichtigen Zeilen

Bei Güterloks privater Betreiber – etwa der Osthannoverschen Eisenbahnen – ist das Anschriftenfeld die wertvollste Fläche am ganzen Fahrzeug. Es sitzt üblicherweise unter oder neben dem Führerhausfenster und ist meist kleiner, als man beim ersten Suchen erwartet.

Die erste Information ist die zwölfstellige Fahrzeugnummer. Ihre ersten beiden Ziffern bilden den UIC-Bauartcode: 92 für Diesellokomotive, 91 für Ellok, 93 für Hochgeschwindigkeitstriebzüge, 94 für Elektrotriebzüge, 95 für Dieseltriebwagen, 96 für Steuer- und Beiwagen, 97 für elektrische Rangier- und Bahndienstloks, 98 für Diesel-Rangier- und Kleinloks, 99 für Bahndienstfahrzeuge und 90 für sonstige Traktionsarten wie Dampf, Hybrid, Akku oder Wasserstoff.

Die zweite Information ist der Ländercode, 80 für Deutschland. Er sagt, wo das Fahrzeug eingestellt ist, nicht wo es gerade fährt.

Die dritte ist die eigentliche Fahrzeugkennung aus Baureihe und Ordnungsnummer plus einer Prüfziffer am Ende. Genau daraus entsteht auch die kurze Betriebsnummer, die groß an der Seitenwand steht.

Die vierte ist die Kombination aus Länderkennung und Halterkürzel, etwa in der Form D-XXXX. Sie nennt den Einsteller – nicht zwingend das Unternehmen, das die Lok gerade fährt.

Wer sich angewöhnt, bei jeder unbekannten Lok ein Zweitbild vom Anschriftenfeld zu machen, spart sich später viel Recherche. Das Bild beantwortet Fragen, die einem im Moment der Sichtung gar nicht einfallen – und es bleibt gültig, auch wenn die Lok ein Jahr später in anderen Farben unterwegs ist.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die G 1700-2 BB, wenn …

  • vier Achsen in zwei Drehgestellen laufen
  • das Führerhaus mittig zwischen ungleich langen Vorbauten sitzt
  • die Maschine deutlich massiver wirkt als die kleinen Typen der Familie
  • die Typenanschrift oder die Fahrzeugnummer es bestätigt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du zwischen den mittleren und starken Typen der Kieler Familie schwankst
  • die Lok eine Firmenlackierung ohne Typenanschrift trägt
  • du sie nur aus großer Entfernung oder im Gegenlicht siehst

Es ist keine G 1700-2 BB, wenn …

  • du sechs Achsen zählst
  • das Führerhaus an einem Fahrzeugende sitzt
  • die Fahrzeugnummer mit 91 oder 98 beginnt

Fazit

Die Vossloh G 1700-2 BB ist ein gutes Beispiel dafür, dass Herstellerbezeichnungen mehr Information transportieren als jede Farbgebung. Wer das Schema aus Buchstabe, Leistungszahl, Variantenziffer und Achsfolgekürzel liest, hat die Lok grob eingeordnet, bevor er die Nummer überhaupt entziffert hat. Den Rest erledigt dann das Anschriftenfeld.

Kurzfazit

Vier Achsen, Mittelführerhaus, hydraulisches Getriebe, obere Leistungsmitte: So sitzt die G 1700-2 BB in der Kieler Familie. Bestimmung über die Form, Bestätigung über die Nummer, Vorsicht bei allem, was mit Farbe und Betreiber zusammenhängt.

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Nummer, Halter, Ort und Datum – so bleibt deine Sichtung auch Jahre später noch nachvollziehbar.

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Zusammenfassung

  • Die G 1700-2 BB ist eine leistungsstärkere Variante der klassischen Kieler Getriebelok mit Mittelführerhaus.
  • Sie deckt Güterzugleistungen ab, für die kleinere Typen zu schwach und sechsachsige Maschinen überdimensioniert wären.
  • Bestimmt wird sie über Achsfolge und Aufbauform, eindeutig zugeordnet über die zwölfstellige Fahrzeugnummer.
  • Als typische Privatbahn- und Mietlok wechselt sie Betreiber und Beschriftung häufiger als Fahrzeuge der Staatsbahn.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Bezeichnung G 1700-2 BB?

G steht für Getriebelok mit hydraulischer Kraftübertragung, die Zahl ist ein Leistungshinweis innerhalb der Kieler Typenfamilie, die -2 kennzeichnet eine Ausführungsvariante des Grundtyps, und BB beschreibt die Achsfolge B'B' mit zwei zweiachsigen Drehgestellen.

Wie erkenne ich die Lok im Feld?

An der klassischen Kieler Silhouette: vier Achsen, Mittelführerhaus und zwei unterschiedlich lange Vorbauten. Gegenüber den kleineren Familienmitgliedern wirkt sie massiver und länger. Für die endgültige Zuordnung brauchst du die Fahrzeugnummer im Anschriftenfeld.

Wofür wird eine Lok dieser Leistungsklasse eingesetzt?

Für Güterzüge mittlerer Länge auf nicht durchgehend elektrifizierten Relationen, für schwere Übergaben und für Werk- und Hafenverkehre mit hohen Zuggewichten. Der konkrete Einsatz hängt vom Halter ab und ändert sich mit Verträgen und Fahrplanjahren.

Was unterscheidet sie von der G 2000 BB?

Die G 2000 BB ist die stärkere Maschine der Familie und wurde zusätzlich in einer auffällig kantigen Designvariante gebaut. Die G 1700-2 BB bleibt näher an der klassischen Kieler Formensprache. Sicher unterscheiden lassen sich beide über die Typenanschrift und die Fahrzeugnummer.

Warum steht in der Nummer eine 92 und keine 98?

Weil es sich um eine streckenfähige Diesellokomotive handelt. Der UIC-Bauartcode 92 kennzeichnet Dieselloks, die 98 dagegen Diesel-Rangier- und Kleinloks. Die Zuordnung folgt der Zulassung, nicht der Tagesaufgabe – eine 92er kann durchaus rangieren.

Ist die Lok auch im Ausland unterwegs?

Kieler Getriebeloks dieser Familie wurden für mehrere europäische Märkte gebaut, mit entsprechenden Zulassungen und Zugsicherungssystemen. Ob eine bestimmte Maschine grenzüberschreitend fährt, hängt von ihrer Ausrüstung ab und lässt sich nicht pauschal sagen.

Wie oft bekommt man sie zu sehen?

Deutlich seltener als die verbreiteten mittleren Typen der Familie, aber regelmäßiger als echte Kleinserien. Wer gezielt sucht, orientiert sich an Güterknoten und Anschlussbahnen sowie an aktuellen Sichtungsmeldungen aus der Community.

Worauf sollte ich bei der Dokumentation achten?

Auf die vollständige zwölfstellige Nummer inklusive Halterkürzel, auf Ort und Datum und – wenn möglich – auf ein Bild der Seitenwand. Weil Firmenlackierungen bei Privatbahnloks häufig wechseln, ist das Datum genauso wichtig wie die Nummer selbst.

Sichtung von Vossloh G 1700-2 BB festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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