Das Wichtigste in Kürze
- Die Eurolight ist eine echte Streckenlok: Führerstände an beiden Enden, Kastenaufbau, für Reise- und Güterzüge ausgelegt.
- Dieselelektrisch: Generator und Fahrmotoren statt Strömungsgetriebe – anders als die Kieler G-Typen.
- Bekannt geworden als britische Class 68, entwickelt und gebaut im spanischen Valencia.
- Nicht mit Rangierloks verwechseln: Mittelführerhaus und Vorbauten fehlen völlig.
- Einsatz, Halter und Lackierung wechseln – prüfe immer den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Dieselelektrische Streckenlokomotive für Reise- und Güterzugverkehr |
|---|---|
| Hersteller | Vossloh España, Valencia (heute Stadler Rail Valencia) |
| Achsfolge | Bo'Bo' (vier Achsen in zwei Drehgestellen, alle Achsen einzeln angetrieben) |
| Kraftübertragung | dieselelektrisch über Generator und Fahrmotoren |
| Bekannteste Ausführung | britische Class 68 |
| Auslegung | gemischter Verkehr aus Reise- und Güterzugleistungen |
| UIC-Bauartcode | 92 – Diesellokomotive |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, jede Achse einzeln angetrieben (Bo'Bo')
- Führerstände an beiden Enden – keine Rangierbauform mit Mittelführerhaus
- Geschlossener Kastenaufbau statt Vorbauten, moderne aerodynamische Front
- Kühlanlage und Auspuff im Dachbereich integriert
- Fahrzeugnummer beginnt mit 92 für Diesellokomotive
- In britischer Ausführung Betriebsnummern der Class 68
Aktualisiert: August 2026 – Unter den Fahrzeugen mit Vossloh-Etikett fällt die Eurolight aus dem Rahmen. Sie hat kein Mittelführerhaus, keine Vorbauten und ist auch nicht in Kiel entstanden, sondern in Valencia. Bekannt wurde sie als britische Class 68. Diese Seite ordnet die Plattform ein, zeigt ihre Erkennungsmerkmale und erklärt, warum sie sich so deutlich von den übrigen Vossloh-Dieselloks unterscheidet.
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Was ist die Vossloh Eurolight?
Die Vossloh Eurolight ist eine vierachsige dieselelektrische Streckenlokomotive, entwickelt und gebaut bei Vossloh España im spanischen Valencia. Der Standort ging später an Stadler Rail über, weshalb dieselbe Plattform je nach Bauzeitpunkt unter unterschiedlichen Firmennamen auftaucht. Ihre bekannteste Ausführung ist die britische Class 68.
Konzipiert ist sie als Mehrzwecklok für den gemischten Verkehr: Reisezüge und Güterzüge mit derselben Maschine. Das verlangt eine höhere Höchstgeschwindigkeit als bei reinen Güterdieselloks und gleichzeitig genug Zugkraft für schwere Lasten – ein Auslegungspunkt, den viele Bauarten so nicht anpeilen. Die Achsfolge Bo’Bo’ mit vier einzeln angetriebenen Achsen ist dafür der passende technische Rahmen.
Die Silhouette macht den Unterschied
Innerhalb der Vossloh-Welt ist die Eurolight optisch die klare Ausnahme, und genau das macht die Bestimmung einfach.
Führerstände zählen
Zwei Führerstände, je einer an jedem Ende. Die Kieler Rangier- und Übergabeloks haben stattdessen ein einzelnes Führerhaus in der Mitte.
Aufbau prüfen
Ein durchgehender geschlossener Kastenaufbau ohne abgesetzte Vorbauten. Kühlanlage und Abgasführung sind in die Dachpartie integriert.
Fahrwerk ansehen
Vier Achsen in zwei Drehgestellen, jede Achse einzeln von einem Fahrmotor angetrieben – die typische Bo'Bo'-Anordnung dieselelektrischer Streckenloks.
Nummer lesen
Die zwölfstellige Fahrzeugnummer beginnt mit 92 für Diesellok. In britischer Ausführung tritt zusätzlich die Class-68-Betriebsnummer auf.
Wer die Reihenfolge dieser Prüfschritte generell verinnerlichen will, findet sie in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen. Die Systematik der zwölfstelligen Nummer erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer.
Einordnung: Mehrzwecklok statt Spezialistin
| Kriterium | Vossloh Eurolight | Kieler G-/DE-Typen |
|---|---|---|
| Bauform | Kastenaufbau, zwei Führerstände | Mittelführerhaus, zwei Vorbauten |
| Kraftübertragung | dieselelektrisch | hydraulisch (G) oder dieselelektrisch (DE) |
| Hauptaufgabe | Reise- und Güterzüge im Streckendienst | Rangieren, Übergaben, leichter Streckendienst |
| Hauptmarkt | Großbritannien (Class 68) | Deutschland und Nachbarländer |
| Sichtungschance in Deutschland | sehr gering | hoch |
Die Tabelle macht deutlich, warum sich beide Konzepte nicht ins Gehege kommen: Sie lösen unterschiedliche Aufgaben. Ein deutscher Gegenentwurf mit ähnlicher Zielsetzung – Streckendiesellok für gemischten Verkehr – ist die Siemens ER 20. Innerhalb der Vossloh-Welt ist die dieselelektrische Vossloh DE 18 technisch die nächste Verwandte, wenn auch mit ganz anderer Bauform.
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Warum eine spanische Lok ein Vossloh-Etikett trägt
Für Verwirrung sorgt regelmäßig die Frage, warum eine in Valencia gebaute Lokomotive unter demselben Markennamen läuft wie die Kieler Rangierloks. Der Grund ist Unternehmensgeschichte, nicht Technik.
Vossloh übernahm Ende der 1990er Jahre den Lokomotivbau in Kiel aus der MaK-Tradition und baute später ein zweites Standbein in Spanien auf. Beide Standorte entwickelten eigenständige Produktlinien – Kiel die Rangier- und Übergabeloks mit Mittelführerhaus, Valencia die Streckenloks mit Kastenaufbau. Später gingen die Standorte getrennte Wege: Valencia zu Stadler, Kiel in andere Hände.
Für Spotter heißt das: Der Markenname sagt wenig über die Bauform aus. Wer eine Lok von Vossloh bestimmen will, muss zuerst klären, aus welcher Produktlinie sie stammt. Die Silhouette beantwortet das in der Regel sofort – Mittelführerhaus bedeutet Kiel, Kastenaufbau mit zwei Führerständen bedeutet Valencia.
Merkhilfe für den ersten Blick
Zwei Führerstände plus Kastenaufbau gleich Streckenlok. Ein Führerhaus in der Mitte plus zwei Vorbauten gleich Rangier- und Übergabelok. Diese Unterscheidung funktioniert quer durch alle Hersteller und ist der schnellste Einstieg in jede Bestimmung.
Streckenlok oder Rangierlok – die wichtigste Grundunterscheidung
Die Eurolight eignet sich hervorragend, um eine Unterscheidung zu üben, die bei jeder Diesellok als Erstes greift: Ist das eine Streckenlok oder eine Rangier- und Übergabelok?
Eine Streckenlok ist auf Fahrt ausgelegt. Sie hat Führerstände an beiden Enden, damit sie ohne Umsetzen in beide Richtungen fahren kann, einen geschlossenen Aufbau für Aerodynamik und Witterungsschutz und eine Höchstgeschwindigkeit, die zum Streckenverkehr passt. Der UIC-Bauartcode lautet 92.
Eine Rangier- oder Übergabelok ist auf Arbeit im Stillstand und bei Schrittgeschwindigkeit ausgelegt. Sie hat ein Führerhaus in der Mitte, damit die Sicht auf beide Fahrzeugenden und auf das Rangierpersonal frei bleibt, dazu Umläufe, Geländer und Aufstiege. Reine Rangier- und Kleinloks tragen den Bauartcode 98.
Dazwischen liegt eine große Grauzone, in der die meisten Kieler Typen sitzen: Bauform wie eine Rangierlok, Zulassung wie eine Streckenlok, Bauartcode 92. Die Vossloh G 2000 BB ist dafür ein gutes Beispiel – sie sieht aus wie eine große Rangiermaschine und zieht trotzdem Streckengüterzüge.
Die Eurolight gehört dagegen eindeutig ins erste Lager. Wer diese Zuordnung zuerst trifft, hat das Feld möglicher Bauarten bereits halbiert, bevor er das erste Detail geprüft hat. Genau deshalb steht sie in jeder guten Bestimmungsroutine ganz am Anfang.
Spotting und Archivierung
Weil die Eurolight in Deutschland kein Alltagsfahrzeug ist, verschiebt sich die Spotting-Aufgabe: Es geht weniger um den guten Standort als um die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt. Überführungsfahrten, Messeauftritte und Sondereinsätze sind die realistischen Gelegenheiten, und sie kündigen sich meist nur kurzfristig an.
Umso wichtiger ist, dass die wenigen Bilder, die dabei entstehen, später auffindbar bleiben. Ein sauber strukturiertes Archiv mit Datum, Ort, Fahrzeugnummer und Typ ist bei seltenen Fahrzeugen mehr wert als bei jedem Alltagsmotiv – wie du es aufbaust, beschreibt der Guide zum Fotoarchiv für Spotter.
Sicherheit und veränderliche Angaben
Gleisbereiche, Betriebsanlagen, Abstellgruppen und Betriebswerke sind tabu beziehungsweise Privatgelände – auch bei einem seltenen Gastfahrzeug. Fotografiere von öffentlich zugänglichen Standorten aus. Halter, Lackierung und Einsatzgebiet solcher Loks ändern sich zudem regelmäßig; behandle jede ältere Angabe als Momentaufnahme.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Eurolight, wenn …
- die Lok Führerstände an beiden Enden hat
- der Aufbau ein geschlossener Kasten ohne Vorbauten ist
- vier Achsen in zwei Drehgestellen laufen
- britische Class-68-Nummern angeschrieben sind
Sieh genauer hin, wenn …
- du eine andere moderne vierachsige Streckendiesellok vor dir hast
- die Lok in einer neutralen Lackierung ohne Herstellerhinweis steht
- du sie nur aus großer Entfernung oder von schräg hinten siehst
Es ist keine Eurolight, wenn …
- die Lok ein Mittelführerhaus zwischen zwei Vorbauten hat
- du sechs Achsen zählst
- die Fahrzeugnummer mit 91 beginnt – dann ist es eine Ellok
Fazit
Die Vossloh Eurolight zeigt, wie wenig ein Markenname über eine Bauart verrät. Sie teilt mit den Kieler Rangierloks nur das Etikett, sonst nichts: andere Bauform, andere Aufgabe, anderer Markt, anderer Standort. Wer beim Bestimmen mit der Silhouette anfängt statt mit dem Logo, kommt bei ihr in wenigen Sekunden zum Ziel.
Kurzfazit
Kastenaufbau, zwei Führerstände, vier einzeln angetriebene Achsen, dieselelektrisch: Das ist die Eurolight. In Deutschland ein seltener Gast, in Großbritannien als Class 68 zu Hause – und optisch mit keiner Kieler Lok zu verwechseln.
Zusammenfassung
- Die Eurolight entstand bei Vossloh España in Valencia, einem Standort, der später zu Stadler wechselte.
- Sie ist als Mehrzweck-Streckenlok konzipiert und deckt sowohl Reisezug- als auch Güterzugleistungen ab.
- In Deutschland ist sie ein seltener Gast; ihre Heimat ist der britische Markt mit der Class 68.
- Die Bauform mit beidseitigen Führerständen unterscheidet sie klar von den Kieler Rangier- und Übergabeloks.
Häufige Fragen
Was ist die Vossloh Eurolight?
Eine vierachsige dieselelektrische Streckenlokomotive, entwickelt und gebaut bei Vossloh España in Valencia. Sie ist als Mehrzwecklok für Reise- und Güterzüge ausgelegt und wurde vor allem als britische Class 68 bekannt. Der Standort Valencia gehört heute zu Stadler.
Wie erkenne ich die Eurolight?
An der Bauform: Führerstände an beiden Enden, ein geschlossener Kastenaufbau ohne Vorbauten und vier einzeln angetriebene Achsen in zwei Drehgestellen. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von den Kieler Rangier- und Übergabeloks mit Mittelführerhaus.
Was hat die Eurolight mit der Class 68 zu tun?
Die Class 68 ist die britische Ausführung der Eurolight-Plattform, angepasst an das dortige Lichtraumprofil und die britischen Zulassungsanforderungen. Wer die Class 68 kennt, kennt die Eurolight – Plattform und Grundkonzept sind dieselben.
Ist die Eurolight dieselhydraulisch oder dieselelektrisch?
Dieselelektrisch. Der Dieselmotor treibt einen Generator, dessen Strom die Fahrmotoren speist. Das unterscheidet sie klar von den hydraulischen G-Typen aus Kiel, bei denen ein Strömungsgetriebe die Kraft überträgt.
Sieht man die Eurolight in Deutschland?
Nur ausnahmsweise. Ihr Hauptmarkt ist Großbritannien. In Deutschland ist sie kein Alltagsfahrzeug – wer sie hierzulande sucht, ist auf Sonderfälle, Überführungen oder Messeauftritte angewiesen. Prüfe deshalb aktuelle Sichtungsmeldungen, statt auf einen Regeleinsatz zu hoffen.
Warum trägt sie den UIC-Bauartcode 92?
Weil sie eine streckenfähige Diesellokomotive ist. Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer bilden den UIC-Bauartcode: 92 für Dieselloks, 91 für Elloks, 93 für Hochgeschwindigkeitstriebzüge, 98 für Diesel-Rangier- und Kleinloks.
Wofür wird eine Mehrzwecklok wie diese gebaut?
Für Netze mit gemischtem Verkehr, in denen dieselbe Maschine morgens einen Reisezug und nachmittags einen Güterzug ziehen soll. Das verlangt eine höhere Höchstgeschwindigkeit als bei reinen Güterloks und gleichzeitig ausreichend Zugkraft – ein Kompromiss, den nicht jede Bauart eingeht.
Wie unterscheide ich sie von einer Kieler G- oder DE-Lok?
An der Grundform. Die Kieler Typen haben ein Mittelführerhaus zwischen zwei Vorbauten und sind auf Rangier- und Übergabedienst zugeschnitten. Die Eurolight hat einen durchgehenden Kastenaufbau mit Führerständen an beiden Enden. Diese beiden Silhouetten kann man kaum verwechseln.
Sichtung von Vossloh Eurolight festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
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