Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Bauarten, eine Aufgabe: Type 92 und Type 93 bedienen Strecken ohne Fahrleitung – dort, wo Elektrotriebzüge nicht hinkommen.
- Type 93 gehört zur Talent-Familie: Der Gliederzugaufbau mit Jakobs-Drehgestellen ist das sicherste Familienmerkmal.
- Schnellster Test: Dach ansehen. Kein Stromabnehmer und keine Fahrleitung bedeutet Dieselbetrieb.
- Betreibernamen sind veränderlich: Verkehrsverträge werden ausgeschrieben – die Typnummer bleibt, das Logo nicht.
- Kein Regeleinsatz in Deutschland: Sichtungen entstehen ausschließlich auf Reisen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Dieseltriebwagen für Strecken ohne Fahrleitung |
|---|---|
| Bezeichnungssystem | „Type 92“ und „Type 93“ – norwegische Triebzüge tragen „Type“ plus Zahl |
| Kurzform | BM 92 und BM 93, von norwegisch „motorvogn“ für Triebwagen |
| Hersteller | Düwag (Type 92) und Bombardier (Type 93) |
| Fahrzeugfamilie Type 93 | Bombardier Talent |
| Antrieb | dieselbetrieben – kein Stromabnehmer |
| Spurweite | 1435 mm Normalspur |
| Betreiber | vergabeabhängig, ändert sich mit Verkehrsverträgen |
| Einsatzland | Norwegen – kein Regeleinsatz in Deutschland |
| UIC-Ländercode | 76 (Norwegen) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Anschrift Type 92 oder Type 93 plus Ordnungsnummer am Wagenkasten
- Kein Stromabnehmer – dafür Kühler-, Lüfter- und Auspuffaufbauten auf dem Dach
- Feste Triebwageneinheit, keine gezogene Wagengarnitur
- Type 93 als Gliederzug erkennbar: weniger Drehgestelle als Wagenteile
- Anzutreffen auf Strecken ohne Fahrleitung – dort sind elektrische Bauarten ausgeschlossen
- Bahnräumer und Winterausrüstung an der Front
Aktualisiert: August 2026 – Wo in Norwegen keine Fahrleitung hängt, übernehmen Dieseltriebwagen – allen voran die Bauarten Type 92 und Type 93. Beide bedienen dieselbe Aufgabe, stammen aber von unterschiedlichen Herstellern und lassen sich mit etwas Übung schon aus der Distanz auseinanderhalten. Diese Seite zeigt dir, wie.
Zwei Typnummern, zwei Einträge
Halte bei jeder Sichtung fest, welche der beiden Bauarten du gesehen hast – im Nachhinein lässt sich das nicht mehr klären.
Was sind BM92 und BM93?
Die Typen 92 und 93 sind Dieseltriebwagen für das norwegische Netz. In der Systematik des Landes tragen Triebzüge und Triebwagen das Wort „Type“ und eine laufende Zahl, während Lokomotiven mit einem Kürzel für die Antriebsart beginnen – „El“ für elektrisch, „Di“ für Diesel wie bei der Di 4. Die Schreibweisen BM 92 und BM 93 leiten sich vom norwegischen Wort „motorvogn“ für Triebwagen ab.
Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden: Die Type 93 gehört zur Bombardier-Talent-Familie und ist damit ein Gliederzug, während die Type 92 aus Düwag-Fertigung stammt. Beide bedienen Strecken ohne Fahrleitung – also genau den Teil des Netzes, auf dem elektrische Bauarten grundsätzlich ausscheiden.
Die beiden Typen im Feld unterscheiden
Wenn zwei Bauarten dieselbe Aufgabe erfüllen und in derselben Beschriftung unterwegs sind, hilft nur die Bauform – und die Nummer.
Dieselbetrieb sichern
Kein Stromabnehmer, Kühler- und Auspuffaufbauten, keine Fahrleitung: Damit sind alle elektrischen Bauarten raus. Das dauert zwei Sekunden.
Drehgestelle zählen
Weniger Drehgestelle als Wagenteile bedeutet Gliederzug – das spricht für die Talent-Bauform der Type 93.
Kopfform vergleichen
Unterschiedliche Hersteller bedeuten unterschiedliche Formensprache. Der Eindruck allein reicht nicht, grenzt aber zuverlässig ein.
Anschrift lesen
Type 92 oder Type 93 plus Ordnungsnummer – das ist die endgültige Bestimmung und der Eintrag fürs Logbuch.
Wie sich die großen Triebwagenfamilien allgemein voneinander trennen lassen, erklärt der Vergleich FLIRT, Talent und Desiro unterscheiden. Für die europäische Fahrzeugnummer mit dem Ländercode 76 hilft der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
Zwei Bauarten, ein Betreiberauftritt
Wenn unterschiedliche Bauarten in derselben Lackierung fahren, ist die Farbe wertlos für die Bestimmung. Genau dann zeigt sich, wie viel eine geübte Bauform-Beobachtung wert ist.
Einordnung im Bahnbetrieb: Norwegens zweites Netz
Norwegen betreibt sein elektrifiziertes Kernnetz mit 15 kV bei 16,7 Hz – demselben System wie Deutschland, Österreich, Schweden und die Schweiz. Daneben existiert ein zweites, nicht elektrifiziertes Netz mit eigenen Regeln, eigenen Fahrzeugen und einem völlig anderen Charakter.
| Merkmal | Elektrifiziertes Netz | Nicht elektrifiziertes Netz |
|---|---|---|
| Typische Fahrzeuge | Elloks und Elektrotriebzüge | Dieselloks und Dieseltriebwagen |
| Zugfolge | dichter, an Knoten hoch | dünn, mit langen Pausen |
| Umgebung | überwiegend Ballungsräume und Hauptachsen | dünn besiedelt, oft landschaftlich spektakulär |
| Fotografische Situation | Fahrleitungsmasten im Bild | freie Silhouette gegen Landschaft |
| Planungsaufwand | gering | hoch – ein verpasster Zug kostet Stunden |
Die letzte Zeile ist für deine Reiseplanung entscheidend. Auf Dieselstrecken bekommst du selten eine zweite Chance am selben Tag. Wer aus Deutschland mit dichten Takten kommt, unterschätzt das regelmäßig – rechne pro Motiv mit einem Vielfachen der gewohnten Zeit. Praktisch bedeutet das: lieber wenige, gut ausgesuchte Standorte als eine lange Liste, die sich am Ende nicht abfahren lässt.
Dünne Zugfolge, gute Vorbereitung
Prüfe vorab, welche Fahrzeuge zuletzt gemeldet wurden – das entscheidet, ob sich ein Tag an der Strecke lohnt.
Betreibernamen sind Momentaufnahmen
Der Zusatz „SJ Nord“ verweist auf die schwedische Staatsbahn SJ als Betreiber eines ausgeschriebenen Verkehrspakets. Solche Konstruktionen gibt es in Norwegen wie in Deutschland, und sie haben dieselbe Eigenschaft: Sie ändern sich. Für deine Dokumentation folgt daraus eine klare Regel.
- Typnummer ist dauerhaft und gehört in jede Sichtung.
- Ordnungsnummer identifiziert das einzelne Fahrzeug und ist nicht ersetzbar.
- Betreibername und Lackierung sind Zeitangaben – notiere sie, aber verlass dich nicht auf sie.
- Linienzuordnung ist die flüchtigste Information überhaupt und ändert sich mit jedem Fahrplanwechsel.
Diese Rangfolge gilt in jedem Land, in Norwegen aber besonders sichtbar: Weil der Fahrzeugpark klein und die Zahl der Betreiber überschaubar ist, fallen Umbeschriftungen sofort auf. Eine Sichtung, die Typnummer und Beschriftung sauber trennt, ist deshalb später auch dann noch datierbar, wenn du das genaue Datum vergessen hast.
Wie du solche Angaben so ablegst, dass sie Jahre später noch auswertbar sind, beschreibt der Guide zum Sichtungslogbuch.
Fotografie auf norwegischen Dieselstrecken
Diese Strecken sind der Grund, warum viele Bahnfotografen überhaupt nach Norwegen fahren: wenig Verkehr, dafür Landschaft, in der ein zweiteiliger Triebwagen wie ein Modellbahnfahrzeug wirkt.
Das Fahrzeug klein halten
Auf Dieselstrecken ist der Kontext das Motiv. Ein Triebwagen vor Fels, Wald oder Wasser trägt ein Bild besser als jede Nahaufnahme.
Ton als Frühwarnsystem
Dieselmotoren hört man in stiller Umgebung minutenlang vorher. Nutze die Zeit für Einstellungen und einen letzten Blick auf den Bildausschnitt.
Auf Schnee belichten
Helle Flächen führen zu Unterbelichtung. Eine positive Belichtungskorrektur ist im Winter die Regel, nicht die Ausnahme.
Ausrüstung gegen Kälte schützen
Ersatzakkus warm tragen, Objektivwechsel im Freien vermeiden, beim Aufwärmen mit Kondenswasser rechnen.
Speziell für Schnee, Eis und Dämmerung lohnt der Beitrag zur Winterfotografie an der Bahn.
Sicherheit an Strecke und Bahnsteig
Gleise und Betriebsanlagen sind tabu – auch auf einsamen Strecken, auf denen scheinbar stundenlang nichts fährt. Fotografiere von öffentlich zugänglichen Punkten aus und halte am Bahnsteig die Sicherheitslinie ein. Im Winter verdeckt Schnee die Bahnsteigkante und macht den Belag rutschig: mehr Abstand als gewohnt ist dann keine Vorsicht, sondern Notwendigkeit.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für Type 92 oder 93, wenn …
- am Wagenkasten „Type 92“ oder „Type 93“ plus Ordnungsnummer steht
- es sich um eine feste Triebwageneinheit ohne Stromabnehmer handelt
- Kühler- und Auspuffaufbauten sichtbar sind
- über der Strecke keine Fahrleitung hängt
Sieh genauer hin, wenn …
- beide Bauarten dieselbe Lackierung tragen und du die Nummer nicht liest
- zwei Einheiten gekuppelt fahren
- der Zug auf einem elektrifizierten Abschnitt unterwegs ist – Dieselfahrzeuge dürfen das
Es ist keine der beiden Bauarten, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- eine eigenständige Lokomotive den Zug zieht
- die Anschrift mit „El“ oder „Di“ beginnt
Die Talent-Verwandtschaft der Type 93 macht den Vergleich mit der elektrischen Type 72 interessant: gleiche Fahrzeugfamilie, andere Antriebsart, andere Typnummer. In Deutschland findest du dieselbe Familie als Baureihe 643. Unter den Lokomotiven ist die Abgrenzung zur Di 8 über Bauform und Anschrift eindeutig.
Fazit
Die Typen 92 und 93 stehen für den Teil Norwegens, den die Elektrifizierung nie erreicht hat – und für die Fahrzeuge, ohne die dieser Teil des Netzes nicht funktionieren würde. Für Spotter sind sie ein gutes Trainingsobjekt: zwei Bauarten, dieselbe Aufgabe, dieselbe Beschriftung, und trotzdem sicher unterscheidbar, wenn man Dachaufbauten, Drehgestelle und Anschrift in der richtigen Reihenfolge prüft.
Kurzfazit
Kein Stromabnehmer, keine Fahrleitung, „Type 92“ oder „Type 93“ am Wagenkasten: So sieht Norwegens Dieselverkehr aus. Die 93 verrät sich zusätzlich als Gliederzug der Talent-Familie – und beide siehst du nur, wenn du hinfährst.
Zusammenfassung
- Die Typen 92 und 93 sind Norwegens Dieseltriebwagen für das nicht elektrifizierte Netz.
- Type 93 stammt aus der Bombardier-Talent-Familie und lässt sich am Gliederzugaufbau erkennen.
- Die Unterscheidung im Feld läuft über Dachaufbauten, Drehgestellanordnung und die Typnummer.
- Betreiberzuordnungen ändern sich mit Ausschreibungen; prüfe den aktuellen Stand vor einer Reise.
Häufige Fragen
Was bedeuten die Bezeichnungen BM92 und BM93?
Norwegen bezeichnet Triebzüge und Triebwagen mit „Type“ plus Zahl. Type 92 und Type 93 sind damit zwei eigenständige Bauarten. Die Schreibweise BM leitet sich vom norwegischen Wort „motorvogn“ für Triebwagen ab. Lokomotiven tragen dagegen „El“ für elektrisch oder „Di“ für Diesel.
Wie unterscheide ich Type 92 und Type 93?
Über die Anschrift und über das Bauprinzip. Die Type 93 gehört zur Bombardier-Talent-Familie und ist ein Gliederzug: Zwischen zwei Wagenteilen sitzt nur ein Drehgestell. Zähl von der Seite Wagenteile und Drehgestelle – das ist das schnellste Unterscheidungsmerkmal, wenn die Nummer nicht lesbar ist.
Warum fahren dort Dieseltriebwagen und keine Elektrotriebzüge?
Weil die betreffenden Strecken keine Fahrleitung haben. Norwegen betreibt sein elektrifiziertes Kernnetz mit 15 kV / 16,7 Hz, aber mehrere lange und landschaftlich eindrucksvolle Strecken sind nicht elektrifiziert. Dort ist der Dieselbetrieb die einzige Möglichkeit – und für Spotter ein klares Ausschlusskriterium.
Was bedeutet der Zusatz SJ Nord?
Er verweist auf den Betreiber eines ausgeschriebenen Verkehrspakets. Solche Zuordnungen sind veränderlich: Verkehrsverträge werden neu vergeben, Fahrzeuge umbeschriftet, Betreibernamen wechseln. Die Typnummer am Fahrzeug bleibt dagegen bestehen – deshalb ist sie das robustere Merkmal.
Fahren diese Bauarten in Deutschland?
Nein, es gibt keinen Regeleinsatz in Deutschland. Andere Mitglieder der Talent-Familie siehst du dort allerdings regelmäßig, etwa als dieselbetriebene Regionaltriebwagen. Der Vergleich lohnt: gleiche Konstruktionsidee, gleiche Antriebsart, völlig andere Bezeichnung und ein ganz anderes Betriebsumfeld.
Was macht das Fotografieren auf Dieselstrecken in Norwegen besonders?
Die dünne Zugfolge und die Landschaft. Züge kommen seltener, dafür ist das Umfeld aus Wald, Fels, Wasser und Schnee fotografisch außergewöhnlich. Plane deutlich mehr Zeit pro Motiv ein als in Deutschland und stell dich darauf ein, dass ein verpasster Zug nicht kurzfristig wiederkommt.
Woran erkenne ich Dieselbetrieb aus der Ferne?
An drei Dingen: kein Stromabnehmer auf dem Dach, sichtbare Kühler- und Lüfteraufbauten, und keine Fahrleitung über dem Gleis. Dazu kommt das Motorgeräusch, das man in stiller Umgebung lange vor dem Zug hört – in Norwegen oft mehrere Minuten früher.
Was gehört bei einer Sichtung ins Logbuch?
Typnummer, Ordnungsnummer, Datum, Ort und die aktuelle Beschriftung. Der letzte Punkt wird oft vergessen, ist aber wertvoll: Betreiberauftritte wechseln mit Vergaben, und die Beschriftung macht deine Sichtung später zeitlich einordnbar, auch ohne exakte Erinnerung.
Sichtung von SJ Nord BM92 / BM93 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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