Das Wichtigste in Kürze
- A 3/5 ist keine Nummer, sondern eine Beschreibung: A steht für die schnellste Geschwindigkeitsklasse, 3/5 für drei angetriebene von fünf Achsen.
- Fehlt der Kleinbuchstabe, ist es Dampf: Ein e stünde für elektrisch, ein m für Verbrennungsmotor – bei A 3/5 steht nichts.
- Die Lok ist historisch: Sie stammt aus der Zeit vor der Elektrifizierung des Schweizer Netzes und fährt heute nur noch museal.
- Achszahl zählen reicht zur Grobbestimmung: drei große Treibräder plus zwei kleine Laufachsen vorn.
- Sichtungen sind Termin-, keine Ortsfrage – museale Dampfloks fahren an angekündigten Tagen, nicht nach Regelfahrplan.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Schnellzug-Dampflokomotive |
|---|---|
| Bahnverwaltung | Schweizerische Bundesbahnen (SBB) |
| Bezeichnungssystem | A = höchste Geschwindigkeitsklasse, 3/5 = drei Treibachsen von fünf Achsen |
| Achsfolge | 2'C – drei Kuppelachsen, davor ein zweiachsiges Laufdrehgestell |
| Bauart der Maschine | Vierzylinder-Verbundlokomotive |
| Hersteller | unter anderem Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM), Winterthur |
| Heutiger Status | Musealer Bestand – kein planmäßiger Einsatz im Regelverkehr |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Drei gekuppelte Treibräder mit großem Durchmesser – typisch für eine Schnellzuglok
- Vorlaufdrehgestell mit zwei kleineren Laufachsen vor den Treibrädern
- Kein Kleinbuchstabe in der Bezeichnung: A 3/5 ohne e oder m bedeutet Dampfantrieb
- Getrennter Schlepptender – die Lok trägt Kohle und Wasser nicht selbst
- Auffällig lange, schlanke Kesselform gegenüber gedrungenen Güterzugmaschinen
- Anschriften in Schweizer Schreibweise mit Bruchzahl statt vierstelliger Baureihennummer
Aktualisiert: August 2026 – Eine Lokomotive, deren Name schon verrät, was sie kann: Die SBB A 3/5 ist eine Schnellzug-Dampflokomotive aus der Zeit, in der die Schweiz ihren Fernverkehr noch mit Kohle bewegte. Sie steht heute für zweierlei – für die Epoche vor der Elektrifizierung und für ein Bezeichnungssystem, das man in fünf Minuten lernt und danach im ganzen Land anwenden kann.
Historische Fahrzeuge sauber dokumentieren
Museale Sichtungen sind selten und terminabhängig. Halt sie mit Datum, Anlass und Ort fest, solange die Erinnerung frisch ist.
Was ist die SBB A 3/5?
Die A 3/5 ist eine Schnellzug-Dampflokomotive der Schweizerischen Bundesbahnen mit drei angetriebenen von insgesamt fünf Achsen. Sie war für den schweren, schnellen Reisezugdienst auf Hauptstrecken gebaut – die Aufgabe, die später die Elektrolokomotiven übernahmen.
Als Maschine gehört sie in die Kategorie der Vierzylinder-Verbundlokomotiven: Der Dampf wird zweimal genutzt, erst in Hochdruck-, dann in Niederdruckzylindern. Das war um die Jahrhundertwende der Stand der Technik für wirtschaftliche Schnellzugmaschinen. Gebaut wurde die Bauart unter anderem von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur, dem Herstellerhaus, das die Schweizer Traktion über Jahrzehnte prägte. Den Dampflokomotivbau in der Schweiz führt heute die Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik AG (DLM) weiter, die aus diesem Umfeld hervorgegangen ist.
Wichtig für die Einordnung: Die A 3/5 ist heute kein Betriebsfahrzeug mehr. Wer ihr begegnet, begegnet ihr im musealen Zusammenhang – im Museum, bei einem Verein oder auf einer angekündigten Sonderfahrt.
Das Schweizer Bezeichnungssystem in fünf Minuten
Deutsche Baureihennummern muss man auswendig lernen. Schweizer Bezeichnungen kann man lesen. Das ist der größte Unterschied zwischen beiden Systemen – und der Grund, warum sich der Aufwand hier wirklich lohnt.
Erster Großbuchstabe: die Geschwindigkeitsklasse
A steht für die schnellste Kategorie, danach folgen B, C, D. E kennzeichnet Rangierlokomotiven, T Traktoren, X Dienstfahrzeuge. Ein A ganz vorn heißt also: gebaut fürs Tempo.
Kleinbuchstaben: die Antriebsart
Ein kleines e bedeutet elektrisch, ein kleines m Verbrennungsmotor. Steht wie bei A 3/5 gar kein Kleinbuchstabe da, handelt es sich um eine Dampflokomotive.
Die Bruchzahl: das Achsverhältnis
Zähler gleich angetriebene Achsen, Nenner gleich Gesamtachsen. 3/5 heißt: drei von fünf Achsen sind Treibachsen. Bei 4/4 wären alle vier angetrieben.
Römische Ziffer: die Bauserie
Ein angehängtes I, II oder III unterscheidet aufeinanderfolgende Serien derselben Grundbauart – etwa bei der Re 4/4 II gegenüber der Re 4/4 I.
Mit diesen vier Regeln kannst du eine Re 4/4 I genauso lesen wie die Rangierlok Ee 3/3 oder die Güterzugmaschine C 5/6. Wie man bei fremden Systemen grundsätzlich vorgeht, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen Schritt für Schritt.
Woran du eine Schnellzug-Dampflok im Feld erkennst
Die Achsanordnung verrät bei Dampfloks fast immer den Einsatzzweck. Wer weiß, worauf er achten muss, kann eine Schnellzugmaschine von einer Güterzuglok unterscheiden, ohne ein einziges Anschriftenfeld zu lesen.
| Merkmal | Schnellzuglok wie A 3/5 | Güterzuglok wie C 5/6 |
|---|---|---|
| Treibraddurchmesser | groß, auf Geschwindigkeit ausgelegt | kleiner, auf Zugkraft ausgelegt |
| Zahl der Kuppelachsen | wenige (drei) | viele (fünf) |
| Laufachsen | Vorlaufdrehgestell für ruhigen Schnelllauf | meist nur eine Laufachse vorn |
| Buchstabe im Namen | A (höchste Geschwindigkeitsklasse) | C (langsamere Klasse) |
| Typischer Zug historisch | schwere Schnell- und Reisezüge | Güterzüge, Bergstrecken |
Der Trick mit dem Raddurchmesser
Vergleiche die Treibräder mit der Höhe eines Menschen daneben. Reichen sie deutlich über die Hüfte hinaus, ist es eine Schnellzugmaschine. Bleiben sie darunter, denk zuerst an Güterverkehr.
Dampf-Sichtungen mit Kontext speichern
Anlass, Wetter und Fahrtstrecke gehören bei historischen Fahrzeugen zur Sichtung dazu – in Traintrack in einem Eintrag erledigt.
Sonderfahrten finden und fotografieren
Bei musealen Fahrzeugen entscheidet nicht der Fotospot über den Erfolg, sondern der Termin. Eine A 3/5 fährt nicht an einem beliebigen Dienstag – sie fährt, wenn ein Verein oder ein Museum sie fahren lässt. Wie regelmäßig historischer Betrieb dabei stattfinden kann, zeigt die Museumsbahn Blonay–Chamby in der Westschweiz.
Termine vor Spots recherchieren
Veranstaltungskalender historischer Bahnen und Vereine sind die eigentliche Quelle. Erst wenn der Termin steht, lohnt sich die Standortsuche.
Kaltes Wetter bevorzugen
Dampf wird sichtbar, wenn er kondensiert. An kalten, feuchten Tagen bekommst du die volle Fahne, im Hochsommer oft fast nichts.
Windrichtung mitdenken
Steht der Wind ungünstig, legt sich der Rauch über den ganzen Zug. Wähle die Seite so, dass die Fahne vom Fahrzeug wegzieht.
Vom öffentlichen Bereich aus arbeiten
Gleise und Betriebsanlagen sind tabu – auch bei einer Sonderfahrt. Bahnsteige, Wege und Brücken bieten genug brauchbare Perspektiven.
Konkrete Technik – Belichtung, Verschlusszeit, Umgang mit Rauch und Gegenlicht – behandelt der Guide Wie fotografiert man Dampfzüge. Wo Termine für Museumsfahrten überhaupt veröffentlicht werden, zeigt der Museumsbahn-Guide. Und wer selbst mitmachen statt nur fotografieren will, findet im Überblick zu Eisenbahnvereinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz den Einstieg.
Was eine Schnellzug-Dampflok betrieblich ausmachte
Um zu verstehen, warum die A 3/5 so aussieht, wie sie aussieht, hilft ein Blick auf ihre Aufgabe. Vor der Elektrifizierung musste eine Schnellzuglokomotive drei Dinge gleichzeitig können: über lange Strecken gleichmäßig hohe Leistung abgeben, ruhig genug laufen, um bei Tempo nicht gefährlich zu werden, und dabei wirtschaftlich mit Kohle und Wasser umgehen.
Aus jeder dieser Anforderungen folgt ein sichtbares Konstruktionsmerkmal. Große Treibräder halten die Kolbengeschwindigkeit bei hohem Tempo im Rahmen. Das Laufdrehgestell vorn führt die Maschine im Gleisbogen und verhindert unruhiges Laufverhalten. Und die Verbundwirkung der Vierzylindermaschine nutzt den Dampf zweimal, was den Kohleverbrauch pro geleisteter Arbeit senkt.
Der Schlepptender gehört ebenfalls zu dieser Logik: Wer weit fahren soll, muss Vorräte mitführen, die nicht auf die Lokomotive passen. Tenderlokomotiven ohne separaten Tender findet man deshalb im Nahverkehr und im Verschub, nicht vor Schnellzügen.
Vom Merkmal zur Aufgabe schließen
Bei historischen Fahrzeugen lohnt es sich, die Frage umzudrehen: Nicht „welche Baureihe ist das?", sondern „wofür wurde das gebaut?". Radgröße, Achszahl und Tenderbauart beantworten diese Frage fast immer – und die Baureihe ergibt sich danach von selbst.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für eine A 3/5, wenn …
- du drei große gekuppelte Treibräder zählst
- davor ein zweiachsiges Laufdrehgestell sitzt
- ein separater Schlepptender angehängt ist
- die Anschrift eine Bruchzahl ohne Kleinbuchstaben zeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok in einem Museum ohne Anschriften oder frisch lackiert steht
- du sie nur von der Seite mit verdeckter Laufachse siehst
- eine ähnliche Schnellzugmaschine einer Privatbahn danebensteht
Es ist keine A 3/5, wenn …
- du fünf gekuppelte Achsen zählst – dann bist du bei einer Güterzugmaschine
- ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- die Bezeichnung einen Kleinbuchstaben enthält, etwa Ae, Re oder Ee
Fazit
Die A 3/5 ist zweierlei zugleich: ein konkretes historisches Fahrzeug und die beste Einstiegslektion in das Schweizer Bezeichnungssystem. Wer einmal verstanden hat, dass A die Geschwindigkeitsklasse meint, 3/5 das Achsverhältnis und ein fehlender Kleinbuchstabe den Dampfantrieb, liest danach jede Schweizer Lokbezeichnung ohne Nachschlagen. Für die Sichtung selbst gilt: Termin schlägt Ort, und Geduld schlägt Glück.
Kurzfazit
Drei große Treibräder, zwei Laufachsen davor, Schlepptender und eine Bezeichnung ohne Kleinbuchstaben: Das ist die A 3/5. Heute reiner Museumsbestand – planbar nur über angekündigte Termine, nicht über den Fahrplan.
Zusammenfassung
- Die A 3/5 gehört zu den Schnellzuglokomotiven, mit denen die SBB vor der flächendeckenden Elektrifizierung den hochwertigen Reiseverkehr führten.
- Das Schweizer Bezeichnungsschema aus Buchstabe und Bruchzahl liefert die Fahrzeugbeschreibung direkt mit – ohne dass man eine Baureihenliste kennen müsste.
- Erhaltene Maschinen sind Museumsfahrzeuge; ihre Einsätze hängen von Sonderfahrten, Revisionen und dem Zustand des Einzelstücks ab.
- Wer Dampf fotografieren will, plant über Termine und Wetter statt über Fotostellen allein – kalte Luft macht den Unterschied im Bild.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung SBB A 3/5?
Sie beschreibt das Fahrzeug direkt. Der Großbuchstabe A steht im Schweizer System für die höchste Geschwindigkeitsklasse, also eine Schnellzuglokomotive. Die Bruchzahl 3/5 gibt an, dass drei von insgesamt fünf Achsen angetrieben sind. Anders als deutsche Baureihennummern ist die Bezeichnung damit selbsterklärend.
Woran erkenne ich, dass es sich um eine Dampflokomotive handelt?
Am fehlenden Kleinbuchstaben. Im Schweizer Schema steht ein kleines e für elektrischen Antrieb und ein kleines m für einen Verbrennungsmotor. Eine Bezeichnung ganz ohne solchen Zusatz – wie A 3/5 – kennzeichnet eine Dampflokomotive. Der Schlepptender bestätigt es im Feld sofort.
Fährt die A 3/5 heute noch?
Nicht im Regelverkehr. Die Baureihe stammt aus der Zeit vor der durchgehenden Elektrifizierung und wurde längst aus dem Plandienst genommen. Erhaltene Maschinen gehören zum musealen Bestand und sind allenfalls bei Sonderfahrten, Jubiläen und Museumsveranstaltungen zu sehen. Ob und wann eine Lok betriebsfähig ist, ändert sich mit Revisionsfristen.
Was unterscheidet die A 3/5 von einer Güterzug-Dampflok?
Vor allem die Räder und die Achsanordnung. Eine Schnellzuglok hat wenige, dafür große Treibräder und ein Laufdrehgestell für ruhigen Lauf bei hohem Tempo. Eine Güterzugmaschine wie die C 5/6 hat mehr, dafür kleinere Kuppelachsen – ausgelegt auf Zugkraft am Berg statt auf Geschwindigkeit.
Warum steht in der Schweiz eine Bruchzahl statt einer Baureihennummer?
Weil das System aus der Anschauung heraus entstanden ist: Zähler gleich angetriebene Achsen, Nenner gleich Gesamtachsen. Wer die Achsen zählt, kann die Bezeichnung ableiten, ohne eine Liste zu kennen. Erst mit den moderneren Fahrzeugen kamen ergänzende Nummernreihen wie Re 420 oder Re 460 dazu.
Wo kann ich eine erhaltene A 3/5 sehen?
In musealen Zusammenhängen – bei Bahnmuseen, historischen Vereinen und angekündigten Sonderfahrten. Feste Standorte und Einsatzpläne ändern sich, deshalb lohnt sich der Blick auf aktuelle Veranstaltungshinweise statt auf ältere Listen. Ein Regelbetrieb, in dem man die Lok zufällig antrifft, existiert nicht.
Wie fotografiere ich eine Dampflok am besten?
Mit Gegenlicht oder Seitenlicht und kalter Luft. Dampf wird erst sichtbar, wenn er kondensiert – bei Wärme und trockener Luft bleibt die Fahne dünn. Plane den Standort außerdem so, dass der Rauch den Zug nicht verdeckt, also mit dem Wind seitlich statt frontal auf die Kamera zu.
Ist die A 3/5 mit einer deutschen Baureihe vergleichbar?
Funktional ja: Sie erfüllte dieselbe Rolle wie die Schnellzugdampfloks anderer Bahnverwaltungen, also schwere Reisezüge auf Hauptstrecken. Systematisch nicht – Deutschland nummeriert Baureihen durch, die Schweiz beschreibt das Fahrzeug über Buchstabe und Achsverhältnis. Beide Systeme führen zum selben Ziel, nur auf sehr unterschiedlichem Weg.
Sichtung von SBB A 3/5 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
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