Das Wichtigste in Kürze
- Die Reihe 661 ist eine dieselelektrische Streckenlok amerikanischer EMD-Bauart, beschafft noch für die jugoslawische Staatsbahn.
- Der Spitzname Kennedy stammt aus dem Umfeld der Beschaffung in den 1960er-Jahren und hat sich bis heute gehalten.
- Schnellster Erkennungsweg: kein Stromabnehmer, amerikanisch wirkende Bauform, Nummernbeginn 661.
- Dieseltraktion füllt die Lücken des elektrifizierten Netzes – auf Nebenstrecken, im Rangierdienst und bei Bauzügen.
- Einsatzstatus und Bestand ändern sich; bei einer Baureihe dieses Alters ist jede ältere Liste mit Vorsicht zu behandeln.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Dieselelektrische Streckenlokomotive |
|---|---|
| Konstruktionsherkunft | General Motors / EMD, Vereinigte Staaten |
| Beschaffung | Für die jugoslawische Staatsbahn JŽ, nach 1991 anteilig bei den Slovenske železnice |
| Antrieb | Dieselmotor mit elektrischer Kraftübertragung |
| Reihennummer | 661 – der 6er-Block steht bei der SŽ für Dieseltraktion |
| Spitzname | Kennedy, überliefert aus dem Umfeld der Beschaffung in den 1960er-Jahren |
| UIC-Ländercode Slowenien | 79 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kein Stromabnehmer, dafür Auspuff und große Kühlerpartie – klassische Diesellok-Signatur
- Erscheinungsbild in amerikanischer Traditionslinie, deutlich anders proportioniert als europäische Nachkriegsdieselloks
- Reihennummer beginnt mit 661, bei slowenischer Registrierung mit dem UIC-Ländercode 79
- Einsatz auf nicht elektrifizierten Strecken und im schweren Rangier- und Übergabedienst
- Kräftiges, tiefes Motorgeräusch – bei dieser Bauart oft schon vor der Sichtung hörbar
- Lackierungen wechselten über die Jahrzehnte; die Farbe ist kein verlässliches Bestimmungsmerkmal
Aktualisiert: August 2026 – Amerikanische Lokomotivtechnik auf mitteleuropäischen Gleisen: Die Reihe 661, in Slowenien nur „Kennedy“ genannt, ist eine dieselelektrische Streckenlok aus der Konstruktionslinie von General Motors. Sie stammt aus der jugoslawischen Beschaffungszeit und gehört heute zu den Fahrzeugen, für die deutsche Spotter reisen müssen. Diese Seite ordnet sie ein und zeigt, worauf es bei Sichtung und Foto ankommt.
Alte Diesellok erwischt? Sofort dokumentieren.
Bei Fahrzeugen dieser Generation zählt jede belegte Sichtung – Nummer, Ort und Datum in Traintrack festhalten.
Was ist die Reihe 661?
Die SŽ-Reihe 661 ist eine dieselelektrische Streckenlokomotive amerikanischer Bauart. Konstruktiv geht sie auf General Motors und dessen Lokomotivsparte EMD zurück; beschafft wurde sie für die jugoslawische Staatsbahn JŽ, nach der Unabhängigkeit Sloweniens verblieb ein Anteil bei den Slovenske železnice.
Der Spitzname Kennedy ist aus dieser Beschaffungsgeschichte überliefert und bezieht sich auf die Zeit, in der die Maschinen aus den USA nach Jugoslawien kamen. Er hat sich im Sprachgebrauch gehalten – wer in Slowenien von Kennedy spricht, meint diese Baureihe und nicht irgendeine allgemeine Dieselgattung.
Amerikanische Technik in einem europäischen Netz
Für deutsche Augen ist die Reihe 661 vor allem deshalb bemerkenswert, weil es hierzulande nichts Vergleichbares gibt. Die Bundesbahn beschaffte ihre Dieselloks aus europäischer Fertigung; Jugoslawien setzte dagegen in großem Umfang auf amerikanische Konstruktionen. Das Ergebnis ist eine Fahrzeugfamilie, die sich in Aufbau, Proportion und Maschinenraumkonzept an einer anderen Ingenieurtradition orientiert.
| Merkmal | Was du beobachten kannst | Warum es hilft |
|---|---|---|
| Antriebsart | Kein Stromabnehmer, Auspuff, Kühlerpartie | Trennt Diesel- von Elektrolokomotiven in Sekunden |
| Bauartlinie | Amerikanisch geprägte Proportionen | Grenzt die Baureihenfamilie ein, ersetzt aber keine Nummer |
| Reihennummer | Beginnt mit 6 für Dieseltraktion | Ordnet das Fahrzeug im slowenischen System ein |
| Einsatzort | Nicht elektrifizierte Gleise, Rangier- und Übergabedienst | Passt zur Fahrzeugart und bestätigt die Einordnung |
| Geräusch | Tiefes, kräftiges Motorlaufgeräusch | Oft schon vor der Sichtung hörbar, hilft bei der Vorbereitung |
Antriebsart klären
Erster Blick aufs Dach. Ohne Stromabnehmer ist jede Elloknummer ausgeschlossen – und du bist im 6er-Block des slowenischen Systems.
Gesamteindruck einordnen
Die amerikanische Bauartlinie wirkt anders proportioniert als europäische Dieselloks derselben Epoche. Das ist ein Hinweis, aber kein Beweis.
Reihennummer lesen
661 an der Fahrzeugseite entscheidet. Gerade gegenüber der eng verwandten Reihe 664 ist die Nummer das einzige verlässliche Merkmal.
UIC-Nummer sichern
Die vollständige Nummer mit dem Ländercode 79 macht die Sichtung eindeutig – wichtig, wenn du deine Sammlung sauber führen willst.
Wer den Ablauf allgemein üben will, findet in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen die Reihenfolge, in der man Merkmale sinnvoll abarbeitet: erst die groben, dann die feinen, zuletzt die Nummer.
Wo Dieseltraktion in Slowenien gebraucht wird
Das weitgehend elektrifizierte Netz der Slovenske železnice braucht trotzdem Dieselfahrzeuge – und zwar aus ganz praktischen Gründen. Nicht jede Strecke hat einen Fahrdraht, nicht jedes Gleis im Bahnhof ist überspannt, und bei Bauarbeiten ist der Fahrdraht regelmäßig abgeschaltet.
Daraus ergibt sich ein Einsatzbild, das dem in Deutschland ähnelt: Dieselloks arbeiten auf Nebenstrecken, in Bahnhofsbereichen ohne durchgehende Elektrifizierung, vor Bau- und Arbeitszügen sowie bei Übergaben zu Anschlussbahnen. Innerhalb dieses Feldes teilen sich die Baureihen die Arbeit – die Reihe 643 deckt eher leichtere Aufgaben ab, die Reihe 664 gehört wie die 661 zur schwereren Streckenkategorie. Den Reisendenverkehr auf nicht elektrifizierten Strecken übernehmen dagegen Triebzüge wie die Reihe 610.
Einsatz und Bestand sind veränderlich
Bei einer Baureihe dieses Alters unterscheidet sich der Zustand von Maschine zu Maschine erheblich. Was heute noch im Arbeitsdienst steht, kann morgen abgestellt sein. Behandle jede Angabe zu Beständen als Momentaufnahme und prüfe den Stand vor einer gezielten Reise über aktuelle Sichtungen.
Vor der Reise wissen, was noch fährt
Aktuelle Sichtungen aus der Community sind bei alten Dieselloks oft die einzige belastbare Informationsquelle.
Fototipps für eine Diesellok mit Charakter
Alte Dieselloks sind fotografisch dankbar: viel Struktur, kräftige Formen, oft interessante Gebrauchsspuren. Gleichzeitig stehen sie selten dort, wo man bequem fotografieren kann.
Dreiviertelansicht bevorzugen
Ein Winkel von etwa 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seitenwand zugleich und lässt die kräftige Bauform plastisch wirken.
Flaches Licht suchen
Morgens und am späten Nachmittag zeichnet das Licht Nieten, Lüftergitter und Kanten. Mittagssonne bügelt genau das weg.
Auf das Geräusch achten
Dieselloks kündigen sich akustisch an. Wer hinhört, hat die Kamera bereit, bevor das Fahrzeug im Bildfeld auftaucht.
Details mitnehmen
Anschriften, Kühlerpartie, Führerhaus: Bei alten Fahrzeugen sind Detailbilder oft wertvoller als das dritte Gesamtbild derselben Maschine.
Ein Wort zur Bildstrategie bei seltenem Material: Die Versuchung ist groß, sofort das perfekte Bild anzustreben. In der Praxis ist es klüger, zuerst ein sicheres Dokumentationsbild zu machen – Seitenansicht, lesbare Anschrift, ausreichend Schärfentiefe – und erst danach zu gestalten. Wenn das Fahrzeug nach zwei Minuten wegfährt, hast du dann wenigstens den Beleg. Wenn es bleibt, kannst du in Ruhe weiterarbeiten. Diese Reihenfolge ersetzt kein Talent, verhindert aber die häufigste Enttäuschung bei Auslandstouren.
Die Grundlagen dazu – Belichtungszeit, Schärfeebene, Bildaufbau – stehen im Guide gute Fotos von Zügen. Und weil eine Auslandstour schnell mehrere hundert Bilder produziert, lohnt sich vorab ein Blick in den Beitrag zum Fotoarchiv für Spotter: Wer Fahrzeug, Datum und Ort direkt sauber ablegt, findet Jahre später noch alles wieder.
Sicherheit vor Motiv
Gleise, Abstellgruppen und Betriebshöfe sind Betriebsanlagen und kein Fotostandort. Bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen, halte Abstand zur Bahnsteigkante und rechne damit, dass Rangierfahrten auch dort auftauchen, wo du sie nicht erwartest.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Reihe 661, wenn …
- kein Stromabnehmer vorhanden ist, dafür Auspuff und Kühlerpartie
- die Bauform amerikanisch geprägt wirkt
- die Reihennummer mit 661 beginnt
- das Fahrzeug auf nicht elektrifizierten Gleisen oder im Übergabedienst arbeitet
Sieh genauer hin, wenn …
- eine ähnlich proportionierte Diesellok danebensteht – die Reihen der EMD-Familie ähneln sich stark
- die Anschriften verwittert oder teilweise verdeckt sind
- das Fahrzeug in einer Lackierung steht, die du nicht zuordnen kannst
Es ist keine 661, wenn …
- ein Stromabnehmer am Fahrdraht anliegt
- die Reihennummer mit 3, 193 oder 541 beginnt
- es sich um eine durchgehende Triebzugeinheit ohne separate Lok handelt
Fazit
Die Reihe 661 ist eines der Fahrzeuge, die eine ganze Beschaffungsgeschichte erzählen: amerikanische Technik, jugoslawische Beschaffung, slowenischer Alltag. Bestimmen lässt sie sich in drei Schritten – Dach, Bauform, Nummer –, wobei die Nummer gegenüber der eng verwandten Reihe 664 zwingend ist. Und weil ältere Dieselgenerationen überall in Europa schrumpfen, gilt hier besonders: dokumentieren, solange es geht.
Kurzfazit
Kein Stromabnehmer, amerikanisch geprägte Bauform, Nummer 661: Das ist Kennedy. Sie arbeitet dort, wo der Fahrdraht fehlt, ist in Deutschland nicht anzutreffen – und ihr Einsatzstatus ändert sich schneller, als Listen im Netz nachkommen.
Zusammenfassung
- Die Reihe 661 bringt amerikanische Lokomotivtechnik in ein mitteleuropäisches Netz – eine Kombination, die es so in Deutschland nie gab.
- Ihr Spitzname Kennedy erinnert an die Beschaffungsgeschichte der jugoslawischen Zeit.
- Für die Bestimmung reichen Antriebsart, Bauform und Reihennummer; die Lackierung hilft nicht weiter.
- Weil die Baureihe zu einer älteren Generation gehört, lohnt sich zeitnahe Dokumentation mit Nummer, Datum und Ort.
Häufige Fragen
Warum heißt die Reihe 661 Kennedy?
Der Spitzname ist aus der Beschaffungsgeschichte überliefert: Die Lokomotiven kamen in den 1960er-Jahren aus amerikanischer Fertigung nach Jugoslawien, und die Bezeichnung nach dem damaligen US-Präsidenten setzte sich im Betrieb durch. Solche Spitznamen sind in der Eisenbahnwelt häufig – sie halten sich oft länger als die offiziellen Bezeichnungen.
Was ist die SŽ-Reihe 661 technisch?
Eine dieselelektrische Streckenlokomotive aus der Konstruktionslinie von General Motors beziehungsweise EMD. Der Dieselmotor treibt dabei einen Generator an, der die Fahrmotoren speist – das Prinzip, das bei schweren Dieselloks weltweit dominiert. Beschafft wurde die Baureihe für die jugoslawische Staatsbahn; nach 1991 verblieb ein Anteil bei den Slovenske železnice.
Wie erkenne ich die Reihe 661 im Feld?
Zuerst über das Dach: kein Stromabnehmer, dafür Auspuff und Kühleraufbauten. Danach über die Bauform, die durch ihre amerikanische Herkunft anders proportioniert wirkt als europäische Dieselloks derselben Epoche. Bestätigt wird das Ganze durch die Reihennummer 661 an der Fahrzeugseite.
Wo werden slowenische Dieselloks eingesetzt?
Dort, wo der Fahrdraht fehlt oder nicht nutzbar ist: auf nicht elektrifizierten Strecken, im Rangier- und Übergabedienst, bei Bauzügen und als Aushilfe. Welche konkreten Leistungen aktuell mit welcher Baureihe gefahren werden, ändert sich mit Fahrplanjahren und Fahrzeugverfügbarkeit – eine feste Zuordnung gibt es nicht.
Fährt die Reihe 661 in Deutschland?
Nein. Die Baureihe ist für den slowenischen beziehungsweise ehemals jugoslawischen Betrieb beschafft und im deutschen Netz nicht anzutreffen. Genau das macht sie für deutsche Spotter interessant: Es ist eine Fahrzeuggeneration, für die man reisen muss – amerikanische Technik in einem europäischen Netz.
Wie unterscheide ich die 661 von der Reihe 664?
Beide stammen aus derselben amerikanischen Konstruktionstradition und ähneln sich deshalb im Gesamteindruck stärker, als es bei europäischen Baureihen üblich wäre. Verlässlich ist deshalb nur die Reihennummer an der Fahrzeugseite. Verlass dich bei diesen beiden Baureihen nicht auf den ersten optischen Eindruck.
Ist die Reihe 661 noch im Regeleinsatz?
Der Status einzelner Maschinen einer so alten Baureihe unterscheidet sich stark, und eine pauschale Aussage wäre unseriös. Manche Fahrzeuge dieser Generation stehen im Arbeitsdienst, andere abgestellt oder in musealer Obhut. Prüfe den aktuellen Stand über Sichtungen aus der jüngeren Vergangenheit, nicht über ältere Bestandslisten.
Worauf sollte ich beim Fotografieren achten?
Auf eine saubere Dreiviertelansicht mit lesbarer Fahrzeugnummer und auf flaches Licht, das die Struktur der Bauform zeichnet. Und auf den Standort: Gleisbereiche und Betriebsanlagen sind tabu. Fotografiere von Bahnsteigen, öffentlichen Wegen oder Brücken aus und halte Abstand zur Bahnsteigkante.
Sichtung von SZ 661 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
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