Das Wichtigste in Kürze
- Die Reihe 664 ist eine dieselelektrische Streckenlok aus amerikanischer EMD-Bauart, beschafft in jugoslawischer Zeit.
- Schnellster Erkennungsweg: kein Stromabnehmer, Nummernbeginn 6, eigenständige Lok statt Triebzug.
- Gegenüber der Reihe 661 entscheidet die Nummer – die Bauarten derselben Herstellerfamilie ähneln sich stark.
- Ihr Revier sind Strecken ohne Fahrdraht, dazu Übergaben, Bau- und Arbeitszüge im elektrifizierten Netz.
- Bestand und Einsatz ändern sich laufend, weil ältere Dieselgenerationen schrittweise ersetzt werden.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Dieselelektrische Streckenlokomotive für Güter- und Reisezugleistungen |
|---|---|
| Konstruktionsherkunft | General Motors / EMD, Vereinigte Staaten |
| Beschaffung | Für die jugoslawische Staatsbahn JŽ, nach 1991 anteilig bei den Slovenske železnice |
| Antrieb | Dieselmotor mit elektrischer Kraftübertragung auf die Fahrmotoren |
| Reihennummer | 664 – der 6er-Block kennzeichnet bei der SŽ Dieseltraktion |
| Typischer Einsatzraum | Nicht elektrifizierte Strecken, Übergaben, Bau- und Arbeitszüge |
| UIC-Ländercode Slowenien | 79 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kein Stromabnehmer auf dem Dach, dafür Auspuff und großflächige Kühleraufbauten
- Reihennummer beginnt mit 664; die 6 an erster Stelle steht für Dieseltraktion
- Bauform in amerikanischer Konstruktionslinie – anders proportioniert als europäische Dieselloks derselben Epoche
- Häufig auf Strecken ohne Fahrdraht oder auf Gleisen, die nicht durchgehend überspannt sind
- Getrennte Lokomotive mit eigenem Wagenzug – kein durchgehender Triebzug
- Lackierungen haben über die Jahrzehnte gewechselt und taugen nicht als Bestimmungsmerkmal
Aktualisiert: August 2026 – Wo in Slowenien kein Fahrdraht hängt, übernimmt die Dieseltraktion – und dazu gehört die Reihe 664, eine dieselelektrische Streckenlokomotive aus amerikanischer Konstruktionstradition. Sie ist kein Fahrzeug, das man in Deutschland nebenbei abhakt, sondern eines, das eine ganze Beschaffungsgeschichte transportiert. Diese Seite zeigt, wie du sie einordnest und wo du sie realistisch findest.
Diesel im Ausland gesichtet? Nummer sichern.
Slowenische Dieselbaureihen ähneln sich äußerlich – die Anschrift entscheidet. Halte sie in Traintrack fest.
Was ist die Reihe 664?
Die SŽ-Reihe 664 ist eine dieselelektrische Streckenlokomotive, deren Konstruktion auf General Motors und dessen Lokomotivsparte EMD zurückgeht. Beschafft wurde sie für die jugoslawische Staatsbahn JŽ; nach 1991 verblieb ein Anteil des Fahrzeugparks bei den Slovenske železnice. Weitere Maschinen amerikanischer Herkunft blieben in Kroatien, wo heute HŽ Putnički prijevoz den Reisezugverkehr führt.
Dieselelektrisch bedeutet: Der Dieselmotor treibt einen Generator an, der die Fahrmotoren an den Achsen versorgt. Ein mechanisches Getriebe gibt es nicht. Von außen erkennst du dieses Prinzip an den großflächigen Kühleraufbauten, die bei einer Maschine dieser Leistungsklasse zwingend sind – und an dem tiefen, gleichmäßigen Motorgeräusch, das sich deutlich von hydraulisch übertragenden Kleindieseln unterscheidet.
Warum in Slowenien amerikanische Dieselloks fahren
Die Erklärung liegt in der Beschaffungspolitik der jugoslawischen Zeit. Während die westeuropäischen Bahnen ihren Dieselpark bei heimischen Herstellern bestellten, griff Jugoslawien in großem Umfang auf amerikanische Konstruktionen zurück. Das Ergebnis ist ein Fahrzeugpark, der technisch und optisch aus einer anderen Ingenieurtradition stammt als alles, was in Deutschland gebaut wurde.
Für Spotter ist das der eigentliche Reiz. Wer aus Deutschland kommt, kennt Dieselloks europäischer Bauart in allen Varianten. Eine Maschine mit amerikanischer Herkunftslinie in einem mitteleuropäischen Bahnhof ist dagegen ein Motiv, das es hierzulande schlicht nicht gibt. Wie du solche Unterschiede systematisch erfasst, statt nur zu staunen, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Erst Diesel oder Elektro klären
Kein Stromabnehmer, dafür Auspuff und Kühlerflächen: Damit fallen alle 3er-Reihen und die modernen Interoperabilitätsloks heraus.
Lok oder Triebzug unterscheiden
Eine eigenständige Lokomotive mit angehängtem Wagenzug ist etwas anderes als eine durchgehende Triebzugeinheit. Das entscheidet zwischen 6er-Lokreihen und Triebwagenreihen.
Reihennummer lesen
664 an der Fahrzeugseite ist die einzige verlässliche Trennung gegenüber den verwandten Baureihen derselben Herstellerfamilie.
UIC-Nummer notieren
Der Ländercode 79 bestätigt die slowenische Registrierung. Zusammen mit Ordnungsnummer und Prüfziffer ist die Sichtung damit eindeutig.
Wo die Elektrifizierungslücke den Einsatz bestimmt
Das Einsatzfeld einer Streckendiesellok ergibt sich fast vollständig aus der Frage, wo kein Fahrdraht hängt oder wo er nicht nutzbar ist.
| Situation | Warum Diesel gefragt ist | Was du beobachten kannst |
|---|---|---|
| Nicht elektrifizierte Strecken | Elektrische Traktion technisch unmöglich | Planmäßige Leistungen, halbwegs vorhersehbar |
| Übergaben zu Anschlussbahnen | Anschlussgleise meist ohne Oberleitung | Kurze Fahrten, bedarfsabhängig |
| Bau- und Arbeitszüge | Oberleitung bei Bauarbeiten abgeschaltet | Unregelmäßig, oft an ungewöhnlichen Orten |
| Rangieren in Bahnhofsbereichen | Nicht jedes Gleis ist überspannt | Wiederkehrende Bewegungsmuster, gut zu beobachten |
| Aushilfe bei Störungen | Unabhängigkeit vom Netz als Vorteil | Selten und nicht planbar |
Innerhalb der slowenischen Dieseltraktion teilen sich die Baureihen die Aufgaben: Die Reihe 661 gehört wie die 664 zur schwereren Kategorie, die Reihe 643 deckt eher den Rangier- und leichten Streckendienst ab. Im elektrifizierten Teil des Netzes arbeiten dagegen Maschinen wie die sechsachsige Reihe 363, die ohne Fahrdraht keinen Meter weit kommt.
Einsatzgebiet und Bestand sind veränderlich
Welche Dieselbaureihe aktuell welche Leistung fährt, ändert sich mit Vergaben, Fahrplanjahren und Fahrzeugverfügbarkeit. Ältere Übersichten aus dem Netz sind bei dieser Fahrzeugklasse besonders schnell überholt. Prüfe den Stand kurz vor der Reise.
Aktuelle Sichtungen statt alter Listen
Sieh, welche slowenischen Fahrzeuge zuletzt gemeldet wurden – und richte deine Tour danach aus.
Spotting mit Tele: Distanz ist der Normalfall
Bei Dieselloks im Arbeitsdienst kommst du selten nah heran. Die interessanten Bereiche liegen hinter Absperrungen, und genau daran führt kein Weg vorbei. Die Lösung ist nicht, näher zu gehen, sondern besser zu planen.
- Brennweite großzügig wählen. Wenn der Standort fest ist, muss das Objektiv die Distanz überbrücken. Welche Telebrennweiten sich in der Praxis bewähren und wo billige Optiken an ihre Grenzen kommen, behandelt der Ratgeber zum besten Teleobjektiv für Eisenbahnfotografie.
- Erhöhte Standorte suchen. Brücken und öffentlich zugängliche Überführungen geben einen freien Blick über Gleisfelder – ohne dass du dich der Betriebsanlage nähern musst.
- Erst beobachten, dann fotografieren. Rangier- und Übergabefahrten wiederholen sich. Eine Runde zusehen kostet zehn Minuten und spart dir drei misslungene Bilder.
- Sichtungen sofort notieren. Nummer, Ort, Zeit und Tätigkeit – nach zwei Tagen Reise weißt du sonst nicht mehr, welche Maschine wo stand.
Wer die Recherche vor der Reise vertiefen möchte, findet im Beitrag zu Bahnthemen im Ausland Hinweise darauf, wo internationale Sichtungen dokumentiert und diskutiert werden.
Ein letzter Punkt betrifft die Reisplanung. Nicht elektrifizierte Strecken liegen fast immer abseits der Hauptachsen, und der öffentliche Verkehr dorthin ist dünn. Wer solche Ziele ansteuert, sollte die Anreise realistisch kalkulieren und einen Rückweg einplanen, der auch dann funktioniert, wenn sich der Aufenthalt verzögert. Ein Motiv, das man nur mit einem knappen Anschluss erreicht, ist selten das Risiko wert – und in der Zwischenzeit steht die gesuchte Lok womöglich ohnehin an einem größeren Bahnhof, an dem du bequem und sicher fotografieren kannst.
Sicherheit ist nicht verhandelbar
Gleise, Abstellgruppen und Betriebshöfe sind Betriebsanlagen und in aller Regel Privatgelände. Fotografiere ausschließlich von öffentlich zugänglichen Standorten, halte Abstand zur Bahnsteigkante und betritt niemals Gleisbereiche – auch nicht für das vermeintlich einmalige Motiv.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Reihe 664, wenn …
- kein Stromabnehmer vorhanden ist, dafür Auspuff und große Kühlerflächen
- es sich um eine eigenständige Lok mit Wagenzug handelt, nicht um einen Triebzug
- die Reihennummer mit 664 beginnt
- das Fahrzeug auf einem nicht elektrifizierten Abschnitt unterwegs ist
Sieh genauer hin, wenn …
- eine ähnlich aussehende Diesellok danebensteht – die EMD-Familie ist optisch eng verwandt
- die Anschriften nicht lesbar sind
- du das Fahrzeug nur aus großer Entfernung oder im Gegenlicht siehst
Es ist keine 664, wenn …
- ein Stromabnehmer am Fahrdraht anliegt
- die Einheit durchgehend begehbar ist und keine separate Lok hat
- die Reihennummer mit 3, 7, 193 oder 541 beginnt
Fazit
Die Reihe 664 steht für einen Teil der slowenischen Bahn, der ohne große Aufmerksamkeit funktioniert: Traktion dort, wo der Fahrdraht endet. Ihre amerikanische Herkunft macht sie für deutsche Spotter zum echten Reisemotiv, ihre Ähnlichkeit mit den Schwesterbaureihen zur Fleißaufgabe – ohne lesbare Nummer bleibt jede Zuordnung Vermutung. Wer beides zusammenbringt, hat eine Sichtung, die auch in zehn Jahren noch belastbar ist.
Kurzfazit
Kein Stromabnehmer, große Kühlerflächen, eigenständige Lok, Nummer 664: So ordnest du die slowenische Streckendiesellok ein. Ihr Revier sind Strecken ohne Oberleitung – und die Reihennummer ist gegenüber den verwandten Baureihen das einzige sichere Merkmal.
Zusammenfassung
- Die Reihe 664 gehört zur schweren Dieseltraktion des slowenischen Netzes und stammt aus amerikanischer Konstruktionstradition.
- Das slowenische Nummernsystem ordnet sie über den 6er-Block eindeutig der Dieseltraktion zu.
- Ihr Einsatzfeld ergibt sich aus der Elektrifizierungslücke: Wo kein Fahrdraht hängt, ist Diesel gefragt.
- Für die Dokumentation zählen vollständige Nummer, Datum und Ort – die Reihennummer allein reicht nicht.
Häufige Fragen
Was ist die SŽ-Reihe 664?
Eine dieselelektrische Streckenlokomotive im slowenischen Netz, deren Konstruktion auf General Motors beziehungsweise EMD zurückgeht. Beschafft wurde sie für die jugoslawische Staatsbahn; nach der Unabhängigkeit Sloweniens verblieb ein Anteil bei den Slovenske železnice. Eingesetzt wird die Bauart dort, wo elektrische Traktion nicht möglich ist.
Wie erkenne ich die Reihe 664 sicher?
In zwei Schritten. Erstens das Dach: kein Stromabnehmer, dafür Auspuff und Kühleraufbauten – das schließt jede Ellok aus. Zweitens die Reihennummer an der Fahrzeugseite. Weil die slowenischen Dieselbaureihen aus derselben Herstellerfamilie stammen und sich äußerlich ähneln, ist die Nummer hier besonders wichtig.
Was bedeutet dieselelektrisch?
Der Dieselmotor treibt keinen Getriebestrang an, sondern einen Generator, der wiederum die Fahrmotoren an den Achsen speist. Dieses Prinzip ist bei schweren Dieselloks weltweit verbreitet, weil es hohe Leistungen ohne mechanisches Getriebe überträgt. Von außen erkennst du es an den großen Kühlerflächen, die die Abwärme abführen müssen.
Warum braucht ein elektrifiziertes Land Dieselloks?
Weil kein Netz vollständig elektrifiziert ist. Nebenstrecken, Anschlussgleise, Ladestraßen und Werkstattbereiche haben oft keinen Fahrdraht, und bei Bauarbeiten wird die Oberleitung abgeschaltet. Dieselloks arbeiten unabhängig davon – deshalb behält jedes Bahnunternehmen einen Dieselbestand, auch wenn die Hauptstrecken längst unter Fahrdraht liegen.
Fährt die Reihe 664 in Deutschland?
Nein. Die Baureihe ist für den slowenischen beziehungsweise ehemals jugoslawischen Betrieb beschafft und hier weder zugelassen noch anzutreffen. Für deutsche Spotter bedeutet das: Diese Fahrzeuge sind ein Reiseziel, kein Zufallsfund auf der Hausstrecke.
Wie unterscheide ich die 664 von der Reihe 661?
Über die Reihennummer. Beide Baureihen stammen aus derselben amerikanischen Konstruktionstradition, und der optische Gesamteindruck reicht für eine sichere Zuordnung nicht aus. Ein Foto mit lesbarer Anschrift ist deshalb bei diesen Baureihen wichtiger als bei europäischen Bauarten, die sich schon an der Frontform trennen lassen.
Wo lohnt sich die Suche nach der Reihe 664?
Auf und an Strecken ohne Oberleitung, an Bahnhöfen, wo elektrifizierte und nicht elektrifizierte Abschnitte aufeinandertreffen, sowie im Umfeld von Baustellen. Welche Leistungen aktuell mit welcher Baureihe gefahren werden, ändert sich mit Fahrplanjahren und Fahrzeugverfügbarkeit – plane deshalb mit aktuellen Informationen.
Ist die Baureihe heute noch im Einsatz?
Der Zustand einzelner Maschinen einer älteren Dieselgeneration unterscheidet sich erheblich, und eine pauschale Aussage über den aktuellen Bestand wäre nicht seriös. Verlässlich ist nur die aktuelle Beobachtung: Sichtungen aus der jüngeren Vergangenheit sagen mehr als jede ältere Bestandsliste aus dem Netz.
Sichtung von SZ 664 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
SZ 661
Die Reihe 661 trägt in Slowenien den Spitznamen Kennedy und stammt aus amerikanischer EMD-Bauart. So ordnest du sie ein und so findest du sie vor Ort.
DiesellokSZ 643
Die Reihe 643 gehört zu den dieselgetriebenen Arbeitspferden der SŽ. So erkennst du sie, so ordnest du das slowenische Nummernsystem ein und so findest du sie.
E-LokSZ 363
Sechs Achsen, schräg abfallende Front, Spitzname Brigitte: Die SŽ-Reihe 363 ist die markanteste Ellok Sloweniens. So erkennst und findest du sie.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
HŽ Putnički prijevoz
HŽ Putnički prijevoz ist der Personenverkehrsarm der kroatischen Staatsbahn – seit der Aufspaltung eine von drei Schwestergesellschaften neben Güterverkehr und Netz. Die Fahrzeugnummern folgen dabei einer jugoslawischen Logik, die man einmal verstanden haben muss.
StaatsbahnSlovenske železnice (SŽ)
Slowenien ist klein, liegt aber an einer der wichtigsten Transitachsen Europas: vom Hafen Koper nach Norden. Slovenske železnice fährt dort mit 3 kV Gleichstrom – und an drei von vier Landesgrenzen wechselt das Stromsystem. Das prägt die Lokomotiven mehr als alles andere.
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