Das Wichtigste in Kürze
- Die 139 ist eine E 40 mit elektrischer Bremse: Das ist der ganze Unterschied zur Baureihe 140 – und der Grund für die eigene Nummer.
- Schnellster Erkennungsweg: Kastenform plus vier Achsen führt zur Familie, die Dachpartie und die Nummer entscheiden.
- 110 km/h markieren sie klar als Güterzuglok, nicht als Reisezugmaschine.
- Steilstrecken sind ihr Revier: Die elektrische Bremse wurde genau für lange Gefällestrecken beschafft.
- Betreiber und Einsatzgebiete ändern sich – Maschinen wechselten zu privaten Bahnen; prüfe den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrolokomotive für den Güterzugdienst, mit elektrischer Widerstandsbremse |
|---|---|
| Achsfolge | Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben) |
| Höchstgeschwindigkeit | 110 km/h |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Herkunft | Bauart E 40 mit elektrischer Bremse, ab 1968 als Baureihe 139 bezeichnet |
| Typischer Einsatz | Güter- und Sonderzüge auf Steilstrecken; Betreiber und Bestand ändern sich |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kastiger Lokkasten der Einheitsellok-Bauart
- Flache, ungekantete Stirnseite mit zwei Frontfenstern – keine Bügelfalte
- Zusätzliche Dachaufbauten und Lüfteröffnungen für die Bremswiderstände der elektrischen Bremse
- Lange, waagerechte Lüftergitterbänder an der Seitenwand
- Fahrzeugnummer beginnt mit 139 – die sonst baugleichen Maschinen ohne elektrische Bremse laufen als 140
Aktualisiert: August 2026 – Kastiger Lokkasten, vier Achsen, ein Güterzug am Haken und ein Dach, das ein paar Aufbauten mehr trägt als üblich: Das ist die Baureihe 139. Sie ist der Beweis dafür, dass im deutschen Nummernsystem manchmal ein einziges technisches Bauteil über die Baureihenbezeichnung entscheidet.
139 oder 140? Nummer festhalten.
Bei fast baugleichen Baureihen entscheidet die Ziffernfolge – dokumentiere sie direkt in Traintrack.
Was ist die Baureihe 139 (E40)?
Die Baureihe 139 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den Güterzugdienst, zugelassen für 110 km/h und betrieben unter 15 kV Wechselstrom. Sie gehört zur Bauart E 40, der Güterzugvariante der deutschen Einheitselloks, und unterscheidet sich von der Serienausführung durch eine elektrische Widerstandsbremse.
Diese Bremse ist der Grund für die eigene Baureihennummer. Sie wandelt beim Bremsen Bewegungsenergie in elektrischen Strom um, der in Widerständen auf dem Dach in Wärme verwandelt wird. Auf langen Gefällestrecken hält das die mechanischen Bremsen kühl und macht schwere Züge kontrollierbar. Die sonst baugleichen Maschinen ohne diese Ausrüstung laufen als Baureihe 140.
E-Nummer, Umzeichnung, dreistellige Baureihe
An dieser Baureihe lässt sich das deutsche Nummernsystem besonders gut nachvollziehen.
- Vor 1968 hießen die Elloks der Bundesbahn
E 10,E 40,E 41oderE 50. Die Zahl bezeichnete die Bauartfamilie, nicht die einzelne Lok. - Untervarianten bekamen einen Zusatz: Die E 40 mit elektrischer Bremse lief als E 40.11.
- Mit der Umzeichnung 1968 stellte die Bundesbahn auf dreistellige, computergerechte Baureihennummern um. Die führende 1 steht seither für Elektrolokomotiven; aus E 10 wurde 110, aus E 40 die 140 – und die Untervariante mit elektrischer Bremse erhielt mit 139 eine eigene Nummer.
- Innerhalb der Hunderterreihe liegen Reisezugloks im niedrigen Bereich ab 101, Güterzugloks etwa zwischen 139 und 155, Mehrsystemloks bei 180 und darüber.
Die 139 sitzt damit exakt an der Grenze: die niedrigste Nummer im Güterzugblock. Wie diese Ziffernfolge mit der europäischen zwölfstelligen Fahrzeugnummer zusammenhängt, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
So bestimmst du eine 139 im Feld
Bauform einordnen
Kastiger Lokkasten mit klaren Kanten, flache Stirnseite mit zwei Frontfenstern, lange waagerechte Lüftergitter an der Seite: Das ist die Einheitsellok-Generation.
Achsen zählen
Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Sechs Achsen führen zu den schwereren Güterzugbaureihen, nicht zur E-40-Familie.
Dach prüfen
Zusätzliche Aufbauten und Lüfteröffnungen für die Bremswiderstände sind das eigentliche Erkennungsmerkmal der 139 gegenüber der 140.
Nummer lesen
139 oder 140 – erst die Ziffernfolge macht die Sichtung belastbar. Aus der Entfernung ist die Dachpartie oft nicht sicher zu beurteilen.
Einordnung im Bahnbetrieb
Die 139 ist eine Streckenlok für schwere Züge, keine Rangier- und keine Reisezugmaschine. Ihr Einsatzprofil ergibt sich direkt aus der Bremsausrüstung.
| Umfeld | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Elektrifizierte Steilstrecken | hoch | Die elektrische Bremse ist genau dafür gebaut |
| Güterzugkorridore mit Fahrdraht | mittel | Passendes Einsatzprofil, aber viel Konkurrenz durch modernere Loks |
| Rangierbahnhöfe und Zugbildungsanlagen | mittel | Züge werden dort bereitgestellt und übernommen |
| Reisezugachsen im Taktverkehr | niedrig | Falsches Einsatzprofil |
| Nicht elektrifizierte Strecken | ausgeschlossen | Elektrolokomotive ohne eigene Energiequelle |
Wie man Güterverkehr systematisch beobachtet, statt zufällig auf Züge zu warten, beschreibt der Beitrag zum Güterzug-Radar in Deutschland.
Betreiber und Bestand sind veränderlich
Maschinen dieser Bauart sind über die Jahre an private Eisenbahnverkehrsunternehmen gegangen, andere wurden abgestellt oder museal erhalten. Lackierung, Eigentümerkürzel und Einsatzgebiet können sich deshalb kurzfristig ändern – prüfe den aktuellen Stand, bevor du eine Tour planst.
Güterzugsichtungen sauber dokumentieren
Nummer, Eigentümer und Lackierung in einem Eintrag – mit Traintrack in wenigen Sekunden erledigt.
Spotting- und Fototipps
- Standort mit Blick aufs Dach wählen. Weil das Unterscheidungsmerkmal oben sitzt, sind leicht erhöhte, öffentlich zugängliche Standpunkte wie Bahnsteige an Hochlagen oder öffentliche Brücken besonders nützlich.
- Dreiviertelansicht bevorzugen. Sie zeigt Front, Seitenwand mit Lüftergittern und einen Teil der Dachpartie in einem Bild.
- Güterzüge brauchen mehr Bildraum. Anders als bei einer Reisezuglok gehört oft der Zuganfang mit ins Bild, um den Einsatzzweck zu dokumentieren.
- Anschriften mitfotografieren. Bei Maschinen im Privatbahneinsatz sind Eigentümerkürzel und Halterzeichen ein eigener Informationswert.
Alle Aufnahmen entstehen vom Bahnsteig oder von öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu; die Grundregeln stehen im Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis.
Warum Steilstrecken eigene Lokomotiven brauchen
Die 139 existiert nur, weil ein bestimmter Streckentyp besondere Anforderungen stellt. Das lohnt sich zu verstehen, weil es erklärt, warum Baureihen im deutschen Netz überhaupt so fein aufgeteilt sind.
- Bremsen erzeugt Wärme. Ein schwerer Güterzug, der über viele Kilometer bergab läuft, wandelt ständig Höhenenergie in Reibungswärme um. Klotz- und Scheibenbremsen können dabei so heiß werden, dass ihre Wirkung nachlässt.
- Die elektrische Bremse arbeitet verschleißfrei. Statt zu reiben, werden die Fahrmotoren als Generatoren betrieben. Der erzeugte Strom wird in Widerständen in Wärme umgesetzt und über Dachlüfter abgeführt – die mechanische Bremse bleibt als Reserve verfügbar.
- Das Merkmal ist sichtbar. Weil die Widerstände Kühlung brauchen, sitzen sie oben. Genau daran erkennst du im Feld, dass eine Lok für dieses Einsatzprofil ausgerüstet ist.
- Moderne Loks lösen dasselbe Problem anders. Drehstromlokomotiven speisen Bremsenergie in die Oberleitung zurück und brauchen dafür keine großen sichtbaren Widerstände mehr. Fehlende Dachaufbauten sind bei neueren Baureihen deshalb kein Hinweis auf eine fehlende elektrische Bremse.
Für Spotter ist das ein nützliches Prinzip: Sichtbare Technik am Fahrzeug erzählt fast immer etwas über die Strecken, für die es beschafft wurde. Wer sich angewöhnt, das Dach mitzulesen, erkennt Sonderausrüstungen auch bei Baureihen, die er noch nie gesehen hat.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 139, wenn …
- vier Achsen und ein kastiger Einheitsellok-Aufbau zusammenkommen
- auf dem Dach zusätzliche Aufbauten und Lüfteröffnungen sitzen
- die Nummer mit 139 beginnt
- ein Güterzug dranhängt, gern auf einer Gefällestrecke
Sieh genauer hin, wenn …
- die Form stimmt, du das Dach aber nicht einsehen kannst – dann ist die 140 genauso wahrscheinlich
- die Lok in einer Privatbahn-Lackierung unterwegs ist
- der Lokkasten kürzer wirkt als erwartet – das spricht eher für die 141
Es ist keine 139, wenn …
- du sechs Achsen zählst – dann sind die schweren Güterzugbaureihen 150, 151 oder 155 dran
- die Stirnseite in der Mitte senkrecht gekantet ist – das ist die Bügelfalte der Reisezugvarianten
- die Front ein breites, umlaufendes Fensterband trägt – dann bist du bei der Neubaugeneration
Die realistisch gefährlichsten Kandidaten sind damit die praktisch baugleiche Baureihe 140, die kürzere Baureihe 141 mit ähnlicher Kastenform und – aus größerer Entfernung – die Reisezugvarianten der Baureihe 110, die denselben Grundentwurf nutzen.
Fazit
Die Baureihe 139 ist ein Grenzfall im besten Sinne: technisch eine E 40, betrieblich eine eigene Baureihe, äußerlich nur an der Dachpartie und der Nummer zu unterscheiden. Wer sie sicher bestimmen will, lernt zuerst die Einheitsellok-Silhouette und richtet den Blick danach konsequent auf Dach und Ziffern.
Kurzfazit
Kastenform, vier Achsen, Güterzug und zusätzliche Dachaufbauten: Das ist die 139. Fehlen die Aufbauten, hast du eine 140 – und ohne lesbare Nummer bleibt es eine Sichtung der E-40-Familie.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 139 zeigt, wie das deutsche Nummernsystem technische Ausrüstungsunterschiede sichtbar macht: gleiche Bauart, andere Bremse, eigene Baureihe.
- Zur Bestimmung reichen Kastenform, Achszahl, die zusätzlichen Dachaufbauten und die Ziffernfolge am Fahrzeug.
- Ihr Einsatzschwerpunkt lag dort, wo lange Gefälle eine verschleißarme Bremsung verlangen.
- Weil Maschinen den Eigentümer gewechselt haben, sind Lackierungen und Anschriften ein eigener Dokumentationswert.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 139 und Baureihe 140?
Beide sind dieselbe Grundbauart E 40. Die 139 besitzt zusätzlich eine elektrische Widerstandsbremse, mit der sich lange Gefällestrecken bremsen lassen, ohne die mechanischen Bremsen zu überhitzen. Äußerlich verrät sich das an zusätzlichen Aufbauten und Lüfteröffnungen für die Bremswiderstände auf dem Dach. Alles andere ist praktisch identisch.
Was bedeutet E 40 in der Bezeichnung?
E 40 ist die alte Bauartbezeichnung aus der Zeit vor 1968, als Elektrolokomotiven der Bundesbahn ein E und eine ein- bis zweistellige Zahl trugen. Mit der Umzeichnung 1968 wurde daraus die dreistellige Baureihe 140 – und für die Maschinen mit elektrischer Bremse die Baureihe 139.
Wie schnell fährt die Baureihe 139?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 110 km/h. Das ist typisch für die Güterzugloks der Einheitsellok-Generation und deutlich weniger als bei den Reisezugvarianten derselben Familie, die für 150 km/h ausgelegt waren.
Warum brauchte die 139 eine elektrische Bremse?
Auf langen Gefällestrecken erzeugt reines Bremsen mit Druckluft und Klotzbremsen enorme Wärme. Die elektrische Widerstandsbremse wandelt Bewegungsenergie stattdessen in Strom um, der in Widerständen verheizt wird. Das schont Material und macht schwere Güterzüge auf Steilstrecken beherrschbar.
Wo wird die Baureihe 139 eingesetzt?
Traditionell auf Strecken mit langen Gefällen und vor schweren Güterzügen. Wer die Loks heute betreibt und auf welchen Relationen sie laufen, hat sich mehrfach geändert – Maschinen gingen an private Eisenbahnverkehrsunternehmen. Prüfe deshalb immer den aktuellen Stand statt älterer Einsatzlisten.
Wie erkenne ich die elektrische Bremse von außen?
An der Dachpartie. Die Bremswiderstände müssen gekühlt werden, deshalb sitzen dort zusätzliche Aufbauten und Lüfteröffnungen, die der Baureihe 140 fehlen. Aus der Ferne ist das schwer zu sehen – die Fahrzeugnummer bleibt die verlässlichere Entscheidung.
Ist die Baureihe 139 eine Personenzuglok?
Nein, sie ist als Güterzuglokomotive konzipiert. Vor Reisezügen taucht sie höchstens bei Sonderfahrten, Ersatzleistungen oder Museumsverkehren auf. Der Regelfall ist der Güterzug, oft auf topografisch anspruchsvollen Strecken.
Woran erkenne ich die genaue Lok?
An der vollständigen Fahrzeugnummer an der Seitenwand und unter dem Führerstandsfenster, ergänzt um die zwölfstellige UIC-Nummer. Gerade bei Baureihen, deren Maschinen zwischen Unternehmen wechseln, gehören auch Eigentümerkürzel und Anschriftenfelder in eine saubere Sichtung.
Sichtung von Baureihe 139 (E40) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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