Das Wichtigste in Kürze
- Die 216 ist die Urform der V-160-Familie: vierachsige Streckendiesellok mit hydraulischer Kraftübertragung und Endführerständen.
- Bezeichnungswechsel merken: Vor 1968 hieß die Maschine V 160, danach Baureihe 216 – dasselbe Fahrzeug, zwei Namen.
- Entscheidendes Abgrenzungsmerkmal ist die fehlende elektrische Zugheizung; genau daran scheiterte die 216 im späteren Reisezugdienst.
- Höchstgeschwindigkeit 120 km/h trennt sie von den auf 140 km/h ausgelegten Schwesterbaureihen 215, 217 und 218.
- Heute ein Museums- und Bahndienstfahrzeug: Halter, Lackierung und Einsatz wechseln, planmäßige Leistungen gibt es kaum noch.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Streckendiesellokomotive für Reise- und Güterzüge |
|---|---|
| Bezeichnung vor 1968 | V 160 |
| Achsfolge | B'B' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben) |
| Kraftübertragung | dieselhydraulisch |
| Höchstgeschwindigkeit | 120 km/h |
| Zugheizung | Dampfheizung, keine elektrische Zugheizung |
| Status | bei der DB ausgemustert; Einzelstücke museal und bei Privatbahnen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kein sechsachsiges Fahrwerk
- Kastenaufbau mit zwei Endführerständen und durchgehendem Maschinenraum
- Auspuff und Kühleranlage auf dem Dach, nicht seitlich am Vorbau
- Fahrzeugnummer beginnt mit 216, ältere Aufnahmen zeigen V 160
- Kein Heizkessel-Betrieb mehr sichtbar, aber auch keine Steckdosen für elektrische Zugheizung
- Meist in Museums-, Bauzug- oder Überführungsleistungen statt im Plandienst
Aktualisiert: August 2026 – Vier Achsen, ein durchgehender Lokkasten, Führerstand an beiden Enden und ein tiefes, unverwechselbares Motorgeräusch: Die Baureihe 216, vor 1968 als V 160 bezeichnet, war die Stammform aller vierachsigen Streckendieselloks der Bundesbahn. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, wie sie sich von ihren zahlreichen Schwesterbaureihen unterscheidet und wo du ihr heute überhaupt noch begegnest.
216 gesichtet? Halt die Nummer fest.
Bei Altbau-Dieselloks wechseln Halter und Lackierung häufig – mit Traintrack dokumentierst du die Sichtung in Sekunden.
Was ist die Baureihe 216?
Die Baureihe 216 ist eine vierachsige Streckendiesellokomotive mit hydraulischer Kraftübertragung, die bei der Deutschen Bundesbahn ursprünglich als V 160 in Dienst ging. Sie hat die Achsfolge B’B’, ist für 120 km/h zugelassen und war für den gemischten Dienst vor Reise- und Güterzügen auf nicht elektrifizierten Hauptstrecken gedacht.
Betrieblich ist sie damit das dieselbetriebene Gegenstück zu den vierachsigen Universal-Elloks: kein spezialisierter Rangierer, sondern eine Lok für die freie Strecke. Aus ihrem Grundentwurf entwickelte die Bundesbahn eine ganze Familie – von der Baureihe 215 über die Baureihe 217 bis zur weit verbreiteten Baureihe 218. Wer die 216 richtig einordnet, versteht die gesamte 21x-Reihe.
V 160 oder 216? Was die Umzeichnung 1968 bedeutet
Bis 1968 benannte die Bundesbahn ihre Fahrzeuge mit Buchstaben und zwei- bis dreistelligen Zahlen: V für Verbrennungsmotor, E für Elektrolokomotive, dazu eine Zahl, die grob die Leistungsklasse beschrieb. Zum 1. Januar 1968 stellte die DB auf ein EDV-fähiges, dreistelliges Baureihenschema um. Aus der V 160 wurde die Baureihe 216, aus der V 100 die Baureihen 211 und 212, aus der V 200 die Baureihe 220.
Der Nummernbereich sagt dabei etwas aus: Baureihen von 200 bis 299 sind Diesellokomotiven. Innerhalb dieses Bereichs ordneten sich die Streckenloks in den 21x- und 22x-Gruppen ein, die Rangier- und Nebenbahnmaschinen weiter unten. Für dich heißt das im Feld: Beginnt die Nummer mit 2, hast du eine Diesellok vor dir – Elloks liegen im Bereich ab 100, Triebzüge ab 400. Wie du solche Nummern schnell und richtig abliest, erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
So bestimmst du eine 216 im Feld
Achsen zählen
Vier Achsen, verteilt auf zwei Drehgestelle. Sechsachsige Maschinen wie die 232 fallen damit sofort heraus.
Aufbauform prüfen
Geschlossener Lokkasten über die gesamte Länge, Führerstand an beiden Enden. Kein Mittelführerhaus, keine langen offenen Vorbauten wie bei Rangierloks.
Dach ansehen
Auspuff und Kühleranlage sitzen oben auf dem Dach. Das unterscheidet die Streckenloks der V-160-Familie von vielen Werkloks mit seitlicher Kühleranordnung.
Nummer lesen
Die dreistellige Baureihennummer entscheidet. 216 heißt 216 – die Schwesterbaureihen sehen sich zum Verwechseln ähnlich.
Praxis-Tipp: erst Familie, dann Baureihe
Versuch nicht, aus zweihundert Metern Entfernung zwischen 215, 216, 217 und 218 zu unterscheiden. Bestimm zuerst die Familie über Achszahl und Kastenform – die genaue Baureihe liefert dir danach die Nummer, notfalls auf dem Foto.
Die V-160-Familie im Überblick
Der Grundentwurf wurde über zwei Jahrzehnte weiterentwickelt. Die folgende Tabelle zeigt, worin sich die Mitglieder der Familie unterscheiden – und warum die Zugheizung das entscheidende Kriterium ist.
| Baureihe | Frühere Bezeichnung | Kraftübertragung | Zugheizung | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| 216 | V 160 | dieselhydraulisch | Dampfheizung | Stammform, 120 km/h |
| 217 | V 162 | dieselhydraulisch | elektrisch über Zusatzdiesel | Erprobungsbaureihe, Kleinserie |
| 215 | – | dieselhydraulisch | wahlweise Dampf oder elektrisch | Übergangsbauart |
| 218 | – | dieselhydraulisch | elektrisch über Heizgenerator | Hauptserie, 140 km/h |
| 225 | – | dieselhydraulisch | ohne Zugheizung | Güterzugvariante aus Altbeständen |
Man sieht daran gut, wie stark die Zugheizung die Karriere einer Diesellok bestimmte. Solange Reisezugwagen mit Dampf geheizt wurden, war die 216 vollwertig einsetzbar. Mit der Umstellung auf elektrische Zugheizung verlor sie den Reisezugdienst und rutschte in Güterzug- und Bauzugleistungen ab. Die Nachfolgerin im schweren Güterdienst aus Altbeständen ist die Baureihe 225.
Altbau-Dieselloks systematisch sammeln
Sichtungen mit Nummer, Halter und Datum ergeben mit der Zeit ein Bild davon, welche Maschinen wirklich noch fahren.
Wo du eine 216 heute realistisch antriffst
Im Regelbetrieb der DB spielt die Baureihe keine Rolle mehr. Erhaltene Maschinen stehen bei Museumsvereinen, Eisenbahnbauunternehmen und kleineren Privatbahnen wie den Osthannoverschen Eisenbahnen. Daraus folgt eine andere Suchstrategie als bei einer aktuellen Regelbaureihe: Du planst nicht nach Fahrplan, sondern nach Terminen und Meldungen.
- Sonder- und Museumszüge werden meist Wochen vorher angekündigt. Das ist die verlässlichste Gelegenheit.
- Bauzugleistungen treten unregelmäßig auf, oft nachts oder am Wochenende, und sind schlecht planbar.
- Überführungsfahrten tauchen kurzfristig auf und werden fast nur über Community-Meldungen bekannt.
Wichtig: Halter, Lackierung und Einsatzgebiet ändern sich laufend. Eine Bestandsliste aus dem Netz ist oft schon nach wenigen Monaten überholt. Wer aktuell bleiben will, kombiniert eigene Beobachtung mit Live-Sichtungen anderer Spotter. Und wenn du eine Lok gefunden hast: Die zwölfstellige Fahrzeugnummer mit Länder- und Halterkürzel ist der eindeutige Identifikator, ihre Systematik erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
Sicherheit geht vor
Gleise, Betriebsanlagen, Bahnbetriebswerke und Abstellgruppen sind Betriebsgelände beziehungsweise Privatgelände und für Besucher tabu. Fotografiere ausschließlich von öffentlich zugänglichen Standorten aus – vom Bahnsteig, von Wegen und Brücken. Das ist keine Formalie: Auf Betriebsgelände abgestellte Fahrzeuge können sich jederzeit in Bewegung setzen.
Fototipps für die 216
Die 216 ist ein dankbares Motiv: klare Kanten, eine markante Front, viel Struktur an Drehgestellen und Lüftergittern. Drei Punkte helfen besonders.
Dreiviertelansicht wählen. Ein Winkel von etwa 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seitenwand zugleich und macht den langen Kasten plastisch. Reine Frontalbilder lassen die Lok flach wirken.
Auf das Dach achten. Auspuff und Kühleranlage sind ein Erkennungsmerkmal – aus leicht erhöhter Position, etwa von einer öffentlichen Brücke, kommen sie mit ins Bild.
Anschriften mitnehmen. Bei Privat- und Museumsloks ist die Halteranschrift die eigentliche Information. Plan den Ausschnitt so, dass die Seitenwand vollständig drauf ist. Welche Brennweite dafür sinnvoll ist, behandelt der Ratgeber zum besten Teleobjektiv für Eisenbahnfotografie; die Grundlagen von Belichtung und Schärfeebene stehen im Guide zu guten Fotos von Zügen.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 216, wenn …
- du vier Achsen in zwei Drehgestellen zählst
- der Lokkasten durchgehend geschlossen ist und beide Enden einen Führerstand haben
- Auspuff und Kühler auf dem Dach sitzen
- die Fahrzeugnummer mit 216 beginnt oder die Lok als V 160 angeschrieben ist
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok eine Sonderlackierung eines Privathalters trägt
- du sie nur im Gegenlicht oder von hinten siehst
- die Front zwar passt, du die Nummer aber nicht lesen kannst – dann kommen alle Baureihen der V-160-Familie infrage
Es ist keine 216, wenn …
- du sechs Achsen zählst – dann bist du bei einer Bauart aus DR-Beständen
- die Lok ein Mittelführerhaus mit langem und kurzem Vorbau hat – typisch für Rangier- und Industrieloks
- die Nummer mit 218, 225 oder 232 beginnt
Fazit
Die Baureihe 216 lohnt sich als Lernobjekt, weil sie zwei Dinge auf einmal erklärt: die Umzeichnungslogik von 1968 und den Aufbau der deutschen Streckendiesellok. Vier Achsen, geschlossener Kasten, Dachkühler – das ist das Grundmuster, an dem sich alle Nachfolgebauarten messen lassen. Ihre Rolle im Betrieb hat die 216 längst verloren; was bleibt, sind Museums- und Bauzugeinsätze, deren Rahmenbedingungen sich laufend ändern.
Kurzfazit
Vier Achsen, Kastenaufbau, Dachkühler, Nummer mit 216: Das ist die Stammform der V-160-Familie. Im Plandienst ist sie Geschichte – wer sie sucht, arbeitet mit Sonderfahrt-Terminen und aktuellen Sichtungsmeldungen statt mit alten Bestandslisten.
Zusammenfassung
- Mit der V 160 begann bei der Bundesbahn die Ära der vierachsigen dieselhydraulischen Streckenlok, aus der später die gesamte 21x-Familie hervorging.
- Für die Bestimmung im Feld reichen Achszahl, Kastenform und die dreistellige Baureihennummer an der Front.
- Weil die 216 keine elektrische Zugheizung besaß, verlor sie den Reisezugdienst früher als ihre Schwesterbaureihen.
- Wer eine 216 fotografieren will, sucht heute Museumsfahrten, Bauzüge und Sonderleistungen – der Bestand ist klein und der Halter wechselt.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung V 160?
V stand bei der Deutschen Bundesbahn für Verbrennungsmotor, die Zahl für die gerundete Leistung in PS – bei der V 160 also für die Größenordnung von rund 1.600 PS Nennleistung des Ursprungsentwurfs. Mit der Umzeichnung 1968 wurde daraus die dreistellige Baureihe 216. Fahrzeug und Bauart blieben identisch, nur das Anschriftenbild änderte sich.
Wie erkenne ich eine Baureihe 216 sicher?
An vier Achsen in zwei Drehgestellen, einem geschlossenen Kastenaufbau mit Führerstand an beiden Enden und der Fahrzeugnummer, die mit 216 beginnt. Die Kühl- und Auspuffanlage sitzt oben auf dem Dach. Damit unterscheidet sie sich klar von Rangierloks mit Mittelführerstand und langem Vorbau.
Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 216 und Baureihe 218?
Beide gehören zur V-160-Familie und haben die Achsfolge B'B'. Die 218 ist jünger, stärker, für 140 km/h zugelassen und besitzt eine elektrische Zugheizung. Die 216 fährt 120 km/h und heizte Reisezüge mit Dampf. Im Zweifel entscheidet die Fahrzeugnummer an Front und Seitenwand.
Fährt die Baureihe 216 noch im Planbetrieb?
Bei der DB nicht mehr. Erhalten gebliebene Maschinen stehen bei Museumsvereinen, Eisenbahnbauunternehmen und kleineren Privatbahnen. Ob eine bestimmte Lok gerade betriebsfähig ist, wechselt mit Fristen und Eigentümern – verlass dich auf aktuelle Sichtungsmeldungen statt auf ältere Bestandslisten.
Warum hatte die 216 keine elektrische Zugheizung?
Sie entstand in einer Zeit, in der Reisezugwagen noch mit Dampf beheizt wurden. Erst die Nachfolgebauarten bekamen einen Heizgenerator beziehungsweise einen zusätzlichen Dieselmotor für die elektrische Zugheizung. Als die Dampfheizung aus den Wagen verschwand, verlor die 216 ihr wichtigstes Einsatzgebiet im Reisezugdienst.
Woran erkenne ich, welche 216 genau vor mir steht?
An der vollständigen Fahrzeugnummer. Sie steht an der Front, an der Seitenwand und – bei heute zugelassenen Maschinen – zusätzlich als zwölfstellige UIC-Nummer mit Halterkürzel. Gerade bei Privat- und Museumsloks ist die Halteranschrift der schnellste Weg, den aktuellen Eigentümer zu bestimmen.
Wo stehen die Chancen auf eine 216 am besten?
Bei angekündigten Sonder- und Museumszügen, bei Bauarbeiten mit Arbeitszügen und an Bahnhöfen entlang von Strecken, auf denen private Halter Überführungen fahren. Planbare Termine sind selten – wer die Baureihe sucht, arbeitet mit Terminkalendern von Vereinen und mit Live-Sichtungen anderer Spotter.
Was heißt dieselhydraulisch?
Die Motorleistung wird über ein hydraulisches Strömungsgetriebe auf die Achsen übertragen, nicht über Generator und Fahrmotoren wie bei dieselelektrischen Loks. Deutsche Streckendieselloks der Bundesbahn waren fast durchgängig hydraulisch, die Baureihen aus DR-Beständen wie die 232 dagegen elektrisch – ein grundlegender Unterschied in der Antriebsphilosophie.
Sichtung von Baureihe 216 (V160) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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