Das Wichtigste in Kürze
- Die 219 ist die DR-Baureihe 119: eine sechsachsige, dieselhydraulische Streckenlok aus rumänischer Fertigung, gebaut zwischen 1976 und 1985.
- Der Spitzname U-Boot kommt vom auffällig langen, flachen Kasten mit gerundeten Stirnpartien.
- Zwei Dieselmotoren statt eines – das ist der bauliche Grund für die ungewöhnliche Länge des Fahrzeugs.
- Die Umzeichnung 1992 stellte den DR-Baureihen bei der gemeinsamen Bahn eine 2 voran: aus 119 wurde 219, aus 132 wurde 232.
- Remotorisierte Maschinen liefen später als Baureihe 229 – dieselbe Grundform, andere Antriebsanlage.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Streckendiesellokomotive für Reise- und Güterzüge |
|---|---|
| Bezeichnung bei der Deutschen Reichsbahn | Baureihe 119 |
| Hersteller | Lokomotivwerk 23. August, Bukarest (Rumänien) |
| Baujahre | 1976 bis 1985 |
| Achsfolge | C'C' (zwei dreiachsige Drehgestelle) |
| Kraftübertragung | dieselhydraulisch, zwei Dieselmotoren |
| Höchstgeschwindigkeit | 120 km/h |
| Status | aus dem Regelbetrieb ausgeschieden; einzelne Maschinen museal erhalten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen
- Sehr langer, flacher Kasten mit gerundeten Stirnpartien – daher der Spitzname U-Boot
- Zwei getrennte Maschinenanlagen, erkennbar an zwei Auspuff- und Kühlerbereichen auf dem Dach
- Fahrzeugnummer beginnt mit 219, ältere Aufnahmen zeigen 119
- Führerstand an beiden Enden, tief liegende Frontfenster
Aktualisiert: August 2026 – Ein außergewöhnlich langer, flacher Lokkasten, sechs Achsen und zwei Auspuffanlagen auf dem Dach: Die Baureihe 219, bei der Deutschen Reichsbahn als Baureihe 119 geführt und von Eisenbahnern U-Boot genannt, ist eine der markantesten deutschen Dieselbaureihen überhaupt. Diese Seite ordnet sie technisch und historisch ein und zeigt, wie du sie von ihren Verwandten trennst.
U-Boot gesichtet? Nummer und Datum sichern.
Bei musealen Fahrzeugen ist die datierte Sichtung mit Nummer die eigentliche Information – mit Traintrack in Sekunden erfasst.
Was ist die Baureihe 219?
Die Baureihe 219 ist eine sechsachsige Streckendiesellokomotive mit hydraulischer Kraftübertragung und zwei Dieselmotoren, gebaut zwischen 1976 und 1985 im Lokomotivwerk 23. August in Bukarest. Bei der Deutschen Reichsbahn lief sie als Baureihe 119, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h, die Achsfolge ist C’C’.
Betrieblich war sie als universelle Streckenlok gedacht: Reisezüge, Eilzüge und Güterzüge auf nicht elektrifizierten Hauptstrecken im Osten Deutschlands. Damit steht sie in einer Reihe mit der Baureihe V 180, der älteren Eigenentwicklung der DDR-Lokomotivindustrie, und mit den aus der Sowjetunion importierten sechsachsigen Maschinen der Baureihe 232.
Die Umzeichnung 1992 und was die 2 davor bedeutet
Deutsche Baureihenbezeichnungen tragen ihre Geschichte im Nummernkreis. Drei Systeme muss man auseinanderhalten:
- Bundesbahn bis 1968: Buchstaben und Zahl, etwa V 160 oder V 200 für Diesellokomotiven.
- Ab 1968: dreistellige Baureihennummern; Diesellokomotiven liegen im Bereich ab 200.
- Ab 1992: Die Fahrzeugbestände von Bundesbahn und Reichsbahn wurden zusammengeführt. Weil viele DR-Baureihen zweistellige Nummern trugen, die bereits vergeben waren, stellte man ihnen eine Ziffer voran.
Aus der DR-Baureihe 119 wurde deshalb die 219, aus der 132 die 232, aus der 142 die 242. Für dich heißt das beim Fotoarchiv: Ältere Bilder zeigen dieselbe Lok unter einer anderen Nummer. Wer historische Aufnahmen sauber beschriften will, sollte beide Bezeichnungen kennen. Wie du solche Bestände systematisch ordnest, zeigt der Guide zum Aufbau eines Fotoarchivs für Spotter.
So bestimmst du eine 219 im Feld
Achsen zählen
Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen. Damit fallen alle Baureihen der V-160-Familie sofort heraus – die haben vier.
Länge und Fronthöhe beurteilen
Der Kasten ist auffällig lang und flach, die Stirnpartien sind gerundet, die Frontfenster liegen tief. Diese Silhouette hat sonst keine deutsche Dieselbaureihe.
Dach ansehen
Zwei getrennte Auspuff- und Kühlerbereiche verraten die beiden Maschinenanlagen. Einmotorige Loks haben nur einen.
Nummer lesen
219 oder – auf historischen Aufnahmen – 119. Beginnt die Nummer mit 229, hast du eine remotorisierte Schwestermaschine vor dir.
Hydraulisch oder elektrisch? Ein Merkmal für die Ohren
Dieselhydraulische Loks wie die 219 drehen beim Anfahren hörbar hoch, während die Geschwindigkeit langsam folgt. Dieselelektrische Maschinen wie die 232 halten die Drehzahl stufenweise. Wer beides einmal nebeneinander gehört hat, unterscheidet die Antriebsarten auch ohne Sicht auf das Fahrzeug.
Seltene Baureihen gezielt finden
Community-Sichtungen verraten dir, wo museale Maschinen zuletzt unterwegs waren – bevor du eine weite Anfahrt planst.
Einordnung im Bahnbetrieb
Die großen Dieselbaureihen der Reichsbahn folgten einer anderen Logik als die westdeutschen. Wo die Bundesbahn auf vierachsige hydraulische Streckenloks setzte, importierte die DR sechsachsige Maschinen mit hoher Achszahl und entsprechend geringer Achslast. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Vertreter ein.
| Baureihe (ab 1992) | Frühere DR-Bezeichnung | Achsfolge | Kraftübertragung | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| 219 | 119 | C’C’ | dieselhydraulisch, zwei Motoren | Streckenlok rumänischer Fertigung |
| 229 | – | C’C’ | dieselhydraulisch, remotorisiert | Umbau aus der 219 |
| 231 | 131 | Co’Co’ | dieselelektrisch | Güterzuglok ohne Zugheizung |
| 232 | 132 | Co’Co’ | dieselelektrisch | Universallok mit elektrischer Zugheizung |
| V 180 | – | B’B’ bzw. C’C’ | dieselhydraulisch | Eigenentwicklung der DDR-Industrie |
Damit ist auch die wichtigste Verwechslungsgefahr benannt: Zwischen 219 und den sechsachsigen sowjetischen Bauarten unterscheidet nicht die Achszahl, sondern die Form des Kastens und die Antriebsart. Die Baureihe 231 und ihre Verwandten wirken hochbauend und kantig, die 219 flach und langgestreckt.
Spotting, Fotografie und Sicherheit
Im Regelbetrieb der Deutschen Bahn AG gibt es für die 219 keine Leistungen mehr. Wer sie sehen will, plant nach Veranstaltungen: Museumsfeste, Sonderfahrten, Jubiläen. Das verändert die Vorbereitung grundlegend.
- Termine recherchieren statt Fahrpläne lesen. Ankündigungen kommen von Vereinen und Sonderzugveranstaltern.
- Standort früh festlegen. Bei angekündigten Fahrten sind gute Punkte schnell belegt; ein zweiter Standort als Ausweichoption spart den Tag.
- Licht prüfen. Der lange, flache Kasten braucht flaches Seitenlicht, damit die Form nicht flau wirkt. Mittagslicht ist der schlechteste Fall.
- Sichtung melden. Gerade bei seltenen Fahrzeugen hilft es der Community, wenn eine Beobachtung zeitnah geteilt wird – wie das sauber geht, erklärt die Anleitung zum Melden von Sichtungen.
Betriebsgelände ist tabu
Gleisbereiche, Bahnbetriebswerke, Abstellgruppen und Museumsdepots sind Betriebs- beziehungsweise Privatgelände. Fotografiert wird vom Bahnsteig, von öffentlichen Wegen und Brücken oder – bei Veranstaltungen – innerhalb der freigegebenen Bereiche. Absperrungen gelten ausnahmslos, auch wenn dahinter das seltenere Fahrzeug steht.
Für die Bestimmung einzelner Maschinen bleibt die vollständige Fahrzeugnummer entscheidend. Ihre Systematik samt Länder- und Halterkürzel erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer; die grundsätzliche Vorgehensweise beim Einordnen unbekannter Fahrzeuge steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 219, wenn …
- du sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen zählst
- der Kasten sehr lang und flach ist und die Fronten gerundet wirken
- zwei Auspuff- und Kühlerbereiche auf dem Dach sitzen
- die Nummer mit 219 oder historisch mit 119 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Form passt, die Nummer aber mit 229 beginnt – dann ist es der remotorisierte Umbau
- die Lok in einer historischen Reichsbahn-Lackierung unterwegs ist und die Anschriften schwer lesbar sind
- du das Fahrzeug nur aus spitzem Winkel siehst und die Länge nicht beurteilen kannst
Es ist keine 219, wenn …
- du vier Achsen zählst – dann bist du bei der V-160-Familie oder bei modernen Vierachsern
- der Aufbau hoch und kantig wirkt und nur ein Auspuffbereich sichtbar ist
- die Nummer mit 231, 232 oder 241 beginnt
Fazit
Die Baureihe 219 ist ein Lehrstück in zwei Richtungen: Sie zeigt, wie sich die Traktionspolitik der Reichsbahn von der der Bundesbahn unterschied, und sie erklärt die Umzeichnungslogik von 1992, ohne die man ältere Aufnahmen falsch beschriftet. Im Feld ist sie dank ihrer Silhouette unverwechselbar – sechs Achsen, langer flacher Kasten, zwei Maschinenanlagen. Zu sehen bekommt man sie heute allerdings nur noch bei Veranstaltungen, und der Erhaltungszustand einzelner Maschinen ändert sich fortlaufend.
Kurzfazit
Sechs Achsen, ein extrem langer flacher Kasten und zwei Motoren: Das U-Boot ist im Feld sofort erkennbar. Ob 219 oder remotorisierte 229, entscheidet die Nummer – und der aktuelle Bestand gehört immer neu geprüft.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 219 steht für den Import sowjetischer und rumänischer Traktionstechnik in den Bestand der Deutschen Reichsbahn.
- Sechs Achsen, zwei Motoren und ein extrem langer Kasten machen sie im Feld unverwechselbar.
- Nach der Vereinigung der beiden deutschen Bahnen wurde aus der 119 die 219; remotorisierte Loks bekamen die Nummer 229.
- Heute ist die Baureihe ein Museumsthema – Erhaltungszustand, Halter und Betriebsfähigkeit ändern sich laufend.
Häufige Fragen
Warum heißt die Baureihe 219 U-Boot?
Wegen ihrer Form. Der Kasten ist sehr lang, vergleichsweise flach und an den Stirnseiten gerundet – die Silhouette erinnerte Eisenbahner an einen U-Boot-Rumpf. Weil zwei getrennte Maschinenanlagen untergebracht werden mussten, fiel das Fahrzeug deutlich länger aus als vergleichbare vierachsige Streckendieselloks.
Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 119 und 219?
Es ist dasselbe Fahrzeug. Bei der Deutschen Reichsbahn lief es als Baureihe 119. Nach der Zusammenführung der Fahrzeugbestände wurde vielen DR-Baureihen eine 2 vorangestellt, um Doppelbelegungen mit Bundesbahn-Baureihen zu vermeiden: aus 119 wurde 219, aus 132 wurde 232, aus 142 wurde 242.
Wie erkenne ich eine 219 im Feld?
An sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen und am auffällig langen, flachen Kasten mit gerundeten Fronten. Auf dem Dach sind zwei Bereiche mit Auspuff und Kühleranlage zu sehen, weil zwei Motoren verbaut sind. Die Nummer beginnt mit 219 oder – historisch – mit 119.
Woher stammt die Baureihe 219?
Aus Rumänien. Gebaut wurde sie im Lokomotivwerk 23. August in Bukarest zwischen 1976 und 1985. Die Deutsche Reichsbahn beschaffte Traktionsfahrzeuge im Rahmen der Arbeitsteilung innerhalb des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe – deshalb stammen ihre großen Dieselbaureihen aus rumänischer und sowjetischer Fertigung.
Was ist der Unterschied zwischen 219 und 229?
Die 229 ist ein Umbau der 219 mit neuer Antriebsanlage. Die Grundform des Fahrzeugs bleibt erkennbar, die Motorisierung wurde jedoch ersetzt. Wenn du eine Lok in U-Boot-Form siehst, entscheidet die Fahrzeugnummer, ob du eine 219 oder eine remotorisierte 229 vor dir hast.
Fährt die Baureihe 219 noch?
Im Regelbetrieb nicht. Erhalten gebliebene Maschinen sind museale Einzelstücke oder stehen bei kleinen Privatbahnen. Ob eine bestimmte Lok gerade betriebsfähig ist, hängt von Fristen, Ersatzteilen und dem Eigentümer ab und ändert sich laufend – ältere Bestandsangaben sind schnell überholt.
Was bedeutet C'C' bei der Achsfolge?
Der Buchstabe steht für die Zahl der angetriebenen Achsen in einem Drehgestell: A ist eine, B sind zwei, C sind drei. Der Strich zeigt an, dass die Achsen in einem Drehgestell laufen. C'C' heißt also: zwei Drehgestelle mit je drei angetriebenen Achsen, insgesamt sechs Treibachsen.
Warum hatte die 219 zwei Motoren?
Weil jede Maschinenanlage über ein eigenes hydraulisches Getriebe ein Drehgestell antreibt. Diese Bauweise ermöglichte die geforderte Leistung mit vorhandenen Motorbaugrößen, machte das Fahrzeug aber lang, schwer und wartungsintensiv. Genau darin lag später auch der Grund für Umbauten mit moderner Motorentechnik.
Sichtung von Baureihe 219 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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