Baureihe 231

Die Baureihe 231, bei der Deutschen Reichsbahn als 131 geführt, ist die heizungslose Güterzugvariante der sowjetischen Sechsachser. So ordnest du sie richtig ein.

Auch bekannt als: DR 131 · BR 231

DeutschlandDeutschlandDiesellokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 231 ist die DR-Baureihe 131: eine sechsachsige dieselelektrische Güterzuglok sowjetischer Fertigung.
  • Der Unterschied zur 232 ist die Zugheizung: Die 231 hat keine und war deshalb auf Güterzüge festgelegt.
  • Dieselelektrisch statt hydraulisch – darin unterscheiden sich die Importloks der Reichsbahn grundsätzlich von den Bundesbahn-Bauarten.
  • Die 2 vor der Nummer kam 1992, als die Fahrzeugbestände von Bundesbahn und Reichsbahn zusammengeführt wurden.
  • Heute ein historisches Thema: Regelleistungen gibt es nicht mehr, erhaltene Maschinen sind Einzelstücke.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 231?
  2. 2.Hydraulisch oder elektrisch: die zwei deutschen Antriebsphilosophien
  3. 3.So bestimmst du eine 231 im Feld
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Spotting, Fotografie und Sicherheit
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartSechsachsige Diesellokomotive für den Güterverkehr
Bezeichnung bei der Deutschen ReichsbahnBaureihe 131
HerkunftLokomotivbau Woroschilowgrad (heute Luhansk), Sowjetunion
BaujahreAnfang der 1970er Jahre
AchsfolgeCo'Co' (zwei dreiachsige Drehgestelle, alle Achsen einzeln angetrieben)
Kraftübertragungdieselelektrisch
Zugheizungnicht vorhanden – reine Güterzuglokomotive
Statusaus dem Betrieb ausgeschieden; nur noch vereinzelt museal erhalten

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen
  • Hoher, kantiger Kastenaufbau mit deutlich abgesetzten Führerständen an beiden Enden
  • Große seitliche Lüftergitter über die Länge des Maschinenraums
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 231, historische Aufnahmen zeigen 131
  • Keine Anschlüsse für die elektrische Zugheizung – ein Merkmal gegenüber der 232

Aktualisiert: August 2026 – Sechs Achsen, ein hoher kantiger Kasten und ein tiefes, gleichmäßiges Brummen: Die Baureihe 231, bei der Deutschen Reichsbahn als Baureihe 131 geführt, gehört zur Familie der aus der Sowjetunion importierten Streckendieselloks. Innerhalb dieser Familie steht sie für eine klare Spezialisierung – Güterverkehr ohne Zugheizung. Diese Seite ordnet sie technisch, historisch und betrieblich ein.

Historische Sichtung dokumentieren

Gerade bei Fahrzeugen, die aus dem Betrieb verschwunden sind, zählt jede datierte Aufnahme mit Nummer.

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Was ist die Baureihe 231?

Die Baureihe 231 ist eine sechsachsige dieselelektrische Güterzuglokomotive aus sowjetischer Produktion, die die Deutsche Reichsbahn Anfang der 1970er Jahre beschaffte und als Baureihe 131 einreihte. Die Achsfolge lautet Co’Co’, eine Zugheizung besitzt sie nicht.

Damit hat sie eine klar umrissene Aufgabe: schwere Güterzüge auf nicht elektrifizierten Hauptstrecken. Die eng verwandte, aber mit elektrischer Zugheizung ausgerüstete Schwesterbaureihe ist die Baureihe 232, die sich als Universallok deutlich länger im Bestand hielt. Aus dieser Familie ging später auch die für schweren Güterverkehr verstärkte Baureihe 241 hervor.

Hydraulisch oder elektrisch: die zwei deutschen Antriebsphilosophien

Wer deutsche Dieselloks bestimmen will, muss diese Trennlinie kennen, denn sie verläuft ziemlich genau zwischen den Beständen der beiden früheren Staatsbahnen.

Merkmal Bundesbahn-Bauarten Reichsbahn-Importloks
Kraftübertragung dieselhydraulisch über Strömungsgetriebe dieselelektrisch über Generator und Fahrmotoren
Typische Achsfolge B’B’ (vier Achsen) Co’Co’ (sechs Achsen)
Typische Vertreter 216, 218, 225 231, 232, 241
Anfahrverhalten Motor dreht hörbar hoch, Tempo folgt verzögert gleichmäßiger, stufenweiser Lastaufbau
Bauform geschlossener Kasten, mittlere Länge hoher kantiger Kasten, große Lüftergitter

Diese Tabelle ist im Feld erstaunlich brauchbar: Achszahl und Klangbild führen dich schon vor dem Lesen der Nummer in die richtige Familie. Die vierachsigen hydraulischen Streckenloks der Bundesbahn wie die Baureihe 218 sehen völlig anders aus als die sechsachsigen Importmaschinen der Reichsbahn.

So bestimmst du eine 231 im Feld

Achsen zählen

Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen. Vierachsige Loks fallen damit sofort heraus.

Kastenform beurteilen

Hoch und kantig mit abgesetzten Führerständen. Ist der Kasten dagegen sehr lang und flach mit gerundeten Fronten, bist du bei der Baureihe 219.

Zugheizung suchen

Fehlende Heizanschlüsse und ein reines Güterzugbild sprechen für eine heizungslose Variante – ein Indiz, das die Nummer bestätigen muss.

Nummer lesen

231 oder historisch 131. Beginnt sie mit 232, 233 oder 241, hast du eine der Schwesterbaureihen vor dir.

Für Archivarbeit: beide Nummern notieren

Wer ältere Dias oder Negative beschriftet, sollte immer die Nummer notieren, die auf dem Bild steht, und die heutige Bezeichnung ergänzen. Sonst entstehen Archive, in denen dieselbe Lok unter zwei Baureihen auftaucht. Wie man Bestände sauber strukturiert, zeigt der Guide zum Aufbau eines Fotoarchivs.

Alte Aufnahmen richtig zuordnen

Mit sauber erfassten Nummern und Daten bleibt auch ein historischer Bestand später auswertbar.

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Einordnung im Bahnbetrieb

Eine sechsachsige Güterzuglok ohne Zugheizung ist ein Spezialfahrzeug mit engem, aber wichtigem Einsatzfeld. Die hohe Achszahl verteilt das Gewicht und senkt die Achslast, was den Einsatz auf Strecken mit begrenztem Oberbau ermöglicht. Gleichzeitig liefert der dieselelektrische Antrieb bei niedriger Geschwindigkeit hohe Zugkraft – genau das, was schwere Züge beim Anfahren brauchen.

Betrieblich hieß das: Ganzzüge, Kohle- und Erzverkehre, Übergaben zwischen Rangierbahnhöfen, dazu Streckendienste dort, wo kein Fahrdraht hing. Solche Leistungen laufen selten im Takt und häufig zu Randzeiten, was sie für Beobachter schwer planbar macht – ein Merkmal, das für schwere Dieseltraktion bis heute gilt. Reisezugleistungen schieden aus, weil die Wagen nicht beheizt werden konnten – für die 231 war das eine dauerhafte Einschränkung, während die 232 flexibel blieb.

Die Spezialisierung erklärt auch, warum die Baureihe früher aus dem Bestand der Deutschen Bahn AG verschwand als ihre Schwestern. Eine Lok, die nur Güterzüge fahren darf, lässt sich schlechter disponieren als eine Universalmaschine. Sobald der Güterverkehr auf nicht elektrifizierten Strecken zurückging und modernere Fahrzeuge verfügbar waren, fiel die Entscheidung gegen die heizungslose Variante fast automatisch. Dasselbe Muster zeigt sich bei der Bundesbahn: Auch dort waren es die Bauarten ohne passende Zugheizung, die zuerst abgestellt wurden.

Für die Beobachtung heute gilt: Die Baureihe ist aus dem aktiven Betrieb verschwunden. Erhaltene Maschinen sind museale Einzelstücke, deren Standort, Eigentümer und Zustand sich ändern können. Prüfe solche Angaben immer aktuell, bevor du eine Anfahrt planst – das gilt für Vereinsgelände genauso wie für Denkmalloks im öffentlichen Raum.

Spotting, Fotografie und Sicherheit

Die Suche nach einer 231 ist heute keine Spotting-, sondern eine Recherche-Aufgabe. Wo dennoch verwandte Sechsachser im Einsatz stehen, gelten die üblichen Regeln.

  • Beobachtungspunkte sind Bahnsteige, öffentliche Wege, Straßen und Brücken. Gleisbereiche, Rangieranlagen, Bahnbetriebswerke und Abstellgruppen sind Betriebs- beziehungsweise Privatgelände und dürfen nicht betreten werden.
  • Güterverkehr braucht Geduld. Ganzzüge und Übergaben fahren nicht im Takt; Wartezeiten gehören dazu. Wie man das sinnvoll organisiert, beschreibt der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof.
  • Nummer immer mitfotografieren. Bei fast baugleichen Baureihen ist ein Detailbild der Anschriften der einzige Beleg. Wie die zwölfstellige Fahrzeugnummer aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
  • Systematisch vorgehen. Wer mehrere Baureihen sicher trennen will, arbeitet Merkmale in fester Reihenfolge ab – so beschreibt es die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Für Denkmal- und Museumslokomotiven gilt zusätzlich: Der ausgestellte Zustand entspricht nicht zwangsläufig dem letzten Betriebszustand. Vereine stellen häufig eine bestimmte Epoche wieder her – etwa eine frühere Lackierung oder einen früheren Anschriftenstand. Eine Lok kann deshalb Anschriften tragen, die zu ihrem tatsächlichen Lebenslauf nur teilweise passen. Wer solche Fahrzeuge dokumentiert, notiert am besten beides: was am Fahrzeug steht und was über das Fahrzeug bekannt ist. Nur so bleibt später nachvollziehbar, worauf sich eine Angabe stützt.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 231, wenn …

  • die Fahrzeugnummer mit 231 oder historisch mit 131 beginnt
  • du sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen zählst
  • der Kasten hoch und kantig wirkt und große seitliche Lüftergitter hat
  • ein reiner Güterzug ohne beheizte Reisezugwagen dranhängt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Form passt, du die Nummer aber nicht lesen kannst – dann kommen 232, 233 und 241 ebenfalls infrage
  • die Lok abgestellt oder teilweise verdeckt steht
  • es sich um eine historische Aufnahme handelt, deren Datum du nicht kennst

Es ist keine 231, wenn …

  • du vier Achsen zählst
  • der Kasten sehr lang und flach mit gerundeten Fronten ist – das ist die 219
  • die Lok ein Mittelführerhaus mit Vorbauten hat

Fazit

Die Baureihe 231 ist heute vor allem ein Baustein zum Verständnis des deutschen Baureihensystems: Sie zeigt, wie die Zugheizung ganze Baureihen voneinander trennt, wie sich die Traktionsphilosophien von Bundesbahn und Reichsbahn unterschieden und warum viele ostdeutsche Baureihen seit 1992 eine 2 vorangestellt tragen. Im Feld begegnet man ihr nicht mehr – wohl aber ihren Schwestern, und für die gelten dieselben Erkennungsregeln.

Kurzfazit

Sechs Achsen, hoher kantiger Kasten, dieselelektrisch und ohne Zugheizung: Das ist die 231, die Güterzugvariante der sowjetischen Sechsachser. Aktiv ist sie nicht mehr – wer historische Bilder zuordnet, sollte beide Nummern kennen, 131 und 231.

Dein Archiv sauber aufgebaut

Nummer, Datum, Ort und Bezeichnungsstand an einem Platz – so bleibt auch ein historischer Bestand nachvollziehbar.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 231 steht für die auf Güterverkehr spezialisierte Variante der aus der Sowjetunion importierten Sechsachser.
  • Sechs Achsen, hoher kantiger Kasten und dieselelektrischer Antrieb machen die Familie im Feld erkennbar; die Zugheizung trennt die Unterbaureihen.
  • Für historische Aufnahmen muss man beide Bezeichnungen kennen: 131 vor und 231 nach der Umzeichnung.
  • Aktuelle Angaben zu Verbleib und Erhaltungszustand einzelner Maschinen sollten immer neu geprüft werden.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 231?

Eine sechsachsige dieselelektrische Güterzuglokomotive, die die Deutsche Reichsbahn aus sowjetischer Produktion beschaffte und dort als Baureihe 131 führte. Sie besitzt keine Zugheizung und war deshalb auf den Güterverkehr festgelegt. Nach der Zusammenführung der Fahrzeugbestände 1992 erhielt sie die Nummer 231.

Was unterscheidet 231 und 232?

Die Zugheizung. Beide sind sechsachsige dieselelektrische Loks derselben Herkunft und Grundbauart. Die 232 besitzt eine elektrische Zugheizung und konnte deshalb auch Reisezüge bespannen, die 231 nicht. Im Feld entscheidet die Fahrzeugnummer; als Indiz hilft das Zugbild dahinter.

Was bedeutet dieselelektrisch?

Der Dieselmotor treibt einen Generator an, dessen Strom elektrische Fahrmotoren an den Achsen versorgt. Es gibt also kein mechanisches oder hydraulisches Getriebe zwischen Motor und Rad. Die Reichsbahn setzte bei ihren großen Importloks auf dieses Prinzip, während die Bundesbahn hydraulische Kraftübertragung bevorzugte.

Woher stammt die Baureihe 231?

Aus dem Lokomotivbau Woroschilowgrad in der damaligen Sowjetunion, heute Luhansk in der Ukraine. Im Rahmen der Arbeitsteilung innerhalb des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe bezog die Deutsche Reichsbahn ihre schweren Streckendieselloks von dort – daher stammen auch die verwandten Baureihen 232, 233 und 241.

Was heißt Co'Co' bei der Achsfolge?

Der Buchstabe C steht für drei angetriebene Achsen in einem Drehgestell, der Strich für die Drehgestellbauweise, das kleine o für den Einzelachsantrieb mit je einem Fahrmotor pro Achse. Co'Co' bedeutet also: zwei dreiachsige Drehgestelle mit insgesamt sechs einzeln angetriebenen Achsen – typisch für dieselelektrische Fahrzeuge.

Fährt die Baureihe 231 noch?

Nein, planmäßige Leistungen gibt es nicht mehr. Erhalten gebliebene Maschinen sind Museums- oder Denkmalfahrzeuge. Ob eine bestimmte Lok noch existiert oder gar betriebsfähig ist, ändert sich mit Verschrottungen, Verkäufen und Restaurierungen – ältere Angaben sind mit Vorsicht zu behandeln.

Warum haben viele DR-Baureihen heute eine 2 am Anfang?

Weil bei der Zusammenführung der Fahrzeugbestände von Bundesbahn und Reichsbahn Doppelbelegungen vermieden werden mussten. Vielen zweistelligen DR-Baureihennummern wurde deshalb eine Ziffer vorangestellt: 119 wurde zu 219, 131 zu 231, 132 zu 232, 142 zu 242. Das Fahrzeug blieb dasselbe, nur die Anschrift änderte sich.

Wie erkenne ich sechsachsige Dieselloks aus DR-Beständen?

An der Achszahl und der Kastenform. Die sowjetischen Importloks wirken hoch und kantig mit deutlich abgesetzten Führerständen und langen seitlichen Lüftergittern. Die ebenfalls sechsachsige Baureihe 219 rumänischer Herkunft ist dagegen auffällig lang und flach – daher ihr Spitzname U-Boot.

Sichtung von Baureihe 231 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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