Das Wichtigste in Kürze
- Die 298 stammt aus der V-100-Familie der Deutschen Reichsbahn und ist eine vierachsige dieselhydraulische Lok mit Mittelführerhaus.
- Der UIC-Bauartcode 98 ordnet sie ausdrücklich den Diesel-Rangierlokomotiven zu – Streckenloks derselben Bauartfamilie tragen dagegen die 92.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei Drehgestelle, Mittelführerhaus, ungleich lange Vorbauten, Nummer mit 298.
- Halter und Lackierung wechseln laufend – Fahrzeuge dieser Familie sind bei zahlreichen Unternehmen im Einsatz und werden weiterverkauft.
- Beobachtung nur von öffentlichem Grund: Rangierbereiche und Anschlussgleise sind Betriebsgelände und tabu.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Vierachsige dieselhydraulische Lokomotive, im Nummernsystem als Rangierlokomotive eingestuft |
|---|---|
| Herkunft | V-100-Familie der Deutschen Reichsbahn, gebaut bei LEW Hennigsdorf |
| Achsfolge | B’B’ – zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben |
| Kraftübertragung | dieselhydraulisch über Strömungsgetriebe |
| Aufbau | Mittelführerhaus zwischen einem langen und einem kurzen Vorbau |
| UIC-Bauartcode | 98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive |
| Nummernbild | Betriebsnummer beginnt mit 298, davor im NVR die Bauartziffern 98 80 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen – keine Kuppelstangen zwischen den Achsen
- Mittelführerhaus mit deutlich ungleich langen Vorbauten: eine lange und eine kurze Haube
- Umlaufblech rund um den gesamten Aufbau, Handläufe und Aufstiege an allen vier Ecken
- Betriebsnummer beginnt mit 298, die zwölfstellige Nummer mit 98 80
- Meist allein oder mit kurzen Wagengruppen unterwegs, nicht an der Spitze langer Reisezüge
- Rangierfunk-Antennen und Rangierergriffe am Führerhaus, oft zusätzliche Warnanstriche
Aktualisiert: August 2026 – Vier Achsen, ein Führerhaus in der Mitte, davor und dahinter je eine Haube: Diese Silhouette gehört zur V-100-Familie der Deutschen Reichsbahn. Trägt das Fahrzeug die Nummer 298, steht es im deutschen Nummernsystem ausdrücklich als Rangierlokomotive. Diese Seite zeigt dir, woran du die Bauart erkennst, was der Bauartcode 98 aussagt und wie du solche Maschinen sicher beobachtest.
298 gesichtet? Nummer sofort festhalten.
Bei Rangierloks wechseln Halter und Farbe ständig – die Nummer bleibt. In Traintrack ist die Sichtung in Sekunden erfasst.
Was ist die Baureihe 298?
Die Baureihe 298 ist eine vierachsige dieselhydraulische Lokomotive aus der V-100-Familie der Deutschen Reichsbahn, deren Grundfahrzeuge bei LEW in Hennigsdorf entstanden, einem Werk, das später zu Bombardier Transportation kam. Charakteristisch sind zwei zweiachsige Drehgestelle, ein Führerhaus in Fahrzeugmitte und zwei unterschiedlich lange Vorbauten – ein Aufbauprinzip, das man bei mitteleuropäischen Dieselloks sofort wiedererkennt.
Betrieblich ist sie klar einsortiert: Die Nummerngruppe 298 steht für Maschinen dieser Familie, die im Rangier- und Übergabedienst geführt werden. Die eng verwandten Streckenvarianten laufen unter anderen Nummern – etwa als Baureihe 293 (V 100 Ost). Die gemeinsame Herkunft aller dieser Fahrzeuge beschreibt die Seite zur LEW V 100.
Warum die 98 vor der Nummer das Wichtigste ist
Jedes Triebfahrzeug in Deutschland trägt eine zwölfstellige Fahrzeugnummer. Die ersten beiden Ziffern sind der UIC-Bauartcode und sagen, um welche Art von Triebfahrzeug es sich handelt. Für Dieselloks gibt es dabei zwei Gruppen, und der Unterschied ist keine Formalie.
Bauartcode lesen
Die 98 steht für Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, die 92 für Diesel-Streckenlokomotiven. Beide können äußerlich fast gleich aussehen – die Einstufung folgt dem Verwendungszweck.
Länderkennung prüfen
Nach dem Bauartcode folgt die 80 für Deutschland. Die Kombination 98 80 am Anfang ist damit die Kurzfassung von „Diesel-Rangierlok, in Deutschland eingestellt“.
Halterkürzel mitnehmen
Ganz hinten stehen Ländercode und Halterkürzel, etwa D-… – das ist der einzige Teil der Nummer, der sich beim Verkauf ändert. Genau deshalb gehört er ins Foto.
Wie die zwölfstellige Nummer im Detail aufgebaut ist und wie die Prüfziffer funktioniert, erklärt der Guide zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer. Wer den allgemeinen Bestimmungsweg üben will, findet ihn in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Erst die Bauform, dann die Nummer
Zähl aus der Entfernung zuerst die Achsen und schau, wo das Führerhaus sitzt. Die Nummer liest du danach – sie bestätigt nur noch, was du bereits eingegrenzt hast.
Wo die Baureihe 298 im Bahnbetrieb steht
Rangier- und Übergabeloks arbeiten dort, wo Züge zerlegt, gebildet und zu Anschließern gebracht werden. Daraus ergibt sich für Beobachter ein völlig anderes Suchmuster als beim Fernverkehr: Nicht der Fahrplan bestimmt die Trefferchance, sondern das Aufkommen an Wagenladungsverkehr.
| Umfeld | Trefferchance | Was du beachten musst |
|---|---|---|
| Rangierbahnhof, Einblick von öffentlicher Brücke | hoch | Gleisbereich selbst ist tabu; nur von legalen Standpunkten aus beobachten |
| Übergabebahnhof mit Wagenladungsverkehr | mittel bis hoch | Bewegungen sind unregelmäßig, Geduld einplanen |
| Gleisanschluss eines Industriebetriebs | mittel | Privatgelände – Beobachtung nur von der öffentlichen Straße |
| Personenbahnhof ohne Güterverkehr | niedrig | Höchstens Überführungsfahrten |
| Abstellgruppe / Betriebshof | wechselnd | Betriebsgelände, Zutritt nur mit Erlaubnis |
Verwandte Vierachser im Rangier- und Übergabedienst findest du auch unter der Baureihe 294. Für die Standortwahl im Güterverkehr lohnt der Blick in den Guide zum Spotten am Rangierbahnhof.
Sieh, was andere gerade melden
Community-Sichtungen zeigen dir, welche Rangierloks aktuell wo auftauchen – bevor du losfährst.
Spotting und Fotografie: was bei Rangierloks anders ist
Eine 298 fährt selten spektakulär. Sie steht, rollt langsam an, hält wieder. Das klingt unattraktiv, ist fotografisch aber ein Vorteil: Du hast Zeit für Bildaufbau, Belichtung und saubere Dokumentation.
Standpunkt zuerst klären
Suche eine öffentlich zugängliche Position – Straße, Brücke, Bahnsteigende innerhalb des freigegebenen Bereichs. Alles andere ist Betriebsgelände.
Das Anschriftenfeld mitfotografieren
Ein zusätzliches Bild der Seitenwand mit vollständiger Nummer und Halterkürzel macht deine Sichtung dauerhaft überprüfbar.
Auf Gegenlicht und Zäune achten
Rangieranlagen sind meist eingezäunt. Eine leicht erhöhte Position und eine längere Brennweite reduzieren störende Vordergründe deutlich.
Bewegung einkalkulieren
Rangierfahrten setzen sich ohne Vorwarnung in Bewegung, auch rückwärts. Plane deinen Bildausschnitt so, dass du nicht nachlaufen musst.
Sicherheit im Rangierbereich
Im Rangierdienst werden Fahrzeuge unangekündigt und ohne Signal bewegt, oft geschoben und ohne direkte Sicht des Triebfahrzeugführers. Betriebsgelände, Anschluss- und Werkbahnen sind kein öffentlicher Raum. Bleib außerhalb, halte großzügigen Abstand zu allen Gleisen und rechne auf jedem Gleis jederzeit mit Bewegung.
Welche Abstände wirklich gelten und warum sie kein Ermessensspielraum sind, steht im Beitrag zu den Sicherheitsabständen am Gleis. Die passende Brennweite für eingezäunte Anlagen behandelt der Ratgeber zum besten Teleobjektiv für Eisenbahnfotografie.
Halter, Lackierung, Standort: alles im Fluss
Bei Streckenloks des Fernverkehrs kann man sich über Jahre auf Einsatzgebiete verlassen. Bei Rangier- und Übergabeloks ist das anders. Solche Maschinen werden verkauft, vermietet, zwischen Standorten verschoben und bei jeder größeren Aufarbeitung neu lackiert. Ein Fahrzeug, das im Frühjahr in einem Hafen arbeitet, kann im Herbst bei einem Industriebetrieb hundert Kilometer weiter stehen – ohne dass sich technisch irgendetwas geändert hätte.
Für deine Dokumentation heißt das drei Dinge:
- Die Farbe ist kein Bestimmungsmerkmal. Sie sagt etwas über den aktuellen Halter, nicht über die Baureihe. Wer nach Lackierung sortiert, sortiert die Fahrzeuggeschichte falsch ein.
- Der Standort ist eine Momentaufnahme. Notiere ihn mit Datum, dann bleibt er als Information erhalten, statt zu einer falschen Dauerbehauptung zu werden.
- Die Nummer ist der Anker. Betriebsnummer, Bauartcode und Halterkürzel zusammen machen jede Sichtung eindeutig – auch dann, wenn dieselbe Lok Jahre später ganz anders aussieht.
Genau deshalb lohnt es sich, bei dieser Fahrzeuggruppe konsequenter zu dokumentieren als bei bekannten Fernverkehrsbaureihen. Wie man ein Sichtungslogbuch aufbaut, das solche Wechsel abbildet, statt sie zu verschleiern, zeigt der Guide zum Sichtungslogbuch führen. Wer seine Bilder zusätzlich über die Aufnahmedaten auswertbar halten will, findet den Weg dorthin im Beitrag zu den EXIF-Daten beim Spotting.
Und noch ein praktischer Punkt: Weil die Grundbauart über Jahrzehnte gebaut und immer wieder umgebaut wurde, unterscheiden sich einzelne Maschinen im Detail – Lüftergitter, Auspuffanordnung, Scheinwerferform, Zusatzausrüstung für den Rangierfunk. Diese Unterschiede sind interessant, taugen aber nicht als Bestimmungsgrundlage. Nutze sie, um Fahrzeuge auseinanderzuhalten, die du bereits sicher der Baureihe zugeordnet hast.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für eine 298, wenn …
- du vier Achsen in zwei Drehgestellen zählst
- das Führerhaus mittig zwischen zwei ungleich langen Vorbauten sitzt
- keine Kuppelstangen zwischen den Rädern sichtbar sind
- die Betriebsnummer mit 298 und die lange Nummer mit 98 80 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Bauform passt, die Nummer aber mit einer anderen Zahl beginnt – dann ist es eine verwandte Variante
- die Lok eine ungewohnte Firmenlackierung trägt
- du nur eine Seite oder nur den kurzen Vorbau siehst
Es ist keine 298, wenn …
- du nur drei Achsen mit Kuppelstangen im starren Rahmen siehst
- das Führerhaus an einem Fahrzeugende statt in der Mitte sitzt
- die zwölfstellige Nummer mit 92 beginnt – dann ist das Fahrzeug als Streckenlok eingestuft
Fazit
Die Baureihe 298 ist ein gutes Beispiel dafür, dass Bauform und betriebliche Einordnung zwei verschiedene Dinge sind. Die V-100-Silhouette mit Mittelführerhaus erkennst du in Sekunden; welche Rolle die konkrete Maschine spielt, verrät erst die Nummer – und dort vor allem der Bauartcode am Anfang. Wer beides zusammen dokumentiert, hat eine Sichtung, die auch in zehn Jahren noch etwas wert ist.
Kurzfazit
Zwei Drehgestelle, Mittelführerhaus, ungleiche Vorbauten – das ist die V-100-Bauart. Die 298 in der Nummer und die 98 am Anfang der zwölfstelligen Nummer machen daraus die Rangierlok-Variante.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 298 gehört zur V-100-Familie der Deutschen Reichsbahn und wird im deutschen Nummernsystem als Rangierlokomotive geführt.
- Für die Bestimmung reichen Drehgestellbauart, Mittelführerhaus mit ungleichen Vorbauten und die Nummer.
- Der Bauartcode 98 in der zwölfstelligen Fahrzeugnummer trennt sie zuverlässig von den Streckenvarianten mit der 92.
- Weil Einsatzort, Halter und Farbgebung sich häufig ändern, gehören Nummer und Datum in jede Sichtung.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 298?
Die Baureihe 298 ist eine vierachsige dieselhydraulische Lokomotive aus der V-100-Familie der Deutschen Reichsbahn. Sie hat ein Mittelführerhaus zwischen zwei unterschiedlich langen Vorbauten und wird im deutschen Nummernsystem als Rangierlokomotive geführt. Erkennbar ist sie an den zwei Drehgestellen, dem Umlaufblech und der Nummer, die mit 298 beginnt.
Was bedeutet die 98 am Anfang der Fahrzeugnummer?
Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer sind der UIC-Bauartcode. Die 98 steht für Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, die 92 für Diesel-Streckenlokomotiven. Bei einer 298 sagt dir also schon die Nummer, wie das Fahrzeug betrieblich eingeordnet ist – noch bevor du ein einziges technisches Merkmal geprüft hast.
Wie unterscheide ich die 298 von anderen V-100-Varianten?
Über die Betriebsnummer. Die Grundbauart ist bei allen Varianten dieselbe: vier Achsen, Mittelführerhaus, zwei Vorbauten. Unterschiede stecken in Motor, Getriebe und Zulassung, und die siehst du von außen kaum. Die dreistellige Baureihennummer und der Bauartcode am Anfang der zwölfstelligen Nummer sind deshalb der einzige verlässliche Weg.
Wo kann ich eine Baureihe 298 sehen?
Typische Aufenthaltsorte sind Rangier- und Übergabebereiche, Gleisanschlüsse und Abstellgruppen. Konkrete Standorte ändern sich mit Verträgen und Aufträgen und lassen sich nicht dauerhaft festschreiben. Beobachten und fotografieren darfst du nur von öffentlich zugänglichem Grund aus – Betriebsgelände ist tabu.
Hat die Baureihe 298 Kuppelstangen?
Nein. Die V-100-Bauart überträgt die Kraft über Gelenkwellen auf die Achsen der beiden Drehgestelle. Sichtbare Kuppelstangen zwischen den Rädern findest du bei den klassischen Rangierloks mit starrem Rahmen, etwa der dreiachsigen V 60. Genau dieses Merkmal trennt beide Bauarten schon aus großer Entfernung.
Welche Lackierung trägt eine 298?
Das lässt sich nicht allgemein sagen. Fahrzeuge dieser Familie sind bei sehr unterschiedlichen Unternehmen im Einsatz, wechseln den Halter und werden bei Aufarbeitungen neu lackiert. Verlass dich für die Zuordnung deshalb nie auf die Farbe, sondern immer auf Nummer und Anschriftenfeld.
Darf ich am Rangierbereich fotografieren?
Nur von öffentlich zugänglichen Flächen aus. Rangierbahnhöfe, Anschluss- und Werkbahnen sind Betriebs- oder Privatgelände, das Betreten ist ohne ausdrückliche Erlaubnis nicht zulässig. Im Rangierdienst werden Fahrzeuge zudem unangekündigt und ohne Signal bewegt – halte Abstand und rechne jederzeit mit Bewegung auf jedem Gleis.
Wie dokumentiere ich eine 298-Sichtung sinnvoll?
Notiere die vollständige Fahrzeugnummer inklusive Bauartcode und Halterkürzel, dazu Datum, Uhrzeit und Ort. Ein Foto des Anschriftenfelds ist Gold wert, weil dort Halter und Nummer zusammen stehen. So bleibt deine Sichtung auch dann auswertbar, wenn die Lok später umlackiert oder verkauft wird.
Sichtung von Baureihe 298 (V 100) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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