Das Wichtigste in Kürze
- Baureihe 70 heißt kleine Personenzug-Tenderlok: zwei gekuppelte Achsen, eine Laufachse, kein Schlepptender.
- Die bayerische Gattung Pt 2/3 lässt sich direkt lesen: P für Personenzug, t für Tenderlok, 2/3 für zwei angetriebene von drei Achsen.
- Der Nummernbereich 60 bis 79 stand im Reichsbahn-Schema für Personenzuglokomotiven in Tenderbauart.
- Schnellster Erkennungsweg: Wenn du nur zwei große gekuppelte Räder zählst, ist die Zahl der Kandidaten sehr klein.
- Kein Regeleinsatz: Die Baureihe ist ein historisches Fahrzeug und nur im musealen Umfeld zu sehen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Personenzug-Tenderlokomotive für Neben- und Lokalbahnen |
|---|---|
| Achsfolge | 1'B – eine vorlaufende Laufachse, zwei gekuppelte Achsen |
| Länderbahn-Gattung | Bayerisch Pt 2/3 – Personenzug-Tenderlok, zwei von drei Achsen angetrieben |
| DRG-Baureihe | 70 – Nummernbereich der Personenzug-Tenderlokomotiven |
| Bauart | Kleine zweifach gekuppelte Tenderlokomotive |
| Einsatzstatus | Kein Regeleinsatz mehr; erhaltene Maschinen im Museums- und Vereinsbestand |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Sehr kleine Tenderlokomotive ohne Schlepptender, mit Wasserkästen direkt am Kessel
- Nur zwei gekuppelte Achsen – deutlich weniger als bei den meisten anderen Baureihen
- Eine einzelne Laufachse vorn, dahinter die beiden Treibachsen: Achsfolge 1'B
- Kurzer Kessel, niedriges Führerhaus, insgesamt sehr gedrungene Erscheinung
- Fahrzeugnummer beginnt mit 70
- Anzutreffen nur museal – auf Museumsbahnen, bei Vereinen oder als Ausstellungsstück
Aktualisiert: August 2026 – Klein, kurz, kompakt: Die Baureihe 70 gehört zu den kleinsten regelspurigen Dampflokomotiven im Baureihenschema der Reichsbahn. Dahinter steht die bayerische Gattung Pt 2/3, eine Personenzug-Tenderlok mit nur zwei gekuppelten Achsen. Ihr Name allein erklärt fast die ganze Maschine – wenn man weiß, wie man ihn liest.
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Was ist die Baureihe 70?
Die Baureihe 70 ist die Reichsbahn-Bezeichnung für kleine Personenzug-Tenderlokomotiven bayerischer Herkunft, allen voran die Gattung Pt 2/3. Diese Maschinen haben die Achsfolge 1’B: vorn eine Laufachse, dahinter zwei gekuppelte Treibachsen. Einen Schlepptender gibt es nicht; Kohle und Wasser sitzen an der Lok selbst.
Gebaut wurden solche Loks für Lokal- und Nebenbahnen mit leichten Zügen und begrenzter Streckenbelastbarkeit. Große, schwere Maschinen wären dort weder wirtschaftlich noch zulässig gewesen. Heute ist die Baureihe 70 ein historisches Fahrzeug ohne Regeleinsatz; Begegnungen finden ausschließlich im musealen Umfeld statt, wie es das Bayerische Eisenbahnmuseum in Nördlingen mit seiner Sammlung bayerischer Maschinen pflegt.
Das bayerische Gattungssystem lesen lernen
Vor der Vereinheitlichung durch die Reichsbahn hatte jedes Land sein eigenes Bezeichnungssystem. Das bayerische ist besonders gut lesbar, weil es die Achsen direkt benennt – als Bruch aus angetriebenen und gesamten Achsen.
| Bestandteil | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Großbuchstabe | Verwendungszweck: P = Personenzug, G = Güterzug, S = Schnellzug | S 3/6 |
| Kleines t | Tenderlokomotive statt Schlepptender | Pt 2/3 |
| Zähler | Zahl der angetriebenen Achsen | 2 von 3 |
| Nenner | Gesamtzahl der Achsen | 3 insgesamt |
| Römische Ziffer | Bauartvariante innerhalb der Gattung | BB II |
Wer diese Logik einmal verstanden hat, liest bayerische Bezeichnungen ohne Nachschlagen. Die berühmte Schnellzuglok Baureihe 18.4–5 mit der bayerischen S 3/6 heißt entsprechend: Schnellzuglok, drei von sechs Achsen angetrieben. Und die schmalspurige Baureihe 98.7 mit der bayerischen BB II zeigt, dass auch Sonderbauarten in dieses System passten.
So bestimmst du eine Baureihe 70
Größe einschätzen
Die Lok wirkt auffallend klein und kurz – kürzer als ein einzelner Reisezugwagen. Das allein grenzt die Kandidaten stark ein.
Gekuppelte Achsen zählen
Nur zwei große, durch Kuppelstangen verbundene Räder. Drei oder mehr sprechen für andere Baureihen wie die 64 oder 75.
Laufachse prüfen
Vorn läuft eine einzelne kleinere Achse. Hinter den Treibachsen folgt bei dieser Bauart keine weitere Laufachse.
Tenderbauart bestätigen
Wasserkästen neben dem Kessel und ein Kohlekasten hinter dem Führerhaus statt eines separaten Tenders – das ist eine Tenderlok.
Die grundsätzliche Reihenfolge beim Bestimmen von Fahrzeugen – von der groben Bauform zur konkreten Nummer – beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Zwei gekuppelte Achsen sind selten
Bei regelspurigen deutschen Dampfloks ist die Achsfolge 1'B ungewöhnlich – die meisten Baureihen haben drei oder mehr gekuppelte Achsen. Wenn du wirklich nur zwei zählst, hast du die Auswahl bereits auf eine Handvoll Bauarten reduziert.
Einordnung im Bahnbetrieb: die Welt der Lokalbahn
Kleine Tenderloks wie die Pt 2/3 gehörten in ein Betriebsumfeld, das es so nicht mehr gibt: Lokal- und Nebenbahnen mit wenigen Wagen, kurzen Laufwegen und häufigem Richtungswechsel. Dort zählte nicht Leistung, sondern Wirtschaftlichkeit und Wendigkeit. Eine Lok, die ohne Drehscheibe zurückfahren kann und mit leichten Achslasten auskommt, war genau die richtige Antwort.
Für die Beobachtung heute heißt das: Solche Maschinen findest du fast ausschließlich bei Museumsbahnen auf ehemaligen Nebenstrecken – also genau in dem Umfeld, für das sie gebaut wurden. Das ist fotografisch ein Glücksfall, weil Fahrzeug und Umgebung zusammenpassen: kleiner Bahnhof, Formsignale, kurze Züge.
Technisch erklärt sich die Bauform aus zwei Grenzen. Erstens die Achslast: Lokalbahnen hatten leichteren Oberbau und schwächere Brücken, weshalb schwere Maschinen dort schlicht nicht zugelassen waren. Zweitens die Bogenradien: Nebenbahnen folgten oft dem Gelände statt einer geraden Trasse, mit engen Kurven, die ein langer starrer Radstand nicht mitgemacht hätte. Eine kurze Lok mit nur zwei gekuppelten Achsen löst beide Probleme gleichzeitig.
Der Preis dafür war die geringe Leistung. Eine Pt 2/3 zog kurze Züge aus wenigen Wagen, mehr war weder vorgesehen noch möglich. Genau dieses Verhältnis von kleiner Lok und kurzem Zug ist es, das ein Museumsbahnbild aus dieser Epoche stimmig macht – eine zu lange Wagengarnitur hinter einer solchen Maschine wirkt sofort falsch.
Fotografisch verlangt eine so kleine Lok andere Bildideen als eine Schnellzugmaschine. Weite Einstellungen mit Landschaft funktionieren besser als enge Frontalaufnahmen, und der Zug wirkt in der Totale oft stimmiger als im Detail. Die Grundlagen dazu erklärt der Guide wie fotografiert man Dampfzüge. Zum Vergleich mit einer deutlich größeren Personenzug-Tenderlok lohnt der Blick auf die Baureihe 64.
Museumsbahn-Saison im Blick behalten
Sichtungen der Community zeigen dir, welche historischen Fahrzeuge gerade unterwegs sind.
Spotting: kleine Dampfloks gezielt suchen
Weil es keine Umläufe gibt, ersetzt Recherche den Fahrplan. Drei Quellen führen zum Ziel.
Museumsbahnen auf Nebenstrecken. Genau dort werden kleine Tenderloks eingesetzt, weil sie zu Strecke und Zuglänge passen. Deren Saisonfahrpläne stehen früh fest und nennen oft sogar die vorgesehene Lok.
Vereine und Betriebswerke. Sie melden Aufarbeitungen, Kesselfristen und Wiederinbetriebnahmen zuerst. Eine Lok, die gerade zur Hauptuntersuchung im Dampflokwerk Meiningen steht, wirst du in der laufenden Saison nicht sehen – das spart eine unnötige Anreise.
Veranstaltungskalender und Community. Dampflokfeste, Jubiläen und Fototage bringen mehrere Fahrzeuge an einem Ort zusammen. Wie man solche Termine systematisch findet, zeigt der Guide zu Museumsbahnen und Sonderfahrten. Wenn du selbst etwas beobachtest, hilft die Anleitung zum Melden von Sichtungen, damit die Information auch für andere brauchbar ist.
Museumsgelände ist kein öffentlicher Raum
Auf Museumsbahnhöfen, in Lokschuppen und auf Betriebsgelände gilt das Hausrecht des Betreibers. Absperrungen, markierte Wege und Anweisungen des Personals sind verbindlich. Gleise und Betriebsanlagen werden nicht betreten, und an der freien Strecke gilt unverändert der übliche Sicherheitsabstand.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Baureihe 70, wenn …
- du nur zwei gekuppelte Achsen zählst
- vorn eine einzelne Laufachse sitzt
- die Lok als Tenderlok ohne Schlepptender läuft
- die Nummer mit 70 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok hinter Bahnsteigkanten oder Wagen halb verdeckt steht
- du nur ein Frontbild ohne Fahrwerk hast
- die Anschriften aus einer anderen Epoche stammen
Es ist keine 70, wenn …
- drei oder mehr gekuppelte Achsen vorhanden sind
- ein separater Schlepptender angehängt ist
- hinter den Treibachsen ein Laufgestell folgt
Fazit
Die Baureihe 70 ist ein Fahrzeug, an dem sich zwei Dinge zugleich lernen lassen: das bayerische Gattungssystem, das Zweck und Achszahl in vier Zeichen verpackt, und die Bauform der kleinen Lokalbahn-Tenderlok. Erkennen kannst du sie an zwei gekuppelten Achsen, einer vorlaufenden Laufachse und der fehlenden Schlepptender. Antreffen wirst du sie nur museal – am ehesten dort, wo eine Museumsbahn eine ehemalige Nebenstrecke betreibt.
Kurzfazit
Zwei gekuppelte Achsen, eine Laufachse vorn, kein Schlepptender: Das ist die Baureihe 70 mit der bayerischen Pt 2/3. Ein historisches Fahrzeug, das du über Museumsbahnen, Vereine und Veranstaltungskalender findest.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 70 fasst kleine Personenzug-Tenderloks bayerischer Herkunft zusammen, allen voran die Gattung Pt 2/3.
- Ihre Bezeichnung ist ein Musterbeispiel für das bayerische Gattungssystem, das Verwendungszweck, Bauart und Achszahl in einem Kürzel zusammenfasst.
- Mit nur zwei gekuppelten Achsen gehört sie zu den kleinsten regelspurigen Dampfloks im Reichsbahn-Schema.
- Gefunden wird sie über Museumsbahnen, Vereine und Veranstaltungskalender – planmäßige Einsätze gibt es nicht.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 70?
Die Baureihe 70 ist die Reichsbahn-Bezeichnung für kleine Personenzug-Tenderlokomotiven bayerischer Herkunft, insbesondere der Gattung Pt 2/3. Die Maschinen haben die Achsfolge 1'B: eine vorlaufende Laufachse und zwei gekuppelte Treibachsen. Ein planmäßiger Einsatz besteht heute nicht mehr.
Was bedeutet die Bezeichnung Pt 2/3?
Sie ist nach dem bayerischen Gattungssystem aufgebaut: P steht für Personenzuglokomotive, das kleine t für Tenderlokomotive, und 2/3 bedeutet, dass zwei von insgesamt drei Achsen angetrieben sind. Die Bezeichnung beschreibt damit Zweck, Bauart und Achsverhältnis in vier Zeichen.
Wie unterscheidet sich das bayerische System vom preußischen?
Die bayerischen Bahnen gaben mit dem Bruch angetriebene Achsen / Gesamtachsen eine direkte technische Information an. Preußen nutzte stattdessen Gattungsbuchstaben mit Leistungsklassen, etwa G 8 oder P 8, aus denen die Achsfolge nicht unmittelbar hervorgeht. Beide Systeme wurden 1925 vom Baureihenschema der Reichsbahn abgelöst.
Wie erkenne ich eine Baureihe 70 im Feld?
An der Größe und der Achszahl. Es handelt sich um eine sehr kleine Tenderlok mit nur zwei gekuppelten Achsen und einer vorlaufenden Laufachse. Sie wirkt deutlich kürzer und niedriger als übliche Personenzugloks – wer zwei große Räderpaare zählt, hat die Auswahl schon stark eingegrenzt.
Wofür wurden so kleine Lokomotiven gebaut?
Für Lokal- und Nebenbahnen mit leichten Zügen, engen Bögen und schwachem Oberbau. Dort war eine große Lok weder nötig noch zulässig. Eine kompakte Tenderlok, die ohne Drehscheibe in beide Richtungen fahren kann, passte genau zu diesem Betriebsbild.
Fährt die Baureihe 70 heute noch?
Nicht im Regeldienst. Erhaltene Maschinen gehören Museen und Vereinen und werden bei Museumsbahnbetrieb, Sonderfahrten oder Veranstaltungen gezeigt. Ob eine Lok betriebsfähig unter Dampf steht, hängt an Kesselfristen und Hauptuntersuchungen und ändert sich über die Jahre.
Was ist der Unterschied zwischen Tenderlok und Schlepptenderlok?
Eine Tenderlokomotive führt Kohle und Wasser in Behältern an der Lok selbst mit – meist in Kästen neben dem Kessel und hinter dem Führerhaus. Eine Schlepptenderlok zieht dafür ein separates Fahrzeug hinter sich her. Tenderloks sind wendiger und brauchen keine Drehscheibe, haben aber eine geringere Reichweite.
Wie finde ich Termine, an denen kleine Dampfloks fahren?
Über Museumsbahnen und Vereine. Deren Betriebstage stehen meist für eine ganze Saison fest und werden früh veröffentlicht. Für kurzfristige Bewegungen wie Überführungen oder Probefahrten helfen Community-Sichtungen. Ältere Listen aus dem Netz sind selten aktuell – prüfe immer beim Betreiber nach.
Sichtung von Baureihe 70 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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