Das Wichtigste in Kürze
- BB II ist eine Gattungsbezeichnung, keine Nummer: Die bayerischen Staatsbahnen benannten Lokomotiven nach Bauart und Verwendungszweck, nicht nach fortlaufenden Baureihen.
- BB steht für das geteilte Triebwerk: zwei Gruppen zu je zwei gekuppelten Achsen – die klassische Schreibweise einer Mallet-Lokomotive.
- Die 98 im DRG-Schema sammelt Lokalbahn-Tenderlokomotiven normaler Spurweite; Schmalspurfahrzeuge stehen in der Baureihe 99.
- Einsatzprofil: kurze Nebenstrecken mit engen Radien, wo lange starre Achsstände nicht durchkommen.
- Heute museal: Fahrzeuge dieser Bauart findest du im Regelbetrieb nicht mehr – die Recherche läuft über Museen und Sonderfahrten.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Dampflokomotive, Tenderlokomotive ohne Schlepptender |
|---|---|
| Herkunft | Königlich Bayerische Staatseisenbahnen, Gattung BB II |
| Bauart | Mallet-Bauart mit geteiltem Triebwerk |
| Achsfolge | Zwei angetriebene Zweiergruppen (B'B) |
| Einsatzzweck | Lokalbahnen mit engen Bögen und leichtem Oberbau |
| DRG-Baureihe | 98.7 – Gattungsgruppe der Lokalbahn-Tenderlokomotiven |
| Status | Kein Regeleinsatz mehr; Einordnung als historisches Fahrzeug |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Tenderlokomotive ohne Schlepptender: Kohle und Wasser hängen am Fahrzeug selbst
- Zwei getrennte Triebwerksgruppen unter einem Kessel – das Kennzeichen der Mallet-Bauart
- Vordere Triebwerksgruppe im Rahmen beweglich gelagert, hintere fest – sichtbar an den Gelenkleitungen zwischen den Zylindern
- Kleine Kuppelraddurchmesser, niedrige Bauhöhe, insgesamt gedrungene Lokalbahn-Silhouette
- Seitliche Wasserkästen entlang des Kessels statt eines nachlaufenden Tenders
- Nummernbereich beginnt mit 98 – die DRG-Gruppe der Lokalbahnlokomotiven
Aktualisiert: August 2026 – Zwei Zylindergruppen, ein Kessel, kein Schlepptender: Die Baureihe 98.7 aus der bayerischen Gattung BB II gehört zu den Fahrzeugen, bei denen schon die Bezeichnung die halbe Technik verrät. Diese Seite zeigt dir, wie du Gattungskürzel und Baureihennummer liest, woran du die Bauform im Museum erkennst und wie du Sichtungen solcher Fahrzeuge realistisch planst.
Historische Fahrzeuge sauber dokumentieren
Gerade bei Museumsloks lohnt die Notiz mit Datum und Zustand – in Traintrack in wenigen Sekunden erfasst.
Was ist die Baureihe 98.7 (Bayerische BB II)?
Die Baureihe 98.7 ist eine Lokalbahn-Tenderlokomotive bayerischer Herkunft mit geteiltem Triebwerk in Mallet-Bauart. Die ursprüngliche bayerische Gattungsbezeichnung lautet BB II; die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ordnete diese Maschinen ab 1925 in ihr einheitliches Nummernschema ein und gab ihnen dort den Platz 98.7.
Beide Bezeichnungen beschreiben dasselbe Fahrzeug aus zwei Perspektiven. Die bayerische Gattung sagt, wie die Lok gebaut ist, die Reichsbahn-Nummer sagt, wofür sie eingesetzt wurde. Zusammen ergeben sie ein sehr klares Bild: eine kleine, kurvengängige Maschine für Nebenstrecken, nicht für die Hauptbahn.
Die Bezeichnung lesen: BB II und 98.7
Wer diese beiden Systeme einmal verstanden hat, kann bei fast jeder deutschen Dampflok aus der Bezeichnung auf die Bauart schließen.
Die bayerische Gattungsbezeichnung besteht aus Buchstaben für die Achsgruppen und einer römischen Ziffer für die Konstruktionsvariante. BB bedeutet: zwei Gruppen zu je zwei gekuppelten Achsen – also nicht ein durchgehendes Triebwerk mit vier gekuppelten Achsen, sondern zwei voneinander unabhängig arbeitende Gruppen. Genau das ist das Prinzip der Mallet-Bauart. Die II kennzeichnet die zweite Ausführung dieser Gattung.
Das Reichsbahn-Schema von 1925 funktioniert anders: Es ordnet nach Verwendungszweck und Bauart in feste Nummernblöcke.
| Nummernblock | Bedeutung | Beispiele in der Datenbank |
|---|---|---|
| 01–19 | Schnellzuglokomotiven mit Schlepptender | Baureihe 01 |
| 20–39 | Personenzuglokomotiven mit Schlepptender | Baureihe 23, Baureihe 38 |
| 40–59 | Güterzuglokomotiven mit Schlepptender | Baureihe 44, Baureihe 50 |
| 60–79 | Tenderlokomotiven für Personenzüge | Baureihe 70 |
| 80–96 | Tenderlokomotiven für Güterzug- und Rangierdienst | Baureihe 89 |
| 97 | Zahnradlokomotiven | Baureihe 97 |
| 98 | Lokalbahnlokomotiven normaler Spurweite | Baureihe 98.7 |
| 99 | Schmalspurlokomotiven | Baureihe 99 |
Aus dieser Tabelle folgt zweierlei: Die 98.7 ist eine normalspurige Maschine – sonst stünde sie in der 99 – und sie war für den Nebenbahndienst vorgesehen. Die Nachkommastelle .7 trennt die einzelnen Herkunftsgattungen innerhalb der großen 98er-Gruppe voneinander. Wie man solche Systematiken generell abarbeitet, zeigt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
So erkennst du die Bauform im Feld
Tender oder kein Tender?
Hängt hinten ein separates Fahrzeug für Kohle und Wasser, ist es eine Schlepptenderlok. Sitzen Wasserkästen seitlich am Kessel, hast du eine Tenderlokomotive – so wie hier.
Triebwerk zählen
Sieh dir die Zylinder an. Zwei getrennte Zylinderpaare mit zwei eigenen Kuppelachsgruppen unter einem Kessel bedeuten Mallet-Bauart – das ist bei deutschen Normalspurloks selten und damit ein starker Hinweis.
Proportionen prüfen
Kleine Kuppelräder, niedriger Kessel, kurze Gesamtlänge: Das ist die typische Lokalbahnsilhouette. Große Räder und ein langer Rahmen sprechen für Schnellzugmaschinen.
Anschriften lesen
Am Führerhaus oder an der Rauchkammertür stehen Nummer und oft die alte Gattungsbezeichnung. Sie ist die endgültige Bestätigung deiner Einordnung.
Merkhilfe für Mallet-Maschinen
Bei Mallet-Loks laufen bewegliche Dampfleitungen zur vorderen Triebwerksgruppe. Diese Gelenkverbindungen sind auf Fotos oft besser zu sehen als der Rahmen selbst – such gezielt danach, wenn du unsicher bist.
Warum es diese Bauform überhaupt gab
Lokalbahnen waren im Königreich Bayern ein eigenes Kapitel: gebaut mit möglichst geringem Aufwand, oft mit engen Bögen, leichtem Oberbau und niedrigen zulässigen Achslasten. Eine große Hauptbahnlok wäre dort schlicht nicht durchgekommen.
Die Mallet-Bauart löst dieses Problem elegant. Statt eines langen, starren Triebwerks bekommt die Lok zwei kürzere Gruppen; die vordere kann seitlich ausschwenken. So verteilt sich das Gewicht auf mehr Achsen, ohne dass der starre Achsstand wächst. Für Nebenbahnen war das genau die richtige Antwort – aufwendig in Wartung und Unterhalt, dafür betrieblich passend.
Vergleichbar denkt man bei anderen Nebenbahn- und Rangiermaschinen: Die Baureihe 98 sammelt die gesamte Lokalbahnfamilie, während Fahrzeuge wie die Baureihe 89 für den Rangierdienst auf Bahnhöfen ausgelegt waren. Die Unterscheidung zwischen Streckendienst und Rangierdienst ist bei Tenderlokomotiven fast immer der Schlüssel zur richtigen Einordnung.
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Wo du Fahrzeuge dieser Art heute suchst
Im Regelbetrieb einer Staatsbahn gibt es diese Generation nicht mehr. Wer sie sehen will, landet zwangsläufig bei Museen, Vereinen und Sonderveranstaltungen. In Bayern gehört die Lokwelt Freilassing zu diesen Adressen: Sie zeigt ihre Fahrzeuge im historischen Ringlokschuppen eines früheren Bahnbetriebswerks, also dort, wo sie einmal versorgt wurden. Die Recherche folgt deshalb einem anderen Muster als beim Planbetrieb: Du suchst nicht nach Umläufen, sondern nach Terminen.
Bewährt hat sich diese Reihenfolge:
- Museumsbahnen und Eisenbahnmuseen prüfen, welche historischen Fahrzeuge sie überhaupt beheimaten – der Fahrzeugbestand steht meist auf den Vereinsseiten.
- Veranstaltungstermine sammeln: Museumsfeste, Saisoneröffnungen und Jubiläen sind die Tage, an denen Fahrzeuge aus dem Schuppen kommen.
- Foren und Community-Meldungen verfolgen, weil kurzfristige Änderungen dort zuerst auftauchen. Der Guide zu Museumsbahnen und Sonderfahrt-Terminen zeigt, wie man diese Quellen systematisch abklappert.
- Betriebsfähigkeit hinterfragen: Ein Fahrzeug kann ausgestellt, zerlegt oder in Aufarbeitung sein. Das ändert sich über Jahre und steht selten aktuell im Netz.
Hausrecht und Sicherheit auf Museumsgelände
Auf Museumsgelände gilt das Hausrecht des Betreibers. Absperrungen, Gleisbereiche, Lokschuppen und Werkstattzonen sind tabu, auch wenn niemand hinsieht. Fotografiere von den freigegebenen Wegen aus und frag im Zweifel das Personal – Betriebsgleise sind kein Fotostandpunkt.
Für die Fototechnik gilt bei Dampf ohnehin ein eigenes Regelwerk: Dampf und Rauch verändern die Belichtung, Gegenlicht kann die Fahne betonen oder verschlucken. Der Guide Dampfzüge fotografieren geht auf Licht, Standort und Verschlusszeiten im Detail ein.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für eine 98.7, wenn …
- du zwei getrennte Triebwerksgruppen unter einem Kessel siehst
- die Lok keinen Schlepptender hat
- die Proportionen klein und gedrungen wirken
- die Nummer mit 98 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok zwar klein ist, aber nur ein durchgehendes Triebwerk hat
- du sie nur frontal oder im Schuppen siehst und das Triebwerk verdeckt ist
- Anschriften fehlen oder nachträglich verändert wurden
Es ist keine 98.7, wenn …
- die Nummer mit 99 beginnt – dann steht eine Schmalspurlokomotive vor dir
- hinten ein Schlepptender hängt
- die Lok große Kuppelräder für hohe Geschwindigkeiten hat
Fazit
Die Baureihe 98.7 ist ein Musterbeispiel dafür, wie viel in einer Bezeichnung steckt: BB II beschreibt das geteilte Mallet-Triebwerk, die 98 verortet das Fahrzeug bei den normalspurigen Lokalbahnlokomotiven. Wer beide Systeme liest, braucht kein Datenblatt, um die Lok grob einzuordnen. Gesehen wird sie heute nur noch im musealen Umfeld – und dort zählt die saubere Dokumentation von Datum, Ort und Zustand mehr als die reine Sichtung.
Kurzfazit
Kleine Lokalbahn-Tenderlok mit zwei Triebwerksgruppen: Mallet-Bauart, Normalspur, Nebenbahn. Bezeichnung lesen schlägt Raten – und Sichtungen gibt es heute ausschließlich im Museumsumfeld.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 98.7 fasst bayerische Lokalbahnlokomotiven der Gattung BB II zusammen, die für kurvenreiche Nebenbahnen gebaut wurden.
- Das entscheidende Erkennungsmerkmal ist das Mallet-Triebwerk: zwei Antriebsgruppen unter einem Kessel, von denen die vordere beweglich ist.
- Wer die Bezeichnung lesen kann, versteht die Lok: Gattungskürzel bei den Länderbahnen, Baureihennummer bei der DRG.
- Sichtungen sind heute Museumssichtungen – Termine und Standorte muss man aktuell recherchieren, statt sich auf alte Listen zu verlassen.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung Bayerische BB II?
Die bayerischen Staatsbahnen benannten ihre Lokomotiven nach Bauart und Verwendung. BB beschreibt zwei gekuppelte Achsgruppen zu je zwei Achsen, also ein geteiltes Triebwerk der Mallet-Bauart. Die römische II unterscheidet diese Ausführung von einer vorangegangenen Konstruktion derselben Gattung.
Warum trägt die Lokomotive die DRG-Nummer 98.7?
Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft sortierte ab 1925 alle übernommenen Länderbahnlokomotiven in ein einheitliches Nummernschema ein. Die Baureihe 98 war für Lokalbahn-Tenderlokomotiven normaler Spurweite reserviert. Die Nachkommastelle unterscheidet die einzelnen Herkunftsgattungen innerhalb dieser Gruppe voneinander.
Was ist eine Mallet-Lokomotive?
Eine Mallet-Lokomotive hat zwei getrennte Triebwerksgruppen unter einem gemeinsamen Kessel. Die hintere Gruppe sitzt fest im Rahmen, die vordere ist beweglich gelagert und kann seitlich ausschwenken. Dadurch kommt ein langes, starkes Fahrzeug durch enge Bögen, wie sie auf Lokalbahnen üblich waren.
Ist die Baureihe 98.7 eine Schmalspurlokomotive?
Nein. Die Nummer verrät es: Die Deutsche Reichsbahn führte Schmalspurfahrzeuge geschlossen in der Baureihe 99. Alles in der Baureihe 98 gehört zu den normalspurigen Lokalbahnlokomotiven. Wer die Gruppen kennt, kann Spurweite und Einsatzgebiet allein aus der Baureihennummer ableiten.
Kann man die Baureihe 98.7 heute noch im Einsatz sehen?
Im planmäßigen Betrieb einer Staatsbahn nicht. Fahrzeuge dieser Generation existieren nur noch als Museums-, Denkmal- oder Traditionsfahrzeuge. Ob ein bestimmtes Exemplar betriebsfähig ist, ändert sich mit Kesselfristen und Aufarbeitungsständen – das muss man beim jeweiligen Museum aktuell nachfragen.
Woran erkenne ich eine Lokalbahnlokomotive im Museum?
An der Gesamtproportion: kleiner Kessel, niedrige Bauhöhe, kleine Kuppelräder, seitliche Wasserkästen und kein Schlepptender. Lokalbahnlokomotiven wirken gedrungen und leicht, weil der Oberbau der Nebenstrecken keine hohen Achslasten zuließ. Schnellzuglokomotiven wirken dagegen lang, hoch und großrädrig.
Wie fotografiere ich solche Fahrzeuge sinnvoll?
Die Technik ist die eigentliche Attraktion. Neben dem klassischen Dreiviertelbild lohnt eine seitliche Aufnahme auf Höhe des Triebwerks, weil man dort die beiden getrennten Zylindergruppen der Mallet-Bauart sieht. Auf Museumsgelände gelten Hausrecht und Absperrungen – Gleisbereiche sind grundsätzlich tabu.
Wie halte ich eine solche Sichtung sinnvoll fest?
Notiere Fahrzeugnummer beziehungsweise Gattungsbezeichnung, Datum, Ort und Zustand (betriebsfähig, Ausstellungsstück, in Aufarbeitung). Gerade bei historischen Fahrzeugen ändert sich der Status über Jahre – eine saubere Dokumentation ist später mehr wert als das Foto allein.
Sichtung von Baureihe 98.7 (Bayerische BB II) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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