Das Wichtigste in Kürze
- Die 798 ist der klassische VT 98: das bekannteste Fahrzeug der Uerdinger Schienenbusfamilie.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei Achsen, sehr kurzer Wagenkasten, Front wie ein Omnibus.
- Die Garnitur ist das Erkennungszeichen: Triebwagen, Beiwagen 996 und Steuerwagen 998 bilden zusammen einen wendefähigen Zug.
- Unterschied zur 796: nicht die Form, sondern die steuerungstechnische Ausrüstung – die Nummer entscheidet.
- Heute historisch: Fahrten gibt es nur bei Museums- und Traditionsbahnen, nie im Regelfahrplan.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Zweiachsiger leichter Dieseltriebwagen für Nebenstrecken |
|---|---|
| Ursprungsbezeichnung | VT 98 der Deutschen Bundesbahn |
| Herkunft | Uerdinger Schienenbus, zweite Generation |
| Nummernweg | VT 98 → Baureihen 796 und 798 mit der EDV-Umstellung 1968 |
| Zugehörige Fahrzeuge | Beiwagen VB 98 (Baureihe 996), Steuerwagen VS 98 (Baureihe 998) |
| UIC-Bauartcode | 95 – Dieseltriebwagen |
| Heutiger Status | Kein planmäßiger Einsatz; erhaltene Garnituren bei Museums- und Traditionsbahnen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Zwei Achsen ohne Drehgestelle – der Wagenkasten sitzt direkt auf den Radsätzen
- Kurzer, leichter Wagenkasten mit busartiger Front und großen Frontfenstern
- Puffer und Schraubenkupplung nach Regelbauart – die Familie kann mit gewöhnlichen Fahrzeugen arbeiten
- Häufig in Garnitur: Triebwagen, antriebsloser Beiwagen und Steuerwagen mit Führerstand
- Fahrzeugnummer beginnt mit 798; historische Anschriften zeigen VT 98
- Charakteristisches, laut brummendes Motorgeräusch beim Anfahren
Aktualisiert: August 2026 – Kurz, rot, zweiachsig und beim Anfahren nicht zu überhören: Die Baureihe 798 ist der bekannteste Vertreter des Uerdinger Schienenbusses. Diese Seite erklärt, wie die klassische Garnitur aus Trieb-, Bei- und Steuerwagen funktioniert, wie du die Familie sicher bestimmst und wie du eine der erhaltenen Einheiten heute noch fahren siehst.
Schienenbus-Garnitur erwischt?
Notiere alle drei Fahrzeugnummern – bei historischen Verbänden ist die Zusammenstellung Teil der Sichtung.
Was ist die Baureihe 798?
Die Baureihe 798 ist ein zweiachsiger leichter Dieseltriebwagen für Nebenstrecken, bei der Deutschen Bundesbahn ursprünglich als VT 98 geführt. Er gehört zur zweiten Generation des Uerdinger Schienenbusses und wurde in den 1950er Jahren entwickelt, nachdem sich die sehr leichte erste Generation als zu eingeschränkt erwiesen hatte.
Die 98er-Generation war kräftiger ausgeführt und trug Puffer und Schraubenkupplung nach Regelbauart. Damit konnte sie mit gewöhnlichen Fahrzeugen zusammenarbeiten – ein praktischer Vorteil auf Nebenstrecken, wo derselbe Umlauf oft mehrere Aufgaben erfüllen musste. Der Vorgänger, der VT 95 als Baureihe 795, blieb dagegen konsequent auf reinen Leichtbau ausgelegt.
Die Garnitur: Triebwagen, Beiwagen, Steuerwagen
Was die 98er-Familie ausmacht, ist nicht das Einzelfahrzeug, sondern der Verband. Drei Rollen greifen ineinander, und die alten Kürzel sagen genau, welche:
- VT – Verbrennungstriebwagen. Antrieb und Führerstände an beiden Enden. Nach 1968 die Baureihen 796 und 798.
- VB – Beiwagen. Weder Antrieb noch Führerstand, reines Mitlaufen zur Kapazitätserhöhung. Nach 1968 der Nummernbereich der Baureihe 996.
- VS – Steuerwagen. Führerstand ohne Antrieb. Von hier aus lässt sich der Zug führen, ohne dass der Triebwagen an der Spitze stehen muss. Nach 1968 die Baureihe 998.
Der Nutzen ist betrieblich sofort einleuchtend: Am Endbahnhof einer Nebenstrecke musste nichts umgesetzt werden. Der Triebfahrzeugführer wechselte den Führerstand, und der Zug fuhr zurück. Genau dafür brauchte es den Steuerwagen – und genau darin liegt der Unterschied zur älteren 95er-Familie, zu der nur ein Beiwagen, aber kein Steuerwagen gehörte.
Aus dieser Baukastenlogik ergab sich eine für Nebenstrecken ideale Flexibilität. Reichte ein Triebwagen aus, fuhr er allein. Wurde es voller, kam ein Beiwagen dazu. Musste an beiden Enden gefahren werden, ergänzte ein Steuerwagen die Garnitur. Und wo das Fahrgastaufkommen es hergab, ließen sich mehrere Triebwagen zu längeren Verbänden zusammenstellen. Dieselbe Grundidee steckt heute in der Doppeltraktion moderner Kurztriebwagen – nur dass das Kuppeln inzwischen automatisch geschieht und kein Rangierpersonal mehr bindet.
Die Garnitur mitdokumentieren
Bei Museumsfahrten wechselt die Zusammenstellung häufiger, als man denkt. Wer alle Fahrzeugnummern der Garnitur notiert, hält fest, was am jeweiligen Tag tatsächlich gelaufen ist – eine Information, die aus dem Foto allein nicht immer hervorgeht.
So bestimmst du den VT 98 im Feld
Achsen zählen
Zwei Achsen pro Fahrzeug, direkt im Rahmen. Drehgestelle gibt es keine. Damit ist die Schienenbusfamilie praktisch bestimmt.
Front beurteilen
Flach, mit großen Fenstern und deutlicher Omnibus-Anmutung. Keine Motorvorbauten, keine wuchtigen Dachaufbauten.
Verband durchgehen
Führerstand plus Antrieb: Triebwagen. Führerstand ohne Antrieb: Steuerwagen. Weder noch: Beiwagen. Daraus ergibt sich die Formation.
Nummern lesen
Erst die vollständigen Fahrzeugnummern entscheiden zwischen 796 und 798 sowie zwischen 996 und 998. Fotografiere sie mit.
Eine systematische Reihenfolge für solche Bestimmungen liefert die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Einordnung im Bahnbetrieb
Der Schienenbus war das Rückgrat des Nebenbahnverkehrs der Bundesbahn – und ist heute ein reines Museumsfahrzeug. Am Leben gehalten wird die Technik von Vereinen wie dem Arbeitskreis Ostertalbahn, der im Saarland eine ganze Nebenbahn mit Triebwagen dieser Generation befährt. In der Pfalz fährt das Kuckucksbähnel von Neustadt aus durch das Elmsteiner Tal. Sein Ausgangspunkt ist zugleich das DGEG Eisenbahnmuseum Neustadt/Weinstr. in den Anlagen eines früheren Bahnbetriebswerks. Diese Übersicht ordnet, wo du realistisch suchst.
| Suchweg | Erfolgsaussicht | Was du dort bekommst |
|---|---|---|
| Fahrtage von Museums- und Traditionsbahnen | hoch | Verbindliche Termine, häufig mit Fahrzeugangabe |
| Direkte Anfrage beim betreuenden Verein | hoch | Betriebsfähigkeit, Planung, Hinweise auf Fotostandpunkte |
| Fachforen mit Sonderfahrtenthreads | hoch | Überführungen, kurzfristige Einsätze, Nachberichte |
| Community-Sichtungen mit Foto und Datum | mittel | Tagesaktueller Standort und Zustand |
| Ältere Bestandslisten im Netz | gering | Oft überholt – Fahrzeuge wechseln Eigentümer und Standort |
| Regelfahrplan | keine | Kein planmäßiger Einsatz mehr |
Historischer Bestand heißt: nichts ist planbar
Betriebsfähigkeit hängt bei Fahrzeugen dieses Alters an Fristen, Ersatzteilen und ehrenamtlicher Arbeitskraft. Plane keine Anreise auf Basis einer älteren Quelle, sondern nur auf Basis einer aktuellen Zusage des Veranstalters.
Wo fährt gerade ein Schienenbus?
Community-Sichtungen zeigen dir tagesaktuell, welche historischen Fahrzeuge unterwegs sind.
Spotting- und Fototipps
Der Schienenbus ist eines der dankbarsten historischen Motive überhaupt – vorausgesetzt, das Umfeld stimmt. Vor moderner Bahnhofsarchitektur wirkt er verloren; an einem kleinen Haltepunkt, auf eingleisiger Strecke oder vor einem alten Empfangsgebäude erzählt er sofort seine Epoche.
Drei Dinge machen den Unterschied. Erstens ein niedriger Standpunkt: Der Wagenkasten ist kurz, ein hoher Blickwinkel lässt ihn gedrungen wirken. Zweitens eine flache Dreiviertelansicht, die Front und Seitenwand zugleich zeigt und die zwei Achsen sichtbar lässt. Drittens die komplette Garnitur im Bild, wenn eine läuft – die Formation aus drei Fahrzeugen ist Teil der Geschichte.
Ergänze das um eine sachliche Aufnahme der Seitenwände mit Fahrzeugnummern. Wie du Bildaufbau, Belichtung und Mitzieher grundsätzlich in den Griff bekommst, steht im Guide zu guten Zugfotos; die Recherchewege im Museumsbahn-Umfeld erschließt der Museumsbahn-Guide.
Zur Sicherheit: Auf Museums- und Vereinsgelände gilt das Hausrecht des Betreibers. Halte dich an ausgewiesene Wege und Absperrungen, betritt keine Gleisbereiche und geh nie davon aus, dass ein Gleis unbenutzt ist. Auf solchen Anlagen wird rangiert, oft ohne die Sicherungstechnik, die man von großen Bahnhöfen kennt.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 798, wenn …
- ein zweiachsiger Schienenbus der zweiten Generation vor dir steht
- Puffer und Schraubenkupplung nach Regelbauart vorhanden sind
- die Garnitur einen Steuerwagen am anderen Ende führt
- die vollständige Fahrzeugnummer mit 798 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Form beurteilen kannst – 796 und 798 sind äußerlich gleich
- das Fahrzeug auf einen historischen Zustand zurückgerüstet wurde
- mehrere Trieb- und Beiwagen im selben Zug laufen
Es ist keine 798, wenn …
- das Fahrzeug auf Drehgestellen läuft
- es keinen eigenen Antrieb hat
- die Nummer mit 795, 796, 996 oder 998 beginnt
Den gemeinsamen Ursprung beider Baureihen der zweiten Generation beschreibt die Seite zum Uerdinger Schienenbus VT 98.
Fazit
Die Baureihe 798 ist das Fahrzeug, an das man denkt, wenn vom Schienenbus die Rede ist. Zwei Achsen, ein sehr kurzer Wagenkasten und eine Front wie ein Omnibus machen die Bestimmung zu einer Sache von Sekunden. Interessanter als das Einzelfahrzeug ist die Garnitur: Triebwagen, Beiwagen und Steuerwagen bilden zusammen einen Zug, der an beiden Enden geführt werden kann – genau die Idee, die den Nebenbahnbetrieb noch einmal wirtschaftlich machte. Fahren siehst du das heute nur noch dort, wo Vereine diese Technik am Leben halten.
Kurzfazit
Zwei Achsen, kurzer roter Kasten, Omnibus-Front: Das ist der VT 98 als Baureihe 798. Die Garnitur mit Bei- und Steuerwagen ist das eigentliche Motiv – und zu sehen gibt es sie nur bei Museums- und Traditionsbahnen.
Zusammenfassung
- Der VT 98 rettete in den 1950er und 1960er Jahren den Betrieb auf unzähligen Nebenstrecken – und wurde zum Sinnbild dieser Epoche.
- Bestimmen lässt sich die Familie über zwei Achsen, Kürze und die busartige Front.
- Die dreiteilige Garnitur aus Trieb-, Bei- und Steuerwagen ist die klassische Formation und im Museumsbetrieb bis heute zu sehen.
- Termine, Betriebsfähigkeit und Standorte gehören immer direkt beim Verein geprüft.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 798?
Die Baureihe 798 ist der Uerdinger Schienenbus der zweiten Generation, ursprünglich als VT 98 bezeichnet. Es handelt sich um einen zweiachsigen, leicht gebauten Dieseltriebwagen für Nebenstrecken der Deutschen Bundesbahn. Mit der EDV-Umstellung 1968 erhielten die Fahrzeuge der VT-98-Familie die Baureihennummern 796 und 798.
Was ist eine Schienenbus-Garnitur?
Die klassische Formation besteht aus drei Fahrzeugen: dem Triebwagen mit Antrieb und Führerständen, einem Beiwagen ohne Antrieb und Führerstand und einem Steuerwagen mit Führerstand, aber ohne Antrieb. Damit lässt sich der Zug an beiden Enden führen, ohne dass am Endbahnhof umgesetzt werden muss.
Wie erkenne ich einen VT 98 sicher?
An zwei Achsen ohne Drehgestelle, einem außergewöhnlich kurzen Wagenkasten und der busartigen Front mit großen Fenstern. Dazu kommen Puffer und Schraubenkupplung nach Regelbauart. Wer die Silhouette einmal kennt, erkennt sie auch aus großer Entfernung.
Was ist der Unterschied zwischen 796 und 798?
Beide stammen aus derselben Bauart und sehen gleich aus. Getrennt werden sie durch die steuerungstechnische Ausrüstung, also die Frage, ob das Fahrzeug im Verband mit Steuerwagen und weiteren Triebwagen ferngesteuert werden kann. Äußerlich ist das nicht zu entscheiden – nur die vollständige Fahrzeugnummer hilft weiter.
Warum heißt der Schienenbus roter Brummer?
Wegen der Lackierung und des Geräuschs. Die Fahrzeuge trugen das typische Rot der Bundesbahn-Nebenbahntriebwagen, und der Motor arbeitete beim Anfahren so hörbar, dass der Spitzname sich von selbst ergab. Offiziell ist er nie gewesen, aber in der Szene versteht ihn jeder.
Fährt die Baureihe 798 noch im Regelverkehr?
Nein. Alle erhaltenen Fahrzeuge stehen bei Museums- und Traditionsbahnen oder in privatem Besitz. Sie fahren bei Fahrtagen, Jubiläen und Sonderfahrten. Ob ein bestimmtes Fahrzeug betriebsfähig ist, ändert sich mit Fristen und Werkstattlage – vor der Anreise beim Veranstalter prüfen.
Wie finde ich Fahrten mit einem Schienenbus?
Über die Veranstaltungskalender der Museums- und Traditionsbahnen, über Fachforen mit Sonderfahrtenthreads und über aktuelle Sichtungsmeldungen aus der Community. Ältere Standortlisten sind unzuverlässig, weil Fahrzeuge verkauft, umgesetzt oder abgestellt werden.
Was sagt der Bauartcode 95 über den Schienenbus?
Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen UIC-Fahrzeugnummer beschreiben die Bauart, und 95 steht für Dieseltriebwagen. Der Code trennt also nach Fahrzeuggattung, nicht nach Alter oder Größe: Ein Schienenbus aus den 1950er Jahren und ein moderner Regionaltriebwagen tragen dieselbe Bauartkennung.
Sichtung von Baureihe 798 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
Baureihe 795
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DieseltriebwagenBaureihe 998
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Wer dahintersteckt
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