Das Wichtigste in Kürze
- DIEMA ist ein Herstellername, keine Baureihe: Die Diepholzer Maschinenfabrik baute kleine Loks für Industrie-, Feld- und Werkbahnen.
- Die Typenbezeichnung ist der Schlüssel: Buchstaben stehen für die Bauart, die Zahl für eine Leistungsklasse.
- Das Fabrikschild ist die einzige harte Identifikation – Hersteller, Fabriknummer und Baujahr an einem Ort.
- Der UIC-Bauartcode 98 ordnet solche Fahrzeuge den Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven zu, sofern sie überhaupt registriert sind.
- Werkbahnen sind Privatgelände: Beobachtung nur von öffentlichem Grund, kein Betreten ohne Erlaubnis.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Kleine Diesellokomotive für Werk-, Anschluss- und Feldbahnen |
|---|---|
| Hersteller | DIEMA – Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler, Diepholz |
| Typenbezeichnung | Buchstabenkürzel für die Bauart, angehängte Zahl als Leistungsklasse |
| Kraftübertragung | mechanisch oder hydraulisch, je nach Ausführung |
| Einsatzumfeld | Industrie-, Hafen-, Torf- und Werkbahnen, teils in Schmalspur |
| UIC-Bauartcode | 98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive |
| Sichere Identifikation | Fabrikschild mit Hersteller, Fabriknummer und Baujahr |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Sehr kleines Fahrzeug mit zwei Achsen und kurzem Radstand
- Kastenförmiges oder offenes Führerhaus, oft nur für eine Person ausgelegt
- Kurzer Motorvorbau, häufig mit abnehmbaren oder aufklappbaren Hauben
- Einfacher Rahmen mit Rangiertritten, häufig ohne Zug- und Stoßeinrichtung nach Regelbauart
- Fabrikschild am Rahmen oder Führerhaus mit Hersteller und Fabriknummer
- Werkslackierung ohne Baureihennummer – Anschriften wechseln mit dem Betreiber
Aktualisiert: August 2026 – Kleines Fahrzeug, zwei Achsen, kurzer Vorbau, ein Führerhaus für eine Person: Loks wie die DIEMA DVL 150 sind die stillen Arbeiter des Bahnbetriebs. Sie fahren nie im Fahrplan, tragen selten eine Baureihennummer und sind gerade deshalb eine Herausforderung für jeden, der Fahrzeuge sauber bestimmen will. Diese Seite zeigt dir, wie du dabei vorgehst.
Kleinlok gesichtet? Fabrikschild fotografieren.
Bei Werkloks ist das Fabrikschild die einzige eindeutige Kennung. In Traintrack landet die Sichtung samt Foto direkt im Archiv.
Was verbirgt sich hinter der DIEMA DVL 150?
DIEMA ist die Kurzform für die Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler, einen niedersächsischen Hersteller kleiner Diesellokomotiven. Gebaut wurden Fahrzeuge für Industrie-, Werk-, Feld- und Torfbahnen – also für Betriebe, die eigene Gleise haben, aber keine Staatsbahnfahrzeuge brauchen. Erhalten geblieben sind viele dieser Maschinen bei Feldbahnsammlungen wie dem Frankfurter Feldbahnmuseum. DVL 150 ist eine Werkstypbezeichnung, keine Baureihe: Die Buchstaben stehen für die Bauart, die Zahl für eine Leistungsklasse.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Bei einer Staatsbahnbaureihe bekommst du mit der Nummer eine ganze Fahrzeugserie mitgeliefert. Bei einem Herstellertyp bekommst du eine Bauidee, die je nach Bestellung unterschiedlich ausgeführt sein kann – anderer Motor, anderes Getriebe, anderer Aufbau. Deshalb ist bei Werkloks das Fabrikschild wichtiger als jede Typenbezeichnung.
Der Bestimmungsweg bei Werk- und Kleinloks
Wer eine Kleinlok bestimmen will, arbeitet anders als bei einer Streckenlok. Bauform und Nummer reichen nicht – du brauchst die Herstellerangaben am Fahrzeug selbst.
Größe und Achszahl erfassen
Zwei Achsen, kurzer Radstand, niedriger Aufbau: Damit bist du in der Kleinlok-Klasse und kannst alle Streckenbauarten ausschließen.
Spurweite abschätzen
Regelspur oder Schmalspur? Bei Feld- und Torfbahnen ist das der erste harte Filter, weil viele Hersteller beide Welten bedienten.
Fabrikschild suchen
Meist am Rahmen oder seitlich am Führerhaus. Hersteller, Fabriknummer und Baujahr zusammen ergeben eine eindeutige Kennung.
Anschriftenfeld prüfen
Falls vorhanden: Betriebsnummer, Halter und – bei registrierten Fahrzeugen – die zwölfstellige Nummer mit dem Bauartcode am Anfang.
Die allgemeine Reihenfolge, in der man Merkmale abarbeitet, steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen. Vergleichbare Kleinlok-Typen anderer Hersteller findest du etwa bei der Schöma CFL-200 DR und der LKM Ns 2.
Typenzahl ist ein Hinweis, kein Messwert
Bei Werkloks werden Motoren im Laufe von Jahrzehnten getauscht, Getriebe geändert und Aufbauten umgebaut. Die Zahl in der Typenbezeichnung sagt, in welcher Klasse das Fahrzeug ab Werk lag – nicht, was heute darin steckt.
Einordnung: warum Kleinloks eine eigene Kategorie sind
In der zwölfstelligen Fahrzeugnummer trennen die ersten beiden Ziffern die Fahrzeugarten. Für Dieselloks gibt es zwei Gruppen, und der Unterschied ist genau der zwischen Strecke und Rangierdienst.
| Merkmal | Kleinlok / Rangierlok (98) | Diesel-Streckenlok (92) |
|---|---|---|
| Typische Achszahl | zwei bis drei | vier bis sechs |
| Höchstgeschwindigkeit | niedrig | mittel bis hoch |
| Einsatzradius | Werk-, Anschluss- und Bahnhofsgleise | freie Strecke im Netz |
| Bezeichnung | oft Herstellertyp statt Baureihe | in der Regel Baureihennummer |
| Sichere Kennung | Fabrikschild und Fabriknummer | Betriebs- und UIC-Nummer |
Diese Trennung erklärt auch, warum du für Kleinloks kaum belastbare Bestandslisten findest: Fahrzeuge, die nur auf Privatgleisen laufen, tauchen in öffentlichen Registern schlicht nicht auf. Wie du deine eigenen Funde trotzdem systematisch sammelst, zeigt der Beitrag zum Fotoarchiv für Spotter.
Dein eigenes Kleinlok-Verzeichnis
Wo keine offizielle Liste existiert, ist deine Dokumentation die Quelle. Traintrack macht daraus ein durchsuchbares Archiv.
Spotting: nah dran, aber nie drauf
Kleinloks stehen oft in Sichtweite, aber fast immer auf Privatgelände. Genau darin liegt die Herausforderung. Die Ausnahme sind Museums- und Kleinbahnbetriebe wie die Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth, wo solche Fahrzeuge an Betriebstagen frei zugänglich stehen.
- Standpunkt zuerst. Öffentliche Straße, Gehweg, Brücke – von dort aus ist alles erlaubt, was du sehen kannst. Werksgelände ist es nicht.
- Längere Brennweite statt näher rangehen. Zäune und Abstand lassen sich fotografisch lösen, rechtlich nicht.
- Details lohnen sich. Fabrikschild, Kupplung, Rahmenform und Puffer sind bei Kleinloks die eigentliche Information.
- Namen statt Nummern. Viele Werkloks tragen Eigennamen oder interne Nummern. Beides gehört in die Sichtung.
- Zustand festhalten. Betriebsfähig, abgestellt oder Denkmal? Bei dieser Fahrzeuggruppe ändert sich das schnell.
Werkbahnen sind Privatgelände und besonders gefährlich
Auf Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen wird rangiert, ohne dass Signale gegeben werden. Fahrzeuge setzen sich unangekündigt in Bewegung, oft geschoben und ohne freie Sicht des Fahrzeugführers. Betreten ist ohne ausdrückliche Erlaubnis nicht zulässig. Bleib auf öffentlichem Grund und halte großzügigen Abstand zu allen Gleisen – auch zu solchen, die verlassen wirken.
Welche Abstände am Gleis gelten und warum sie kein Ermessensspielraum sind, steht im Beitrag zu den Sicherheitsabständen am Gleis.
Warum Werkloks so oft zweimal gezählt werden
Wer Kleinloks sammelt, stößt früher oder später auf ein typisches Problem: Dasselbe Fahrzeug taucht in Listen mehrfach auf – einmal unter dem Herstellertyp, einmal unter einer Leistungsangabe, einmal unter dem Namen des Betriebs, dem es gehört. Das ist kein Schlamperei-Problem, sondern eine Folge davon, dass es für diese Fahrzeuggruppe nie ein einheitliches Bezeichnungssystem gab.
Drei Benennungswege laufen parallel:
- Werkstyp, wie ihn der Hersteller vergeben hat – bei DIEMA also Buchstabenkürzel plus Zahl.
- Leistungsangabe, wie sie Händler und Betreiber gern verwenden, wenn der Werkstyp nicht bekannt ist.
- Betriebsnummer oder Eigenname, wie ihn der jeweilige Betrieb vergibt und beim Verkauf wieder ändert.
Nur eine Angabe bleibt über all diese Wechsel hinweg stabil: die Fabriknummer. Sie steht auf dem Fabrikschild, ändert sich nie und identifiziert das Fahrzeug eindeutig. Deshalb ist sie bei Werkloks das, was bei der Staatsbahn die Baureihennummer ist – nur zuverlässiger.
Eine vergleichbare Kleinlok eines anderen Herstellers, bei der dieselbe Logik greift, ist die Gmeinder D 25 B. Wenn du beide Seiten nebeneinanderlegst, siehst du das Muster: unterschiedliche Werke, gleiche Bauidee, gleiches Bestimmungsproblem – und dieselbe Lösung über das Schild am Rahmen.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für eine DIEMA-Kleinlok, wenn …
- du ein sehr kleines, zweiachsiges Fahrzeug mit kurzem Vorbau siehst
- das Fabrikschild den Hersteller aus Diepholz nennt
- die Lok auf einer Werk-, Anschluss- oder Feldbahn arbeitet
- eine Werkstypbezeichnung statt einer Baureihennummer angeschrieben ist
Sieh genauer hin, wenn …
- die Bauform passt, aber kein Fabrikschild sichtbar ist – Kleinlokhersteller bauten sehr ähnlich
- das Fahrzeug stark umgebaut oder neu aufgebaut wurde
- du die Spurweite nicht sicher einschätzen kannst
Es ist keine Kleinlok dieser Klasse, wenn …
- du drei oder mehr Achsen zählst
- das Fahrzeug Drehgestelle hat
- eine Baureihennummer aus dem Staatsbahnschema angeschrieben ist
Fazit
Bei der DIEMA DVL 150 ist nicht die Technik die Hürde, sondern die Informationslage. Zu Werk- und Kleinloks gibt es selten belastbare öffentliche Daten, dafür aber ein Fahrzeug, das direkt vor dir steht und alles Nötige mitbringt: Achszahl, Aufbauform, Kupplung – und vor allem das Fabrikschild. Wer diese Merkmale konsequent festhält, baut sich selbst die Datenbank, die es sonst nirgends gibt.
Kurzfazit
DIEMA ist der Hersteller, DVL 150 der Werkstyp. Die eindeutige Kennung liefert das Fabrikschild, nicht die Typenzahl – und der Bauartcode 98 ordnet solche Fahrzeuge den Rangier- und Kleinloks zu.
Zusammenfassung
- Die DIEMA DVL 150 gehört zur Welt der Werk- und Kleinloks, in der Herstellertyp und Fabriknummer wichtiger sind als jede Baureihenbezeichnung.
- Für die Bestimmung zählen Achszahl, Aufbauform und vor allem das Fabrikschild.
- Weil Motoren getauscht und Fahrzeuge umgebaut werden, ist die Typenzahl nur ein Anhaltspunkt, keine Garantie.
- Standort, Halter und Lackierung wechseln bei Werkloks häufig und gehören mit Datum dokumentiert.
Häufige Fragen
Was ist eine DIEMA DVL 150?
DIEMA steht für die Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler, einen Hersteller kleiner Diesellokomotiven für Industrie-, Werk-, Feld- und Torfbahnen. DVL 150 ist eine Typenbezeichnung des Werks: Die Buchstaben kennzeichnen die Bauart, die Zahl eine Leistungsklasse. Es handelt sich also nicht um eine Baureihe der Staatsbahn, sondern um einen Herstellertyp.
Wofür steht die Zahl in der Typenbezeichnung?
Bei deutschen Kleinlokherstellern steht die angehängte Zahl üblicherweise für eine Leistungsklasse. Verlass dich darauf aber nicht als Messwert: Bei Werkloks werden Motoren im Laufe eines langen Lebens getauscht, und Umbauten sind die Regel. Die tatsächliche Leistung steht in den Fahrzeugpapieren, nicht in der Typenbezeichnung.
Wie bestimme ich eine Werklok ohne Baureihennummer sicher?
Über das Fabrikschild. Darauf stehen Hersteller, Fabriknummer und meist das Baujahr – die Kombination ist für jedes Fahrzeug eindeutig. Sie sitzt üblicherweise am Rahmen oder am Führerhaus. Ein scharfes Foto davon ersetzt jede Vermutung anhand der Bauform.
Was bedeutet der Bauartcode 98?
Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer sagen, um welche Art Triebfahrzeug es sich handelt. Die 98 kennzeichnet Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, die 92 Diesel-Streckenlokomotiven. Viele reine Werkfahrzeuge tragen allerdings gar keine zwölfstellige Nummer, weil sie nicht auf dem öffentlichen Netz verkehren.
Wo arbeiten solche Kleinloks?
Auf Werk- und Anschlussbahnen, in Häfen, Kies- und Torfbetrieben sowie bei Museums- und Feldbahnen. Der gemeinsame Nenner ist kurzer Weg, geringe Geschwindigkeit und überschaubare Last. Alle diese Anlagen sind Privatgelände – Beobachten und Fotografieren ist nur von öffentlich zugänglichen Flächen aus zulässig.
Warum tragen Werkloks so oft keine Nummer?
Weil sie das öffentliche Netz nie befahren. Wer nur innerhalb eines Werksgeländes rangiert, braucht keine Einstellung ins nationale Fahrzeugregister. Stattdessen tragen solche Loks häufig eine interne Betriebsnummer, einen Namen oder gar nichts. Umso wichtiger ist das Fabrikschild.
Gibt es DIEMA-Loks auch in Schmalspur?
Ja. Der Hersteller lieferte Fahrzeuge für unterschiedliche Spurweiten, unter anderem für Feld- und Torfbahnen mit sehr schmalen Gleisen. Wenn du eine kleine Lok auf auffällig schmalem Gleis siehst, ist die Spurweite selbst ein wichtiges Bestimmungsmerkmal – notiere sie mit.
Darf ich auf einer Werkbahn fotografieren?
Nur von öffentlichem Grund aus oder mit ausdrücklicher Erlaubnis des Betreibers. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände. Dort wird zudem rangiert, ohne dass Signale gegeben werden, häufig geschoben und ohne freie Sicht. Betreten ist nicht nur unzulässig, sondern gefährlich.
Sichtung von DIEMA DVL 150 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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