Gmeinder 190 PS / Gmeinder D 35 B

Gmeinder 190 PS und Gmeinder D 35 B bezeichnen dieselbe Fahrzeugfamilie – einmal über die Leistung, einmal über den Werkstyp. So ordnest du solche Doppelnamen ein.

Auch bekannt als: Gmeinder D 35 B · Gmeinder 190 PS

DeutschlandDeutschlandDiesel-Rangier- & Kleinloks7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • 190 PS und D 35 B sind zwei Namen für dieselbe Fahrzeugfamilie: einmal über die Leistung, einmal über die Werkstypbezeichnung.
  • Doppelbezeichnungen sind bei Industrieloks normal – dieselbe Maschine taucht dadurch in Listen mehrfach auf.
  • Die Bauform ist eindeutig: zwei Achsen, starrer Rahmen, kompakter Aufbau – eine klassische Werkrangierlok.
  • Der Bauartcode 98 trennt solche Fahrzeuge im Nummernsystem von den Streckenloks mit der 92.
  • Das Fabrikschild schlägt jede Typenbezeichnung, weil es Hersteller, Fabriknummer und Baujahr eindeutig zusammenführt.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was verbirgt sich hinter Gmeinder 190 PS und D 35 B?
  2. 2.So bestimmst du eine zweiachsige Werkrangierlok
  3. 3.Einordnung: wozu eine Lok dieser Größe gebaut wird
  4. 4.Spotting und Fotografie bei Industrieloks
  5. 5.Der Weg vom Werkstyp zum konkreten Fahrzeug
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartZweiachsige Diesel-Rangierlokomotive für Werk- und Anschlussbahnen
HerstellerGmeinder & Co., Mosbach in Baden
TypenlogikD für Dieselantrieb, angehängte Zahl als Klassenkennung, B für zwei angetriebene Achsen
ZweitbezeichnungFührung über die Leistungsangabe – bei diesem Typ 190 PS
AchsfolgeB – zwei gekuppelte Achsen im starren Rahmen
UIC-Bauartcode98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive
Sichere IdentifikationFabrikschild mit Hersteller, Fabriknummer und Baujahr

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Achsen im starren Rahmen, kurzer Radstand, kompakter Aufbau
  • Führerhaus an einem Ende oder leicht außermittig, davor ein Motorvorbau
  • Kein Drehgestell, keine Blindwelle mit langem Stangenwerk wie bei größeren Rangierloks
  • Fabrikschild mit Herstellernamen aus Mosbach am Rahmen oder Führerhaus
  • Werks- oder Firmenlackierung ohne Baureihennummer der Staatsbahn
  • Zwölfstellige Nummer – falls vorhanden – beginnt mit 98 80

Aktualisiert: August 2026 – Dieselbe Lokomotive, zwei völlig verschiedene Namen: Einmal heißt sie Gmeinder 190 PS, einmal Gmeinder D 35 B. Das ist kein Fehler in irgendeiner Liste, sondern typisch für die Welt der Industrielokomotiven. Diese Seite erklärt, wie beide Bezeichnungen zusammenhängen, woran du die Bauart erkennst und wie du solche Fahrzeuge sauber dokumentierst.

Werklok gesichtet? Beide Namen notieren.

Wer Typ und Leistungsbezeichnung zusammen festhält, findet die Sichtung später auch dann wieder, wenn Verzeichnisse unterschiedlich sortieren.

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Was verbirgt sich hinter Gmeinder 190 PS und D 35 B?

Beide Bezeichnungen stehen für dieselbe Fahrzeugfamilie des Herstellers Gmeinder & Co. aus Mosbach in Baden: eine kompakte, zweiachsige Diesel-Rangierlokomotive für Werk- und Anschlussbahnen. Der Unterschied liegt nur darin, welcher Aspekt zur Benennung herangezogen wird. Wie Gmeinder sein Typenschema aus Antriebsart, Kennzahl und Achsfolge aufbaut, ist der Schlüssel zu allen Maschinen aus Mosbach.

  • D 35 B ist die Werkstypbezeichnung. Das D steht für den Dieselantrieb, das B für die Achsfolge mit zwei angetriebenen Achsen, die Zahl kennzeichnet die Baugröße im Werksprogramm.
  • 190 PS ist die Leistungsbezeichnung, wie sie Betreiber, Händler und Fahrzeuglisten oft verwenden, wenn kein Werkstyp bekannt ist.

Diese Doppelung ist bei Industrieloks der Normalfall und der Grund, warum dieselbe Maschine in verschiedenen Quellen unterschiedlich heißt. Vergleichbar geführt wird zum Beispiel die Gmeinder 250 PS oder die Krupp 350 PS – auch dort ersetzt die Leistungsangabe den Werkstyp.

So bestimmst du eine zweiachsige Werkrangierlok

Achsen zählen

Zwei Achsen im starren Rahmen. Damit sind alle drei- und vierachsigen Rangierbauarten sofort ausgeschlossen.

Aufbau einordnen

Kompaktes Führerhaus, davor ein Motorvorbau. Die Lok wirkt kurz und hoch, nicht gestreckt wie eine Streckenlok.

Fabrikschild suchen

Am Rahmen oder seitlich am Führerhaus. Hersteller, Fabriknummer und Baujahr ergeben zusammen die eindeutige Kennung.

Anschriftenfeld prüfen

Interne Betriebsnummer, Halterkürzel und – bei registrierten Fahrzeugen – die zwölfstellige Nummer mit dem Bauartcode 98 am Anfang.

Die allgemeine Vorgehensweise, in welcher Reihenfolge man Merkmale abarbeitet, steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Beide Namen ins Logbuch

Trag Werkstyp und Leistungsbezeichnung gemeinsam ein. So findest du deine Sichtung später wieder, egal welchem Benennungsschema die Quelle folgt, in der du nachschlägst.

Einordnung: wozu eine Lok dieser Größe gebaut wird

Zweiachsige Rangierloks sind keine kleinen Streckenloks, sondern ein eigener Fahrzeugtyp mit klarem Zweck: kurze Wege, geringe Geschwindigkeit, häufiges Anfahren und Anhalten, enge Radien auf Werksgleisen.

Kriterium Zweiachsige Werkrangierlok Dreiachsige Rangierlok Diesel-Streckenlok
Achszahl zwei drei vier bis sechs
Typisches Umfeld Werks- und Anschlussgleise Bahnhof, Übergabe, Rangierbahnhof freie Strecke
Kurvenläufigkeit sehr gut gut eingeschränkt
Bezeichnung Herstellertyp oder Leistungsangabe Baureihennummer Baureihennummer
Bauartcode in der Nummer 98 98 92

Diese Tabelle erklärt auch, warum es zu solchen Fahrzeugen kaum öffentliche Bestandsdaten gibt: Wer nur auf Werksgleisen fährt, taucht in keinem Fahrplan und in keiner Umlaufliste auf. Eine dreiachsige Vergleichsbauart aus demselben Haus ist die Gmeinder D 500 C.

Wo keine Liste existiert, zählt deine Sichtung

Bei Werkloks ist die Community oft die einzige Quelle. Trag deine Funde ein und mach sie auffindbar.

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Spotting und Fotografie bei Industrieloks

  • Standpunkt klären, bevor du die Kamera hebst. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände. Was du von der öffentlichen Straße aus siehst, darfst du fotografieren – mehr nicht.
  • Fabrikschild als Pflichtbild. Es ist die einzige eindeutige Kennung und oft nur aus einem bestimmten Winkel lesbar.
  • Seitenansicht statt Frontalbild. Bei zweiachsigen Loks steckt die Information im Rahmen, in der Radgröße und in der Vorbauform.
  • Kupplung und Puffer mitnehmen. Bauart und Höhe der Zug- und Stoßeinrichtung sagen viel darüber, in welchem Umfeld die Lok arbeitet.
  • Zustand notieren. Betriebsfähig, abgestellt, aufgearbeitet oder Denkmal – das ändert sich bei dieser Fahrzeuggruppe schnell.

Wie ein Logbuch aussieht, das solche Wechsel abbildet statt sie zu verwischen, zeigt der Guide zum Sichtungslogbuch führen.

Rangierbereiche sind besonders gefährlich

Auf Werk- und Anschlussbahnen werden Fahrzeuge unangekündigt und ohne Signal bewegt, häufig geschoben und ohne freie Sicht des Fahrzeugführers. Das Gelände darfst du ohne ausdrückliche Erlaubnis nicht betreten. Halte großzügigen Abstand zu allen Gleisen, auch zu solchen, die ungenutzt aussehen.

Welche Abstände am Gleis konkret gelten und warum sie kein Ermessensspielraum sind, steht im Beitrag zu den Sicherheitsabständen am Gleis.

Der Weg vom Werkstyp zum konkreten Fahrzeug

Eine Typenbezeichnung beschreibt eine Bauart, kein einzelnes Fahrzeug. Das ist bei Industrieloks der entscheidende Unterschied zur Staatsbahn, wo Baureihe und Ordnungsnummer zusammen eine eindeutige Kennung ergeben. Bei einer Werklok musst du diesen Schritt selbst gehen – und zwar in dieser Reihenfolge.

  • Bauart bestimmen. Achszahl, Fahrwerk, Aufbauform. Damit hast du die Familie, aber noch nicht das Fahrzeug.
  • Hersteller klären. Über das Fabrikschild. Ohne Schild bleibt bei ähnlich gebauten Kleinloks verschiedener Werke ein echtes Restrisiko.
  • Fabriknummer notieren. Sie ist einmalig und ändert sich nie – auch nicht bei Verkauf, Umbau oder Neulackierung.
  • Betriebsnummer ergänzen. Sie sagt, wem die Lok gerade gehört, und ist gerade deshalb nur mit Datum sinnvoll.
  • Zustand festhalten. Betriebsfähig, abgestellt, aufgearbeitet oder Denkmal: Bei dieser Fahrzeuggruppe ändert sich das schnell.

Der Aufwand lohnt sich, weil er die Lücke füllt, die es bei Industrieloks fast überall gibt. Für Staatsbahnbaureihen existieren Bestandslisten, Umlaufpläne und Fachliteratur. Für Werkloks existiert oft nur das, was Enthusiasten dokumentiert haben. Eine Sichtung mit Fabriknummer, Datum und Foto ist deshalb kein Sammlerselbstzweck, sondern echte Grundlagenarbeit – und der Grund, warum sich zwei zusätzliche Aufnahmen am Zaun immer auszahlen.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für diesen Gmeinder-Typ, wenn …

  • du zwei Achsen im starren Rahmen zählst
  • das Fabrikschild den Hersteller aus Mosbach nennt
  • die Lok auf einer Werk- oder Anschlussbahn arbeitet
  • eine Werkstyp- oder Leistungsbezeichnung statt einer Baureihennummer angeschrieben ist

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Bauform passt, das Fabrikschild aber fehlt oder unleserlich ist
  • eine Quelle nur die Leistungsangabe und eine andere nur den Werkstyp nennt
  • das Fahrzeug erkennbar umgebaut wurde

Es ist nicht dieser Typ, wenn …

  • du drei oder mehr Achsen zählst
  • das Fahrzeug Drehgestelle hat
  • das Fabrikschild einen anderen Hersteller ausweist

Eine letzte praktische Warnung: Auch die Bauform selbst kann täuschen. Zweiachsige Rangierloks wurden über Jahrzehnte in großer Zahl gebaut, von vielen Werken und nach sehr ähnlichen Grundsätzen. Führerhausform, Vorbaulänge und Rahmengestaltung unterscheiden sich zwar im Detail, aber nicht so systematisch, dass sich daraus eine sichere Herstellerzuordnung ableiten ließe. Wenn dir das Fabrikschild fehlt, ist die ehrlichste Notiz „zweiachsige Werkrangierlok, Hersteller unklar“ – das ist eine brauchbare Sichtung, eine falsche Zuordnung dagegen nicht.

Fazit

Gmeinder 190 PS und Gmeinder D 35 B sind kein Widerspruch, sondern zwei Sichtweisen auf dasselbe Fahrzeug: die eine über die Leistung, die andere über den Werkstyp. Wer das weiß, sortiert Industrieloks in Verzeichnissen deutlich sicherer ein und erkennt Dubletten sofort. Für die Bestimmung im Feld gilt trotzdem der einfachste Weg: Achsen zählen, Aufbau ansehen, Fabrikschild fotografieren.

Kurzfazit

Zwei Namen, eine Lok: D 35 B ist der Werkstyp, 190 PS die Leistungsbezeichnung. Zwei Achsen im starren Rahmen und der Bauartcode 98 machen daraus eine klassische Werkrangierlok.

Industrieloks lückenlos dokumentieren

Fabriknummer, Typ, Standort und Datum an einem Ort – so bleibt jede Werklok-Sichtung dauerhaft nachvollziehbar.

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Zusammenfassung

  • Bei Industrieloks existieren häufig mehrere Bezeichnungen parallel – nach Leistung, nach Werkstyp und nach interner Betriebsnummer.
  • Die Bestimmung im Feld läuft über Achszahl, Aufbauform und das Fabrikschild, nicht über die Lackierung.
  • Die Typenzahl gibt eine Klasse an, ersetzt aber keine geprüfte Leistungsangabe.
  • Halter, Standort und Farbgebung wechseln bei Werkloks regelmäßig und gehören mit Datum dokumentiert.

Häufige Fragen

Warum hat diese Lok zwei Bezeichnungen?

Weil Industrieloks in der Praxis auf mehreren Wegen benannt werden. Hersteller führten sie unter einer Werkstypbezeichnung wie D 35 B, Betreiber und Händler oft schlicht über die Leistungsangabe, hier 190 PS. Beides beschreibt dieselbe Fahrzeugfamilie. In Verzeichnissen taucht sie dadurch manchmal doppelt auf.

Was bedeutet D 35 B?

Das D steht bei Gmeinder für den Dieselantrieb, das angehängte B für die Achsfolge – zwei angetriebene Achsen im starren Rahmen. Die Zahl dazwischen kennzeichnet die Baugröße beziehungsweise Leistungsklasse innerhalb des Werksprogramms. Als exakter Leistungswert taugt sie nicht; dafür ist das Fabrikschild oder die Fahrzeugakte zuständig.

Wer war Gmeinder?

Gmeinder & Co. aus Mosbach in Baden gehörte zu den bekannten deutschen Herstellern von Klein- und Industrielokomotiven. Das Werk lieferte über Jahrzehnte Rangierfahrzeuge an Industriebetriebe, Anschlussbahnen und die Staatsbahn. Viele dieser Maschinen sind sehr langlebig und stehen bis heute im Einsatz oder als Denkmal.

Was bedeutet der Bauartcode 98?

Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer geben die Fahrzeugart an. Die 98 steht für Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, die 92 für Diesel-Streckenlokomotiven. Eine zweiachsige Werkrangierlok fällt eindeutig in die erste Gruppe – sofern sie überhaupt für das öffentliche Netz registriert ist.

Wie bestimme ich eine solche Lok zweifelsfrei?

Über das Fabrikschild. Hersteller, Fabriknummer und Baujahr stehen dort zusammen und sind für jedes Fahrzeug einmalig. Bauform und Lackierung reichen nicht, weil verschiedene Hersteller sehr ähnlich bauten und Werkloks im Lauf der Jahre umlackiert und umgebaut werden.

Stimmt die Leistungsangabe im Namen heute noch?

Nicht zwingend. Werkloks laufen oft Jahrzehnte, und in dieser Zeit werden Motoren getauscht, Getriebe geändert und Aufbauten erneuert. Die Leistungsangabe im Namen beschreibt den Auslieferungszustand. Für die aktuelle Ausrüstung sind die Fahrzeugpapiere maßgeblich, nicht die Bezeichnung.

Wo kann ich solche Rangierloks sehen?

Auf Werk- und Anschlussbahnen, in Häfen, bei Schrott- und Baustoffbetrieben sowie bei Museums- und Vereinsbahnen. Alle diese Anlagen sind Privatgelände. Beobachten und fotografieren darfst du nur von öffentlich zugänglichen Flächen aus, etwa von der Straße oder einer Brücke.

Wie halte ich eine Sichtung sinnvoll fest?

Notiere Fabriknummer beziehungsweise interne Betriebsnummer, Standort, Datum und den Zustand des Fahrzeugs. Ein Foto des Fabrikschilds und eines der Seitenansicht reichen aus, um die Sichtung später zweifelsfrei zuzuordnen – auch dann, wenn die Lok inzwischen umlackiert wurde oder den Betreiber gewechselt hat.

Sichtung von Gmeinder 190 PS / Gmeinder D 35 B festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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