Henschel DHG 240 B

Die Henschel DHG 240 B ist eine zweiachsige Werklok mit Gelenkwellenantrieb. Ein einziger Buchstabe trennt sie von der DH-Bauart – hier erfährst du, welcher und warum.

Auch bekannt als: DHG 240 B · Henschel DHG 240

DeutschlandDeutschlandDiesel-Rangier- & Kleinloks7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Das G in DHG steht für Gelenkwellenantrieb: Die Leistung geht über Wellen auf Achsgetriebe statt über Blindwelle und Stangen.
  • Optisch ist das der klarste Unterschied zur DH-Bauart – zwischen den Rädern bleibt es leer.
  • B bedeutet zwei gekuppelte Achsen im starren Rahmen; Drehgestelle würden BB ergeben.
  • Bauartcode 98 weist die Lok als Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive aus, im Gegensatz zu 92 für Streckendiesellokomotiven.
  • Prüfe immer die Typenzeile, denn DH und DHG unterscheiden sich im Namen nur um einen Buchstaben.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Henschel DHG 240 B?
  2. 2.Der Kraftweg: von der Kurbelwelle zum Radsatz
  3. 3.Warum sich der Gelenkwellenantrieb durchsetzte
  4. 4.Kleinlok, Rangierlok, Werklok: die Begriffe sauber trennen
  5. 5.Beobachten: wo und wie
  6. 6.Fototipps für zweiachsige Werkloks
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartDieselhydraulische Rangier- und Werklokomotive
HerstellerHenschel & Sohn, Kassel
TypenschlüsselDHG = dieselhydraulisch mit Gelenkwellenantrieb, 240 = Motorleistung in PS, B = zwei gekuppelte Achsen
KraftübertragungStrömungsgetriebe, Gelenkwellen und Achsgetriebe statt Blindwelle und Kuppelstangen
UIC-Bauartcode98 (Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Achsen im starren Rahmen, keine Drehgestelle
  • Keine Kuppelstangen zwischen den Achsen – der Bereich zwischen den Rädern bleibt frei
  • Antriebswellen und Achsgetriebe liegen geschützt unter dem Fahrzeug, oft nur von unten oder seitlich flach erkennbar
  • Kompakte Bauform mit Vorbauhaube und endständigem oder außermittigem Führerhaus
  • Typenzeile auf dem Fabrikschild enthält das G hinter dem DH
  • Motordrehzahl folgt beim Anfahren der Fahrstufe – Kennzeichen hydraulischer Kraftübertragung

Aktualisiert: August 2026 – Zwischen der Henschel DH 240 B und der Henschel DHG 240 B liegt genau ein Buchstabe – und ein völlig anderer Antriebsstrang. Diese Seite erklärt, was das G bedeutet, wie du den Unterschied auf zehn Meter Entfernung siehst und warum er für die Bestimmung wichtiger ist als jede Leistungsangabe.

Ein Buchstabe entscheidet

DH oder DHG? Halte Typenzeile und Foto zusammen fest, dann bleibt die Sichtung eindeutig.

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Was ist die Henschel DHG 240 B?

Die Henschel DHG 240 B ist eine zweiachsige, dieselhydraulische Rangier- und Werklokomotive mit Gelenkwellenantrieb aus dem Typenprogramm von Henschel & Sohn in Kassel. Der Schlüssel ist vollständig lesbar: D für Dieselantrieb, H für hydraulische Kraftübertragung, G für Gelenkwellenantrieb, 240 für die Motorleistung in Pferdestärken und B für zwei gekuppelte Treibachsen im starren Rahmen.

In der zwölfstelligen europäischen Fahrzeugnummer fällt sie unter die Fahrzeugart 98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven. Der Unterschied zur 92 für Streckendiesellokomotiven ist der schnellste Einordnungsschritt überhaupt: Er sagt dir, in welcher Betriebswelt du suchen musst. Wer eine 98 sucht, fährt nicht an die Hauptstrecke, sondern an das Übergabegleis eines Industriebetriebs.

Der Kraftweg: von der Kurbelwelle zum Radsatz

Der eigentliche Inhalt des Buchstabens G steckt im Weg, den die Leistung nimmt. Bei beiden hydraulischen Bauarten wandelt zunächst ein Strömungsgetriebe die Motorleistung um, wie es Voith Turbo und wenige andere Zulieferer für den Lokbau herstellten. Danach trennen sich die Konzepte.

DH: Blindwelle und Kuppelstangen

Das Getriebe treibt eine im Rahmen gelagerte Blindwelle an. Von dort laufen außen liegende Kuppelstangen auf die Treibachsen. Alle Achsen sind mechanisch zwangsläufig gekuppelt.

DHG: Wellen und Achsgetriebe

Das Getriebe gibt die Leistung an Gelenkwellen ab, die zu Achsgetrieben an den Radsätzen führen. Die Wellen gleichen Bewegungen zwischen Rahmen und Radsatz aus.

Was du davon siehst

Bei DH dreht sich sichtbar eine Stange zwischen den Rädern. Bei DHG bleibt dieser Bereich frei, weil der gesamte Kraftweg unter dem Fahrzeug liegt.

Der direkte Vergleich steht in der Datenbank nebenan: Die Henschel DH 240 B hat dieselbe Achszahl und Leistungsklasse, überträgt die Kraft aber über Stangen. Wie du solche Merkmalsketten grundsätzlich aufbaust, statt bei jedem Fahrzeug neu zu raten, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Warum sich der Gelenkwellenantrieb durchsetzte

Die Stangenlok war einfach und robust, hatte aber Nachteile, die im Dauerbetrieb Geld kosten. Der Vergleich macht deutlich, worauf die Hersteller reagierten.

Kriterium Stangenantrieb (DH) Gelenkwellenantrieb (DHG)
Sichtbarkeit des Triebwerks offen zwischen den Rädern verdeckt unter dem Fahrzeug
Schmierstellen im Freien mehrere, regelmäßig zu warten deutlich weniger
Freiheit beim Achsstand konstruktiv festgelegt flexibler wählbar
Bewegte Massen im Triebwerk hoch gering
Aufwand im Antriebsstrang niedrig höher
Anpassung an Kundenwünsche eingeschränkt einfacher

Für Fahrzeuge mit Bauartcode 98 spielte die Höchstgeschwindigkeit kaum eine Rolle – Rangierloks fahren ohnehin langsam. Ausschlaggebend waren eher Wartungsaufwand und konstruktive Freiheit. Deshalb existierten beide Bauarten über lange Zeit parallel im selben Programm, und deshalb siehst du sie heute auf demselben Werkgelände nebeneinander.

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Kleinlok, Rangierlok, Werklok: die Begriffe sauber trennen

Rund um diese Fahrzeuggruppe kursieren mehrere Begriffe, die oft synonym verwendet werden, aber Unterschiedliches meinen. Wer sie trennt, sucht gezielter und beschreibt Sichtungen präziser.

  • Kleinlokomotive ist ein bahnbetrieblicher Begriff aus der deutschen Systematik. Er beschreibt leichte Triebfahrzeuge in festgelegten Leistungsgruppen, die unter erleichterten Bedingungen bedient werden durften.
  • Rangierlokomotive beschreibt den Einsatzzweck: Zerlegen, Bilden und Umsetzen von Zügen und Wagengruppen. Das sagt nichts über Größe oder Hersteller aus.
  • Werklokomotive meint die Zugehörigkeit zu einem Industriebetrieb statt zu einer Eisenbahnverkehrsgesellschaft – also den Halter, nicht die Bauart.
  • Industrielokomotive ist der Sammelbegriff aus Herstellersicht für alles, was für Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen gebaut wurde.

Eine einzelne Lok kann alle vier Etiketten gleichzeitig tragen. Deshalb ist der Bauartcode 98 in der Fahrzeugnummer so nützlich: Er ist die einzige dieser Einordnungen, die formal festgelegt und am Fahrzeug ablesbar ist. Alles andere ist Beschreibung – hilfreich, aber nicht überprüfbar. Wenn du eine Sichtung notierst, ist die Kombination aus Bauartcode, Typenzeile und Fabriknummer deshalb aussagekräftiger als jede Begriffswahl.

Beobachten: wo und wie

Kleine Werkloks folgen keinem Fahrplan, sondern dem Betriebsablauf. Sie arbeiten an Verladestellen, in Hallen und auf kurzen Anschlussgleisen – und werden für Außenstehende meist nur an einer Stelle sichtbar: dort, wo das Anschlussgleis auf das öffentliche Netz trifft.

Rangierbereiche sind besonders gefährlich

Fahrzeuge werden im Rangierdienst unangekündigt und ohne Signal bewegt, häufig geschoben und mit unterbrochener Sichtverbindung. Abgestellte Wagen können sich jederzeit in Bewegung setzen. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände mit Hausrecht des Betreibers. Beobachte ausschließlich von öffentlich zugänglichen Flächen und betritt niemals Gleisbereiche.

Die konkreten Regeln zu Abständen und Standortwahl stehen im Beitrag zu Sicherheitsabstand und Regeln am Gleis.

Fototipps für zweiachsige Werkloks

Kleine Loks stellen andere Aufgaben als Streckenmaschinen. Sie sind kurz, hoch und stehen oft zwischen Wagen, Zäunen und Gebäuden. Drei Punkte machen den Unterschied:

  • Tiefer Standpunkt. Etwa auf Pufferhöhe fotografiert wirkt der kurze Rahmen proportionaler und weniger gedrungen.
  • Dreiviertelansicht. Ein Winkel von 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seitenwand zugleich – und damit auch den Bereich zwischen den Rädern, der über DH oder DHG entscheidet.
  • Zweites Bild fürs Schild. Ein separates Detailfoto von Fabrikschild und Beschriftung sichert die Identität ab, wenn das Übersichtsbild sie nicht hergibt.

Die grundsätzliche Technik dahinter – Schärfeebene, Belichtung, Bildaufbau – behandelt der Guide gute Fotos von Zügen. Ergänzend lohnt der Blick auf verwandte Typen anderer Werke wie die MaK G 320 B oder auf die größere Henschel DHG 500 C mit drei Achsen.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für eine DHG 240 B, wenn …

  • du zwei Achsen im starren Rahmen zählst
  • zwischen den Rädern keine Kuppelstange läuft
  • die Motordrehzahl beim Anfahren mit der Fahrstufe steigt
  • die Typenzeile auf dem Fabrikschild DHG nennt

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Bereich zwischen den Rädern durch Schürzen oder Ladegut verdeckt ist
  • die Lok umgebaut wurde und Aufbauten nicht zum Typenbild passen
  • nur eine Betreiberbeschriftung, aber kein Fabrikschild lesbar ist

Es ist keine DHG 240 B, wenn …

  • eine Kuppelstange zwischen den Achsen sichtbar mitläuft
  • du drei oder mehr Achsen zählst
  • die Lok auf Drehgestellen steht oder die Typenzeile DE ausweist

Fazit

Die Henschel DHG 240 B ist ein Lehrstück in Sachen Typenschlüssel: Ein einziger Buchstabe verändert den Antriebsstrang komplett, und genau dieser Unterschied ist im Feld sichtbar. Wer einmal gelernt hat, zwischen die Räder zu schauen, trennt DH und DHG danach in Sekunden – bei jedem Hersteller, nicht nur bei Henschel.

Kurzfazit

Zwei Achsen, keine Kuppelstange, hydraulisches Geräuschbild: Das ist die DHG-Bauart. Die Typenzeile auf dem Fabrikschild bestätigt sie – Halter und Lackierung sind dagegen nur Momentaufnahmen.

Kleine Funde, saubere Dokumentation

Typ, Fabriknummer, Ort und Datum in einer App – so wird aus verstreuten Zufallsbildern eine Sammlung.

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Zusammenfassung

  • Der Gelenkwellenantrieb löste bei kleineren Rangierloks nach und nach den klassischen Stangenantrieb ab.
  • Er erlaubt eine geschlossene Bauweise ohne offen laufende Triebwerksteile und vereinfacht die Fahrzeugpflege.
  • Für die Bestimmung im Feld reicht ein Blick zwischen die Räder: Stange sichtbar bedeutet DH, freier Bereich bedeutet eher DHG.
  • Halter, Anstrich und Standort ändern sich bei Werkloks laufend – belastbar bleiben Fabriknummer und Fahrzeugnummer.

Häufige Fragen

Was bedeutet Henschel DHG 240 B?

DHG steht im Typenschlüssel von Henschel für dieselhydraulische Kraftübertragung mit Gelenkwellenantrieb, 240 für die Motorleistung in Pferdestärken und B für zwei gekuppelte Treibachsen im starren Rahmen. Der Name beschreibt damit Antriebsart, Kraftweg, Leistungsklasse und Fahrwerk in einer Zeile.

Was ist ein Gelenkwellenantrieb?

Das Strömungsgetriebe gibt die Leistung an Gelenkwellen ab, die sie zu Achsgetrieben an den Radsätzen führen. Die Wellen können Bewegungen zwischen Rahmen und Radsatz ausgleichen. Eine Blindwelle und außen liegende Kuppelstangen entfallen dadurch – das Triebwerk liegt geschützt unter dem Fahrzeug.

Wie unterscheide ich DH und DHG von außen?

Schau zwischen die Räder. Bei der DH-Bauart läuft dort eine Kuppelstange, die sich beim Fahren sichtbar mitdreht. Bei DHG bleibt der Bereich frei, weil die Kraft über Wellen unter dem Fahrzeug läuft. Das ist auch aus einiger Entfernung und bei mäßigem Licht erkennbar.

Welche Vorteile hat der Gelenkwellenantrieb?

Er kommt ohne offen laufende Triebwerksteile aus, wodurch Schmierstellen und Verschleißpunkte im Freien entfallen. Der Achsstand ist konstruktiv freier wählbar, und die Bauform lässt sich leichter an unterschiedliche Kundenwünsche anpassen. Dafür ist der Antriebsstrang aufwendiger als eine einfache Stangenlösung.

Warum tragen solche Loks den Bauartcode 98?

Die zwölfstellige europäische Fahrzeugnummer beginnt bei Triebfahrzeugen mit der Fahrzeugart. 98 kennzeichnet Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, 92 Diesel-Streckenlokomotiven. Der Code folgt Einsatzzweck und Zulassung. Für die Suche heißt 98: Anschlussgleis, Werkbahn, Hafen – nicht Fernstrecke.

Kann man den Antrieb auch hören?

Teilweise. Bei hydraulischer Kraftübertragung steigt die Motordrehzahl mit der Fahrstufe, das Geräusch folgt also der Beschleunigung. Bei dieselelektrischen Loks bleibt die Drehzahl weitgehend konstant, während das Fahrzeug schneller wird. Zwischen DH und DHG hilft das Gehör dagegen nicht weiter – hier zählt der Blick.

Wo begegnet man einer DHG 240 B?

Auf Anschluss- und Werkbahnen, bei Gleisbau- und Umschlagbetrieben sowie bei Vereinen und Museumsbahnen. Bestand und Standorte ändern sich fortlaufend, weil gebrauchte Werkloks häufig verkauft, vermietet oder abgestellt werden. Verlass dich auf aktuelle Sichtungen statt auf ältere Bestandsübersichten.

Wie fotografiere ich eine kleine Werklok gut?

Geh mit dem Standpunkt tiefer als sonst, etwa auf Pufferhöhe: Der kompakte Rahmen wirkt dadurch weniger gedrungen. Eine Dreiviertelansicht aus 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seitenwand zugleich. Bleib dabei auf öffentlich zugänglichem Grund und nutze ein Teleobjektiv statt Annäherung.

Sichtung von Henschel DHG 240 B festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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