Voith Turbo

Voith Turbo ist in erster Linie Antriebstechnik: Turbogetriebe, Kupplungen, Komponenten. Für ein gutes Jahrzehnt war das Unternehmen aber auch Lokomotivbauer – und genau aus dieser Phase stammen Gravita und Maxima, die du bis heute im Rangier- und Güterverkehr antriffst.

Auch bekannt als: Voith · Voith Turbo Lokomotivtechnik · Voith Turbo Scharfenberg

DeutschlandDeutschlandHersteller & Bahntechnik8 Min. Lesezeit

1867

Gründungsjahr des Voith-Konzerns

2

Lokfamilien im Serienbau

261 / 265

DB-Baureihen der Gravita

Kiel

Standort des Lokomotivbaus

Das Wichtigste in Kürze

  • Voith Turbo ist Antriebstechnik, nicht Fahrzeugbau. Der Name steckt in Tausenden Loks, gebaut hat Voith nur einen kleinen Teil davon.
  • Die Gravita erkennst du an der Grundform: Mittelführerhaus, zwei ungleich lange Vorbauten, vier Achsen.
  • 261 und 265 sind dieselbe Familie – die 265 ist die längere und stärkere Variante mit anderer Bezeichnung ab Werk.
  • Die Maxima ist die seltene Ausnahme: sechsachsig, sehr lang und in nur kleiner Zahl unterwegs.
  • Hydrodynamik hörst du. Eine Voith-Lok zieht beim Anfahren gleichmäßig hoch, statt hörbare Schaltstufen zu nehmen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Geschäftsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Woran du das Unternehmen erkennst
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Warum ein Getriebehersteller im Fahrzeugverzeichnis auftaucht
  8. 8.Hydrodynamik: der deutsche Sonderweg im Dieselantrieb
  9. 9.Gravita, Maxima, L04 – was aus Kiel kam
  10. 10.So bestimmst du eine Voith-Lok am Gleis
  11. 11.Wo du diese Fahrzeuge realistisch antriffst
  12. 12.Voith oder doch ein anderer Kieler Hersteller?
  13. 13.Fazit
  14. 14.Häufige Fragen

Steckbrief

Rolle im SystemKomponenten- und Antriebshersteller, zeitweise auch Lokomotivbauer
Stammsitz des KonzernsHeidenheim an der Brenz
KerntechnologieHydrodynamische Kraftübertragung – das Turbogetriebe
LokomotivbauWerk Kiel, Familien Gravita und Maxima – Neubaugeschäft beendet
Bekannteste BaureihenDB-Baureihen 261 und 265 (Gravita)
KupplungstechnikScharfenbergkupplung, heute unter dem Dach von Voith
Kein EVUVoith führt keine Züge und hält keine Verkehrsverträge
Offizielle Websitewww.voith.com

Geschäftsfelder

Antriebstechnik – Turbogetriebe und Turbokupplungen für Diesellokomotiven und Triebwagen
Kupplungstechnik – automatische Kupplungen der Bauart Scharfenberg für Triebzüge und Reisezugwagen
Lokomotivbau – Gravita und Maxima aus dem Werk Kiel, der Neubau ist inzwischen ausgelaufen
Service und Aufarbeitung – Instandsetzung von Getrieben und Antriebskomponenten über die gesamte Fahrzeuglebensdauer
Industrieanwendungen – dieselbe Hydrodynamik außerhalb der Bahn, etwa in Nutzfahrzeugen und Anlagenbau

Struktur & Marken

Voith Turbo Scharfenberg – automatische Kupplungen, Standort Salzgitter
Voith Turbo Lokomotivtechnik – Lokomotivbau in Kiel, Neubaugeschäft ausgelaufen
Servicestandorte für Antriebstechnik – Aufarbeitung von Getrieben und Wandlern

Geschichte im Zeitraffer

1867Gründungsjahr des Voith-Konzerns in Heidenheim an der Brenz. Der Weg führt vom Wasserturbinenbau zur Strömungstechnik – und damit später zum Getriebe.
1930erDas hydrodynamische Turbogetriebe setzt sich im deutschen Schienenfahrzeugbau durch. Es wird zum Gegenentwurf zur dieselelektrischen Kraftübertragung.
1960erDie großen westdeutschen Streckendieselloks entstehen konsequent hydrodynamisch. Voith-Getriebe stecken in einem Großteil dieser Fahrzeuggeneration.
2000erVoith steigt selbst in den Lokomotivbau ein und baut in Kiel eigene Fahrzeuge – zuerst die schwere Maxima, danach die Rangierlokfamilie Gravita.
2010erDie Gravita geht bei DB Cargo als Baureihen 261 und 265 in Serie. Danach zieht sich Voith aus dem Neubau von Lokomotiven zurück und konzentriert sich wieder auf Komponenten und Service.

Woran du Voith Turbo erkennst

Gehört der Zug wirklich zu Voith Turbo?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade vor dir hast.

  • Mittelführerhaus mit zwei ungleich langen Vorbauten – die Grundform jeder Gravita, gut aus jedem Winkel erkennbar
  • Vierachsig bei der Gravita, sechsachsig bei der Maxima – die Achszahl trennt die beiden Familien sofort
  • Baureihe 261 ist die kürzere Gravita 10 BB, Baureihe 265 die längere und stärkere 15L BB
  • Verkehrsrot mit DB-Cargo-Anschrift bei den Serienmaschinen, freie Farbwahl bei privaten Haltern
  • Fabrikschild an der Lokseite – bei Gravita und Maxima steht dort Voith als Hersteller
  • Anfahrgeräusch ohne Schaltstufen – hydrodynamische Loks ziehen die Drehzahl gleichmäßig hoch, statt hörbar zu schalten
  • Scharfenbergkupplung an Triebzügen – ein Voith-Produkt, aber kein Hinweis auf den Fahrzeughersteller

Stärken und Schwächen

Dafür steht das Unternehmen

  • Gravita-Loks sind im deutschen Rangierdienst weit verbreitet und damit gut erreichbar
  • Die Bauform mit Mittelführerhaus ist eindeutig – Verwechslungen sind selten
  • Maxima-Maschinen sind selten genug, um eine Sichtung zu etwas Besonderem zu machen
  • Voith-Getriebe verbinden moderne Loks mit den Altbaudieseln der 1960er Jahre – eine schöne technische Klammer
  • Die Fahrzeuge tragen ihre Typenbezeichnung im Fabrikschild, was das Bestimmen erleichtert

Wo es hakt

  • Voith ist zuallererst Zulieferer – der Name steht auf sehr vielen Fahrzeugen, ohne dass Voith sie gebaut hat
  • Der Lokomotivbau ist beendet, die Baureihen wachsen nicht mehr nach
  • Maxima-Loks sind so selten, dass eine gezielte Suche fast immer erfolglos bleibt
  • Rangierloks stehen häufig auf Betriebsgelände und lassen sich von öffentlichen Standorten schlecht fotografieren
  • Zur aktuellen Verteilung der Gravita-Flotte gibt es keine belastbare öffentliche Übersicht

Aktualisiert: August 2026 – Die meisten Spotter kennen Voith Turbo über eine einzige Lok: die Gravita mit ihrem Mittelführerhaus und den zwei unterschiedlich langen Vorbauten. Das ist die sichtbare Spitze. Der eigentliche Beitrag des Unternehmens zum deutschen Bahnbetrieb liegt tiefer, nämlich im Getriebe – und der reicht deutlich weiter zurück als der Lokomotivbau.

Rangierloks festhalten, bevor sie im Gleisfeld verschwinden

Nummer, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – die Typbestimmung kannst du in Ruhe nachziehen.

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Warum ein Getriebehersteller im Fahrzeugverzeichnis auftaucht

Voith ist ein Maschinenbaukonzern mit Sitz in Heidenheim an der Brenz, dessen Wurzeln bis 1867 zurückreichen. Der Weg dorthin führte über Wasserturbinen – also über Strömungstechnik. Genau daraus entstand das, was den Konzern für die Eisenbahn wichtig macht: das hydrodynamische Getriebe.

Für dich am Gleis bedeutet das eine wichtige Unterscheidung. Voith ist in den allermeisten Fällen Zulieferer, nicht Fahrzeughersteller. Der Name steckt in Loks, die andere Firmen gebaut haben. Nur für eine begrenzte Zeitspanne war Voith zusätzlich selbst Lokomotivbauer, mit einem eigenen Werk in Kiel. Aus dieser Phase stammen die Fahrzeuge, die du heute als Voith-Loks ansprichst.

1867Gründungsjahr des Konzerns in Heidenheim
2Lokfamilien im Serienbau: Gravita und Maxima
4 / 6Achsen – Gravita gegen Maxima
0Züge, die Voith selbst führt

Hydrodynamik: der deutsche Sonderweg im Dieselantrieb

Eine Diesellok muss die Leistung ihres Motors irgendwie auf die Räder bringen. International setzte sich dafür überwiegend der Umweg über Generator und Fahrmotoren durch – dieselelektrisch. In Deutschland ging man einen anderen Weg: Die Leistung wandert über einen Flüssigkeitskreislauf durch einen Strömungswandler.

Das hat Folgen, die du hören kannst. Eine hydrodynamische Lok zieht beim Anfahren die Drehzahl gleichmäßig hoch, ohne dass es hörbare Schaltstufen gibt. Wer einmal darauf geachtet hat, unterscheidet die beiden Prinzipien am Bahnsteig zuverlässiger als über jedes Typenschild. Diese Bauart prägt eine ganze Fahrzeuggeneration: Die Baureihe 218 ist das bekannteste Beispiel, und sie steht stellvertretend für Dutzende weitere Typen. Wie du diese Generation insgesamt einordnest, zeigt der Beitrag zu Altbau-Dieselloks der Baureihen 218 und 232.

Getriebe ist kein Herstellernachweis

Ein Voith-Getriebe im Fahrzeug macht die Lok nicht zur Voith-Lok. Genauso wenig sagt eine Scharfenbergkupplung etwas über die Fabrik aus, aus der ein Triebzug stammt – sie sitzt an Fahrzeugen von Siemens, Stadler, Alstom und allen anderen. Wer Komponenten mit Herstellern verwechselt, produziert Fehleinträge, die sich später kaum korrigieren lassen.

Gravita, Maxima, L04 – was aus Kiel kam

Typ Achsen DB-Baureihe Typischer Einsatz
Gravita 10 BB 4 261 schwerer Rangierdienst, Übergaben
Gravita 15L BB 4 265 Rangier- und leichter Streckendienst
Maxima 30 CC 6 keine schwere Güterzüge, sehr kleine Stückzahl
Maxima 40 CC 6 keine schwere Güterzüge, Einzelstücke bei Privaten
L04 4 Streckendienst bei Vermietern und Privatbahnen

Die Gravita 10 BB ist der Typ, den du am ehesten triffst. Sie ersetzte bei DB Cargo Deutschland ältere Rangierloks und läuft als Baureihe 261 in Verkehrsrot. Die Gravita 15L BB ist die längere Schwester und trägt die Baureihennummer 265.

Ganz anders die Maxima 30 CC und die Maxima 40 CC: sechsachsige, sehr lange Maschinen mit einem einzigen großen Dieselmotor statt der sonst üblichen Doppelmotorlösung. Sie blieben eine Nische. Zur heutigen Verteilung dieser Fahrzeuge gibt es keine belastbare öffentliche Quelle – wer eine sehen will, hat Glück oder eben nicht. Dazwischen steht die vierachsige Streckenmaschine, dokumentiert etwa an der Voith L04-18035, die überwiegend bei Vermietern und privaten Haltern läuft.

So bestimmst du eine Voith-Lok am Gleis

Führerhaus verorten

Sitzt das Führerhaus in der Mitte, mit Vorbauten davor und dahinter? Dann bist du bei Voith an der richtigen Adresse. Endführerhaus deutet auf andere Hersteller.

Achsen zählen

Vier Achsen bedeuten Gravita oder L04, sechs Achsen bedeuten Maxima. Das ist die schnellste Trennung zwischen den Familien.

Vorbaulängen vergleichen

Die beiden Vorbauten sind bewusst unterschiedlich lang. Das Verhältnis hilft, die 261 von der längeren 265 zu trennen.

Fabrikschild suchen

Bei den Kieler Fahrzeugen steht Voith als Hersteller im Fabrikschild an der Lokseite. Das ist der sauberste Beleg, wenn du nah genug herankommst.

Fahrzeugnummer notieren

Erst die vollständige Nummer macht die Sichtung eindeutig. Der Aufbau steht im Guide zur UIC-Nummer.

Ist das wirklich eine Gravita?

Hak ab, was du tatsächlich gesehen hast – nicht, was du vermutest.

Die Bauform trägt viel, aber nur das Fabrikschild und die Nummer machen es belastbar.

Wo du diese Fahrzeuge realistisch antriffst

Gravita-Loks sind Arbeitstiere im Rangierdienst. Das heißt: Sie stehen selten fotogen am Bahnsteig, sondern im Gleisfeld, an Übergabestellen und in Anschlussbahnen. Der Rangierbahnhof Maschen ist einer der wenigen Orte, an denen sich der schwere Rangierbetrieb von außen halbwegs beobachten lässt. Auch der Knoten Hamm (Westfalen) lohnt sich, weil dort Übergaben und Ferngüterzüge dicht aufeinanderfolgen und die Rangierlok zwischen zwei Leistungen sichtbar wird.

Für die Streckenmaschinen bei privaten Haltern sind Güterachsen die bessere Wahl. Dort mischen sich Fahrzeuge aus mehreren Fabriken und Jahrzehnten, häufig in Farben von Vermietern statt von Betreibern – ein guter Ort, um das Lesen des Anschriftenfelds zu üben, statt sich auf Lackierungen zu verlassen.

Gravita-Sichtungen systematisch sammeln

Mit der Traintrack App siehst du, welche Rangierloks andere am selben Knoten gerade melden.

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Voith oder doch ein anderer Kieler Hersteller?

Es ist eine Voith-Lok, wenn …

  • das Führerhaus mittig sitzt und beide Vorbauten unterschiedlich lang sind
  • das Fabrikschild Voith nennt
  • die Fahrzeugnummer in den Bereich der Baureihen 261 oder 265 fällt

Genauer hinsehen, wenn …

  • eine vierachsige Diesellok in ungewohnter Privatlackierung steht
  • die Bauform passt, aber keine DB-Baureihennummer erkennbar ist
  • du das Fahrzeug nur von einer Seite und aus der Ferne siehst

Es ist keine Voith-Lok, wenn …

  • das Führerhaus an einem Ende sitzt – das deutet auf MaK oder Vossloh
  • nur ein Voith-Getriebe verbaut ist, das Fahrzeug aber von einer anderen Fabrik stammt
  • eine Scharfenbergkupplung als einziges Indiz herhalten muss

Die häufigste Verwechslung passiert zwischen Voith und Vossloh beziehungsweise dessen Vorgänger MaK. Beide bauten in Kiel, beide lieferten vierachsige Dieselloks in ähnliche Einsatzfelder. Die Bauform trennt sie zuverlässig: Mittelführerhaus bei Voith, überwiegend Endführerhaus bei den MaK-Typen wie der MaK G 1206.

Rangierbereiche sind kein Bahnsteig

Gravita-Loks arbeiten dort, wo du nicht hindarfst: in Gleisfeldern, an Ladestellen, auf Werksgelände. Fotografiere ausschließlich von öffentlich zugänglichen Standorten und halte die Abstandsregeln ein, die Sicherheitsabstand am Gleis erklärt. Auf Bahnhofsgelände gilt zusätzlich das Hausrecht des Betreibers.

Fazit

Voith Turbo ist der seltene Fall eines Zulieferers, der für eine Weile selbst Fahrzeuge gebaut hat – und dessen wichtigster Beitrag trotzdem unsichtbar bleibt. Die Gravita ist das Gesicht, das Turbogetriebe die eigentliche Geschichte.

Für die Praxis am Gleis heißt das: Nimm die Bauform als Ausgangspunkt, aber verwechsle Komponenten nicht mit Herstellern. Eine Lok mit Voith-Getriebe ist keine Voith-Lok, und ein Triebzug mit Scharfenbergkupplung erst recht nicht.

Kurzfazit

Voith baut Antriebe, nicht Züge – mit einer Ausnahme aus Kiel. Für die Bestimmung zählt das Mittelführerhaus, nicht das Getriebe darunter.

Bauform notieren, Nummer sichern, später auswerten

So wird aus einer flüchtigen Rangierlok-Sichtung ein Eintrag, der in fünf Jahren noch trägt.

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Zusammenfassung

  • Wer Voith nur als Lokomotivbauer liest, unterschätzt die Rolle: Die eigentliche Spur liegt im Getriebe, und die zieht sich quer durch sechs Jahrzehnte deutschen Dieselbetriebs.
  • Die Lokomotivepisode aus Kiel ist abgeschlossen, ihre Ergebnisse fahren aber weiter – vor allem die Gravita im schweren Rangierdienst.
  • Für die Bestimmung zählt die Bauform, nicht die Farbe: Mittelführerhaus und Achszahl sagen dir mehr als jede Lackierung.
  • Die Scharfenbergkupplung ist ein Voith-Produkt und trotzdem kein Herstellernachweis – sie sitzt an Fahrzeugen aller großen Konzerne.

Häufige Fragen

Baut Voith noch Lokomotiven?

Nein, das Neubaugeschäft ist ausgelaufen. Voith Turbo hat in Kiel eigene Lokomotiven gefertigt und sich danach wieder auf Antriebs- und Kupplungstechnik konzentriert. Die gebauten Fahrzeuge – vor allem die Gravita 10 BB – sind aber weiter im Einsatz und werden es noch lange bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 261 und 265?

Beides sind Gravita-Loks derselben Familie. Die Baureihe 261 entspricht der Gravita 10 BB, die Baureihe 265 der längeren und stärkeren Gravita 15L BB. Am Fahrzeug erkennst du das an der Länge der Vorbauten und am Verhältnis von Führerhaus zu Gesamtlänge. Die Fahrzeugnummer macht es eindeutig.

Was ist ein Turbogetriebe und warum ist es wichtig?

Ein Turbogetriebe überträgt die Motorleistung über einen Flüssigkeitskreislauf statt über Zahnräder oder einen Generator. Es war der deutsche Gegenentwurf zur dieselelektrischen Kraftübertragung, wie sie in Nordamerika üblich wurde. Praktisch heißt das: Die Lok fährt stufenlos an, ohne hörbare Schaltvorgänge. Wer das einmal bewusst gehört hat, erkennt es wieder.

In welchen älteren Baureihen steckt Voith-Technik?

In sehr vielen westdeutschen Streckendieselloks. Die Baureihe 218 ist das bekannteste Beispiel einer konsequent hydrodynamisch ausgelegten Maschine. Wie du diese Fahrzeuggeneration einordnest, zeigt der Beitrag zu Altbau-Dieselloks. Vorsicht: Nicht jede hydrodynamische Lok trägt ein Voith-Getriebe – es gab Wettbewerber.

Wie selten ist die Voith Maxima?

Sehr selten. Die Maxima 30 CC und die Maxima 40 CC wurden nur in kleiner Zahl gebaut und blieben eine Nische. Eine belastbare öffentliche Zahl zum aktuellen Bestand gibt es nicht. Wer eine sehen will, plant das nicht – man trifft sie oder eben nicht.

Gehört die Scharfenbergkupplung zu Voith?

Ja. Die automatische Kupplung der Bauart Scharfenberg wird heute unter dem Dach von Voith gefertigt. Sie sitzt an Triebzügen praktisch aller großen Hersteller. Genau deshalb ist sie kein Erkennungsmerkmal für den Fahrzeughersteller – eine Schaku sagt dir etwas über den Betriebseinsatz, nicht über die Fabrik.

Ist Voith ein Eisenbahnverkehrsunternehmen?

Nein. Voith führt keine Züge, hält keine Verkehrsverträge und tritt nicht als Betreiber auf. Wenn du eine Gravita siehst, gehört sie einem Halter wie DB Cargo Deutschland oder einem privaten Unternehmen. Wie du den tatsächlichen Betreiber bestimmst, erklärt der Guide Wer fährt eigentlich?.

Wo sehe ich Gravita-Loks am ehesten?

An Güterknoten und in Rangierbahnhöfen, seltener im Personenbahnhof. Der Rangierbahnhof Maschen und der Knoten Hamm (Westfalen) sind gute Anlaufpunkte. Wie du dich dort sinnvoll aufstellst, beschreibt der Guide zum Rangierbahnhof-Spotting.

Was ist die Voith L04?

Eine vierachsige Streckendiesellok aus derselben Kieler Bauphase, technisch verwandt mit der Gravita, aber für den Streckendienst ausgelegt. Ein dokumentiertes Beispiel ist die Voith L04-18035. Solche Maschinen laufen überwiegend bei privaten Haltern und Vermietern, was ihre Lackierungen unübersichtlich macht.

Wie unterscheide ich eine Voith-Lok von einer Vossloh-Lok?

Über die Bauform. Voith baute konsequent mit Mittelführerhaus und zwei Vorbauten, Vossloh und dessen Vorgänger MaK überwiegend mit Endführerhaus oder deutlich anderer Proportion. Kommst du damit nicht weiter, hilft die Fahrzeugnummer – wie sie aufgebaut ist, steht im Guide zur UIC-Nummer.

Fahrzeuge von Voith Turbo dokumentieren

Unternehmen, Fahrzeug, Ort und Datum in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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Die operative Ebene in der EVU-Datenbank

Wer die Züge tatsächlich führt, mit Halterkürzel und Erkennungsmerkmalen am Fahrzeug.

Typische Fahrzeuge

Wo du Voith Turbo antriffst

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