MaK G 320 B

Die MaK G 320 B ist eine zweiachsige Kleinlok aus Kiel. Sie steht am unteren Ende des Typenprogramms – und erklärt die deutsche Kleinlok-Systematik besonders gut.

Auch bekannt als: MaK G320 B · G 320 B

DeutschlandDeutschlandDiesel-Rangier- & Kleinloks7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Kleinlok ist eine Funktionsbeschreibung: kleine Leistung, kurze Wege, leichter Rangierdienst – nicht bloß eine Größenangabe.
  • B steht für zwei gekuppelte Achsen im starren Rahmen, ohne Drehgestelle.
  • Die Leistungsklasse bestimmt die Bauform: Je kleiner die Klasse, desto kürzer der Rahmen und desto weniger Achsen.
  • Bauartcode 98 fasst Rangier- und Kleinloks zusammen und trennt sie von Streckenloks mit Code 92.
  • Viele Kleinloks sind heute museal oder im Werkverkehr – Bestand und Standorte ändern sich laufend.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die MaK G 320 B?
  2. 2.Die Kleinlok-Systematik verstehen
  3. 3.Einordnung im Bahnbetrieb
  4. 4.Spotting und Fotografie
  5. 5.Kleinlok, Werklok, Rangierlok: die Begriffe sauber trennen
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartKleine zweiachsige Diesellokomotive für den Rangierdienst
HerstellerMaschinenbau Kiel (MaK), Kiel
Kraftübertragungdieselhydraulisch – Kürzel „G“ für die Getriebeausführung
Achsanordnung laut TypenzusatzB – zwei gekuppelte Achsen im starren Rahmen
UIC-Bauartcode98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive

Erkennungsmerkmale

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  • Nur zwei Achsen im starren Rahmen – Typenzusatz B
  • Sehr kurzer Radstand, kompakte Bauform, niedriges Gesamtgewicht
  • Vorbau mit kleinem Führerhaus und Sicht nach beiden Seiten
  • Fabrikschild mit Herstellername MaK und Fabriknummer
  • Einsatz auf Werk-, Anschluss- und Hafengleisen, oft nur wenige hundert Meter am Stück

Aktualisiert: August 2026 – Zwei Achsen, kurzer Rahmen, kleines Führerhaus: Die MaK G 320 B steht am unteren Ende des Kieler Typenprogramms und ist damit ein gutes Lehrstück. An ihr lässt sich zeigen, was der Begriff Kleinlok in Deutschland eigentlich bedeutet, wie Leistungsklassen die Bauform bestimmen und warum der Buchstabe hinter der Zahl so nützlich ist.

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Was ist die MaK G 320 B?

Die MaK G 320 B ist eine kleine zweiachsige dieselhydraulische Lokomotive aus dem Typenprogramm von Maschinenbau Kiel, ausgelegt auf leichten Rangierdienst. Die Bezeichnung ist vollständig lesbar: „G“ für die Getriebeausführung mit hydraulischer Kraftübertragung, die Zahl für die Leistungsklasse im Programm, „B“ für zwei gekuppelte Achsen im starren Rahmen. Das Kieler Typenprogramm wurde später von Vossloh fortgeführt, weshalb eng verwandte Maschinen je nach Baujahr unterschiedliche Herstellerschilder tragen.

Sie ist damit eine Kleinlok im klassischen Sinn – ein Fahrzeug für kurze Wege mit wenigen Wagen. Nach oben schließen die dreiachsigen C-Typen wie die MaK G 500 C an; im älteren Kieler Programm entspricht ihr etwa die Größenordnung der MaK 240 B und 240 C. Vergleichbare Fahrzeuge anderer Hersteller sind etwa die Gmeinder D 25 B.

Die Kleinlok-Systematik verstehen

„Kleinlok“ ist in Deutschland mehr als eine Größenbeschreibung. Historisch wurden solche Fahrzeuge nach Leistungsgruppen eingeteilt, weil sich daran Einsatzzweck, Bedienung und Ausbildung des Personals orientierten.

Leistung bestimmt den Zweck

Kleine Leistung bedeutet: wenige Wagen, kurze Wege, geringe Geschwindigkeit. Das ist keine Einschränkung, sondern die Auslegung.

Zweck bestimmt die Bauform

Kurze Wege verlangen einen kurzen, wendigen Rahmen. Zwei gekuppelte Achsen im starren Rahmen sind dafür die einfachste Lösung.

Bauform bestimmt das Erscheinungsbild

Niedriges Führerhaus, ein Vorbau, Umlauf mit Geländer, Rangierertritte – daran erkennst du eine Kleinlok schon aus großer Entfernung.

Der Buchstabe verrät das Fahrwerk

B bedeutet zwei gekuppelte Achsen, C drei, D vier. Doppelbuchstaben wie BB stehen für zwei zweiachsige Drehgestelle.

Erst zählen, dann raten

Die Achszahl ist das einzige Merkmal einer Typenbezeichnung, das du ohne Hilfsmittel überprüfen kannst. Zwei Achsen schließen alle BB- und C-Typen des Programms sofort aus. Diese eine Beobachtung erspart dir bei kleinen Rangierloks den Großteil der Möglichkeiten – und funktioniert auch bei schlechtem Licht.

Wie sich ein solches Ausschlussverfahren allgemein aufbauen lässt, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Einordnung im Bahnbetrieb

Kleinloks arbeiten dort, wo es eng, kurz und langsam zugeht. Der Bauartcode 98 fasst sie zusammen mit den größeren Rangierloks; 92 bleibt den Diesel-Streckenlokomotiven vorbehalten.

Aufgabe Passende Bauform Typischer Ort
Einzelne Wagen verschieben zweiachsige Kleinlok (B) Werkgleis, Ladestelle, Museumsgelände
Kurze Zustellung mehrerer Wagen dreiachsige Rangierlok (C) Anschlussbahn, kleiner Bahnhof
Übergabe zwischen Netz und Anschluss vierachsige Rangierlok (BB) Hafen, Terminal, Rangierbahnhof
Züge über längere Strecken Streckenlok (Bauartcode 92) Streckennetz
Museumsbetrieb und Vorführung alle Bauformen Vereinsgelände, Museumsbahn

Ein Teil der erhaltenen Kleinloks steht heute bei Museums- und Vereinsbahnen. Dort sind Besuche in der Regel ausdrücklich erwünscht – ein wichtiger Unterschied zum Werkgelände. Wo eine bestimmte Maschine aktuell steht, ändert sich allerdings laufend, weil Fahrzeuge dieser Größenklasse häufig verkauft und verlagert werden.

Kleine Loks, große Lücken

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Spotting und Fotografie

Kleinloks sind fotografisch dankbar und schwierig zugleich: Sie bewegen sich langsam, stehen aber oft in beengter Umgebung zwischen Hallen, Wagen und Bewuchs.

  • Auf Augenhöhe gehen. Eine niedrige Lok von oben fotografiert wirkt wie ein Modell. Ein tieferer Standpunkt gibt ihr Präsenz.
  • Umgebung mitnehmen. Kleinloks erzählen ihre Geschichte über den Ort: Ladestelle, Halle, Werktor. Ein zu enger Ausschnitt verschenkt das.
  • Fabrikschild separat fotografieren. Bei diesen Fahrzeugen ist es die entscheidende Informationsquelle.
  • Nummer sichern, wenn vorhanden. Ist die Lok registriert, beginnt die Nummer mit 98 80; die Systematik erklärt der Guide zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.

Auch kleine Loks bewegen sich unangekündigt

Die geringe Größe täuscht: Auch eine zweiachsige Rangierlok wiegt ein Vielfaches eines Autos und bremst entsprechend lang. Im Rangierbereich werden Fahrzeuge ohne Vorankündigung und ohne Signal bewegt. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände. Bleib auf öffentlich zugänglichen Wegen und halte Abstand zu Gleisen.

Welche Abstände gelten und warum sie nicht verhandelbar sind, behandelt der Beitrag zu Sicherheitsabständen am Gleis.

Kleinlok, Werklok, Rangierlok: die Begriffe sauber trennen

Rund um kleine Diesellokomotiven kursieren mehrere Begriffe, die im Alltag oft vermischt werden. Sie meinen jeweils etwas anderes – und wer sie auseinanderhält, beschreibt seine Sichtungen deutlich präziser.

Rangierlok ist der Oberbegriff für Fahrzeuge, deren Aufgabe das Verschieben und Zusammenstellen von Wagen ist. Er sagt nichts über die Größe: Eine vierachsige Übergabemaschine ist ebenso eine Rangierlok wie eine kleine zweiachsige.

Kleinlok beschreibt zusätzlich eine Größenordnung. Gemeint sind Fahrzeuge geringer Leistung für leichten Dienst, historisch in Leistungsgruppen eingeteilt, weil sich daran Einsatzzweck und Bedienung orientierten. Eine Kleinlok ist immer eine Rangierlok, aber nicht jede Rangierlok ist eine Kleinlok.

Werklok benennt keinen Fahrzeugtyp, sondern den Einsatzort: eine Lok, die auf dem nicht öffentlichen Gleisnetz eines Betriebs arbeitet. Das kann eine Kleinlok sein, ebenso gut aber eine große vierachsige Maschine.

Die amtliche Systematik kennt diese Feinheiten nicht. Der Bauartcode 98 fasst Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven zusammen, während 92 den Diesel-Streckenlokomotiven vorbehalten bleibt. Für die Fahrzeugnummer ist es also gleichgültig, ob du eine zweiachsige Kleinlok oder eine vierachsige Übergabelok vor dir hast.

Für deine Notizen empfiehlt sich trotzdem die genauere Sprache: „zweiachsige Kleinlok, MaK, Fabrikschild gelesen, Einsatz auf Werkgleis“ beschreibt eine Beobachtung so, dass sie später noch verständlich ist. „Kleine Diesellok gesehen“ tut das nicht.

Häufige Verwechslungen

Es passt zur G 320 B, wenn …

  • du genau zwei Achsen im starren Rahmen zählst
  • das Fabrikschild MaK als Hersteller nennt
  • die Lok sehr kurz gebaut und niedrig ist
  • die Typenbezeichnung mit „G" beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Lok zweiachsig ist, das Schild aber unlesbar
  • Umbauten Führerhaus oder Vorbau verändert haben
  • nur eine interne Werksnummer angeschrieben ist

Es ist keine G 320 B, wenn …

  • du drei oder vier Achsen zählst
  • die Achsen in Drehgestellen laufen – dann liegt ein BB-Typ vor
  • das Fabrikschild einen anderen Hersteller nennt

Fazit

Die MaK G 320 B ist klein, unspektakulär und für das Verständnis der Fahrzeuggruppe außerordentlich nützlich. An ihr sieht man, wie Leistungsklasse, Achszahl und Einsatzzweck zusammenhängen – und warum sich diese Fahrzeuge über ihre Typenbezeichnung besser erschließen als über Datentabellen, die es ohnehin selten gibt.

Kurzfazit

Zwei Achsen im starren Rahmen, dieselhydraulisch, kleine Leistungsklasse: eine echte Kleinlok. Zählen geht vor Raten – und das Fabrikschild entscheidet am Ende.

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Kleinloks wechseln Halter und Standort schneller, als Listen aktualisiert werden – Traintrack hält deine Beobachtung fest.

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Zusammenfassung

  • Die MaK G 320 B markiert das untere Ende des Kieler Typenprogramms und ist als Kleinlok für leichten Rangierdienst ausgelegt.
  • Zwei Achsen im starren Rahmen sind das prägende Merkmal und aus der Ferne sicher erkennbar.
  • Die deutsche Kleinlok-Systematik ordnet solche Fahrzeuge nach Leistung und Einsatzzweck, nicht nach Baureihen.
  • Wo solche Loks heute stehen, wechselt häufig – Museumsbahnen, Werkbahnen und private Halter teilen sich den Bestand.

Häufige Fragen

Was ist eine Kleinlok?

Eine Lokomotive mit geringer Leistung für den leichten Rangierdienst – zum Verschieben einzelner Wagen, für kurze Zustellfahrten und für Arbeiten auf Werkgleisen. In Deutschland hat sich dafür historisch eine eigene Einteilung nach Leistungsgruppen etabliert. Der Begriff beschreibt also eine Funktion und Größenordnung, keine bestimmte Bauart.

Wofür steht das B in MaK G 320 B?

B bezeichnet zwei gekuppelte Achsen in einem starren Rahmen. Ein C steht für drei solcher Achsen, ein D für vier. Doppelbuchstaben wie BB bedeuten dagegen zwei zweiachsige Drehgestelle. Der Zusatz ist der Teil der Typenbezeichnung, den du am Fahrzeug direkt nachzählen kannst.

Was sagt die Zahl 320 aus?

Sie ordnet den Typ in eine Leistungsklasse des Kieler Programms ein; MaK orientierte diese Kennzahlen an der Motorleistung. Die Zahl ist damit ein Klassenmerkmal, keine Stückzahl, kein Baujahr und keine Geschwindigkeit. Zusammen mit dem Buchstaben davor und dem Zusatz dahinter ergibt sich ein vollständiges Kurzprofil.

Warum haben Kleinloks nur zwei Achsen?

Weil mehr Achsen bei geringer Leistung keinen Nutzen bringen. Zwei gekuppelte Achsen halten den Rahmen kurz, machen die Lok wendig in engen Gleisbögen und senken Gewicht und Kosten. Für kurze Wege mit wenigen Wagen ist das die passende Bauform – erst mit steigender Leistung lohnen drei Achsen oder Drehgestelle.

Sind solche Loks heute noch im Einsatz?

Ein Teil des Bestands arbeitet weiter auf Werk- und Anschlussbahnen, ein anderer Teil ist bei Museums- und Vereinsbahnen erhalten. Wo eine konkrete Maschine heute steht, ändert sich jedoch laufend – Verkäufe, Vermietungen und Standortwechsel sind bei dieser Fahrzeuggruppe die Regel. Prüfe den aktuellen Stand, bevor du eine Tour planst.

Wie erkenne ich eine Kleinlok von einer normalen Rangierlok?

An Größe und Proportionen: sehr kurzer Rahmen, niedriges Führerhaus, oft nur zwei Achsen, insgesamt deutlich kleiner als eine vierachsige Rangierlok. Dazu passt das Betriebsbild – wenige Wagen, kurze Wege, langsame Fahrt. Die endgültige Zuordnung liefert wie immer das Fabrikschild.

Trägt eine Kleinlok eine zwölfstellige Fahrzeugnummer?

Nur, wenn sie für den Verkehr auf öffentlichen Gleisen registriert ist. Dann beginnt die Nummer bei einem deutschen Fahrzeug mit 98 80 und endet mit dem Halterkürzel. Loks, die ausschließlich auf nicht öffentlichen Werkgleisen verkehren, führen häufig nur eine interne Betriebsnummer.

Darf ich eine Kleinlok auf einem Werkgelände fotografieren?

Nur von öffentlich zugänglichen Standorten aus. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände; ein Betreten ohne ausdrückliche Erlaubnis ist nicht zulässig. Zusätzlich gilt: Im Rangierbereich werden Fahrzeuge unangekündigt und ohne Signal bewegt. Bei Museumsbahnen ist ein Besuch dagegen meist ausdrücklich erwünscht.

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