Das Wichtigste in Kürze
- Beide Typen teilen die Leistungsklasse und unterscheiden sich im Laufwerk: B hat zwei, C hat drei gekuppelte Achsen.
- Achsen zählen ist der entscheidende Schritt – er funktioniert aus Entfernung und ohne Vorwissen.
- Mehr Achsen bedeuten mehr Reibungsgewicht, aber auch einen längeren Radstand.
- Bauartcode 98 weist Diesel-Rangier- und Kleinloks aus, 92 dagegen Diesel-Streckenloks.
- Halter, Anstrich und Standort ändern sich laufend – prüfe stets den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Diesellokomotiven für den Rangier- und Werkbahndienst |
|---|---|
| Hersteller | Maschinenbau Kiel (MaK) |
| Typenschlüssel | Zahl = Motorleistung in PS, Buchstabe = Zahl der gekuppelten Achsen |
| Achsfolge | B = zwei gekuppelte Achsen, C = drei gekuppelte Achsen, jeweils im starren Rahmen |
| UIC-Bauartcode | 98 (Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Zwei oder drei Achsen im starren Rahmen – der einzige belastbare Unterschied zwischen den beiden Typen
- Kuppelstangen zwischen den Achsen, meist offen sichtbar
- Kompakte Bauform mit Motorvorbau und dahinterliegendem Führerhaus
- Fabrikschild nennt MaK beziehungsweise Maschinenbau Kiel
- Umlauf mit Geländer, Rangiertritte an den Fahrzeugecken
- Umfeld: Anschluss-, Werk- und Hafenbahnen, Gleisbaufirmen, Vereinsbetriebe
Aktualisiert: August 2026 – Zwei Typennamen, eine Leistungsklasse, ein Unterschied: Bei MaK 240 B und MaK 240 C steckt die entscheidende Information im letzten Buchstaben. Diese Seite zeigt, was er bedeutet, warum derselbe Hersteller beide Varianten gebaut hat und wie du Achsen im Feld sicher zählst.
Achsen gezählt? Sichtung sichern.
Bei Industrieloks entscheidet ein einziges Detail über die richtige Zuordnung – halte es gleich fest.
Was verbirgt sich hinter MaK 240 B und MaK 240 C?
Beide sind Diesellokomotiven für den Rangier- und Werkbahndienst aus dem Typenprogramm von Maschinenbau Kiel. Der Typenschlüssel folgt der bei MaK üblichen Logik: Die Zahl bezeichnet die Motorleistung in Pferdestärken, der nachgestellte Buchstabe die Zahl der gekuppelten Treibachsen. B bedeutet zwei Achsen, C bedeutet drei – jeweils starr im Hauptrahmen, ohne Drehgestelle.
Damit ist auch klar, warum beide Typen nebeneinander existieren: Sie decken dieselbe Leistungsklasse für unterschiedliche Gleisanlagen ab. Innerhalb der UIC-Bauartcodes gehören beide zur Gruppe 98 für Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, im Unterschied zu 92 für Diesel-Streckenlokomotiven.
Achsen zählen: der eine entscheidende Schritt
Bei diesen beiden Typen ersetzt das Zählen jede weitere Recherche. Es funktioniert aus Entfernung, bei mäßigem Licht und ohne Vorwissen – vorausgesetzt, man macht es sauber.
B oder C? Drei Beobachtungen
Zweiachsige Ausführung (B)
Zwei Radsätze mit kurzem Radstand sprechen für die B-Variante. Diese Bauform ist auf enge Bogenradien und kurze Wege ausgelegt.
Dreiachsige Ausführung (C)
Drei gekuppelte Achsen mit durchgehendem Stangenantrieb sprechen für die C-Variante mit höherem Reibungsgewicht.
Anderer Typ
Vier Achsen oder zwei getrennte Achsgruppen passen nicht zu 240 B oder 240 C. Prüfe Typenanschrift und Fabrikschild.
Die grundsätzliche Reihenfolge beim Bestimmen – von der groben Fahrzeugart zum konkreten Typ – beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Zähl Radsätze, nicht Räder
Ein Radsatz besteht aus zwei Rädern und einer Welle. Wer Räder zählt, verdoppelt sich schnell. Sieh immer nur eine Fahrzeugseite an und arbeite dich von vorn nach hinten durch.
Warum es beide Varianten gibt
Die Wahl zwischen zwei und drei Achsen ist keine Frage der Leistung, sondern der Gleisanlage. Diese Gegenüberstellung zeigt die Abwägung.
| Kriterium | Zweiachsige Ausführung | Dreiachsige Ausführung |
|---|---|---|
| Radstand | kurz | länger |
| Befahrbare Bogenradien | sehr eng möglich | größere Radien nötig |
| Reibungsgewicht | auf zwei Achsen verteilt | auf drei Achsen verteilt |
| Achslast bei gleichem Gewicht | höher | niedriger |
| Typisches Einsatzgleis | enge Werk- und Hafengleise | Anschluss- und Übergabegleise |
| Wendigkeit im Rangierdienst | sehr hoch | hoch |
Varianten auseinanderhalten
Trag Achszahl und Fabriknummer gleich mit ein – so bleibt später nachvollziehbar, welche Variante du gesehen hast.
Dieselbe Logik in der nächsthöheren Leistungsklasse zeigt die MaK 450 C. Wie ein anderer Hersteller die zweiachsige Aufgabe löste, sieht man an der Henschel DH 240 B; aus dem späteren MaK-Programm stammt die MaK G 320 B, bei der der Buchstabe dieselbe Bedeutung behält.
Spotting und Fotografie
Rangierlokomotiven dieser Größenklasse verkehren ohne Fahrplan. Sie arbeiten dort, wo Wagen bewegt werden müssen – an Ladestellen, Übergabegleisen und Werkstoren. Wer sie fotografieren will, sucht die Schnittstelle zwischen Anschlussgleis und öffentlichem Netz.
- Seitenbild vor Frontbild. Nur von der Seite lassen sich Achsen zählen und Stangen erkennen. Das ist bei diesen Typen die eigentliche Information.
- Anschriftenfeld mitnehmen. Halterkürzel, Betriebsnummer und Revisionsdaten stehen gesammelt an der Seitenwand.
- Bewegung zeigen. Beim Anfahren wird der Stangenantrieb sichtbar – ein Detail, das im Standbild verlorengeht.
- Umfeld einbeziehen. Ladestelle, Werkstor oder Hafenkulisse erzählen, wofür die Lok da ist.
Wie du solche Beobachtungen systematisch festhältst, beschreibt der Guide zum Sichtungslogbuch.
Rangierbereiche sind besonders gefährlich
Fahrzeuge werden dort unangekündigt, ohne Signal und häufig geschoben bewegt, abgestellte Wagen können anrollen. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände. Bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen und betritt niemals Gleisbereiche – auch nicht kurz für ein Foto.
Wie Werkbahnen ihre Lokomotiven auswählen
Dass es zwei Varianten desselben Typs gibt, ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer nüchternen Auswahl beim Besteller. Wer eine Werk- oder Anschlussbahn betreibt, entscheidet nach ganz anderen Kriterien als eine Staatsbahn.
Die Gleisanlage kommt zuerst. Enge Bögen im gewachsenen Werkgelände, Bahnübergänge über Betriebsstraßen, begrenzte Achslasten auf älteren Brücken – all das setzt harte Grenzen. Eine zu lange Lokomotive nützt nichts, wenn sie das entscheidende Ladegleis nicht erreicht.
Dann folgt die Aufgabe. Werden einzelne Wagen an Ladestellen zugestellt oder komplette Wagengruppen über ein ansteigendes Anschlussgleis gezogen? Im ersten Fall zählt Wendigkeit, im zweiten Reibungsgewicht.
Erst danach kommt die Leistung. Das ist der Punkt, den Außenstehende meist überschätzen. Ob eine Lok eine Wagengruppe anfahren kann, hängt vor allem am Reibungsgewicht und an der Neigung des Gleises – nicht an der Motorleistung. Ein leistungsstarker Motor auf zu wenig Achslast dreht schlicht durch.
Zuletzt die Instandhaltung. Werkbahnen haben selten eine eigene Lokwerkstatt. Bauarten, für die Ersatzteile und Erfahrung verfügbar sind, setzen sich durch – ein Grund, warum bestimmte Typen sich über Jahrzehnte in bestimmten Regionen halten. Im Museumsbetrieb setzt sich das fort: Bei der Museumseisenbahn Ammerland-Saterland gehören norddeutsche MaK-Rangierloks zum vertrauten Bild. Auf der Strecke der Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland triffst du dieselbe Fahrzeugklasse an.
Diese Logik erklärt, warum auf benachbarten Anschlussbahnen völlig unterschiedliche Fahrzeuge stehen können, obwohl die Aufgabe ähnlich wirkt. Für Spotter heißt das: Es lohnt sich, den Ort mitzudenken. Wie du solche Zusammenhänge beim Beobachten systematisch aufbaust, beschreibt der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für 240 B oder 240 C, wenn …
- du zwei oder drei Achsen im starren Rahmen zählst
- Kuppelstangen zwischen den Achsen mitlaufen
- das Fabrikschild MaK oder Maschinenbau Kiel nennt
- eine vorhandene Fahrzeugnummer mit 98 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- Schürzen oder Sandkästen eine Achse verdecken
- das Fahrzeug umgebaut oder neu aufgebaut wurde
- du nur eine Frontansicht hast
Es ist keiner der beiden Typen, wenn …
- das Fahrzeug Drehgestelle hat
- du vier oder mehr Achsen zählst
- das Fabrikschild einen anderen Hersteller nennt
Fazit
MaK 240 B und MaK 240 C sind ein Lehrstück darüber, wie präzise Herstellertypenbezeichnungen sein können. Zahl und Buchstabe zusammen beschreiben Leistungsklasse und Laufwerk, und der Unterschied zwischen beiden Varianten lässt sich in fünf Sekunden durch Zählen klären. Alles, was darüber hinausgeht – Halter, Anstrich, Standort –, ändert sich ohnehin ständig.
Kurzfazit
Zwei Achsen heißt B, drei Achsen heißt C. Die Zahl davor ist bei beiden gleich. Zählen von der Seite ist der schnellste Weg zur richtigen Zuordnung.
Zusammenfassung
- Der Buchstabe im MaK-Typennamen ist keine Serienkennung, sondern eine technische Angabe über das Laufwerk.
- Zwischen zwei- und dreiachsiger Ausführung entscheiden Reibungsgewicht und Bogenläufigkeit des Einsatzgleises.
- Zur eindeutigen Zuordnung führt das Fabrikschild mit Hersteller, Typ, Fabriknummer und Baujahr.
- Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind Privatgelände; Beobachtung nur von öffentlich zugänglichen Flächen aus.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die MaK 240 B von der MaK 240 C?
Das Laufwerk. Der Buchstabe im Typennamen gibt die Zahl der gekuppelten Treibachsen an: B steht für zwei, C für drei Achsen, jeweils starr im Hauptrahmen. Die vorangestellte Zahl bezeichnet dagegen bei beiden dieselbe Leistungsklasse in Pferdestärken. Wer die Achsen zählt, hat die Unterscheidung damit sofort erledigt.
Warum baut man dieselbe Leistung mit zwei und mit drei Achsen?
Weil die Anforderungen unterschiedlich sind. Drei Achsen verteilen das Fahrzeuggewicht auf mehr Radsätze und erhöhen das nutzbare Reibungsgewicht beim Anfahren. Zwei Achsen ergeben einen kürzeren Radstand, mit dem sich engere Bogenradien befahren lassen. Der Betreiber wählt nach Gleisanlage und Aufgabe.
Was bedeutet Bogenläufigkeit?
Die Fähigkeit eines Fahrzeugs, enge Gleisbögen zu befahren. Je länger der starre Radstand, desto größer muss der Bogenradius sein. Auf Werk- und Hafengleisen mit sehr engen Bögen sind kurze Fahrzeuge deshalb oft die einzige Möglichkeit – unabhängig davon, wie viel Leistung eigentlich gebraucht würde.
Was ist Reibungsgewicht?
Der Anteil des Fahrzeuggewichts, der auf angetriebenen Achsen ruht und damit für die Zugkraft nutzbar ist. Bei Rangierlokomotiven sind in der Regel alle Achsen angetrieben, sodass das gesamte Gewicht als Reibungsgewicht wirkt. Es begrenzt, wie viel Last die Lok anfahren kann – oft stärker als die Motorleistung.
Wie zähle ich Achsen richtig?
Zähl Radsätze, nicht einzelne Räder, und sieh dabei nur eine Fahrzeugseite an. Arbeite dich von vorn nach hinten durch. Schürzen, Rahmenbleche und Sandkästen können Achsen verdecken – ein Blick von schräg vorn oder hinten löst solche Zweifel meist auf.
Warum tragen diese Loks den Bauartcode 98?
Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer bezeichnen die Fahrzeugart. 98 steht für Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, 92 für Diesel-Streckenlokomotiven. Die Einordnung folgt Einsatzzweck und Zulassung, nicht der Größe des Fahrzeugs.
Wo begegnet man diesen Typen heute?
Auf Anschluss-, Werk- und Hafenbahnen, bei Gleisbaufirmen und zunehmend bei Vereinen und Museumsbahnen. Bestand, Halter und Standorte ändern sich laufend durch Verkäufe, Abstellungen und Aufarbeitungen. Verlass dich auf aktuelle Sichtungen statt auf ältere Listen.
Wie halte ich eine Sichtung sinnvoll fest?
Notiere Achszahl, Fabriknummer, Halterbeschriftung, Ort und Datum. Bei Industrieloks ist diese Kombination die einzige Möglichkeit, ein Fahrzeug später wiederzuerkennen. Anstrich und Betriebsnummer allein sind zu kurzlebig, weil sie bei jedem Halterwechsel neu vergeben werden.
Sichtung von MaK 240 B / MaK 240 C festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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