Das Wichtigste in Kürze
- Modula ist eine Plattform, kein einzelnes Modell: Der modulare Aufbau erlaubt sehr unterschiedliche Ausführungen unter demselben Namen.
- Der Zusatz im Namen kennzeichnet eine Ausrüstungsvariante – welche genau, verrät zuverlässig nur die Fahrzeuganschrift.
- Die Nummer beginnt mit 90, weil das Fahrzeug weder als reine Ellok noch als reine Diesellok geführt wird.
- Bauort ist Kiel – dort baut Vossloh Locomotives seit Jahrzehnten Rangier- und Streckenlokomotiven.
- Detaildaten sind rar: Bei Kleinserien und Plattformvarianten sind Zahlen aus Foren mit Vorsicht zu behandeln.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Lokomotive der modularen Modula-Plattform mit alternativem Antriebskonzept |
|---|---|
| Hersteller | Vossloh Locomotives, Kiel |
| Konzept | modularer Aufbau – Antriebs- und Ausrüstungsmodule werden je nach Bestellung kombiniert |
| Bedeutung des Kürzels | kennzeichnet eine bestimmte Ausrüstungsvariante innerhalb der Modula-Familie |
| Fahrzeugnummer | NVR-Nummer beginnt mit 90 80 – Sammelgruppe „sonstige“ Traktionsart |
| Typisches Einsatzfeld | Rangier-, Übergabe- und leichter Streckendienst |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kastige Lokomotive mit Mittelführerstand oder aufgesetztem Führerhaus – kein Triebwagen
- Große, gut sichtbare Ausrüstungs- und Lüftermodule an den Seitenwänden
- Fahrzeugnummer beginnt mit 90 80, nicht mit 92 80 (Diesellok) oder 98 80 (Rangierdiesel)
- Herstelleranschrift und Typenschild nennen Vossloh und den Bauort Kiel
- Einsatz im Rangier- und Übergabedienst, nicht vor Reisezügen
Aktualisiert: August 2026 – Manche Fahrzeuge lassen sich nicht über ein Datenblatt erklären, sondern nur über ihr Bauprinzip. Die Vossloh Modula gehört dazu: Sie ist kein festes Modell, sondern ein modularer Lokbaukasten aus Kiel. Diese Seite erklärt, was das für die Bestimmung im Feld bedeutet, warum die Fahrzeugnummer mit 90 beginnt und wie du eine Sichtung so festhältst, dass sie später etwas wert ist.
Seltene Lok gesehen? Nummer sichern.
Bei Kleinserien ist die vollständige Fahrzeugnummer die einzige verlässliche Information – halte sie direkt in Traintrack fest.
Was ist die Vossloh Modula EBB?
Die Modula ist eine modulare Lokomotivplattform von Vossloh Locomotives in Kiel. Der Kern der Idee: Statt für jede Anforderung eine eigene Bauart zu entwickeln, entsteht die Lok aus Modulen – Rahmen, Führerhaus, Antriebseinheit, Kühl- und Ausrüstungsblöcke. Der Besteller wählt aus, was er braucht. Genau deshalb kann der Name Modula Fahrzeuge bezeichnen, die im Detail unterschiedlich aussehen.
Der Zusatz EBB kennzeichnet eine bestimmte Ausrüstungs- beziehungsweise Antriebsvariante innerhalb dieser Familie. Was genau dahintersteckt, klärt man seriös nur über die Anschriften am Fahrzeug oder über Hersteller- und Betreiberangaben – Forenwissen ist hier häufig widersprüchlich. Kiel als Bauort ist dagegen gesichert: Dort entstehen seit Jahrzehnten Rangier- und Streckenlokomotiven, unter anderem die Typen der Vossloh DE 18 und der Vossloh G 18.
Was die Fahrzeugnummer verrät
Die Fahrzeugnummer ist bei einem solchen Fahrzeug wichtiger als bei jeder Serienbaureihe – sie ist der einzige Wert, der sich weder mit der Lackierung noch mit dem Betreiber ändert. Die ersten beiden Ziffern nennen die Fahrzeugart:
| Kennung | Fahrzeugart | Typische Vertreter |
|---|---|---|
| 90 | sonstige Traktionsart | alternative und kombinierte Antriebe, Dampfloks |
| 91 | Elektrolokomotive | Streckenelloks unter Fahrdraht |
| 92 | Diesellokomotive | Streckendiesel im Güterverkehr |
| 95 | Dieseltriebwagen | Triebwagen auf Nebenstrecken |
| 98 | Diesel-Rangierlokomotive | klassische Rangier- und Kleinloks |
| 99 | Bahndienstfahrzeug | Gleisbau- und Messfahrzeuge |
Dass die Modula EBB unter 90 geführt wird, ist die entscheidende Information: Sie ist damit ausdrücklich keine gewöhnliche Diesel-Rangierlok. Wie du die restlichen Zifferngruppen liest und wozu die Prüfziffer dient, erklärt der Guide zur UIC-Nummer am Fahrzeug.
Erkennung im Feld
Fahrzeugart klären
Lokomotive oder Triebwagen? Eine Modula ist eine Lok – sie schiebt und zieht Wagen, führt aber selbst keine Fahrgäste.
Bauform aufnehmen
Kastige Grundform, deutlich sichtbare Ausrüstungs- und Lüftermodule an den Seiten, Führerhaus als eigener Baukörper.
Anschriften suchen
Herstellerangabe, Typenbezeichnung und Eigentümerkennzeichen stehen an der Seitenwand und am Rahmen – sie sind aussagekräftiger als jede Formbeschreibung.
Nummer fotografieren
Erst die vollständige Nummer macht aus einer Beobachtung eine belegbare Sichtung. Ohne sie bleibt es eine Vermutung.
Bei Baukastenfahrzeugen gilt: Anschrift schlägt Form
Weil Module frei kombinierbar sind, führt der Vergleich mit einem Referenzfoto leicht in die Irre. Die Beschriftung am Fahrzeug ist die stabilere Quelle.
Einordnung im Bahnbetrieb
| Umfeld | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Güterbahnhöfe und Übergabestellen | hoch | Klassisches Einsatzfeld für Loks dieser Größenklasse |
| Industrie- und Werksanschlüsse | hoch | Dort arbeiten viele Herstellermaschinen abseits der Staatsbahn |
| Häfen und Umschlagterminals | mittel | Rangier- und Zustellleistungen im Nahbereich |
| Reisezugbahnhöfe ohne Güterverkehr | niedrig | Falsche Fahrzeugart für dieses Umfeld |
| Hochgeschwindigkeitsstrecken | sehr niedrig | Kein Einsatzprofil für Rangier- und Übergabeloks |
Betreiber wechseln, Nummern bleiben
Kleinserien und Herstellermaschinen werden häufig vermietet, verkauft oder umlackiert. Was gestern in einer Betriebslackierung fuhr, kann heute anders aussehen. Die Fahrzeugnummer ist der einzige stabile Anker – notiere sie immer vollständig.
Rangierloks systematisch sammeln
Gerade abseits der bekannten Baureihen lohnt sich ein eigenes Verzeichnis – Traintrack hält Nummer, Ort und Datum zusammen.
Warum Baukastenloks für Spotter besonders sind
Serienbaureihen wie die klassischen Staatsbahnloks sind dankbar: Hundert Maschinen, ein Aussehen, eine durchgehende Nummernreihe. Bei modularen Plattformen funktioniert das nicht. Zwei Loks derselben Familie können unterschiedliche Führerhäuser, unterschiedliche Antriebsmodule und unterschiedliche Ausrüstung tragen – und trotzdem denselben Typennamen führen.
Daraus folgen drei praktische Konsequenzen:
- Formvergleiche sind unzuverlässig. Ein Referenzfoto zeigt eine Konfiguration, nicht die Bauart. Wer danach bestimmt, liegt bei der nächsten Variante daneben.
- Die Nummer wird zum Hauptmerkmal. Fahrzeugart-Kennung, Baureihen- und Ordnungsnummer sind das Einzige, was eindeutig bleibt.
- Sichtungen altern schnell. Betreiber, Beschriftung und sogar die Ausrüstung können sich ändern. Eine Sichtung ohne Datum ist deshalb nur die halbe Information.
Dieselbe Logik gilt für andere Fahrzeuge in der Sammelgruppe 90, etwa die sechsachsige Stadler Eurodual: Auch dort ist die Nummer der verlässlichere Weg als das Aussehen. Wer seine Beobachtungen sauber führt, baut sich damit eine Quelle auf, die genauer ist als jede öffentliche Liste.
Spotting und Fotografie
Loks im Rangier- und Übergabedienst sind eine eigene Disziplin: Sie fahren langsam, halten oft, stehen aber meist auf Betriebsgelände – und das ist tabu.
- Vom öffentlichen Raum aus arbeiten. Bahnsteige, öffentliche Wege und Brücken sind die einzigen zulässigen Standorte. Gleise, Betriebsanlagen und Betriebshöfe sind Privatgelände; das Betreten ist verboten und lebensgefährlich. Der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof zeigt, wie das in der Praxis funktioniert.
- Auf Licht und Kontrast achten. Rangierloks tragen oft dunkle oder stark gemusterte Lackierungen. Flaches Seitenlicht am Morgen oder späten Nachmittag zeichnet die Struktur besser als Mittagssonne.
- Langsame Fahrt nutzen. Anders als beim Fernverkehr hast du Zeit für mehrere Aufnahmen – nutze sie für eine saubere Seitenansicht mit lesbarer Nummer.
- Sofort dokumentieren. Wie du Sichtungen auswertbar festhältst, beschreibt der Beitrag zum Sichtungslogbuch.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für eine Modula, wenn …
- die Fahrzeugnummer mit 90 80 beginnt
- Herstelleranschrift und Typenschild Vossloh nennen
- der Aufbau erkennbar aus abgesetzten Modulen besteht
- die Lok im Rangier- oder Übergabedienst läuft
Sieh genauer hin, wenn …
- eine Betreiberlackierung die Herstellerkennzeichnung überdeckt
- du das Fahrzeug nur von der Führerhausseite siehst
- die Bauform an eine konventionelle Rangierlok erinnert
Es ist keine Modula, wenn …
- die Fahrzeugnummer mit 92 80 oder 98 80 beginnt
- ein Stromabnehmer der einzige Antrieb ist und die Nummer mit 91 80 beginnt
- es sich um einen Triebwagen mit Fahrgastraum handelt
Fazit
Die Modula EBB ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich nicht jedes Fahrzeug über eine Datentabelle erschließt. Was hier trägt, ist das Prinzip: modularer Lokbaukasten aus Kiel, Fahrzeugart-Kennung 90, Einsatz im Rangier- und Übergabedienst. Alles Weitere steht am Fahrzeug selbst – und genau deshalb ist ein Foto der Anschriften hier wertvoller als jede Formbeschreibung.
Kurzfazit
Modularer Lokbaukasten, Nummer ab 90 80, Zuhause im Rangier- und Übergabedienst. Fotografiere Anschriften und Nummer – bei Kleinserien ist das die einzige Information, die dauerhaft stimmt.
Zusammenfassung
- Die Modula-Familie steht für einen modularen Lokbaukasten aus Kiel, bei dem Antrieb und Ausrüstung je nach Bedarf kombiniert werden.
- Weil das Fahrzeug in der Sammelgruppe 90 geführt wird, gehört es technisch nicht in die Standardschubladen Ellok oder Diesellok.
- Im Feld hilft die Kombination aus Bauform, Herstelleranschrift und vollständiger Fahrzeugnummer.
- Bei so seltenen Fahrzeugen ist die dokumentierte Sichtung mit Nummer, Ort und Datum die eigentliche Leistung.
Häufige Fragen
Was ist die Vossloh Modula?
Die Modula ist eine modulare Lokomotivplattform von Vossloh Locomotives aus Kiel. Statt eines festen Modells steht dahinter ein Baukasten: Rahmen, Führerhaus, Antriebs- und Ausrüstungsmodule lassen sich je nach Anforderung kombinieren. Deshalb können zwei Loks desselben Namens unterschiedlich aussehen und unterschiedlich ausgerüstet sein.
Wofür steht das Kürzel im Namen?
Es kennzeichnet eine bestimmte Ausrüstungs- beziehungsweise Antriebsvariante innerhalb der Modula-Familie. Verlässlich klären lässt sich das nur über die Anschriften am Fahrzeug selbst oder über Hersteller- und Betreiberangaben – bei Kleinserien sind Forenangaben oft widersprüchlich.
Warum beginnt die Fahrzeugnummer mit 90?
Die ersten beiden Ziffern der europäischen Fahrzeugnummer nennen die Fahrzeugart. 91 steht für Elloks, 92 für Streckendieselloks, 98 für Diesel-Rangierloks. Fahrzeuge mit alternativem oder kombiniertem Antrieb passen in keine dieser Gruppen und werden unter 90 als „sonstige“ geführt.
Warum steht die Lok in der Kategorie Dampflokomotiven?
Weil die Datenbank nach der Fahrzeugart-Kennung sortiert. Die Gruppe 90 fasst alles zusammen, was nicht reine Ellok oder reine Diesellok ist. Historisch waren das vor allem Dampflokomotiven, heute kommen Zweikraft-, Hybrid- und andere Sonderantriebe hinzu.
Wo trifft man solche Loks an?
Im Rangier-, Übergabe- und leichten Streckendienst: an Güterbahnhöfen, Industrieanschlüssen und in Werksverkehren. Reisezugbahnhöfe ohne Güterverkehr sind der falsche Ort. Konkrete Einsatzorte hängen am jeweiligen Betreiber und ändern sich.
Wie unterscheide ich sie von einer klassischen Rangierlok?
Über die Fahrzeugnummer. Eine klassische Diesel-Rangierlok trägt die Kennung 98, eine Streckendiesellok die 92. Steht dort 90, hast du ein Fahrzeug mit abweichendem Antriebskonzept vor dir – unabhängig davon, wie konventionell es aussieht.
Warum enthält die Seite so wenige technische Daten?
Weil zu Plattformvarianten und Kleinserien kaum belastbare öffentliche Angaben existieren. Erfundene Leistungs- oder Stückzahlangaben wären der schlechtere Weg. Wer genaue Werte braucht, geht auf Hersteller- oder Betreiberangaben zurück und notiert deren Stand.
Lohnt sich das Fotografieren solcher Loks?
Sehr. Rangier- und Werkloks werden selten systematisch dokumentiert, wechseln aber häufig Betreiber und Lackierung. Ein Foto mit lesbarer Fahrzeugnummer und Datum ist deshalb oft die einzige nachvollziehbare Quelle über einen bestimmten Zeitpunkt.
Sichtung von Vossloh Modula EBB festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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