Das Wichtigste in Kürze
- Die 2016 ist eine moderne Diesellok der ÖBB auf Basis der Siemens-Plattform ER 20, Spitzname Hercules.
- Reihenlogik der ÖBB: Die führende 2 einer vierstelligen Reihe kennzeichnet eine Diesellokomotive.
- ER 20 ist lesbar: EuroRunner mit rund 2.000 kW Leistungsklasse.
- Schnellstes Feldmerkmal: kein Stromabnehmer, dafür Kühler und Auspuff auf dem Dach.
- Einsatzgebiete ändern sich mit Elektrifizierungen, Vergaben und Fahrplanjahren.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Vierachsige dieselelektrische Streckenlokomotive |
|---|---|
| Spitzname | Hercules |
| Herstellerbezeichnung | Siemens ER 20 (EuroRunner, rund 2.000 kW) |
| Bezeichnungssystem | ÖBB-Reihe 2016 – führende 2 gleich Diesellokomotive |
| Achsfolge | Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle) |
| Höchstgeschwindigkeit | 140 km/h |
| Bauzeit | ab den 2000er-Jahren |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kein Stromabnehmer auf dem Dach – das schließt jede Elektrolokomotive sofort aus
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kompakter Kastenaufbau
- Sichtbare Kühler- und Auspuffanlagen auf dem Dach
- Reihenanschrift beginnt mit 2016 – die führende 2 steht für Diesellokomotive
- Typisch vor Zügen auf nicht elektrifizierten Strecken und im Bauzugdienst
Aktualisiert: August 2026 – Österreich ist ein hochgradig elektrifiziertes Bahnland – und braucht trotzdem Dieselloks. Die Reihe 2016, in der Szene als Hercules bekannt, ist die moderne Antwort der ÖBB auf diese Aufgabe. Diese Seite zeigt dir, woran du sie in Sekunden erkennst, was der Herstellercode ER 20 verrät und wofür eine Diesellok in einem elektrifizierten Netz überhaupt gebraucht wird.
Diesellok gesichtet? Gleich notieren.
Dieselloks laufen oft abseits der Standardumläufe – gerade deshalb lohnt sich die Dokumentation mit Nummer, Ort und Datum.
Was ist die ÖBB-Reihe 2016?
Die Reihe 2016 ist eine vierachsige dieselelektrische Streckenlokomotive der ÖBB mit der Achsfolge Bo’Bo’, ausgelegt auf 140 km/h. Herstellerseitig gehört sie zur Siemens-Plattform ER 20 (EuroRunner). Ihr etablierter Spitzname lautet Hercules.
Dieselelektrisch bedeutet: Der Dieselmotor treibt einen Generator an, dessen Strom die Fahrmotoren an den Achsen versorgt. Diese Bauart erlaubt eine sehr feine Regelung der Zugkraft – ein Vorteil beim Anfahren schwerer Züge und auf Steigungsstrecken, wie sie in Österreich die Regel sind.
Zwei Codes, zwei Aussagen: Reihe 2016 und ER 20
Fast jedes moderne Bahnfahrzeug trägt zwei Bezeichnungen. Beide zu lesen, spart dir jede Menge Nachschlagen.
ÖBB-Reihe: die Fahrzeugart
Vierstellige Zahl mit dem Wort „Reihe". Die erste Ziffer sagt, worum es sich handelt: 1xxx Elektrolokomotive, 2xxx Diesellokomotive, 4xxx elektrischer Triebzug, 5xxx Dieseltriebwagen.
ER: die Plattform
EuroRunner, die Dieselloklinie von Siemens. Fahrzeuge dieser Plattform laufen bei mehreren Bahnen in Europa unter jeweils eigenen Betreibernummern.
20: die Leistungsklasse
Ein Hinweis auf rund 2.000 kW. Wer den Code kennt, hat die Größenordnung sofort, ohne ein Datenblatt zu öffnen.
UIC-Nummer: das Einzelfahrzeug
Zwölfstellig, beginnend mit dem Bauartcode – bei Dieselloks typischerweise 92 – und dem Ländercode 81 für Österreich.
Dieselbe Plattform findest du in Deutschland unter der Bezeichnung Siemens ER 20. Wie du generell von der Fahrzeugart über die Achszahl zur konkreten Reihe kommst, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Warum ein elektrifiziertes Netz Dieselloks braucht
Diese Frage kommt oft – und die Antwort ist erstaunlich vielfältig.
| Aufgabe | Warum keine Ellok möglich ist |
|---|---|
| Nicht elektrifizierte Strecken | Keine Fahrleitung vorhanden |
| Bauzug- und Instandhaltungsdienst | Fahrleitung ist im Arbeitsbereich abgeschaltet |
| Verschub abseits der Fahrleitung | Anschlussgleise ohne Oberleitung |
| Rückfallebene bei Störungen | Ausfall der Energieversorgung auf Streckenabschnitten |
Der schnellste Blick beim Bestimmen
Sieh zuerst aufs Dach. Stromabnehmer vorhanden heißt Elektrolokomotive, Kühler und Auspuff heißen Diesellokomotive. Dieses Merkmal funktioniert auf große Entfernung, bei Regen und im Gegenlicht – und es reduziert die Zahl möglicher Reihen sofort um mehr als die Hälfte.
Ältere Vertreter dieser Aufgabenfamilie sind die Reihe 2143 und die eng verwandte ÖBB-Reihe 2143, die über Jahrzehnte den Streckendieseldienst prägten. Wie man bei Dieselloks generell auf die richtigen Merkmale achtet, zeigt am deutschen Beispiel der Beitrag zu Altbau-Dieselloks der Baureihen 218 und 232.
Dieselleistungen sind schwer planbar
Live gemeldete Sichtungen sind bei Bau- und Sonderleistungen oft die einzige verlässliche Informationsquelle.
Einordnung im Bahnbetrieb
Dieselloks unterscheiden sich für Spotter grundlegend von Elloks im Taktverkehr. Ihre Einsätze folgen weniger dem Fahrplan als dem Bedarf.
- Weniger planbar. Bauzüge, Übergaben und Sonderleistungen stehen nicht im Kursbuch. Wo eine Maschine morgen läuft, hängt an der Bauplanung, nicht am Takt.
- Andere Tageszeiten. Arbeiten unter abgeschalteter Fahrleitung finden oft in Sperrpausen statt – häufig nachts oder am Wochenende.
- Andere Orte. Nebenbahnen, Anschlussstellen, Baustellenbereiche. Das sind selten die klassischen Fotostandorte an Hauptstrecken.
- Stark veränderlich. Jede Elektrifizierung verändert das Aufgabenspektrum. Was heute Dieselleistung ist, kann in wenigen Jahren elektrisch gefahren werden.
Diese Punkte zusammen bedeuten: Wer Dieselloks gezielt sucht, arbeitet mit aktuellen Meldungen statt mit Jahresplänen. Wann unter abgeschalteter Fahrleitung gearbeitet wird, gibt die ÖBB-Infrastruktur über ihre Sperrpausen vor. Der Guide zum ÖBB-Zugradar für Österreich zeigt, welche Werkzeuge dabei helfen.
Dieselelektrisch oder dieselhydraulisch – warum das zählt
Bei Dieselloks gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Wege, die Leistung des Motors an die Räder zu bringen. Der Unterschied erklärt viel darüber, warum bestimmte Reihen für bestimmte Aufgaben beschafft wurden.
Dieselhydraulisch heißt: Zwischen Motor und Achsen sitzt ein hydraulisches Getriebe, ein sogenannter Strömungswandler. Diese Bauart war jahrzehntelang der europäische Standard, weil sie leicht und vergleichsweise kompakt baut. Ältere österreichische Streckendiesellokomotiven gehören überwiegend in diese Kategorie.
Dieselelektrisch heißt: Der Motor treibt einen Generator, dessen Strom Fahrmotoren an den Achsen versorgt. Mechanisch ist das aufwendiger, elektrisch aber sehr elegant – die Zugkraft lässt sich stufenlos und äußerst fein regeln. Genau das zahlt sich beim Anfahren schwerer Züge und auf langen Steigungen aus, weil sich die Zugkraft präzise an die verfügbare Haftreibung anpassen lässt.
Ein zweiter Vorteil kommt hinzu: Die Antriebstechnik ähnelt der einer modernen Elektrolokomotive. Fahrmotoren, Umrichter und Steuerung folgen denselben Prinzipien, was Entwicklung, Ersatzteilhaltung und Ausbildung vereinfacht. Die Reihe 2016 gehört zu dieser modernen dieselelektrischen Generation.
Für dich am Bahnsteig ist der Unterschied nicht direkt sichtbar, aber hörbar: Dieselelektrische Maschinen fahren gleichmäßiger hoch, ohne die spürbaren Schaltvorgänge eines hydraulischen Getriebes.
Spotting und Fotografie
Dieselloks sind fotografisch dankbar, weil sie oft langsam fahren und an ungewöhnlichen Orten stehen. Gleichzeitig gelten dieselben Regeln wie überall.
- Standort öffentlich zugänglich wählen. Bahnsteige und öffentliche Wege ja. Gleise, Betriebsanlagen, Baustellenbereiche und Abstellgruppen sind gesperrt und lebensgefährlich – ohne Ausnahme und unabhängig davon, wie ruhig es dort wirkt.
- Dreiviertelansicht bevorzugen. Etwa 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigen Front, Seitenwand und Anschrift zugleich.
- Dach mitnehmen. Kühleranlage und Auspuff sind bei einer Diesellok das charakteristische Detail. Ein leicht erhöhter Standpunkt zahlt sich aus.
- Auf Abgasfahnen achten. Beim Anfahren unter Last entstehen sichtbare Abgasfahnen – ein Motiv, das es bei Elloks schlicht nicht gibt. Die Belichtungsgrundlagen dafür stehen im Guide zu guten Fotos von Zügen.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Reihe 2016, wenn …
- kein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt, dafür Kühler und Auspuff
- die Anschrift mit 2016 beginnt
- die Lok vier Achsen in zwei Drehgestellen hat und modern wirkt
Sieh genauer hin, wenn …
- eine sehr ähnlich aussehende Maschine eines anderen Halters vor dir steht – die Plattform ER 20 ist weit verbreitet
- das Fahrzeug in einer Firmenlackierung unterwegs ist
- neben der Nummer ein anderes Landeskürzel als A steht
Es ist keine 2016, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt – dann ist es eine Elektrolokomotive
- die Reihenanschrift mit 1 beginnt
- das Fahrzeug ein Triebwagen mit Fahrgastraum ist – dann liegt die Reihe im 5xxx-Bereich
Gerade der zweite Punkt ist in Österreich relevant. Die ER-20-Plattform wurde in mehreren Varianten geliefert, und im grenzüberschreitenden Verkehr sowie bei Bauleistungen sind Fahrzeuge privater Halter Alltag. Die eigenen Güterleistungen laufen dagegen meist für die ÖBB Rail Cargo Group. Das Halterkennzeichen neben der zwölfstelligen Nummer ist deshalb genauso wichtig wie die Reihenzahl.
Fazit
Die Reihe 2016 zeigt, dass Dieseltraktion auch in einem stark elektrifizierten Netz eine feste Aufgabe hat – überall dort, wo keine Fahrleitung verfügbar ist oder genutzt werden kann. Erkennen lässt sie sich in Sekunden über das Dach, einordnen über die Reihenzahl, und ihre Plattformbezeichnung ER 20 verrät gleich noch die Leistungsklasse mit.
Kurzfazit
Kein Stromabnehmer, vier Achsen, Anschrift 2016: die moderne Diesellok der ÖBB auf Basis des Siemens ER 20. Ihre Einsätze folgen dem Bedarf, nicht dem Takt – wer sie sucht, arbeitet mit aktuellen Meldungen.
Zusammenfassung
- Die Reihe 2016 deckt bei den ÖBB die Aufgaben ab, für die keine Fahrleitung zur Verfügung steht oder genutzt werden kann.
- Der Herstellercode ER 20 verrät Plattform und Leistungsklasse, die ÖBB-Reihenzahl die Fahrzeugart.
- Für die Bestimmung reicht der Blick aufs Dach: kein Stromabnehmer heißt Diesel.
- Weil Dieselloks oft im Bau- und Nebenbahndienst laufen, sind ihre Einsatzorte weniger planbar als im Taktverkehr.
Häufige Fragen
Was ist die ÖBB-Reihe 2016?
Die Reihe 2016 ist eine vierachsige dieselelektrische Streckenlokomotive der ÖBB, herstellerseitig Siemens ER 20 und in der Szene als Hercules bekannt. Sie hat die Achsfolge Bo'Bo', ist für 140 km/h ausgelegt und übernimmt Aufgaben auf nicht elektrifizierten Strecken sowie im Bau- und Sonderdienst.
Warum beginnt die Reihenzahl mit einer 2?
Weil die ÖBB die Fahrzeugart in der ersten Ziffer der vierstelligen Reihenzahl kodieren. 1xxx bedeutet Elektrolokomotive, 2xxx Diesellokomotive, 4xxx elektrischer Triebwagen oder Triebzug, 5xxx Dieseltriebwagen. Die 2016 ist damit schon an der Nummer als Diesellok erkennbar.
Was bedeutet die Bezeichnung ER 20?
ER steht für EuroRunner, die Diesellokplattform von Siemens, die 20 für die Leistungsklasse von rund 2.000 kW. Solche Herstellercodes sind hilfreich, weil dieselbe Plattform bei verschiedenen Bahnen unter ganz unterschiedlichen Betreibernummern läuft.
Was heißt dieselelektrisch?
Der Dieselmotor treibt keinen mechanischen oder hydraulischen Strang an, sondern einen Generator. Dessen Strom versorgt Fahrmotoren an den Achsen. Der Vorteil liegt in der feinen Regelbarkeit der Zugkraft, was besonders bei schweren Anfahrten und auf Steigungsstrecken zählt.
Wie unterscheide ich eine Diesellok von einer Ellok?
Am Dach. Eine Elektrolokomotive trägt mindestens einen Stromabnehmer, eine Diesellok stattdessen Kühleranlagen und einen Auspuff. Dieses Merkmal funktioniert aus großer Entfernung und bei schlechtem Licht – deutlich zuverlässiger als jedes Formmerkmal.
Wo werden Dieselloks in Österreich gebraucht?
Auf nicht elektrifizierten Strecken, im Bauzug- und Instandhaltungsdienst, bei Arbeiten unter abgeschalteter Fahrleitung sowie im Verschub abseits der Fahrleitung. Wie stark diese Aufgaben ausfallen, verändert sich mit Elektrifizierungsprojekten und Vergaben – das ist ausdrücklich veränderlich.
Wie identifiziere ich die einzelne Maschine?
Über die vollständige zwölfstellige UIC-Nummer. Bei Diesellokomotiven steht der Bauartcode 92 am Anfang, gefolgt vom Ländercode 81 für Österreich. Zusammen mit der ÖBB-Reihenanschrift identifiziert das jedes Fahrzeug eindeutig.
Ist die 2016 auch außerhalb Österreichs unterwegs?
Die Plattform ER 20 wurde in verschiedenen Varianten an mehrere Bahnen und Privatbahnen geliefert, weshalb dir sehr ähnlich aussehende Maschinen auch in Nachbarländern begegnen können. Ob eine konkrete Lok österreichisch ist, klärt das Halterkennzeichen neben der Fahrzeugnummer.
Sichtung von ÖBB 2016 (Hercules) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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