Das Wichtigste in Kürze
- Die Reihe 298 ist eine Schmalspur-Dampflok für 760 mm Spurweite – das zentrale Merkmal, das alles andere bestimmt.
- Der Buchstabe U ist die ältere Bauartbezeichnung; die dreistellige 298 kam mit dem ÖBB-Nummernschema dazu.
- Österreich bezeichnet Triebfahrzeuge als „Reihe“ – Schmalspur-Dampfloks tragen dabei dreistellige Nummern wie 298, 399 oder 699.
- Erkennung über die Spur: Wer den schmalen Gleisabstand sieht, kann Normalspurfahrzeuge sofort ausschließen.
- Einsätze sind Termine, keine Fahrplanleistungen – Betriebsfähigkeit und Programm ändern sich laufend.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Schmalspur-Dampflokomotive (Tenderlokomotive) |
|---|---|
| Spurweite | 760 mm (sogenannte bosnische Spurweite) |
| Ursprungsbezeichnung | Bauart U der österreichischen Schmalspurbahnen |
| ÖBB-Reihenbezeichnung | Reihe 298 |
| UIC-Bauartcode | 90 (sonstige Traktionsart, hier Dampf), Länderkennung 81 für Österreich |
| Einsatzart | Museums- und Nostalgiebetrieb auf Schmalspurstrecken |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Deutlich schmalerer Gleisabstand als bei Normalspur – der augenfälligste Hinweis
- Kompakte Tenderlokomotive ohne separaten Schlepptender
- Wasserkästen seitlich am Kessel, Kohlenkasten hinter dem Führerhaus
- Kleines Lichtraumprofil: Wagen und Lok wirken schmal und niedrig
- Reihenbezeichnung 298 oder der alte Buchstabe U am Fahrzeug
- Einsatz auf Museums- und Nostalgiestrecken, nicht im Regelverkehr
Aktualisiert: August 2026 – Ein Zug, der aussieht wie ein normaler Dampfzug, nur eine Nummer kleiner: schmalere Gleise, niedrigere Wagen, eine kompakte Lok ohne Schlepptender. Das ist der typische Anblick der Reihe 298, die früher schlicht Bauart U hieß. Diese Seite erklärt, warum die Spurweite hier alles bestimmt, wie das österreichische Bezeichnungssystem funktioniert und worauf du bei einer Sichtung achten solltest.
Schmalspur ist selten – halte sie fest
Museumsbahnen fahren saisonal und mit wechselnden Maschinen. Trag deine Sichtung samt Datum direkt in Traintrack ein.
Was ist die ÖBB Reihe 298?
Die Reihe 298 ist eine Schmalspur-Dampflokomotive für 760 mm Spurweite. Sie geht auf die alte österreichische Bauartbezeichnung U zurück und trägt seit der Einführung des ÖBB-Reihenschemas die dreistellige Nummer 298. Erhaltene Maschinen laufen heute im Museums- und Nostalgiebetrieb – etwa im Umfeld der Gurkthalbahn –, nicht im Regelverkehr.
Das Wichtigste an diesem Fahrzeug steht nicht in der Technik, sondern in der Spur. Mit 760 mm liegt sie bei etwa der Hälfte der Normalspur von 1.435 mm. Diese Spurweite prägte über Jahrzehnte ganze Regionen: Sie erlaubte enge Bögen, geringere Baukosten und Strecken dort, wo eine normalspurige Bahn nie gebaut worden wäre. Alles, was du an der Reihe 298 siehst – die schmale Bauform, die kurze Länge, das niedrige Lichtraumprofil – folgt aus dieser Entscheidung.
Wie Österreich seine Triebfahrzeuge bezeichnet
Wer aus dem deutschen Baureihenschema kommt, stolpert in Österreich zuerst über das Wort. Dort heißt es nicht Baureihe, sondern Reihe. Moderne Triebfahrzeuge tragen dazu eine vierstellige Zahl, deren erste Ziffer die Traktionsart nennt: 1 für Elektrolokomotiven, 2 für Diesellokomotiven, 4 für Elektrotriebwagen, 5 für Dieseltriebwagen.
Dampflokomotiven fallen aus diesem Muster heraus. Sie behielten kürzere Nummern – zweistellige bei Normalspurmaschinen, dreistellige bei Schmalspurfahrzeugen. Genau deshalb ist eine Zahl wie 298 oder 399 ein direkter Hinweis auf Schmalspur, während eine 52 oder 77 auf Normalspur deutet. Der zusätzliche Buchstabe aus der Frühzeit – U, Uh, Mh – blieb bei vielen Fahrzeugen erhalten und wird bis heute parallel verwendet.
Im zwölfstelligen europäischen Nummernkranz taucht das alles wieder auf: Die ersten beiden Ziffern nennen mit 90 die Traktionsart, die nächsten beiden mit 81 das Land Österreich, danach folgen Reihe und Ordnungsnummer. Wie diese Nummer im Detail aufgebaut ist, erklärt der Guide zum Lesen der UIC-Nummer.
Schmalspur oder Normalspur? Der schnelle Check
Steht da wirklich eine Schmalspurlok?
Schmalspur-Dampflok auf 760 mm
Schmaler Gleisabstand, kompakte Tenderbauform und dreistellige Reihennummer passen zusammen. Die Reihe 298 ist ein starker Kandidat – prüf die Beschriftung am Führerhaus.
Normalspur-Dampflok
Voller Gleisabstand und eine zweistellige Reihennummer sprechen für eine Normalspurmaschine, etwa aus dem ÖBB-Bestand oder von einer Privatbahn.
Keine Dampflokomotive
Vierstellige Reihennummern gehören zu modernen Triebfahrzeugen. Beginnt die Zahl mit 1, ist es eine Elektrolokomotive, bei 2 eine Diesellokomotive.
Wer solche Merkmalsketten systematisch abarbeiten will, findet die passende Reihenfolge in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Was Schmalspurbetrieb für Beobachter bedeutet
Schmalspurbahnen funktionieren anders als das Hauptnetz – und das wirkt sich direkt darauf aus, wie du an eine Sichtung kommst.
| Merkmal | Normalspur-Hauptnetz | 760-mm-Schmalspurbahn |
|---|---|---|
| Spurweite | 1.435 mm | 760 mm |
| Streckenführung | großzügige Radien, hohe Geschwindigkeit | enge Bögen, langsames Tempo |
| Fahrzeuggröße | volles Lichtraumprofil | schmal und niedrig |
| Betriebsangebot | täglich nach Fahrplan | saisonal, oft nur an bestimmten Tagen |
| Traktion heute | überwiegend elektrisch oder Diesel | Dampf und Diesel im Museumsbetrieb |
| Planbarkeit | spontan möglich | Termin vorher prüfen |
Der langsame Betrieb ist dabei ein Vorteil: Züge lassen sich zu Fuß begleiten, Standorte in Ruhe wählen, und dieselbe Garnitur kann an einem Tag mehrfach fotografiert werden. Für die elektrische Seite der österreichischen Schmalspur steht die Reihe 399 (Mh) im Umfeld der Mariazellerbahn, für den normalspurigen Dampfbestand etwa die ÖBB Reihe 77 oder die historische GKB-Reihe 29.
Saisonbetrieb heißt: Gelegenheit nutzen
Wer eine Schmalspurdampflok erwischt, sollte die Sichtung sofort dokumentieren – die nächste Gelegenheit kann Monate entfernt sein.
Fotografieren an der Schmalspurbahn
Niedriger Standpunkt, engerer Bildausschnitt
Schmalspurfahrzeuge sind klein. Aus normaler Augenhöhe wirken sie schnell verloren in der Landschaft. Ein tieferer Standpunkt und ein engerer Ausschnitt geben ihnen wieder Präsenz – und zeigen die Proportionen, die den Reiz ausmachen.
Drei weitere Punkte helfen bei Nostalgiefahrten:
- Kurven nutzen. Enge Bögen sind das Markenzeichen dieser Bahnen. Von der Bogenaußenseite siehst du Lok und Zug gleichzeitig.
- Kühle Tageszeiten wählen. Dampf wird bei niedrigen Temperaturen sichtbar und steht länger; im warmen Nachmittagslicht verschwindet er oft, bevor er im Bild wirkt.
- Den Zug zweimal fotografieren. Bei Ausflugsbahnen kommt dieselbe Garnitur zurück – nutze die erste Fahrt zum Testen und die zweite für das Bild.
Gleisbereich und Betriebsanlagen sind tabu
Auch auf einer beschaulichen Museumsbahn gilt uneingeschränkt: Gleise, Bahnsteigkanten, Rangierbereiche, Lokschuppen und Betriebsanlagen sind gesperrt. Fahrzeuge bewegen sich dort unangekündigt, gerade bei Rangierfahrten und beim Umsetzen der Lok. Fotografiert wird ausschließlich von öffentlich zugänglichen Flächen aus; was im Einzelfall zulässig ist, hängt von den örtlichen Regelungen ab.
Die grundsätzliche Aufnahmetechnik behandelt der Ratgeber gute Fotos von Zügen, Termine und Sonderfahrten findest du über den Museumsbahn-Guide.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Reihe 298, wenn …
- der Gleisabstand deutlich schmaler als Normalspur ist
- die Lok Wasserkästen am Kessel statt eines Schlepptenders trägt
- am Führerhaus die Nummer 298 oder der Buchstabe U steht
- der Zug auf einer Museums- oder Ausflugsstrecke unterwegs ist
Sieh genauer hin, wenn …
- mehrere Schmalspurdampfloks nebeneinander stehen
- die Maschine kalt abgestellt und teilweise verdeckt ist
- du nur den Buchstaben ohne Nummer erkennen kannst
Es ist keine Reihe 298, wenn …
- die Lok auf Normalspur steht
- die Reihennummer vierstellig ist – dann ist es ein modernes Triebfahrzeug
- ein separater Schlepptender angekuppelt ist
Fazit
Die Reihe 298 ist ein Fahrzeug, das man über die Spurweite lernt, nicht über technische Daten. Wer den schmalen Gleisabstand erkennt, hat den halben Bestimmungsweg schon hinter sich; die dreistellige Reihennummer und die alte Bauartbezeichnung U liefern den Rest. Schwieriger als die Bestimmung ist die Begegnung: Museumsbetrieb wie bei der Bregenzerwaldbahn heißt Saison, Termin und Vorbereitung. Genau deshalb ist jede dokumentierte Sichtung hier mehr wert als eine im Regelverkehr.
Kurzfazit
Schmalspur-Dampflok auf 760 mm, alte Bauart U, ÖBB-Reihe 298. Erkennungsweg: Spurweite prüfen, Tenderbauform ansehen, Nummer lesen. Einsätze nur im Museumsbetrieb – Termine vorher prüfen und Sichtungen mit Datum festhalten.
Zusammenfassung
- Die Reihe 298 steht für die klassische österreichische Schmalspurdampflok auf 760 mm und ist heute ein Fahrzeug des Museumsbetriebs.
- Spurweite, Tenderbauform und kleines Lichtraumprofil machen die Bestimmung im Feld einfach.
- Wo genau welche Maschine läuft, hängt an Vereinen, Fristen und Saisonprogrammen und wechselt regelmäßig.
- Auch bei Museumsbahnen gilt: Gleisbereiche und Betriebsanlagen sind gesperrt, fotografiert wird von öffentlichen Flächen.
Häufige Fragen
Was ist die ÖBB Reihe 298?
Die Reihe 298 ist eine Schmalspur-Dampflokomotive für 760 mm Spurweite. Sie geht auf die ältere Bauartbezeichnung U der österreichischen Schmalspurbahnen zurück und erhielt später im ÖBB-Schema die dreistellige Reihennummer 298. Heute sind erhaltene Maschinen im Museums- und Nostalgiebetrieb unterwegs, nicht im Regelverkehr.
Was bedeutet 760 mm Spurweite?
Es ist der Abstand zwischen den Schienen-Innenkanten. Normalspur misst 1.435 mm, die österreichische Schmalspur dagegen 760 mm – etwas mehr als die Hälfte. Diese Spurweite wird auch bosnische Spurweite genannt und war in der Habsburgermonarchie weit verbreitet, weil sie enge Kurven und günstigen Bau ermöglichte.
Warum heißt die Lok sowohl U als auch 298?
Weil sie zwei Bezeichnungssysteme durchlaufen hat. Ursprünglich vergaben die österreichischen Bahnen für Schmalspurloks Buchstaben als Bauartkennzeichen, etwa U, Uh oder Mh. Mit dem ÖBB-Reihenschema kamen dreistellige Zahlen dazu. Beide Bezeichnungen stehen bis heute nebeneinander und meinen dasselbe Fahrzeug.
Wie erkenne ich eine Schmalspurlok auf den ersten Blick?
Am Gleis, nicht an der Lok. Der Abstand zwischen den Schienen ist bei 760 mm auffällig gering, und das gesamte Fahrzeug wirkt dadurch schmal und niedrig. Steht daneben Normalspurmaterial, ist der Unterschied sofort sichtbar. Ein weiterer Hinweis sind enge Bögen und schmale Bahnsteige entlang der Strecke.
Wo fahren solche Loks heute noch?
Auf erhaltenen Schmalspurstrecken in Österreich, die von Vereinen oder regionalen Betreibern als Museums- und Ausflugsbahnen betrieben werden. Welche Strecke welche Maschine einsetzt, ändert sich mit Revisionen, Personal und Saisonprogramm. Verlässlich sind nur die aktuellen Ankündigungen des jeweiligen Betreibers.
Was unterscheidet die Reihe 298 von der Reihe 399?
Beide sind Schmalspurfahrzeuge auf 760 mm, stammen aber aus unterschiedlichen Bauartfamilien. Die 399 trägt die alte Bezeichnung Mh, wobei das h für Heißdampf steht, und ist eine größere, stärkere Maschine. Die 298 geht auf die ältere Bauart U zurück und wirkt kompakter. Im Zweifel entscheidet die Beschriftung am Fahrzeug.
Ist die Lok eine Tenderlokomotive?
Ja. Sie führt Wasser und Kohle am Fahrzeug selbst mit – in seitlichen Kästen am Kessel und in einem Kohlenkasten hinter dem Führerhaus. Ein separater Schlepptender fehlt. Das ist typisch für Schmalspurbahnen mit engen Bögen und häufigem Richtungswechsel, wo ein kurzes, wendiges Fahrzeug im Vorteil ist.
Wie plane ich eine Sichtung sinnvoll?
Über den Fahrplan der jeweiligen Museumsbahn und nicht über allgemeine Zugauskünfte. Museumsbahnen fahren saisonal, oft nur an Wochenenden, und wechseln zwischen Dampf- und Dieselbespannung. Wer eine bestimmte Maschine sehen will, prüft vorher, ob sie an dem Tag überhaupt eingesetzt wird – und hält die Sichtung danach mit Datum fest.
Sichtung von OeBB Reihe 298 (U) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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