PKP ET22

Die ET22 ist die schwere Güterzug-Ellok des polnischen Netzes: sechs Achsen, zwei dreiachsige Drehgestelle und ein Name, der ihre Aufgabe direkt benennt.

Auch bekannt als: ET22 · Byk · HCP ET22

PolenPolenElektrolokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Das T sagt alles: towarowa bedeutet Güterverkehr – die ET22 ist keine Universallok.
  • Sechs Achsen trennen sie in einer Sekunde von EU07, EP07 und EP09.
  • Im polnischen Sprachgebrauch läuft die Baureihe unter dem Spitznamen Byk, also Stier.
  • Güterverkehr ist unplanmäßig: Sichtungen hängen an Verkehrsaufkommen und Trassen, nicht an einem Fahrplanheft.
  • Bestand und Betreiber verändern sich durch Modernisierungen, Verkäufe und neue Fahrzeuge – aktuelle Angaben immer prüfen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die PKP ET22?
  2. 2.Sechs Achsen: das schnellste Bestimmungsmerkmal Polens
  3. 3.Güterverkehr beobachten: andere Regeln als im Personenverkehr
  4. 4.Fotografisch: Länge ist das Thema
  5. 5.Die UIC-Nummer und was sie zusätzlich verrät
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartElektrolokomotive für den schweren Güterverkehr
BezeichnungssystemE = elektrisch, T = towarowa (Güterverkehr), 22 = Bauartnummer
HerstellerHCP / Cegielski (Poznań)
AchsfolgeCo'Co' – sechs angetriebene Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen
Stromsystem3 kV Gleichspannung
UIC-Ländercode51 für Polen

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen – das eindeutigste Merkmal überhaupt
  • Anschrift ET22 mit Ordnungsnummer am Fahrzeugkasten
  • Deutlich längerer und massiverer Fahrzeugkasten als bei den vierachsigen Reisezugtypen
  • Fast ausschließlich vor Güterzügen, oft vor langen und schweren Zugbildungen
  • Dachausrüstung für 3 kV Gleichspannung
  • UIC-Nummer mit dem Ländercode 51 für Polen

Aktualisiert: August 2026 – Die PKP ET22 ist die schwere Güterzuglokomotive des polnischen Netzes und eine der wenigen Baureihen, die man wirklich in einer Sekunde bestimmen kann: Sechs Achsen unter einem langen Kasten gibt es in Polen sonst kaum. Diese Seite erklärt, was der Name bedeutet, wie du die Maschine sicher einordnest und was der Güterverkehr für dein Spotting bedeutet.

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Was ist die PKP ET22?

Die ET22 ist eine sechsachsige Elektrolokomotive für den schweren Güterverkehr, gebaut von HCP in Poznań für das mit 3 kV Gleichspannung elektrifizierte Netz der Polskie Koleje Państwowe. Der Name benennt die Aufgabe direkt: E für elektrischen Antrieb, T für towarowa – Güterverkehr – und 22 als Bauartnummer.

Damit ist sie das Gegenstück zu den vierachsigen Reisezug- und Universalloks. Wo die PKP EU07 als Universallok beides bedient und die PKP EP09 den schnellen Reisezugdienst übernimmt, ist die ET22 auf Zugkraft ausgelegt: lange, schwere Züge, geringere Geschwindigkeit, mehr Achsen für mehr Reibungsgewicht.

Sechs Achsen: das schnellste Bestimmungsmerkmal Polens

Bei polnischen Elektrolokomotiven ist die Achszahl die halbe Miete. Sie ist aus jeder Entfernung sichtbar und braucht weder Fernglas noch gelesene Anschrift.

Drehgestelle zählen

Zwei dreiachsige Drehgestelle unter einem langen Kasten bedeuten sechs Achsen. Zwei zweiachsige Drehgestelle bedeuten vier Achsen und führen zu EU07, EP07 oder EP09.

Kastenlänge einschätzen

Die Güterzugbauart wirkt sichtbar länger und massiger als die vierachsigen Typen. Wer beide einmal nebeneinander gesehen hat, verwechselt sie nie wieder.

Zug prüfen

Ein langer Güterzug ist das erwartete Bild. Reisezüge sind bei der ET22 die absolute Ausnahme.

Anschrift bestätigen

Die Buchstaben ET am Fahrzeugkasten schließen die Bestimmung ab. Die Ordnungsnummer dahinter gehört ins Logbuch.

E oder S – die erste Frage

Steht am Anfang ein E, fährt das Fahrzeug elektrisch. Steht dort ein S, hat es einen Verbrennungsmotor. Erst danach lohnt sich der Blick auf den zweiten Buchstaben, der die Verwendung angibt.

Güterverkehr beobachten: andere Regeln als im Personenverkehr

Wer im Personenverkehr spottet, arbeitet mit Fahrplänen. Im Güterverkehr funktioniert das nicht – hier bestimmen Aufkommen, Trassen und Betriebslage, was wann fährt. Den größten Teil dieser Leistungen fährt in Polen PKP Cargo.

Ort Trefferchance Was du beachten musst
Elektrifizierte Güterhauptstrecken hoch Durchfahrten mit hohem Tempo, kurze Reaktionszeit
Bahnhöfe mit Überholgleisen hoch Güterzüge warten dort planmäßig auf Überholung
Rangier- und Güterbahnhöfe mittel Nur von außen und von öffentlichen Wegen einsehbar
Anschlussstellen zur Industrie mittel Unregelmäßig, oft wenige Fahrten am Tag
Reine Nahverkehrsstrecken niedrig Kein oder kaum Güterverkehr

Betriebsanlagen sind tabu

Rangierbahnhöfe, Gleisfelder, Abstellgruppen und Anschlussgleise sind Betriebsanlagen und in aller Regel Privatgelände. Beobachtet und fotografiert wird ausschließlich von öffentlich zugänglichen Punkten mit klarem Abstand zum Gleis. Das gilt in Polen genauso wie überall sonst.

Wie man Güterleistungen mit Echtzeitdaten überhaupt greifbar macht, behandelt der Guide zum Verfolgen von Güterzügen.

Güterverkehr wird planbarer

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Fotografisch: Länge ist das Thema

Eine sechsachsige Lok vor einem langen Güterzug stellt andere Anforderungen als ein Lokporträt am Bahnsteig. Der Zug ist Teil des Motivs – und er ist lang.

  • Weiter zurücktreten oder kürzere Brennweite. Wer nur die Lok formatfüllend abbildet, verliert die Aussage. Ein Stück Zug gehört ins Bild.
  • Kurve statt Gerade. In einer Kurve staffelt sich der Zug hinter der Lok und wird sichtbar. Auf der Geraden verschwindet er hinter der Front.
  • Kurze Verschlusszeiten bei Durchfahrten. Güterzüge sind oft schneller unterwegs, als sie wirken. Für scharfe Standbilder braucht es Tempo.
  • Anschrift nicht vergessen. Bei aller Zuglänge bleibt die lesbare Bezeichnung die eigentliche Information für dein Logbuch.

Die passenden Brennweiten diskutiert der Ratgeber zur Brennweite in der Zugfotografie, die Technikgrundlagen der Guide zu guten Fotos von Zügen.

Die UIC-Nummer und was sie zusätzlich verrät

Neben der Baureihenbezeichnung trägt jedes Fahrzeug im europäischen Verkehr eine zwölfstellige UIC-Nummer. Sie ist der stabilste Identifikator, den es gibt – unabhängig von Lackierung, Betreiber und Umbauten.

Aufgebaut ist sie in Blöcken: eine Kennzeichnung der Fahrzeugart an den ersten Stellen, danach der Ländercode – für Polen die 51 –, eine Fahrzeugnummer und am Ende eine Prüfziffer. Für Bahndienstfahrzeuge steht an den ersten beiden Stellen die 99, was sie sofort von Triebfahrzeugen unterscheidet.

Warum sich das Mitnotieren lohnt

Baureihenbezeichnungen können sich bei Umbauten ändern, Lackierungen ohnehin. Die UIC-Nummer bleibt. Wer sie notiert, kann Sichtungen über Jahre hinweg derselben Maschine zuordnen – auch dann, wenn sie inzwischen anders heißt oder anders aussieht.

Für die Fotopraxis folgt daraus dieselbe Regel wie bei allen Güterzugmotiven: Der Ausschnitt muss die Seitenwand einschließen. Bei einer sechsachsigen Maschine ist das leichter gesagt als getan, weil das Fahrzeug lang ist und ein zu enger Ausschnitt Kopf oder Ende abschneidet. Ein etwas größerer Abstand und eine mittlere Brennweite lösen das Problem meist besser als der Versuch, alles formatfüllend zu erwischen.

Ein letzter Punkt betrifft die Zugbildung. Bei Güterzügen sagt die Wagenzusammenstellung oft mehr über die Leistung aus als die Lok selbst: Ganzzüge aus einheitlichen Wagen deuten auf feste Verkehre hin, gemischte Züge auf Sammelverkehre. Wer beides mitnotiert, erkennt nach einigen Monaten Muster an seinem Standort – und weiß, wann sich das Warten lohnt.

Ein letzter Hinweis zur Erwartung: Der Güterverkehr ist das Segment mit den größten Schwankungen. Verkehre entstehen und enden mit Verträgen, Baureihen werden modernisiert oder abgestellt, Betreiber kommen hinzu. Belastbar ist deshalb nur die eigene Beobachtung über längere Zeiträume – jede Sichtung mit Datum ist ein Baustein davon.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für eine ET22, wenn …

  • du sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen zählst
  • die Anschrift mit ET beginnt
  • ein langer Güterzug dranhängt
  • die Lok Stromabnehmer für 3 kV Gleichspannung trägt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Lok in der Lackierung eines privaten Güterbahnbetreibers unterwegs ist
  • du sie nur teilweise siehst und die Drehgestelle verdeckt sind
  • das Fahrzeug modernisiert wurde und im Detail abweicht

Es ist keine ET22, wenn …

  • du nur vier Achsen zählst
  • die Anschrift mit S beginnt – dann ist es eine Diesellok wie die ST43
  • die Lok keinen Stromabnehmer hat

Der direkte Vergleich lohnt mit der dieselbetriebenen Güterzuglok PKP ST43, die dasselbe T trägt, und mit den modernen Mehrsystemfahrzeugen der Bauart Siemens Vectron bei PKP Cargo (EU46), die den grenzüberschreitenden Verkehr übernehmen.

Fazit

Die ET22 ist das Arbeitstier des polnischen Güterverkehrs und gleichzeitig die am einfachsten zu bestimmende polnische Ellok. Achsen zählen genügt in den allermeisten Fällen; die Anschrift bestätigt nur noch. Anspruchsvoll ist nicht die Bestimmung, sondern das Antreffen – Güterverkehr folgt keinem veröffentlichten Fahrplan.

Kurzfazit

E für elektrisch, T für Güterverkehr, 22 für die Bauart. Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen machen die ET22 unverwechselbar – gesucht wird sie am besten an Güterhauptstrecken und Überholbahnhöfen.

Jede Güterzugsichtung zählt

Baureihe, Nummer, Ort und Zeit festhalten – so entsteht aus Zufallsfunden ein auswertbares Archiv.

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Zusammenfassung

  • Die ET22 ist die schwere Güterzuglok des polnischen 3-kV-Netzes und über ihre Achszahl unverwechselbar.
  • Ihr Name folgt dem PKP-Schema: Antriebsart, Verwendung, Bauartnummer – hier elektrisch, Güterverkehr, Bauart 22.
  • Für die Bestimmung reicht in den meisten Fällen ein Blick auf die Drehgestelle.
  • Weil Güterleistungen kaum planbar sind, lohnt sich die Kombination aus Echtzeitdaten und geduldigem Beobachten.

Häufige Fragen

Was bedeutet ET22?

E steht für elektrischen Antrieb, T für towarowa – also Güterverkehr – und 22 ist die Bauartnummer. Das polnische System benennt damit im Namen die zwei wichtigsten Eigenschaften eines Fahrzeugs. Eine ET22 ist folglich eine elektrische Güterzuglokomotive der Bauart 22.

Wie erkenne ich die ET22 aus der Entfernung?

An der Achszahl. Die ET22 hat sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen, während die klassischen polnischen Reisezug- und Universalloks vier Achsen in zwei Drehgestellen haben. Dieses Merkmal siehst du auch bei schlechtem Licht und aus großer Entfernung – es ist das zuverlässigste Kriterium überhaupt.

Warum heißt die ET22 im Polnischen Byk?

Byk bedeutet Stier. Der Spitzname spielt auf die massige Erscheinung und die Zugkraft der Maschine an. Solche Kurznamen sind in der polnischen Eisenbahnszene weit verbreitet und tauchen in Foren und Sichtungsmeldungen oft häufiger auf als die offizielle Bezeichnung.

Zieht die ET22 auch Reisezüge?

Das ist die Ausnahme und keine Regel. Der Buchstabe T steht ausdrücklich für den Güterverkehr, und die Auslegung folgt dieser Aufgabe. Für Reisezüge sind die Typen mit P zuständig, für gemischte Einsätze die Universalloks mit U.

Auf welchem Stromsystem fährt die ET22?

Auf 3 kV Gleichspannung, dem Standard des elektrifizierten polnischen Netzes. Das ist auch der Grund, warum grenzüberschreitende Güterzüge an der Grenze häufig die Lok wechseln oder gleich mit Mehrsystemfahrzeugen wie Vectron-Lokomotiven gefahren werden.

Wo sieht man die ET22 am ehesten?

Auf elektrifizierten Güterverkehrsachsen, an Rangier- und Güterbahnhöfen sowie an Strecken zu Industrie- und Umschlagstandorten. Weil Güterverkehr nicht nach einem veröffentlichten Personenfahrplan läuft, gibt es keine verlässliche Uhrzeit – Geduld und Echtzeitdaten schlagen hier jede Liste.

Wie unterscheide ich ET22 und ST43?

Am ersten Buchstaben. E bedeutet elektrisch, S bedeutet Verbrennungsmotor. Beide tragen das T für Güterverkehr, sind also für dieselbe Aufgabe gedacht – aber mit völlig unterschiedlichem Antrieb. Eine ET22 ist auf Fahrdraht angewiesen, eine ST43 nicht.

Was bedeutet die Achsfolge Co'Co'?

Co'Co' beschreibt zwei dreiachsige Drehgestelle, bei denen alle Achsen angetrieben sind. Das ergibt sechs Treibachsen und damit ein hohes Reibungsgewicht – genau das, was eine Güterzuglok braucht. Entscheidend für die Bestimmung im Feld ist ohnehin die schlichte Zahl: sechs Achsen unter einem langen Kasten bedeuten in Polen fast immer eine schwere Güterzuglok.

Sichtung von PKP ET22 festhalten

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