PKP ST43

Die ST43 ist eine Streckendiesellok für den polnischen Güterverkehr. Ihr Kürzel benennt Antrieb und Aufgabe – und trennt sie klar von Rangier- und Elektrobaureihen.

Auch bekannt als: ST43

PolenPolenDiesellokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • ST43 heißt Diesel plus Güterverkehr: S für Verbrennungsmotor, T für towarowa, 43 als Bauartnummer.
  • Kein Stromabnehmer ist das schnellste Ausschlusskriterium gegenüber allen elektrischen Baureihen.
  • Streckenlok, keine Rangierlok: Der Buchstabe T trennt sie klar von der SM42 mit ihrem M.
  • Der Einsatzwert liegt dort, wo kein Fahrdraht hängt – auf Anschlussgleisen, Nebenstrecken und in Umschlagbereichen.
  • Bestand und Einsatzgebiete sind veränderlich und hängen an Verkehrsaufkommen, Modernisierungen und Betreiberstrukturen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die PKP ST43?
  2. 2.Das S-System: Polens Dieselbaureihen im Überblick
  3. 3.Bestimmung im Feld
  4. 4.Spotting und Fotografie
  5. 5.Sichtungen im Güterverkehr sauber dokumentieren
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartDiesellokomotive für den Güterverkehr
BezeichnungssystemS = Verbrennungsmotor, T = towarowa (Güterverkehr), 43 = Bauartnummer
AntriebsprinzipVerbrennungsmotor, kein Fahrdraht erforderlich
Typischer EinsatzGüterzüge, auch auf nicht elektrifizierten Abschnitten; Einsätze sind veränderlich
UIC-Ländercode51 für Polen

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Anschrift ST43 mit Ordnungsnummer am Fahrzeugkasten
  • Kein Stromabnehmer auf dem Dach – die Maschine arbeitet unabhängig von der Oberleitung
  • Große Streckendiesellok mit langem Kasten, deutlich massiger als die vierachsige SM42
  • In aller Regel vor Güterzügen, nicht vor Reisezügen
  • Auspuffanlage und Kühleraufbauten auf dem Dach statt elektrischer Dachausrüstung
  • UIC-Nummer mit dem Ländercode 51 für Polen

Aktualisiert: August 2026 – Die PKP ST43 ist eine Streckendiesellokomotive für den polnischen Güterverkehr. Ihr Kürzel ist typisch für das polnische System: Zwei Buchstaben genügen, um Antrieb und Aufgabe festzulegen. Diese Seite zeigt, wie du den Code liest, woran du eine Diesellok in Sekunden von einer Ellok unterscheidest und was der Güterverkehr für dein Spotting bedeutet.

Diesellok im Güterverkehr gesichtet?

Sichtungen im Güterverkehr sind selten planbar – halte sie fest, solange du sie vor dir hast.

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Was ist die PKP ST43?

Die ST43 ist eine Diesellokomotive für den Güterverkehr. Ihr Name folgt exakt dem Buchstaben-Ziffern-Schema der Polskie Koleje Państwowe: S für einen Verbrennungsmotor, T für towarowa – Güterverkehr – und 43 als Bauartnummer.

Damit steht sie im System an derselben Stelle wie die elektrische PKP ET22, nur mit anderem Antrieb. Beide sind für schwere Züge gedacht; die eine braucht Fahrdraht, die andere nicht. Genau daraus ergibt sich der betriebliche Wert der Diesellok: Sie arbeitet dort weiter, wo die Oberleitung endet. Den schweren Güterverkehr in Polen fährt heute vor allem die PKP Cargo, eine der größten Güterbahnen Europas.

Das S-System: Polens Dieselbaureihen im Überblick

Der erste Buchstabe legt den Antrieb fest, der zweite die Aufgabe. Bei den Dieselfahrzeugen ergibt das eine überschaubare, klar sortierte Familie.

Bezeichnung Zweiter Buchstabe Aufgabe
SM42 M – manewrowa Rangier- und Zustelldienst
SU42 U – uniwersalna Streckendienst, auch Reisezüge
ST43 T – towarowa schwerer Güterverkehr
ST44 T – towarowa schwerer Güterverkehr, andere Bauart
ST46 T – towarowa schwerer Güterverkehr, importierte Bauart
SU45 U – uniwersalna universeller Streckendienst

Wer diese Tabelle im Kopf hat, kann jede polnische Diesellok einordnen, noch bevor er die Bauartnummer kennt. Die Zahl liefert dann die Feinunterscheidung innerhalb der Gruppe.

Erst das Dach, dann die Buchstaben

Stromabnehmer oder Auspuff? Diese eine Beobachtung entscheidet zwischen E und S und halbiert die Zahl der infrage kommenden Baureihen sofort. Erst danach lohnt sich der Blick auf die Anschrift.

Bestimmung im Feld

Dachausrüstung prüfen

Auspuffanlagen, Kühler und Lüftergitter statt Stromabnehmer und Isolatoren: Das ist eine Diesellok und damit ein führendes S.

Größe einordnen

Eine lange, massige Streckenmaschine spricht für T. Ein kompakter Kasten mit vier Achsen führt eher zur Rangierklasse mit M.

Zug ansehen

Ein langer Güterzug passt zur Auslegung. Ein Reisezug wäre ungewöhnlich und ein Grund, die Bestimmung noch einmal zu prüfen.

Anschrift und Nummer lesen

ST43 plus Ordnungsnummer schließt die Bestimmung ab. Ohne die Ordnungsnummer bleibt die Sichtung unvollständig.

Güterverkehr planbarer machen

Live-Meldungen aus der Community ersetzen den fehlenden Fahrplan – und zeigen, was gerade unterwegs ist.

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Spotting und Fotografie

Güterzugdieselloks sind fotografisch ergiebig: Sie arbeiten sichtbar, entwickeln beim Anfahren unter Last Abgasfahnen und laufen oft vor langen, gestaffelten Zügen.

  • In der Kurve fotografieren. Nur dort wird der Zug hinter der Lok sichtbar. Auf der Geraden verschwindet er hinter der Front.
  • Anfahrten mitnehmen. Der Moment unter Last erzählt mehr als eine Durchfahrt mit konstanter Geschwindigkeit.
  • Auf das Dach achten. Kühler und Auspuff sind bei Dieselloks Teil der Formensprache – ein leicht erhöhter Standpunkt bringt sie ins Bild.
  • Nummer lesbar halten. Bei Baureihen ohne markante Formunterschiede ist die Anschrift die eigentliche Information.

Die Grundlagen dazu stehen im Guide zu guten Fotos von Zügen, die Objektivwahl im Ratgeber zur Brennweite in der Zugfotografie. Wie man Güterleistungen mit Echtzeitdaten überhaupt findet, behandelt der Beitrag zum Verfolgen von Güterzügen.

Betriebsanlagen bleiben tabu

Gleisbereiche, Rangierfelder, Anschlussgleise, Umschlagterminals und Abstellgruppen sind Betriebsanlagen und in der Regel Privatgelände. Beobachtet und fotografiert wird ausschließlich von öffentlich zugänglichen Wegen und Bahnsteigen mit klarem Abstand zum Gleis.

Sichtungen im Güterverkehr sauber dokumentieren

Im Personenverkehr liefert der Fahrplan den Rahmen: Zugnummer, Linie, Uhrzeit. Im Güterverkehr fehlt das alles. Umso wichtiger ist es, die Informationen festzuhalten, die man tatsächlich beobachten kann.

Fünf Angaben machen aus einer Beobachtung einen verwertbaren Datenpunkt: Baureihenbezeichnung, Ordnungsnummer, Datum, Ort und – wenn erkennbar – der Betreiber. Wer zusätzlich die Zugbildung notiert, also ob es sich um einen Ganzzug aus einheitlichen Wagen oder um einen gemischten Zug handelt, erkennt nach einigen Monaten Muster am eigenen Standort.

Notieren schlägt Erinnern

Nummern verwechselt man schneller, als man denkt – gerade wenn mehrere ähnliche Maschinen an einem Tag vorbeikommen. Wer direkt vor Ort erfasst, hat später keine Lücken im Archiv und muss nichts rekonstruieren.

Ein zweiter Punkt betrifft die Bilder selbst. Aufnahmen von Güterzügen altern anders als Bilder aus dem Personenverkehr: Wagenbauarten, Ladungen und Betreiberlackierungen verschwinden oft geräuschlos. Was heute alltäglich wirkt, ist in zehn Jahren dokumentarisch wertvoll. Genau deshalb lohnt es sich, auch die vermeintlich langweiligen Züge zu fotografieren.

Drittens hilft eine feste Routine: erst Nummer lesen, dann fotografieren, dann notieren. Bei Durchfahrten entscheidet diese Reihenfolge darüber, ob die Sichtung überhaupt verwertbar ist. Bei stehenden Zügen an Überholbahnhöfen hast du dagegen Zeit für alle drei Schritte – ein weiterer Grund, solche Standorte zu bevorzugen.

Wer so arbeitet, baut über die Jahre ein eigenes Bild des Güterverkehrs an seinem Standort auf. Das ist verlässlicher als jede Liste aus dem Netz, weil es auf eigenen, datierten Beobachtungen beruht.

Ein zusätzlicher Hinweis betrifft die Bauartnummern innerhalb der ST-Gruppe. Mehrere polnische Dieselbaureihen erfüllen dieselbe Aufgabe und tragen deshalb dasselbe Buchstabenpaar. Unterscheiden lassen sie sich nur über die Zahl – und über Formmerkmale, die man am konkreten Fahrzeug prüfen muss, nicht aus der Erinnerung.

Deshalb lohnt sich beim Bestimmen eine gesunde Zurückhaltung: Lieber „ST-Baureihe, Nummer nicht lesbar“ notieren als eine Bauartnummer raten. Eine ehrlich unvollständige Sichtung bleibt auswertbar, eine falsch zugeordnete verfälscht das eigene Archiv dauerhaft.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für eine ST43, wenn …

  • kein Stromabnehmer vorhanden ist
  • eine große Streckendiesellok vor einem Güterzug läuft
  • die Anschrift ST43 lautet
  • die UIC-Nummer den Ländercode 51 trägt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Bauartnummer nicht lesen kannst – mehrere ST-Baureihen erfüllen dieselbe Aufgabe
  • die Maschine bei einem privaten Güterbahnbetreiber läuft
  • das Fahrzeug modernisiert wurde und vom Serienbild abweicht

Es ist keine ST43, wenn …

  • Stromabnehmer auf dem Dach sitzen – dann ist es eine Ellok wie die ET22
  • die Anschrift mit SM beginnt – dann ist es eine Rangierlok
  • die typische Class-66-Silhouette zu sehen ist – dann liegt die ST46 näher

Innerhalb der polnischen Dieselflotte lohnt der Vergleich mit der PKP ST44 (M62), die dieselbe Aufgabe aus einer anderen Konstruktionsschule löst, und mit der PKP SU45, deren U auf den universellen Streckeneinsatz hinweist.

Fazit

Die ST43 ist kein Fahrzeug, das man an der Silhouette erkennt – sondern eines, das man am Kürzel einordnet. Zwei Buchstaben legen Antrieb und Aufgabe fest, die Bauartnummer die konkrete Konstruktion. Wer beim Bestimmen erst aufs Dach und dann auf die Anschrift sieht, kommt auch bei den polnischen Dieselbaureihen zuverlässig zum Ziel.

Kurzfazit

S für Verbrennungsmotor, T für Güterverkehr, 43 für die Bauart. Kein Stromabnehmer, große Streckenmaschine, Güterzug am Haken – und die Anschrift als Bestätigung.

Dieselbaureihen systematisch sammeln

Bezeichnung, Nummer, Ort und Datum an einem Ort – so wird aus Zufallssichtungen ein echtes Archiv.

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Zusammenfassung

  • Die ST43 gehört zu den Streckendieselloks des polnischen Güterverkehrs und ist über ihr Kürzel eindeutig eingeordnet.
  • Ihr Name folgt der PKP-Logik: erster Buchstabe Antrieb, zweiter Buchstabe Verwendung, dann die Bauartnummer.
  • Für die Bestimmung reichen das fehlende Dachgerät, die Fahrzeuggröße und die gelesene Anschrift.
  • Weil Güterleistungen keinem veröffentlichten Fahrplan folgen, sind Echtzeitdaten und Geduld die wichtigsten Werkzeuge.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Bezeichnung ST43?

S steht im polnischen System für einen Verbrennungsmotor, also Dieselantrieb, T für towarowa – Güterverkehr – und 43 ist die Bauartnummer. Die Bezeichnung sagt damit vor jeder technischen Detailkenntnis, womit das Fahrzeug fährt und wofür es gebaut wurde.

Wie unterscheide ich ST43 und ET22?

Am ersten Buchstaben und am Dach. S bedeutet Verbrennungsmotor, E bedeutet elektrisch. Die ET22 trägt Stromabnehmer und ist auf 3 kV Gleichspannung angewiesen, die ST43 nicht. Beide sind für denselben Zweck gedacht – schwere Güterzüge – und tragen deshalb dasselbe T an zweiter Stelle.

Was unterscheidet ST43 und SM42?

Der zweite Buchstabe und die Größe. T steht für schweren Güterverkehr auf der Strecke, M für den Rangierdienst. Die ST43 ist entsprechend die größere Streckenmaschine, die SM42 die kompaktere Rangier- und Zustelllok. Beide fahren mit Verbrennungsmotor und beginnen deshalb mit S.

Warum braucht ein elektrifiziertes Netz Güterzugdieselloks?

Weil Güterverkehr selten vollständig unter Fahrdraht stattfindet. Anschlussgleise, Werkbahnen, Umschlagterminals und viele Nebenstrecken haben keine Oberleitung. Eine Diesellok kann den Zug durchgehend führen, ohne unterwegs die Lok zu wechseln – das spart Zeit und Rangieraufwand am Anfang und Ende der Transportkette.

Wie erkenne ich eine Diesellok aus der Entfernung?

Am Dach. Elektrolokomotiven tragen Stromabnehmer, Dachleitungen und Isolatoren. Dieselloks haben stattdessen Auspuffanlagen, Kühleraufbauten und Lüftergitter. Dieser Unterschied ist auch bei schlechtem Licht und aus großer Entfernung sichtbar und sollte immer der erste Bestimmungsschritt sein.

Zieht die ST43 auch Reisezüge?

Das ist nicht ihre Auslegung. Der Buchstabe T weist eindeutig auf den Güterverkehr hin. Für Reisezüge auf nicht elektrifizierten Strecken sind in Polen die Typen mit P oder U zuständig, etwa die SU-Baureihen. Ausnahmen im Betrieb gibt es überall, sie sind aber keine Regel.

Wo trifft man die ST43 an?

Auf Güterverkehrsachsen, an Übergängen zwischen elektrifizierten und nicht elektrifizierten Abschnitten sowie in der Nähe von Industrie- und Umschlagstandorten. Welche Fahrzeuge dort tatsächlich laufen, verändert sich mit Verkehrsaufkommen, Betreiberstrukturen und Fahrzeugbeschaffungen – aktuelle Angaben solltest du immer prüfen.

Was gehört in eine saubere Sichtung?

Baureihenbezeichnung, Ordnungsnummer, Datum, Ort und wenn möglich der Betreiber. Bei Güterzügen lohnt sich zusätzlich eine Notiz zur Zugbildung. Erst diese Kombination macht aus einer Beobachtung einen Datenpunkt, den du später auswerten und mit anderen Sichtungen vergleichen kannst.

Sichtung von PKP ST43 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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