Das Wichtigste in Kürze
- SM42 und SU42 sind dieselbe Bauart: Der zweite Buchstabe beschreibt die Aufgabe, nicht die Konstruktion.
- M steht für manewrowa – Rangierdienst; U für uniwersalna, also Streckeneinsatz einschließlich Reisezügen.
- Tamara ist der etablierte Spitzname und taucht in polnischen Sichtungsmeldungen häufiger auf als die offizielle Bezeichnung.
- Kein Stromabnehmer trennt sie sofort von allen elektrischen Baureihen.
- Einsatzorte sind veränderlich: Rangierleistungen und Regionalverkehr verschieben sich mit Vergaben und Betriebskonzepten.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Diesellokomotive für Rangier- und Streckendienst |
|---|---|
| Bezeichnungssystem | S = Verbrennungsmotor, M = manewrowa (Rangier), U = uniwersalna (universal), 42 = Bauartnummer |
| Hersteller | Fablok (Chrzanów) |
| Achsfolge | Bo'Bo' – vier Achsen in zwei Drehgestellen |
| Spitzname | Tamara – in Polen fest etabliert |
| UIC-Ländercode | 51 für Polen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Anschrift SM42 oder SU42 mit Ordnungsnummer am Fahrzeugkasten
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kompakter Kasten mit langem Vorbau
- Kein Stromabnehmer – die Maschine arbeitet unabhängig vom Fahrdraht
- Rangiertritte und Haltegriffe an den Fahrzeugenden
- Als SM42 im Rangier- und Zustelldienst, als SU42 vor Reisezügen auf nicht elektrifizierten Strecken
- UIC-Nummer mit dem Ländercode 51 für Polen
Aktualisiert: August 2026 – SM42 und SU42 sind zwei Bezeichnungen für dieselbe Fahrzeugfamilie – und genau darin liegt der Lerneffekt. Das polnische Baureihensystem beschreibt nicht die Konstruktion, sondern die Aufgabe. Wer diesen Unterschied versteht, liest anschließend jede polnische Fahrzeugbezeichnung richtig. Diese Seite zeigt, wie das funktioniert und woran du die Maschine im Feld erkennst.
Tamara gesichtet? Buchstaben mitlesen.
SM oder SU – dieser eine Buchstabe entscheidet über die Zuordnung. Halte ihn direkt in Traintrack fest.
Was sind PKP SM42 und SU42?
Die SM42 ist eine vierachsige Diesellokomotive von Fablok aus Chrzanów, ausgelegt für den Rangier- und Zustelldienst. Der Name sagt es direkt: S für einen Verbrennungsmotor, M für manewrowa – Rangier- oder Manöverdienst – und 42 als Bauartnummer.
Die SU42 ist dieselbe Grundbauart in einer Ausführung für den Streckendienst. Hier steht U für uniwersalna, also den universellen Einsatz einschließlich Reisezügen auf nicht elektrifizierten Strecken – ein Segment, in dem regionale Betreiber wie Polregio unterwegs sind. Konstruktiv ist die Verwandtschaft offensichtlich, betrieblich sind es zwei verschiedene Aufgaben.
Warum der Buchstabe wichtiger ist als das Blech
Das Bezeichnungssystem der Polskie Koleje Państwowe unterscheidet sich damit grundlegend von rein technischen Bezeichnungen. Es beantwortet zwei Fragen – und beide betreffen den Einsatz, nicht die Bauteile.
| Zeichen | Bedeutung | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| S (erste Stelle) | Verbrennungsmotor | kein Stromabnehmer, unabhängig vom Fahrdraht |
| M (zweite Stelle) | manewrowa – Rangierdienst | kurze Wege, niedrige Geschwindigkeiten, Wagen statt Züge |
| U (zweite Stelle) | uniwersalna – universal | Streckendienst, auch vor Reisezügen |
| T (zweite Stelle) | towarowa – Güterverkehr | schwere Züge, größere Maschinen |
| 42 | Bauartnummer | ordnet die konkrete Konstruktion ein |
Daraus folgt eine praktische Regel: Wer nur „Diesellok gesehen“ notiert, verliert die entscheidende Information. Erst der zweite Buchstabe sagt, in welcher Rolle das Fahrzeug unterwegs war.
Zwei Buchstaben, zwei Fragen
Erste Frage: Womit fährt das Fahrzeug – E oder S? Zweite Frage: Wofür ist es gedacht – U, T, P, M oder N? Diese Reihenfolge funktioniert bei jedem polnischen Schienenfahrzeug.
Bestimmung im Feld
Dach prüfen
Kein Stromabnehmer bedeutet Verbrennungsmotor und damit ein führendes S in der Anschrift. Das schließt sämtliche Elektrobaureihen aus.
Größe einschätzen
Ein kompakter Kasten mit vier Achsen spricht für die Rangier- und Zustellklasse. Große sechsachsige Maschinen gehören zu den schweren Güterzugbaureihen.
Aufgabe beobachten
Bewegt das Fahrzeug einzelne Wagen, liegt SM nahe. Zieht es einen Reisezug über die Strecke, ist SU wahrscheinlicher.
Anschrift lesen
SM42 oder SU42 plus Ordnungsnummer entscheidet endgültig. Die Ordnungsnummer identifiziert die einzelne Maschine und gehört ins Logbuch.
Wie man solche Anschriften systematisch findet und einordnet, zeigt der Guide zum Entschlüsseln von Zugnummern.
Sieh, was gerade gemeldet wird
Rangierfahrzeuge tauchen unangekündigt auf – Community-Meldungen zeigen dir, wo gerade etwas läuft.
Spotting: das unterschätzte Fahrzeug
Rangierdieselloks gehören zu den am häufigsten übersehenen Fahrzeugen überhaupt. Sie stehen am Rand des Bildes, arbeiten unspektakulär und werden selten bewusst fotografiert – was sie langfristig zu den interessantesten Archivmotiven macht.
- Am Bahnsteigende arbeiten. Der einzige legale Punkt mit Blick ins Gleisfeld ist häufig das Ende eines öffentlich zugänglichen Bahnsteigs. Weiter geht es nicht.
- Telebrennweite mitnehmen. Rangierfahrzeuge sind selten nah. Der Abstand ist nicht verhandelbar, also muss das Objektiv die Distanz überbrücken.
- Auf Bewegung warten. Eine arbeitende Maschine mit angehängten Wagen erzählt mehr als ein Standbild.
- Umgebung mitnehmen. Gerade bei Rangierloks ist der Ort Teil der Geschichte – Gleisfeld, Stellwerk, Industriekulisse.
Die fotografischen Grundlagen stehen im Guide zu guten Fotos von Zügen; wer im Güterbereich unterwegs ist, findet zusätzliche Ansätze im Beitrag zum Verfolgen von Güterzügen.
Rangierbereiche sind tabu
Gleisfelder, Rangierbereiche, Anschlussgleise und Betriebsgelände darfst du nicht betreten – unabhängig davon, ob dort ein Zaun steht. Rangierfahrten bewegen sich unangekündigt und in beide Richtungen. Beobachtet wird ausschließlich von öffentlich zugänglichen Standorten.
Rangierdienst verstehen: was dort eigentlich passiert
Wer Rangierloks beobachtet, sieht auf den ersten Blick nur Bewegung ohne erkennbares Ziel. Tatsächlich folgt Rangieren einer klaren Logik, und wer sie kennt, kann die Abläufe lesen – und besser einschätzen, wann sich das Warten lohnt.
Im Kern geht es um drei Aufgaben: Wagen aus ankommenden Zügen sortieren, Wagengruppen zu neuen Zügen zusammenstellen und einzelne Wagen zu Kunden zustellen oder von dort abholen. Jede dieser Aufgaben hat einen typischen Rhythmus. Zustellfahrten liegen oft am Morgen und am Abend, das Sortieren fällt an, wenn ein Zug angekommen ist. Den größten Teil dieser Arbeit im polnischen Güterverkehr erledigt PKP Cargo.
Ankunft beobachten
Kommt ein Güterzug an, folgt fast immer eine Rangierbewegung. Das ist der beste Moment, um eine Rangierlok in Aktion zu sehen statt abgestellt.
Richtungswechsel erwarten
Rangierfahrten wechseln häufig die Richtung. Wer einen Standpunkt wählt, sollte beide Fahrtrichtungen im Blick haben – und niemals versuchen, einer Bewegung zu folgen.
Wartezeiten einplanen
Zwischen zwei Bewegungen können Minuten oder Stunden liegen. Rangierdienst ist kein Fahrplanbetrieb, sondern Arbeit nach Bedarf.
Für die Sicherheit ist genau dieser Punkt entscheidend: Rangierfahrten sind unangekündigt, wechseln die Richtung und werden teilweise geschoben. Deshalb gilt ohne Ausnahme, dass Gleisfelder und Rangierbereiche nicht betreten werden – auch nicht kurz, auch nicht am Rand, auch nicht wenn gerade nichts fährt.
Fotografisch lohnt sich die Geduld trotzdem. Eine Rangierlok mit angehängten Wagen im Gleisfeld ist ein Motiv, das den Bahnbetrieb erzählt – anders als das übliche Lokporträt am Bahnsteig. Und weil kaum jemand diese Fahrzeuge dokumentiert, ist der Archivwert überdurchschnittlich hoch.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für SM42 oder SU42, wenn …
- kein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- du vier Achsen in zwei Drehgestellen zählst
- die Anschrift mit SM42 oder SU42 beginnt
- das Fahrzeug Wagen bewegt oder einen kurzen Zug führt
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Buchstaben nicht lesen kannst – SM und SU sind optisch eng verwandt
- das Fahrzeug bei einem Industrie- oder Privatbahnbetreiber läuft
- es modernisiert wurde und im Detail vom Serienbild abweicht
Es ist keine 42er, wenn …
- Stromabnehmer auf dem Dach sitzen
- du sechs Achsen zählst – dann eher ST43 oder ST46
- das Fahrzeug ein Triebwagen ohne separate Lok ist
Wer die polnische Dieselflotte systematisch durchgehen will, findet mit der schweren PKP ST43 und der PKP Cargo ST46 (Class 66) die beiden Güterzugvertreter – und mit den Dieseltriebwagen der Reihe PKP SA132 / SA133 / SA134 die Fahrzeuge, die im Regionalverkehr an ihre Stelle treten.
Fazit
Die SM42 ist das Arbeitspferd des polnischen Rangierdienstes und gleichzeitig das beste Beispiel für die Logik des PKP-Systems: Ein Buchstabe entscheidet, ob dieselbe Maschine als Rangierlok oder als Streckenlok geführt wird. Wer das verstanden hat, bestimmt nicht mehr nach Aussehen, sondern nach Aufgabe – und liegt damit deutlich häufiger richtig.
Kurzfazit
S für Diesel, M für Rangierdienst, U für universal, 42 für die Bauart. Vier Achsen, kein Stromabnehmer, kompakter Kasten – und der zweite Buchstabe als eigentliche Information.
Zusammenfassung
- Die SM42 ist die verbreitetste polnische Rangierdiesellok und ein Standardfahrzeug an Güter- und Anschlussgleisen.
- Als SU42 übernimmt dieselbe Bauart Streckenleistungen – ein Lehrstück dafür, wie das PKP-Schema Aufgaben statt Technik kodiert.
- Für die Bestimmung reichen Achszahl, fehlender Stromabnehmer und die gelesene Anschrift.
- Weil Rangierfahrzeuge selten fotografiert werden, sind saubere Sichtungen mit Nummer besonders wertvoll.
Häufige Fragen
Was bedeutet SM42?
S steht für einen Verbrennungsmotor, also Dieselantrieb, M für manewrowa – Rangier- oder Manöverdienst – und 42 ist die Bauartnummer. Eine SM42 ist damit eine Diesel-Rangierlokomotive der Bauart 42. Das polnische Schema benennt Antrieb und Aufgabe direkt im Namen.
Was ist der Unterschied zwischen SM42 und SU42?
Der zweite Buchstabe. M steht für den Rangierdienst, U für uniwersalna, also den universellen Streckeneinsatz einschließlich Reisezügen. Es handelt sich um dieselbe Grundbauart in unterschiedlicher Ausführung und Aufgabe. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass das polnische System die Verwendung kodiert, nicht die Konstruktion.
Warum heißt die SM42 Tamara?
Tamara ist der in Polen fest etablierte Spitzname der Baureihe. Solche Kurznamen sind in der polnischen Eisenbahnszene weit verbreitet und werden in Foren, Gesprächen und Sichtungsmeldungen oft selbstverständlicher benutzt als die offizielle Bezeichnung – vergleichbar mit deutschen Spitznamen für bekannte Baureihen.
Wie viele Achsen hat die SM42?
Vier Achsen in zwei Drehgestellen, Achsfolge Bo'Bo'. Zusammen mit dem kompakten Kasten und dem fehlenden Stromabnehmer ergibt das ein sehr charakteristisches Bild, das sich klar von den sechsachsigen schweren Güterzuglokomotiven wie ET22 oder ST46 unterscheidet.
Wo sieht man SM42-Lokomotiven?
In Güterbahnhöfen, an Anschlussgleisen, bei Industriebahnen und überall dort, wo Wagen einzeln bewegt werden. Als SU42 zusätzlich vor Reisezügen auf nicht elektrifizierten Strecken. Welche Standorte und Leistungen aktuell bedient werden, ändert sich mit Vergaben, Betriebskonzepten und Fahrplanjahren.
Kann eine Rangierlok auch auf die Strecke?
Grundsätzlich ja, und genau das steckt hinter der Variante mit U. Für Reisezugleistungen braucht ein Fahrzeug allerdings zusätzliche Ausrüstung, etwa für die Zugheizung. Deshalb ist der Buchstabenwechsel im polnischen System keine reine Formalie, sondern beschreibt eine tatsächlich andere Ausführung.
Wie unterscheide ich SM42 und ST43?
Am zweiten Buchstaben und an der Größe. M bedeutet Rangierdienst, T schwerer Güterverkehr. Die ST43 ist die deutlich größere Streckenmaschine für lange Güterzüge, die SM42 die kompaktere Rangier- und Zustelllok. Beide fahren mit Verbrennungsmotor und tragen deshalb das führende S.
Darf ich Rangierloks fotografieren?
Vom öffentlich zugänglichen Bahnsteig oder von der Straße aus in der Regel ja. Gleisbereiche, Rangierfelder, Anschlussgleise und Betriebsgelände sind dagegen tabu – auch wenn dort die besten Motive stehen. Details zu Hausrecht und Zutritt hängen vom Betreiber und vom Einzelfall ab.
Sichtung von PKP SM42 / SU42 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
PKP ST43
Die ST43 ist eine Streckendiesellok für den polnischen Güterverkehr. Ihr Kürzel benennt Antrieb und Aufgabe – und trennt sie klar von Rangier- und Elektrobaureihen.
DiesellokPKP Cargo ST46 (Class 66)
Die ST46 ist die polnische Bezeichnung der EMD Class 66 – eine sechsachsige Diesellok, deren Form in ganz Europa unverwechselbar ist.
DieseltriebwagenPKP SA132 / SA133 / SA134
SA132, SA133 und SA134 sind polnische Dieseltriebwagen aus dem PESA-Programm. Diese Seite erklärt das SA-Bezeichnungssystem und die Bestimmung im Feld.
DiesellokPKP ST44 (M62)
Die ST44 ist Polens Ausgabe der sowjetischen M62 – sechsachsig, laut und unverwechselbar. So liest du das Kürzel, so erkennst du die Lok im Feld.
DiesellokPKP SU45
Die SU45 ist eine sechsachsige polnische Universal-Diesellok. Ihr Kürzel verrät Antrieb und Aufgabe – und drei Merkmale reichen für die sichere Bestimmung.
DiesellokPKP SU46
Die SU46 ist eine sechsachsige polnische Universal-Diesellok und sieht der SU45 zum Verwechseln ähnlich. So trennst du beide sauber voneinander.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
PKP Cargo
PKP Cargo ist der Güterverkehrsarm der polnischen Staatsbahnholding – und ein Sonderfall: Anders als die meisten Konzerne fährt das Unternehmen selbst, hält aber gleichzeitig Beteiligungen an Tochtergesellschaften im In- und Ausland. Am Gleis triffst du auf eine der ältesten Ellokflotten Europas.
StaatsbahnPolskie Koleje Państwowe (PKP)
Die polnischen Lokbezeichnungen sind das übersichtlichste Nummernsystem Mitteleuropas: Zwei Buchstaben sagen dir Antriebsart und Einsatzzweck, bevor du die Nummer gelesen hast. Die Konzernstruktur dahinter ist deutlich unübersichtlicher – vieles, was PKP heißt, gehört heute nicht mehr dazu.
Wo du die PKP SM42 / SU42 siehst
Konkrete Standpunkte mit Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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