Das Wichtigste in Kürze
- SU45 heißt Diesel-Universallok: S steht für Verbrennungsantrieb, U für den Universaldienst, 45 ist die Bauartnummer.
- Sie ging aus der SP45 hervor – beim Umbau wechselte der zweite Buchstabe von P (Personenzug) auf U (Universal).
- Schnellster Erkennungsweg: sechs Achsen, vollbreiter Kastenaufbau, kein Stromabnehmer.
- Größte Verwechslungsgefahr besteht mit der ähnlich proportionierten SU46 – hier hilft nur die Beschriftung.
- Einsatz und Bestand sind veränderlich: Diese Generation großer Dieselloks wird zunehmend von Triebwagen und Elektrotraktion verdrängt.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Sechsachsige diesel-elektrische Streckenlokomotive für den Universaldienst |
|---|---|
| Herkunft | Polnische Konstruktion, hervorgegangen aus der Baureihe SP45 |
| Achsfolge | Co'Co' – zwei dreiachsige Drehgestelle |
| Bauform | Vollbreiter Kastenaufbau mit Führerstand an beiden Enden |
| Bezeichnung | S = Verbrennungsmotor, U = Universaldienst, 45 = Bauartnummer |
| UIC-Ländercode | 51 für Polen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen
- Durchgehender Kastenaufbau über die volle Fahrzeuglänge – kein abgesetzter Vorbau
- Führerstand an beiden Fahrzeugenden, große Frontscheiben
- Kein Stromabnehmer auf dem Dach, dafür Kühler- und Auspuffpartien
- Fahrzeugnummer beginnt mit dem Kürzel SU45
- Optisch eng verwandt mit der SU46 – im Zweifel entscheidet die Beschriftung
Aktualisiert: August 2026 – Eine große, kastenförmige Diesellok mit sechs Achsen, Führerstand an beiden Enden und ohne Stromabnehmer: Das ist das typische Bild der SU45. Sie gehört zu der Generation polnischer Streckendiesel, die dort arbeitet, wo kein Fahrdraht hängt. Diese Seite zeigt dir, wie du sie bestimmst, was ihr Kürzel bedeutet und wie du sie von der eng verwandten SU46 trennst.
SU45 gesichtet? Nummer nicht vergessen.
Bei eng verwandten Bauarten entscheidet die Fahrzeugnummer – halte sie direkt vor Ort in Traintrack fest.
Was ist die PKP SU45?
Die SU45 ist eine sechsachsige diesel-elektrische Streckenlokomotive polnischer Bauart für den Universaldienst. Sie hat einen durchgehenden, vollbreiten Kastenaufbau mit je einem Führerstand an beiden Fahrzeugenden und ist damit äußerlich klar von Loks mit abgesetztem Maschinenvorbau zu trennen.
Betrieblich ist sie eine Maschine für nicht elektrifizierte Hauptstrecken. Sie ging aus der Baureihe SP45 hervor; mit dem Umbau wechselte der zweite Buchstabe von P für Personenzug auf U für Universal. Genau dieser Buchstabenwechsel ist das Schöne am polnischen System: Er dokumentiert eine betriebliche Veränderung direkt in der Bezeichnung.
Das Kürzel SU45 entschlüsseln
Bei den Polskie Koleje Państwowe tragen Triebfahrzeuge zwei Buchstaben und eine Bauartnummer. Wer das System einmal verstanden hat, kann bei jedem polnischen Fahrzeug sofort sagen, womit er es zu tun hat.
| Zeichen | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| Erster Buchstabe | Antriebsart | E = elektrisch, S = Verbrennungsmotor |
| Zweiter Buchstabe | Verwendung | U = Universal, P = Personenzug, T = Güterzug, M = Rangierdienst, N = Triebwagen |
| Zahl | Bauartnummer | 45 bei der SU45, 46 bei der SU46, 44 bei der ST44 |
Damit ergibt sich eine saubere Landkarte: Die ST44 ist die Güterzug-Diesellok, die SM42 und SU42 decken den Rangier- und leichten Streckendienst ab, und im elektrischen Bereich steht die EP07 beziehungsweise EU07-Familie für den Reisezugdienst. Die zwölfstellige internationale Nummer mit der Länderkennung 51 kommt zusätzlich dazu; wie du sie liest, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer am Fahrzeug.
In drei Schritten zur sicheren Bestimmung
Dach ansehen
Kein Stromabnehmer? Dann beginnt das Kürzel mit S. Alle E-Loks sind damit ausgeschlossen.
Achsen zählen
Sechs Achsen auf zwei dreiachsigen Drehgestellen. Vierachser gehören zu anderen Bauarten.
Aufbau prüfen
Vollbreiter Kasten über die ganze Länge statt schmalem Mittelvorbau. Damit trennst du die SU45 von der ST44.
Beschriftung lesen
Die letzte Instanz. Nur sie trennt SU45 und SU46 zuverlässig – notiere sie vollständig.
Wenn du diese Reihenfolge verinnerlichst, bestimmst du auch unbekannte Fahrzeuge schnell. Der methodische Unterbau dazu steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen: erst grobe, aus Entfernung sichtbare Merkmale, dann Details, zuletzt die Schrift.
Ein Bild für das Motiv, eins für die Nummer
Gewöhn dir an, nach dem eigentlichen Foto ein zweites, unspektakuläres Bild der Fahrzeugnummer zu machen. Das kostet zwei Sekunden und rettet dir im Archiv jede zweifelhafte Zuordnung.
Warum das Buchstabensystem für Spotter so wertvoll ist
Wer aus Deutschland kommt, ist gewohnt, dass eine Baureihennummer erst durch Wissen zur Information wird: Ob 218, 232 oder 245 eine Diesellok ist, muss man auswendig kennen. Das polnische System nimmt einem diese Arbeit ab. Zwei Buchstaben genügen, um Antrieb und Aufgabe zu kennen – selbst bei einem Fahrzeug, das man noch nie gesehen hat.
Das ist besonders im Ausland wertvoll. Du stehst an einem fremden Bahnhof, ein unbekanntes Fahrzeug fährt ein, und statt zu raten liest du das Kürzel: Beginnt es mit S, ist es ein Verbrennungsfahrzeug. Folgt ein T, gehört es in den Güterverkehr. Folgt ein U, ist es universell einsetzbar. Damit hast du in drei Sekunden mehr Information gewonnen, als ein Blick in eine Fahrzeugliste dir in fünf Minuten geben würde.
Der einzige Haken: Das System beschreibt die Auslegung, nicht den tagesaktuellen Einsatz. Eine Universallok kann jahrelang ausschließlich vor Güterzügen laufen, ohne dass sich ihr Kürzel ändert. Nimm die Buchstaben deshalb als Konstruktionsabsicht, nicht als Fahrplanauskunft.
Wo die SU45 betrieblich hingehört
Große Streckendiesel folgen der Infrastruktur: Sie sind dort im Vorteil, wo Elektrifizierung fehlt oder wo Umläufe über elektrifizierte und nicht elektrifizierte Abschnitte hinweg durchgebunden werden.
| Umfeld | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nicht elektrifizierte Hauptstrecken | hoch | Klassisches Einsatzfeld der Streckendiesel |
| Große Knotenbahnhöfe mit Systemwechsel | mittel | Lokwechsel und Standzeiten am Bahnsteig |
| Sonder- und Ersatzverkehre | mittel | Kurzfristig disponiert, schwer planbar |
| Durchgehend elektrifizierte Hauptachsen | niedrig | Dort arbeiten Elektroloks und Triebzüge |
| Reine Stadtverkehrsknoten | sehr niedrig | Kein Einsatzgebiet für schwere Streckendiesel |
Der Einsatz verschiebt sich
Mit jedem elektrifizierten Streckenkilometer und jeder neuen Triebwagenserie verändert sich das Revier großer Dieselloks. Aussagen über konkrete Umläufe veralten schnell – stütz dich auf aktuelle Sichtungen und Echtzeitdaten.
Aktuelle Sichtungen statt veralteter Listen
In Traintrack siehst du, welche Fahrzeuge die Community gerade meldet – die beste Grundlage für die eigene Tourplanung.
Fototipps für eine große Kastenlok
Der vollbreite Aufbau ist fotografisch anspruchsvoll: Von vorn wirkt die Lok wie eine Wand, von der Seite verliert sie ihre Front. Der Kompromiss entscheidet.
Dreiviertelansicht als Standard
Rund 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigen Front und Seitenwand zugleich und geben dem Kasten Tiefe.
Flaches Licht suchen
Morgens und am späten Nachmittag zeichnen sich Kanten und Sicken ab. Mittagslicht macht große Flächen flau.
Standpunkt leicht erhöht
Ein etwas höherer öffentlicher Standpunkt – etwa eine Brücke – trennt die Lok besser vom Hintergrund als der Blick aus Gleishöhe.
Öffentliche Bereiche einhalten
Gleisanlagen, Betriebshöfe und Abstellgruppen sind tabu. Fotografiere von Bahnsteigen, Wegen und Brücken aus.
Die technischen Grundlagen – Belichtungszeit, Mitzieher, Schärfeebene – behandelt der Guide zu guten Fotos von Zügen. Und weil die Unterscheidung eng verwandter Bauarten hier ein echtes Thema ist, zahlt sich ein konsequent geführtes Sichtungslogbuch doppelt aus: Es zwingt dich, die Nummer zu notieren. Wie ähnlich es die direkte Schwesterbauart macht, siehst du auf der Seite zur PKP SU46.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die SU45, wenn …
- du sechs Achsen zählst
- der Aufbau über die ganze Länge vollbreit ist
- kein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- am Fahrzeug SU45 steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok in Form und Proportion passt, du die Nummer aber nicht lesen kannst – dann kann es die SU46 sein
- eine ungewohnte Lackierung die vertrauten Linien verdeckt
- du das Fahrzeug nur aus großer Entfernung oder im Gegenlicht siehst
Es ist keine SU45, wenn …
- ein schmaler Maschinenvorbau zwischen den Führerständen liegt
- du nur vier Achsen zählst
- ein Stromabnehmer oben liegt – dann beginnt das Kürzel mit E
Fazit
Die SU45 ist ein gutes Übungsobjekt für das polnische Bezeichnungssystem: Zwei Buchstaben liefern Antrieb und Aufgabe, die Zahl den Typ, und der Wechsel von SP45 zu SU45 zeigt, dass das System betriebliche Veränderungen abbildet. Optisch bestimmst du sie über Achszahl und Kastenform – die Feinarbeit gegenüber der SU46 erledigt die Beschriftung.
Kurzfazit
Sechs Achsen, vollbreiter Kasten, kein Stromabnehmer: Das ist die SU45. Gesucht wird sie dort, wo kein Fahrdraht hängt – und dokumentiert wird sie immer mit vollständiger Nummer, weil die Schwesterbauart SU46 zum Verwechseln ähnlich aussieht.
Zusammenfassung
- Die SU45 ist eine sechsachsige Diesellokomotive polnischer Bauart für gemischte Aufgaben auf nicht elektrifizierten Strecken.
- Ihr Kürzel folgt dem PKP-System aus Antriebsbuchstabe, Verwendungsbuchstabe und Bauartnummer.
- Die Bestimmung gelingt über Achszahl und Aufbauform – die Feinunterscheidung zur SU46 läuft über die Nummer.
- Weil große Dieselloks im Reisezugdienst seltener werden, lohnt sich das Dokumentieren jeder Sichtung mit Datum und Standort.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung SU45?
Sie folgt dem polnischen Buchstaben-Ziffern-System. Der erste Buchstabe S steht für den Verbrennungsmotor, der zweite Buchstabe U für den Universaldienst, also den Einsatz sowohl vor Reise- als auch vor Güterzügen. Die 45 ist die laufende Bauartnummer. Anders als in Deutschland transportiert die Bezeichnung damit direkt eine technische Aussage.
Was ist der Unterschied zwischen SP45 und SU45?
Es handelt sich um dieselbe Grundbauart in unterschiedlichem Ausrüstungszustand. Mit dem Umbau wechselte der zweite Buchstabe von P für Personenzug auf U für Universal – die Lok wurde also für ein breiteres Einsatzspektrum ertüchtigt. Die Grundform des Fahrzeugs blieb dabei erhalten.
Wie unterscheide ich SU45 und SU46?
Beide sind sechsachsige Dieselloks polnischer Herkunft mit vollbreitem Kastenaufbau und wirken auf den ersten Blick sehr ähnlich. Die zuverlässige Unterscheidung läuft über die Beschriftung am Fahrzeug. Fotografiere im Zweifel die Nummer mit, statt dich auf den Gesamteindruck zu verlassen.
Wie viele Achsen hat die SU45?
Sechs, in der Achsfolge Co'Co' auf zwei dreiachsige Drehgestelle verteilt. Das unterscheidet sie deutlich von der vierachsigen Rangierbauart SM42, die in Polen ungleich häufiger anzutreffen ist.
Wo wird die SU45 eingesetzt?
Auf nicht elektrifizierten Strecken und dort, wo eine kräftige Streckendiesellok gebraucht wird. Konkrete Umläufe ändern sich mit Verkehrsverträgen, Fahrplanjahren und dem Fortschritt der Elektrifizierung – prüfe deshalb immer den aktuellen Stand über Sichtungen statt über ältere Listen.
Sieht man die SU45 auch in Deutschland?
Dieselloks sind nicht an ein Stromsystem gebunden, grenzüberschreitende Einsätze hängen aber an Zulassungen und konkreten Verkehren. An den Übergängen entlang von Oder und Neiße lohnt der Blick auf aktuelle Sichtungsmeldungen mehr als jede pauschale Aussage.
Woran erkenne ich die genaue Maschine?
An der vollständigen Fahrzeugnummer. Neben dem polnischen Kürzel trägt jedes Fahrzeug eine zwölfstellige UIC-Nummer, deren Länderkennung für Polen 51 lautet. Diese Kombination ist eindeutig und gehört in jede saubere Sichtungsnotiz.
Ist die SU45 eine reine Güterzuglok?
Nein, genau das sagt der Buchstabe U aus: Universaldienst. Reine Güterzugmaschinen tragen im polnischen System ein T wie bei der ST44 oder der elektrischen ET22. Die SU45 ist bewusst breiter einsetzbar angelegt.
Sichtung von PKP SU45 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
PKP SU46
Die SU46 ist eine sechsachsige polnische Universal-Diesellok und sieht der SU45 zum Verwechseln ähnlich. So trennst du beide sauber voneinander.
DiesellokPKP ST44 (M62)
Die ST44 ist Polens Ausgabe der sowjetischen M62 – sechsachsig, laut und unverwechselbar. So liest du das Kürzel, so erkennst du die Lok im Feld.
DiesellokPKP SM42 / SU42
Die SM42 ist die polnische Rangierdiesellok schlechthin, Spitzname Tamara. Als SU42 übernimmt dieselbe Bauart Reisezugleistungen – der Buchstabe macht den Unterschied.
DiesellokPKP Cargo ST46 (Class 66)
Die ST46 ist die polnische Bezeichnung der EMD Class 66 – eine sechsachsige Diesellok, deren Form in ganz Europa unverwechselbar ist.
DiesellokPKP ST43
Die ST43 ist eine Streckendiesellok für den polnischen Güterverkehr. Ihr Kürzel benennt Antrieb und Aufgabe – und trennt sie klar von Rangier- und Elektrobaureihen.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Passende Guides aus dem Blog




