CD 371

Die Reihe 371 verbindet das tschechische Gleichstromnetz mit der deutschen Wechselstromwelt – und ist damit die tschechische Ellok mit den besten Chancen in Deutschland.

Auch bekannt als: Škoda 80E · Reihe 372 · Bastard

TschechienTschechienElektrolokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 371 ist die Grenzgängerin: Sie beherrscht das tschechische Gleichstrom- und das deutsche Wechselstromsystem.
  • Reihe 371 und 372 sind eng verwandt; die 371 ist die schneller zugelassene Ausführung mit 160 km/h.
  • Die deutsche Schwester ist die Baureihe 180 – gleiche Bauart, andere Eigentümerin, andere Nummer.
  • Beste Chancen in Deutschland: im grenznahen Bereich Sachsens, wo Züge nach Tschechien durchgebunden werden.
  • Spitzname: In Tschechien läuft die Bauart als „Bastard“ – ein Verweis auf die Mischung zweier Stromsysteme in einem Fahrzeug.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Reihe 371?
  2. 2.Warum diese Lok überhaupt existiert
  3. 3.Reihe 371, Reihe 372 und die deutsche Baureihe 180
  4. 4.Wo du die Reihe 371 antriffst
  5. 5.Fototipps für die Grenzregion
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartVierachsige Zweisystem-Elektrolokomotive für grenzüberschreitende Reisezüge
HerstellerŠkoda, Plzeň
AchsfolgeBo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle)
Stromsysteme3 kV Gleichstrom (Tschechien) und 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom (Deutschland)
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
Verwandte ReihenReihe 372 als eng verwandte Ausführung, Baureihe 180 als Schwesterbauart in Deutschland
Typischer EinsatzraumGrenzüberschreitender Verkehr zwischen Tschechien und Sachsen – Umläufe ändern sich mit dem Fahrplan

Erkennungsmerkmale

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  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kastiger Aufbau mit flacher, hoher Frontpartie
  • Zwei unterschiedliche Stromabnehmer auf dem Dach – ein Merkmal echter Zweisystemloks
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 371, eng verwandte Maschinen tragen 372
  • Wechselt an der deutsch-tschechischen Grenze das Stromsystem, ohne dass die Lok getauscht wird
  • Tschechische Anschriften und UIC-Ländercode 54 auch auf deutschem Gebiet
  • Optisch sehr nah an der deutschen Baureihe 180 – die Nummer entscheidet

Aktualisiert: August 2026 – Wer in Sachsen eine Ellok mit tschechischen Anschriften vor einem internationalen Reisezug sieht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Reihe 371 vor sich. Sie ist die tschechische Elektrolokomotive, die deutsche Spotter am realistischsten zu Gesicht bekommen – weil sie als eine der wenigen die Systemgrenze zwischen beiden Ländern überwinden kann.

Grenzverkehr dokumentieren

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Was ist die Reihe 371?

Die Reihe 371 ist eine vierachsige Zweisystem-Elektrolokomotive von Škoda Transportation in der Achsfolge Bo’Bo’. Sie ist für 3 kV Gleichstrom und für 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom ausgerüstet und damit auf genau eine Aufgabe zugeschnitten: den durchgehenden Verkehr zwischen dem tschechischen Gleichstromnetz und dem deutschen Wechselstromnetz. Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Damit unterscheidet sie sich grundlegend von den inländischen Zweisystemloks der Reihen 362 und 363: Die fahren zwar auch unter zwei Systemen, aber unter den beiden tschechischen Systemen. Die 371 ist dagegen auf die deutsche Kombination ausgelegt.

Warum diese Lok überhaupt existiert

Stromsysteme sind in Europa nicht einheitlich, und an Landesgrenzen wird das sofort zum Betriebsproblem. Drei Zahlen erklären die Reihe 371 vollständig:

  • 3 kV Gleichstrom – das System im Norden Tschechiens
  • 25 kV / 50 Hz – das System im Süden Tschechiens
  • 15 kV / 16,7 Hz – das deutsche System

Eine Lok, die nur den tschechischen Gleichstrom kann, bleibt an der Grenze stehen. Eine Lok, die nur die beiden tschechischen Systeme kann, ebenfalls. Erst die Kombination aus tschechischem Gleichstrom und deutschem Wechselstrom ergibt ein Fahrzeug, das durchfahren darf – und genau das ist die 371.

Systemkunde in einem Satz

Bei jedem internationalen Zug lohnt die Frage: Welche zwei Systeme muss die Lok können? Aus der Antwort ergibt sich fast immer, welche Reihe vorn hängen kann – lange bevor du die Nummer lesen kannst.

Reihe 371, Reihe 372 und die deutsche Baureihe 180

Diese drei Bezeichnungen gehören zu praktisch demselben Fahrzeug – und sorgen entsprechend regelmäßig für Verwirrung.

  • Reihe 372 ist die eng verwandte tschechische Ausführung derselben Škoda-Bauart.
  • Reihe 371 ist die für 160 km/h zugelassene Variante, zugeschnitten auf schnelle internationale Reisezüge.
  • Die Baureihe 180 ist die auf deutscher Seite beheimatete Schwesterbauart.

Der Hintergrund ist derselbe wie bei vielen europäischen Grenzbaureihen: Eine gemeinsam entwickelte Konstruktion wurde auf beide beteiligten Bahnverwaltungen aufgeteilt, damit jede Seite eigene Fahrzeuge im Bestand hat. Das Ergebnis sind fast identische Loks mit völlig unterschiedlichen Nummern – und ein Klassiker unter den Bestimmungsfehlern, wenn man nur nach der Form geht.

Dazu kommt die tschechische Besonderheit bei der Nummernvergabe. Bei den České dráhy gilt seit 1988 ein rein numerisches Reihensystem: Reihennummer und Ordnungsnummer werden gemeinsam angeschrieben, Buchstabenbezeichnungen aus der Zeit davor sind offiziell abgelöst. Weil die 371 eine andere Höchstgeschwindigkeit hat als die 372, bekommt sie konsequenterweise auch eine eigene Reihennummer – selbst wenn beide Fahrzeuge aus derselben Bauserie stammen.

Optisch bringen dich Formmerkmale hier nicht weiter. Was zählt, ist die Fahrzeugnummer samt Länderkennung: 54 steht für Tschechien. Wie die vollständige UIC-Nummer aufgebaut ist und welche Stelle welche Information trägt, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.

Wo du die Reihe 371 antriffst

Ort Trefferchance Warum
Grenznahe Bahnhöfe in Sachsen hoch Durchgebundene internationale Züge brauchen kein Lokwechsel-Manöver
Elbtal zwischen Sachsen und der tschechischen Grenze hoch Klassische Achse für den Verkehr Richtung Prag
Große tschechische Knotenbahnhöfe mittel Fahrzeuge stehen zwischen zwei Leistungen
Deutsches Binnenland abseits der Grenzregion niedrig Ohne durchgebundene Leistung gibt es keinen Grund für die Lok
Reine Güterverkehrsknoten niedrig Die Reihe ist auf Reisezüge zugeschnitten

Einsatz und Bestand sind veränderlich

Welche internationalen Züge lokbespannt und mit welcher Reihe gefahren werden, ändert sich mit Fahrplanjahren, Fahrzeugverfügbarkeit und Beschaffungen. Behandle jede Angabe zu konkreten Leistungen als Momentaufnahme und prüfe die aktuelle Lage.

Sieh, wo zuletzt eine 371 gemeldet wurde

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Fototipps für die Grenzregion

Bahnsteigenden und Brücken nutzen

Öffentlich zugängliche Standorte reichen für gute Bilder völlig aus. Gleisbereiche, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu – daran ändert auch eine seltene Lok nichts.

Enge Täler brauchen Brennweite

Im Elbtal stehst du oft weiter weg, als dir lieb ist. Ein leichtes Tele hilft, den Zug freizustellen, ohne dass du näher heranmusst.

Seitenanschrift mitnehmen

Weil 371, 372 und die deutsche Schwesterbauart optisch kaum zu trennen sind, ist die lesbare Nummer der eigentliche Bildinhalt für die Dokumentation.

Licht im Flusstal einplanen

Talkanten verkürzen das nutzbare Zeitfenster erheblich. Prüfe die Lichtrichtung vorher, sonst stehst du im Schatten, während die andere Talseite in der Sonne liegt.

Grenznaher Verkehr hat für Spotter eine eigene Dynamik. Weil internationale Leistungen selten dicht getaktet sind, lohnt sich das Warten nur mit Plan: Wer die Zugnummer kennt, kennt auch das Zeitfenster, und wer das Zeitfenster kennt, kann Licht und Standort vorher festlegen. Umgekehrt sind Verspätungen im grenzüberschreitenden Verkehr häufiger als im Binnenverkehr, weil sich Störungen aus zwei Netzen addieren. Plane deshalb großzügiger und such dir am selben Standort eine zweite Motivrichtung, damit die Wartezeit nicht ins Leere läuft.

Welche Brennweite dafür sinnvoll ist, behandelt der Ratgeber zum besten Teleobjektiv für Eisenbahnfotografie. Für die Recherche zu tschechischen Fahrzeugen und Fotostellen ist der Guide zu tschechischen Sichtungsquellen der schnellste Einstieg.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 371, wenn …

  • eine Lok mit tschechischen Anschriften auf deutschem Gebiet fährt
  • der Zug die Grenze ohne Lokwechsel passiert
  • die Nummer mit 371 beginnt
  • ein internationaler Reisezug dranhängt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Nummer nicht lesbar ist – 371, 372 und die deutsche Schwesterbauart sehen fast gleich aus
  • die Lok in einer ungewohnten Lackierung unterwegs ist
  • du sie nur im Gegenlicht oder von hinten siehst

Es ist keine 371, wenn …

  • die Nummer mit 362, 363, 242 oder 243 beginnt
  • die Lok erkennbar moderner gezeichnet ist – dann kommt eher die Reihe 380 infrage
  • du sie tief im deutschen Binnenland ohne Bezug zu einer Tschechien-Relation antriffst

Für schnelle internationale Leistungen kommt inzwischen auch die modernere Reihe 380 infrage – sie beherrscht sogar drei Stromsysteme und ist an der flacheren, deutlich moderneren Front zu erkennen.

Fazit

Die Reihe 371 ist ein Lehrstück in Sachen europäischer Bahntechnik: Sie existiert nur, weil zwei Nachbarländer sich vor über hundert Jahren für unterschiedliche Fahrleitungssysteme entschieden haben. Für deutsche Spotter ist sie die realistischste Gelegenheit, ein tschechisches Fahrzeug ohne Auslandsreise zu dokumentieren – vorausgesetzt, du bringst die Nummer lesbar aufs Bild.

Kurzfazit

Zweisystemlok für 3 kV Gleichstrom und 15 kV Wechselstrom, 160 km/h, tschechische Anschriften auf deutschem Gebiet: Das ist die 371. Von der 372 und der deutschen Baureihe 180 trennt sie zuverlässig nur die Fahrzeugnummer.

Internationale Sichtungen sauber archivieren

Nummer, Zug, Ort und Datum in einer App – damit deine Grenzverkehr-Funde auch in Jahren noch belastbar sind.

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Zusammenfassung

  • Die Reihe 371 existiert, weil Deutschland und Tschechien unterschiedliche Fahrleitungssysteme nutzen.
  • Sie ist die tschechische Ellok, die deutsche Spotter am realistischsten vor die Kamera bekommen.
  • Optisch ist sie kaum von der deutschen Baureihe 180 zu unterscheiden – die Fahrzeugnummer ist das entscheidende Merkmal.
  • Konkrete Leistungen und Bestände ändern sich laufend; prüfe vor einer Tour den aktuellen Stand.

Häufige Fragen

Was ist die Reihe 371?

Die Reihe 371 ist eine vierachsige Zweisystem-Elektrolokomotive von Škoda, die sowohl unter 3 kV Gleichstrom als auch unter 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom fahren kann. Sie wurde für den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Tschechien und Deutschland ausgelegt und ist für 160 km/h zugelassen.

Warum braucht es für die Grenze eine Spezialmaschine?

Weil die Systeme nicht zusammenpassen: Tschechien fährt im Norden mit 3 kV Gleichstrom, Deutschland mit 15 kV und 16,7 Hz Wechselstrom. Ohne Zweisystemlok müsste an der Grenze jeder Zug die Lok tauschen – ein Zeit- und Personalaufwand, den man mit einem passenden Fahrzeug vermeidet.

Was unterscheidet die Reihe 371 von der Reihe 372?

Beide gehören zur selben Škoda-Bauart und sehen praktisch identisch aus. Die 371 ist die für 160 km/h ertüchtigte Ausführung und damit auf schnelle grenzüberschreitende Reisezüge zugeschnitten. Am Fahrzeug erkennst du den Unterschied zuverlässig nur an den ersten drei Ziffern der Fahrzeugnummer.

Was hat die Baureihe 180 damit zu tun?

Die deutsche Baureihe 180 ist die Schwesterbauart derselben Konstruktion, die auf deutscher Seite beheimatet war. Optisch sind beide sehr nah beieinander, was sie zum Klassiker unter den Verwechslungen macht. Entscheidend sind Fahrzeugnummer und Anschriften: Der UIC-Ländercode 54 steht für Tschechien.

Wo kann ich die Reihe 371 in Deutschland sehen?

Im grenznahen Bereich Sachsens, wo Reisezüge über die Grenze durchgebunden werden. Weil die Lok beide Stromsysteme beherrscht, muss sie an der Grenze nicht abgelöst werden und fährt ein Stück weit auf deutschem Gebiet. Welche Leistungen das konkret sind, verschiebt sich mit Fahrplanwechseln und Fahrzeugverfügbarkeit.

Woher kommt der Spitzname Bastard?

Er spielt auf die Mischung an: Ein Fahrzeug, das zwei grundverschiedene Stromsysteme in sich vereint, galt in der Szene als technische Kreuzung. Tschechische Spitznamen sind selten offiziell, aber fest etabliert – sie tauchen in Foren und Fotoarchiven oft häufiger auf als die Reihennummer.

Wie dokumentiere ich eine Sichtung richtig?

Mit der vollständigen Fahrzeugnummer, Datum, Ort und wenn möglich der Zugnummer. Gerade bei grenzüberschreitenden Fahrzeugen lohnt sich das, weil Einsatzgebiete wechseln und eine Sichtung dadurch später schwer nachvollziehbar wird. Ein Foto der Seitenanschrift ist die einfachste Absicherung.

Sichtung von CD 371 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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