Locomore

Locomore war der bekannteste Versuch, im deutschen Fernverkehr mit einer eigenen Marke gegen den Marktführer anzutreten. Finanziert über Crowdfunding, gefahren von Partnern, nach der Insolvenz von einem ausländischen Anbieter fortgeführt: Kaum ein Fall zeigt deutlicher, dass Marke und Betreiber zwei verschiedene Dinge sind.

Auch bekannt als: Locomore GmbH & Co. KG · LOC · Crowdfunding-Bahn

DeutschlandDeutschlandMarken & Verkehrsangebote8 Min. Lesezeit

2016

erster Zug unter diesem Namen

Open Access

eigenwirtschaftlich, ohne Verkehrsvertrag

1

Achse, kein Netz

0

eigene Züge im heutigen Fahrplan

Das Wichtigste in Kürze

  • Locomore war eine Marke, kein Betrieb. Gefahren wurde der Zug von Partnerunternehmen mit eigener Zulassung.
  • Die Marke überlebte ihre Firma. Nach der Insolvenz führte ein anderer Anbieter den Verkehr unter diesem Namen weiter.
  • Eigenwirtschaftlich heißt volles Risiko. Ohne Besteller trägt das Unternehmen jede Auslastungsschwäche selbst.
  • Gebrauchtwagen prägten das Bild – aufgearbeitete Reisezugwagen unterschiedlicher Herkunft in einheitlicher Lackierung.
  • Jede Sichtung ist historisch. Ohne Datum lässt sich nicht mehr klären, wer den Zug damals geführt hat.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Geschäftsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Woran du das Unternehmen erkennst
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Ein Zug, den niemand bestellt hatte
  8. 8.Wer fuhr eigentlich unter diesem Namen?
  9. 9.Wie der Zug aussah – und warum
  10. 10.Vier Ebenen in einem einzigen Zug
  11. 11.Wo der Zug zu sehen war
  12. 12.Wie belastbar ist eine alte Sichtung?
  13. 13.Was der Fall über den Markt erzählt
  14. 14.Fazit
  15. 15.Häufige Fragen

Steckbrief

Was es warFernverkehrsmarke im eigenwirtschaftlichen Betrieb, ohne Bestellerentgelt
BesonderheitAnschubfinanzierung über eine öffentliche Crowdfunding-Kampagne
Betriebsführungdurch Partnerunternehmen – die Marke besaß den Zug, nicht den Betrieb
ZugbildungLok mit aufgearbeiteten Gebrauchtwagen, kein Triebzug
Angebotsprofileine Nord-Süd-Achse mit wenigen Halten statt eines Netzes
Nach der InsolvenzFortführung durch einen ausländischen Anbieter, Vertrieb über eine fremde Marke
Heutiger Statuskein laufender Betrieb unter diesem Namen – die Marke lebt als Beispiel weiter
Offizielle Websitelocomore.eu/en

Geschäftsfelder

Eigenwirtschaftlicher Fernverkehr – eine Linie auf eigenes wirtschaftliches Risiko, ohne öffentliche Bestellung
Bürgerfinanzierung – Anschubkapital aus einer breit angelegten Crowdfunding-Kampagne
Fahrzeugbeschaffung im Gebrauchtmarkt – aufgearbeitete Reisezugwagen statt Neubauflotte
Betriebsvergabe – Trassen, Personal und Traktion wurden bei Partnern eingekauft
Produktdifferenzierung – thematisch gestaltete Wagen als Gegenentwurf zum Standardfernverkehr

Struktur & Marken

Locomore GmbH & Co. KG – die Gesellschaft hinter der Marke bis zur Insolvenz
Partner-EVU – wechselnde Unternehmen, die den Zug tatsächlich führten
Übernehmender Anbieter – ein ausländisches Eisenbahnverkehrsunternehmen führte den Verkehr fort

Geschichte im Zeitraffer

2016Nach einer öffentlichen Finanzierungskampagne startet der erste Zug unter dem Namen Locomore auf einer Nord-Süd-Achse durch Deutschland.
2017Wenige Monate nach dem Start meldet das Unternehmen Insolvenz an. Der Betrieb wird zunächst eingestellt.
2017Ein ausländischer Anbieter übernimmt und führt die Verbindung fort; verkauft werden die Tickets über die Vertriebsplattform eines anderen Fernverkehrsanbieters.
2020Im Zuge des massiven Einbruchs im Reiseverkehr endet der Betrieb unter diesem Namen. Eine Wiederaufnahme erfolgt nicht.
heuteDie Marke ist als Beispiel präsenter als als Verkehrsangebot – sie steht für die Schwierigkeiten des offenen Marktzugangs im Fernverkehr.

Woran du Locomore erkennst

Gehört der Zug wirklich zu Locomore?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade vor dir hast.

  • Kein aktueller Zug trägt diesen Namen – jede Sichtung ist historisch und braucht ein Datum
  • Lokbespannter Zug mit Reisezugwagen statt Triebzug – untypisch für modernen Fernverkehr
  • Aufgearbeitete Gebrauchtwagen unterschiedlicher Herkunft in einheitlicher Lackierung
  • Rote Grundfarbe mit hellem Schriftzug – die frühe Erscheinung vor der Übernahme
  • Fremde Zuglok in eigener Farbgebung – die Traktion kam nie aus dem eigenen Bestand
  • Wenige Halte auf einer langen Achse – das Gegenmodell zum flächendeckenden Netz

Stärken und Schwächen

Dafür steht das Unternehmen

  • Historisch klar abgegrenzter Zeitraum – Sichtungen lassen sich exakt datieren
  • Ungewöhnliche Zugbildung macht Archivbilder bis heute wiedererkennbar
  • Der Fall erklärt in einem Beispiel, wie Marke, EVU und Halter auseinanderfallen
  • Wagenmaterial aus dem Gebrauchtmarkt hat oft eine gut dokumentierte Vorgeschichte

Wo es hakt

  • Es gibt nichts mehr zu sichten – die Seite ist Einordnung, keine Spottinganleitung
  • Zur Fahrzeugzuordnung existieren kaum belastbare öffentliche Zusammenstellungen
  • Wer die Marke führte, wechselte innerhalb kurzer Zeit mehrfach
  • Altangaben in Sichtungslisten sind ohne Datum praktisch nicht auflösbar
  • Die Verwechslung mit dem übernehmenden Vertriebspartner ist weit verbreitet

Aktualisiert: August 2026 – Es gibt Marken, die man nicht mehr sichten kann und trotzdem kennen sollte. Locomore ist so eine: ein bürgerfinanzierter Fernzug, der nach wenigen Monaten insolvent war, unter fremder Regie weiterfuhr, über eine fremde Plattform verkauft wurde und schließlich ganz verschwand. In dieser kurzen Geschichte stecken alle Ebenen, die diese Sektion sonst mühsam auseinandersortieren muss.

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Ein Zug, den niemand bestellt hatte

Der deutsche Fernverkehr funktioniert anders als der Nahverkehr, und dieser Unterschied ist der Schlüssel zum Verständnis. Im Nahverkehr schreibt ein Aufgabenträger Leistungen aus, bezahlt sie und legt Fahrplan sowie oft auch das Erscheinungsbild fest. Im Fernverkehr gibt es das nicht: Wer dort fahren will, kauft eine Trasse, stellt einen Zug hin und lebt von dem, was die Fahrgäste zahlen. Der rechtliche Rahmen dafür ist europäisch geregelt und offen für jeden zugelassenen Anbieter – deshalb der Begriff Open Access.

Genau dort setzte Locomore an. Die Idee: eine eigene Achse mit einem eigenständigen Produkt, finanziert nicht über Investoren, sondern über eine öffentliche Kampagne, an der sich viele Einzelpersonen mit kleinen Beträgen beteiligten. Der Zug sollte sich nicht über den Preis allein abheben, sondern über ein anderes Reisegefühl: thematisch gestaltete Wagen, ein klar erkennbares Erscheinungsbild, ein bewusst schmales Angebot statt eines Netzes.

1Achse statt eines Netzes
0Aufgabenträger, die diesen Verkehr bestellt haben
3Akteure: Marke, Betreiber, Fahrzeughalter
4Jahre zwischen erstem und letztem Zug

Wer fuhr eigentlich unter diesem Namen?

Die ehrliche Antwort lautet: mehrere, nacheinander – und nie die Marke selbst. Schon zum Start lag der Betrieb bei einem Partnerunternehmen mit eigener Zulassung, denn eine Genehmigung als Eisenbahnverkehrsunternehmen bekommt man nicht nebenbei. Sie setzt Sicherheitsmanagement, Personal, Werkstattzugang und Nachweise voraus, die ein junges Vertriebsunternehmen nicht in wenigen Monaten aufbaut.

Nach der Insolvenz wurde diese Trennung noch deutlicher. Den Verkehr führte ein ausländischer Anbieter fort – in Deutschland über Leo Express Global als Gesellschaft, mit Leo Express als Ursprung. Verkauft wurden die Tickets über die Plattform von FlixTrain. Damit war der Zug: eine Marke aus Deutschland, ein Betreiber aus Tschechien, ein Vertrieb einer dritten Firma und eine Lok, die einem vierten gehörte.

Ohne Datum ist eine solche Sichtung verloren

Bei Marken, deren Betreiber innerhalb weniger Monate wechselt, ist das Datum nicht Zusatzinfo, sondern der Schlüssel. Ein Eintrag „Locomore, Berlin“ lässt sich nicht mehr auflösen; „Locomore, Berlin, Mai 2017“ dagegen schon.

Wie der Zug aussah – und warum

Lok gesondert betrachten

Die Traktion kam aus dem Mietmarkt. Farbe und Halterkürzel der Lok hatten mit der Marke nichts zu tun und wechselten.

Wagen als Einzelstücke lesen

Aufgearbeitete Gebrauchtwagen unterschiedlicher Herkunft, einheitlich lackiert. Bauart und Fensterteilung verraten die Vorgeschichte.

Zugbildung notieren

Reihenfolge und Zahl der Wagen sind bei solchen Zügen ein starkes Erkennungsmerkmal und ändern sich seltener als die Lok.

Nummern statt Namen erfassen

Die zwölfstellige Nummer bleibt am Fahrzeug, auch wenn es später verkauft und neu lackiert wird – siehe UIC-Nummer lesen.

Kontext festhalten

Datum, Bahnhof, Gleis und Zugnummer machen aus einem hübschen Bild eine auswertbare Sichtung.

Vier Ebenen in einem einzigen Zug

Ebene Wer das war Woran erkennbar Wie stabil
Marke Locomore Schriftzug und Lackierung der Wagen überlebte die Firma
Vertrieb zeitweise eine fremde Plattform Buchungsweg, Ticketaufdruck wechselte nach der Insolvenz
Führendes EVU Partnerunternehmen, später ausländischer Anbieter Fahrplanangabe, Betriebsunterlagen wechselte mehrfach
Fahrzeughalter Lok Vermieter oder Partner-EVU Anschriftenfeld der Lok wechselte im Betrieb
Fahrzeughalter Wagen Eigentümer der Gebrauchtwagen Anschriftenfeld der Wagen am stabilsten

Die Tabelle ist der eigentliche Grund, warum diese Seite existiert. Kein anderer deutscher Fall zeigt so kompakt, dass ein Zug nicht ein Unternehmen ist, sondern eine Konstruktion aus mehreren. Wer diese Struktur einmal durchschaut hat, wird bei anderen Angeboten deutlich vorsichtiger mit dem Satz „das ist ein Zug von …“.

Wo der Zug zu sehen war

Der Laufweg folgte einer klassischen Nord-Süd-Achse mit wenigen Halten in großen Städten. Wer damals fotografieren wollte, fand die besten Gelegenheiten in den Kopf- und Knotenbahnhöfen, weil dort die Zuglok zugänglich war und der Zug lange genug stand. Stuttgart Hauptbahnhof und Berlin Hauptbahnhof markierten die Enden, dazwischen lagen Zwischenhalte an großen Knoten wie Frankfurt Hauptbahnhof.

Die genauen Halte wurden über die kurze Betriebszeit mehrfach angepasst – ein weiterer Grund, warum eine Sichtung ohne Datum wenig hilft. Auf freier Strecke war der Zug dagegen kaum von anderen lokbespannten Reisezügen zu unterscheiden, solange man die Wagen nicht im Detail sah. Wer heute in alten Ordnern sucht, sollte deshalb zuerst nach Bahnhofsaufnahmen filtern und erst danach nach Streckenbildern; die Trefferquote ist deutlich höher. Wie man ein solches Archiv systematisch aufzieht, beschreibt die Anleitung zum Sichtungslogbuch.

Ordne dein Archiv, bevor die Erinnerung verblasst

Traintrack macht aus losen Bildern und Notizen ein durchsuchbares Verzeichnis mit Datum und Fahrzeugnummer.

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Wie belastbar ist eine alte Sichtung?

Was steckt in deiner alten Notiz?

Bei historischen Marken entscheidet nicht die Erinnerung, sondern das, was du damals aufgeschrieben hast.

Das Datum trägt hier mehr als alles andere – bei einer Marke mit mehreren Betreibern ist es der einzige Anker.

Was der Fall über den Markt erzählt

Open Access funktioniert eher, wenn …

  • eine nachfragestarke Achse ohne dichtes Konkurrenzangebot bedient wird
  • Fahrzeuge günstig und flexibel beschafft werden können
  • der Vertrieb Reichweite hat, ohne selbst aufgebaut werden zu müssen

Es wird eng, wenn …

  • der Fahrplan nur wenige Fahrten pro Tag hergibt
  • die Zugbildung von gemieteten Loks abhängt
  • Betrieb und Marke bei verschiedenen Unternehmen liegen

Es scheitert regelmäßig, wenn …

  • die Auslastung saisonal einbricht und keine Rücklagen bestehen
  • Trassen- und Instandhaltungskosten fix bleiben, die Einnahmen aber nicht
  • ein externer Schock den Reiseverkehr insgesamt trifft

Der Unterschied zwischen diesem Modell und dem bestellten Nahverkehr ist im Beitrag Nahverkehr gegen Fernverkehr ausführlicher beschrieben – er erklärt auch, warum im Nahverkehr Betreiberwechsel geordnet ablaufen und im Fernverkehr abrupt.

Vorsicht mit übernommenen Angaben

In vielen Foren und Listen zirkulieren Zuordnungen aus dieser Zeit, die nie geprüft wurden. Übernimm sie nicht ungeprüft in dein eigenes Archiv. Was du selbst gesehen und notiert hast, ist belastbar; alles andere gehört als Quellenangabe gekennzeichnet, nicht als eigene Sichtung.

Fazit

Locomore ist heute kein Spottingziel mehr, sondern ein Lehrbeispiel. Der Name stand auf den Wagen, gefahren wurde von anderen, verkauft von einer dritten Seite, und die Lok gehörte wieder jemand anderem. Genau diese Aufspaltung ist im europäischen Eisenbahnsystem der Normalfall – sie fällt nur selten so kurz und so deutlich zusammen wie hier.

Wer Bilder aus dieser Zeit besitzt, sollte sie ordnen, solange sich Datum und Umstände noch rekonstruieren lassen. In zehn Jahren ist das ungleich schwerer, und die Fahrzeuge selbst sind längst anderswo unterwegs.

Kurzfazit

Eine Marke ohne eigenen Betrieb, die ihre Firma überlebte und danach von Dritten gefahren wurde. Für Archivsichtungen zählen zwei Angaben: Datum und Fahrzeugnummer.

Aus alten Bildern eine echte Sammlung machen

Mit Traintrack führst du historische und aktuelle Sichtungen in einem Verzeichnis – strukturiert, durchsuchbar, datiert.

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Zusammenfassung

  • Der Fall zeigt in kurzer Zeit alle Ebenen, die diese Sektion trennt: Marke, Gesellschaft, führendes EVU und Fahrzeughalter.
  • Offener Marktzugang existiert rechtlich, ist wirtschaftlich aber ein hartes Geschäft – das ist die eigentliche Lehre.
  • Wer Bilder aus dieser Zeit hat, sollte sie mit Datum und Fahrzeugnummer versehen, solange die Erinnerung noch trägt.
  • Für die Gegenwart ist die Marke vor allem ein Referenzfall, an dem sich andere Angebote einordnen lassen.

Häufige Fragen

Fährt Locomore heute noch?

Nein. Unter diesem Namen verkehrt kein Zug mehr; der Betrieb endete im Zuge des Einbruchs im Reiseverkehr Anfang der 2020er Jahre und wurde nicht wieder aufgenommen. Sichtungen aus dieser Zeit sind damit ausschließlich historisch und sollten immer mit Datum geführt werden. Wer heute einen ähnlich aufgebauten Zug sieht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ein anderes Angebot vor sich.

Wer hat die Züge tatsächlich gefahren?

Nicht die Markeninhaberin selbst. Der Betrieb lag bei Partner-Eisenbahnverkehrsunternehmen mit eigener Zulassung; nach der Insolvenz übernahm ein ausländischer Anbieter aus dem Umfeld von Leo Express, in Deutschland vertreten durch Leo Express Global. Wer eine konkrete Fahrt geführt hat, lässt sich nur über Datum und Fahrzeugnummer rekonstruieren.

Was hatte FlixTrain damit zu tun?

Nach der Übernahme wurden die Tickets über die Vertriebsplattform von FlixTrain verkauft, während der Zug betrieblich beim übernehmenden Anbieter lag. Das ist ein besonders klarer Fall der Ebenentrennung: Vertrieb, Marke und Betrieb lagen bei drei verschiedenen Akteuren. Genau solche Konstellationen führen in Sichtungslisten zu Einträgen, die sich später nicht mehr auflösen lassen.

Was bedeutet Crowdfunding bei einer Eisenbahn?

Es bedeutet, dass ein Teil des Startkapitals aus vielen kleinen Beiträgen von Privatpersonen kam, statt von Banken oder Investoren. Für den Bahnbetrieb ändert das nichts an den Anforderungen: Zulassung, Sicherheitsmanagement, Trassenbestellung und Personal bleiben dieselben. Das Modell senkt die Einstiegshürde bei der Finanzierung, nicht bei der Regulierung – und genau darin lag ein Teil der späteren Schwierigkeiten.

Warum scheitern Open-Access-Angebote im Fernverkehr so oft?

Weil sie das gesamte wirtschaftliche Risiko tragen. Anders als im Nahverkehr, wo ein Aufgabenträger Leistungen bestellt und bezahlt, gibt es hier keine Absicherung: Jede schwach ausgelastete Fahrt ist ein direkter Verlust. Dazu kommen hohe Fixkosten für Trassen, Fahrzeuge und Personal sowie ein Wettbewerber mit dichtem Takt in Gestalt von DB Fernverkehr.

Welche Fahrzeuge kamen zum Einsatz?

Der Zug bestand aus einer angemieteten Streckenlok und aufgearbeiteten gebrauchten Reisezugwagen. Typische Zugloks im eigenwirtschaftlichen Fernverkehr sind Maschinen aus der TRAXX- und Vectron-Familie, gelegentlich auch gebrauchte Schnellzugloks wie die Baureihe 101. Eine gesicherte, vollständige Zuordnung der damals eingesetzten Maschinen liegt öffentlich nicht in zitierfähiger Form vor.

Wie erkenne ich Locomore-Bilder in einem alten Archiv?

An der Kombination aus lokbespanntem Reisezug, einheitlich lackierten, aber baulich uneinheitlichen Wagen und einer Zuglok in völlig anderer Farbgebung. Hilfreich ist außerdem die Wagenreihung, die sich bei solchen Zügen deutlich von Standardgarnituren unterscheidet – wie du sie liest, erklärt der Beitrag zur Wagenreihung.

Kann ich eine damalige Fahrt nachträglich rekonstruieren?

Teilweise, wenn du Datum, ungefähre Uhrzeit und Ort hast. Aus diesen Angaben lässt sich die Fahrt zeitlich einordnen und mit Bildern oder Notizen abgleichen. Der Beitrag Zugfahrt nachträglich rekonstruieren beschreibt das Vorgehen; ohne Datum wird es dagegen schnell zur Ratearbeit.

Wo verlief die Strecke?

Auf einer durchgehenden Nord-Süd-Achse zwischen dem Südwesten und Berlin, mit wenigen Halten in großen Städten. Knotenbahnhöfe wie Stuttgart Hauptbahnhof, Frankfurt Hauptbahnhof und Berlin Hauptbahnhof lagen an oder nahe dieser Achse. Der genaue Laufweg wurde über die kurze Betriebszeit mehrfach angepasst.

Lohnt sich die Marke noch als Thema für Spotter?

Als Sichtungsziel nicht, als Referenzfall sehr. Wer verstanden hat, wie hier Marke, Vertrieb, Betreiber und Fahrzeughalter auseinanderfielen, ordnet auch heutige Angebote schneller richtig ein. Der Guide Wer fährt eigentlich? setzt genau an diesem Punkt an.

Fahrzeuge von Locomore dokumentieren

Unternehmen, Fahrzeug, Ort und Datum in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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Die operative Ebene in der EVU-Datenbank

Wer die Züge tatsächlich führt, mit Halterkürzel und Erkennungsmerkmalen am Fahrzeug.

Typische Fahrzeuge

Wo du Locomore antriffst

Spotting-Orte, an denen dir Fahrzeuge dieser Organisation regelmäßig begegnen – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle 100 Spotting-Orte in Europa →

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Traintrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt die Unternehmens- und Markenebene der Eisenbahn. Konzernstrukturen, Beteiligungen und Verkehrsverträge ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Wer die Züge konkret führt, steht in derEVU-Datenbank.

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