Das Wichtigste in Kürze
- Montzen ist ein Ort im Wandel. Seit die Route durchgehend elektrifiziert ist, entfallen die früher prägenden Lok- und Systemwechsel weitgehend.
- Die Achse selbst ist weiterhin wichtig – sie verbindet den Antwerpener Hafen mit dem Ruhrgebiet und trägt schweren Güterverkehr.
- Der Wert liegt heute in der Strecke, nicht im Bahnhof: Landschaftliche Fotostellen statt Betriebsbeobachtung.
- Ohne Auto ist die Anreise kaum sinnvoll, weil es keinen eigenen Personenverkehrsanschluss gibt.
- Rechne mit langen Wartezeiten. Die Zugfolge ist unregelmäßig und deutlich dünner als an einem Grenzbahnhof wie Venlo.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Der Spot in Zahlen
- 2.Steckbrief
- 3.Die besten Standpunkte
- 4.Was du hier zu sehen bekommst
- 5.Lohnt sich die Anreise?
- 6.Was die Montzenroute war – und warum sie gebaut wurde
- 7.Was sich verändert hat – und warum man das wissen muss
- 8.So gehst du einen Streckenspot an
- 9.Licht und Ausrüstung in offenem Gelände
- 10.Anreise: der schwierigste Teil
- 11.Sicherheit an einer freien Güterstrecke
- 12.Fazit
- 13.Häufige Fragen
Empfohlener Standpunkt50.70200, 5.96900 · Plombières, Wallonien
Auf der Karte öffnenDer Spot in Zahlen
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5 – gemessen an dem, was du an einem normalen Werktag realistisch erwarten kannst.
Steckbrief
| Offizieller Name | Montzen-Gare, Gemeinde Plombières in der Provinz Lüttich |
|---|---|
| Spot-Typ | Güterbahnhof an der Grenzstrecke Aachen–Antwerpen, kein Personenverkehr |
| Strecke | Die sogenannte Montzenroute, belgische Linie 24 Richtung Aachen |
| Historische Rolle | Systemwechsel und Lokwechsel zwischen deutschem und belgischem Netz |
| Heute | Durchgehend elektrifiziert, deutlich weniger Halte und Fahrzeugwechsel als früher |
| Zugang | Kein öffentlicher Zugang zur Anlage – Beobachtung nur von Straßen und Wegen |
| Anreise | Ohne Auto schwierig, kein eigener Personenverkehrsanschluss |
| Typische Aufenthaltsdauer | 3–5 Stunden, weil die Zugfolge unregelmäßig ist |
Die besten Standpunkte
Alle genannten Punkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Rangierbereiche und Betriebsflächen sind tabu – auch wenn der Winkel von dort besser wäre.
Straßenbrücke über die Strecke westlich des Bahnhofs
Der zuverlässigste Standpunkt. Von der öffentlichen Brücke überblickst du die Streckengleise und einen Teil der Anlage. Weil Züge hier meist mit mäßigem Tempo unterwegs sind, hast du Zeit für Lok und Zugbild.
Öffentlicher Feldweg östlich Richtung Grenze
Die Strecke verläuft hier durch offenes, leicht hügeliges Gelände. Von den Wegen aus bekommst du Züge in voller Länge in der Landschaft – das ist fotografisch das Beste, was dieser Ort zu bieten hat.
Ortsrand mit Blick auf die Gleisgruppe
Vom öffentlichen Straßenraum am Ortsrand siehst du abgestellte Fahrzeuge und die Bahnhofsgleise. Nicht spektakulär, aber der schnellste Weg herauszufinden, ob heute überhaupt etwas steht.
Höhenlage nördlich der Strecke
Das Gelände um Montzen steigt an, und von einigen öffentlichen Wegen aus blickst du leicht erhöht auf die Trasse. Der Standpunkt lohnt sich vor allem für Übersichtsaufnahmen mit Landschaft statt Betriebsanlage.
Was du hier zu sehen bekommst
Deine Ausbeute an Montzen
- Klassische Güterachse zwischen dem Antwerpener Hafen und dem Ruhrgebiet
- Landschaftlich brauchbare Streckenfotostellen statt Bahnsteigmotiven
- Internationale Güterbahnen in wechselnder Zusammensetzung
- Moderne Mehrsystemloks, die die Grenze ohne Halt überqueren
- Ruhe und Platz – hier steht niemand im Bild
- Ein Stück Eisenbahngeschichte, dessen Wandel man vor Ort sehen kann
Lohnt sich die Anreise?
Dafür spricht
- Landschaftliche Streckenfotostellen, wie es sie an Großbahnhöfen nicht gibt
- Absolut ruhig, kein Publikum, kein Gedränge
- Alle sinnvollen Standpunkte sind öffentlich und kostenlos
- Güterverkehr in voller Zuglänge statt einzelner Triebzüge
- Gut mit deutschen Grenzspots im Aachener Raum kombinierbar
Dagegen spricht
- Die Bedeutung des Bahnhofs hat seit der Elektrifizierung der Route deutlich abgenommen
- Ohne Auto ist die Anreise mühsam bis unpraktikabel
- Sehr geringe Zugdichte, lange Wartezeiten sind der Normalfall
- Kein Personenverkehr und damit keinerlei Abwechslung
- Keine Infrastruktur: kein Dach, keine Versorgung, kein Wetterschutz
- Für Einsteiger der falsche Ort – ohne Vorkenntnisse passiert hier scheinbar nichts
Aktualisiert: August 2026 – In älteren Spotter-Berichten taucht Montzen als Pflichtziel auf: Güterzüge in dichter Folge, Lokwechsel an der Systemgrenze, Dieselloks im Grenzverkehr. Wer heute mit diesen Erwartungen anreist, steht ziemlich sicher enttäuscht am Feldweg.
Diese Seite versucht deshalb gar nicht erst, den Ort größer zu machen, als er ist. Sie sagt dir, was sich verändert hat, was geblieben ist – und wann sich die Anfahrt trotzdem lohnt.
Auch seltene Sichtungen gehören ins Logbuch
Gerade an Spots mit wenigen Zügen zählt jede einzelne Erfassung – mit Lok, Betreiber und Richtung.
Was die Montzenroute war – und warum sie gebaut wurde
Zwischen dem Aachener Raum und dem belgischen Netz liegt schwieriges Gelände. Die klassische Verbindung Richtung Lüttich überwindet erhebliche Steigungen, die für schwere Güterzüge unwirtschaftlich sind. Die Antwort darauf war eine eigene Güterstrecke: die Montzenroute, betrieblich die belgische Linie 24. Verwaltet wird sie vom Netzbetreiber Infrabel.
Sie verbindet den Antwerpener Hafenraum mit dem Ruhrgebiet und trägt bis heute erheblichen Verkehr. Belgien ist dabei genau das, was seine Geografie nahelegt: die Drehscheibe zwischen den Nordseehäfen und dem industriellen Zentrum Westdeutschlands. Was in Antwerpen auf die Schiene geht, kommt zu einem großen Teil hier vorbei. Ein erheblicher Anteil dieser Züge fährt für Lineas, die größte private Güterbahn Europas.
Was sich verändert hat – und warum man das wissen muss
Die Attraktivität von Montzen beruhte jahrzehntelang auf einem einfachen Prinzip: An der Systemgrenze mussten Züge anhalten und die Lok wechseln. Wo ein Zug hält, kann man ihn in Ruhe erfassen; wo zwei Loks im Spiel sind, verdoppelt sich die Ausbeute.
Mit der durchgehenden Elektrifizierung der Route ist dieser Zwang weitgehend entfallen. Moderne Mehrsystemloks überqueren die Grenze ohne Halt, der Bahnhof hat einen Teil seiner betrieblichen Funktion verloren, und die Zahl der Fahrzeugwechsel ist deutlich gesunken. Das ist keine Randnotiz, sondern der zentrale Punkt: Der Spot, den ältere Berichte beschreiben, existiert in dieser Form nicht mehr.
Die Konsequenz für deine Planung
Behandle Montzen nicht als Bahnhofsspot, sondern als Streckenfotostelle. Der Bahnhof selbst gibt heute wenig her – die Strecke im offenen Gelände dagegen liefert Motive, die du an keinem Großbahnhof bekommst. Sonnenstand und Standpunkt planst du entsprechend wie bei einer freien Fotostelle; wie das geht, beschreibt der Beitrag Sonnenstand am Fotospot planen.
| Aspekt | Früher | Heute | Was das für dich heißt |
|---|---|---|---|
| Lokwechsel an der Grenze | Regelfall | Ausnahme | weniger Fahrzeuge pro Zug erfassbar |
| Halte im Bahnhof | häufig | selten | kaum noch Zeit zum Ablesen |
| Traktionsvielfalt | hoch, inklusive Diesel | überwiegend Mehrsystem-Elektroloks | schmaleres, aber modernes Spektrum |
| Bedeutung der Achse | sehr hoch | weiterhin hoch | der Güterverkehr ist geblieben |
| Wert als Fotostelle | Nebensache | Hauptgrund | Streckenbilder statt Betriebsbeobachtung |
So gehst du einen Streckenspot an
Vorher den Sonnenstand klären
An einer freien Strecke entscheidet die Himmelsrichtung alles. Welche Seite am Nachmittag Licht bekommt, weißt du besser vor der Anreise als danach.
Mit der Brücke beginnen
Von der Straßenbrücke siehst du in wenigen Minuten, ob überhaupt Betrieb ist und in welche Richtung er läuft.
Einen Standpunkt wählen und bleiben
Bei dieser Zugfolge kostet dich jeder Wechsel potenziell einen ganzen Zug. Such dir eine Position und halte sie.
Die Wartezeit einplanen, nicht ertragen
Verpflegung, Sitzgelegenheit, Wetterschutz. Ein Spot mit dreißig Minuten Zugabstand wird nur dann angenehm, wenn du darauf vorbereitet bist.
Lohnt sich die Anfahrt nach Montzen?
Der Zugabstand ist ein Erfahrungswert, kein Fahrplanwert – Güterverkehr fährt nach Aufkommen.
Prüfen, ob heute etwas läuft
Aktuelle Sichtungen anderer Spotter im belgisch-deutschen Grenzraum, bevor du eine lange Anfahrt startest.
Licht und Ausrüstung in offenem Gelände
Hier gilt das Gegenteil dessen, was du an einem Großbahnhof brauchst. Licht ist im Überfluss vorhanden, die Strecke liegt frei, und du kannst mit niedrigem ISO-Wert und kurzen Verschlusszeiten arbeiten. Was fehlt, ist Nähe: Die brauchbaren Standpunkte liegen auf Distanz zur Trasse, weil du dich der Betriebsanlage nicht nähern darfst.
Sinnvoll ist deshalb ein mittleres Telezoom als Arbeitsgerät, ergänzt um etwas Weitwinkel für Übersichtsaufnahmen mit Landschaft. Ein Stativ brauchst du nicht – bei dieser Zugfolge willst du beweglich bleiben. Wichtiger als die Ausrüstung ist die Blickrichtung: An einer freien Strecke entscheidet der Sonnenstand darüber, ob ein Zug in der Front beleuchtet ist oder als Silhouette erscheint. Grundlagen für solche Standorte stehen im Guide zur Eisenbahnfotografie.
Anreise: der schwierigste Teil
Montzen hat keinen Personenverkehrsanschluss. Der öffentliche Nahverkehr in dieser ländlichen Grenzregion zwischen Wallonien, der deutschsprachigen Gemeinschaft und den Niederlanden ist dünn, und die Standpunkte liegen verstreut entlang der Strecke.
Ohne Auto ist der Ort deshalb kaum sinnvoll zu erreichen. Wer mit der Bahn unterwegs ist, fährt besser nach Aachen West, wo ein erheblicher Teil derselben Verkehre unter deutlich besseren Zugangsbedingungen läuft – oder gleich nach Venlo, wo die Systemgrenze noch immer für Standzeiten sorgt.
Ist Montzen wirklich dein Ziel?
- Auto oder gleichwertige Mobilität vor Ort verfügbar
- Mindestens drei Stunden eingeplant
- Sonnenstand für die gewünschte Blickrichtung geprüft
- Verpflegung, Getränke und wetterfeste Kleidung dabei
- Mittleres Telezoom eingepackt
- Standpunkte vorab auf der Karte markiert
- Traintrack App installiert und eingeloggt
Sicherheit an einer freien Güterstrecke
Freies Gelände ist nicht dasselbe wie freier Zugang
Dass hier niemand kontrolliert, heißt nicht, dass du überall stehen darfst. Bahndämme, Böschungen, Gleisbereiche und die Anlagen des Bahnhofs sind Betriebsgelände und tabu – auch dort, wo kein Zaun steht. Güterzüge auf dieser Achse sind lang, schwer und leiser, als man erwartet. Bleib auf öffentlichen Straßen, Brücken und Feldwegen, halte deutlichen Abstand zur Trasse und respektiere Privatgrundstücke und landwirtschaftliche Flächen. In abgelegener Lage gilt außerdem: nicht allein bei Dunkelheit unterwegs sein und jemanden über deinen Aufenthaltsort informieren – dazu passt der Beitrag Wetter und Notfall am Spot.
Montzen passt, wenn …
- du Güterzüge in Landschaft fotografieren willst
- du mobil bist und einen halben Tag mitbringst
- dir Ruhe und leere Standpunkte wichtiger sind als Zugdichte
- dich die Geschichte dieser Güterachse interessiert
Kombiniere mit einem zweiten Spot, wenn …
- du dieselben Verkehre mit besserem Zugang willst – dann Aachen West
- du am selben Tag Personenverkehr brauchst – dann Antwerpen-Centraal oder Köln Hauptbahnhof
- du die Güterachse weiterverfolgen willst – dann Kijfhoek
Fahr woanders hin, wenn …
- du ohne Auto unterwegs bist
- du hohe Zugdichte oder Personenverkehr brauchst
- du gerade erst anfängst
- das Wetter unbeständig ist – hier gibt es keinen Schutz
Fazit
Montzen ist ein ehrlicher Fall von „war mal größer“. Die Elektrifizierung der Route hat den Bahnhof betrieblich entwertet, und wer wegen der alten Geschichten anreist, wird sie nicht wiederfinden. Was bleibt, ist eine bedeutende Güterachse durch eine Landschaft, die gute Streckenbilder erlaubt – und eine Ruhe, die man an Brüssel-Süd vergeblich sucht.
Als eigenständiges Tagesziel ist das zu wenig. Als Halbtagesstation innerhalb einer Tour durch den Grenzraum, mit Aachen West als zweitem Punkt, ist es eine sehr gute Wahl.
Kurzfazit
Eine wichtige Güterachse ohne den Betrieb, der den Ort einst berühmt gemacht hat. Wer Streckenfotografie in Landschaft sucht, mobil ist und Geduld mitbringt, bekommt hier Bilder, die kein Bahnhof liefert – alle anderen fahren besser nach Aachen West.
Zusammenfassung
- Wer Montzen aus alten Berichten kennt, muss die Erwartung anpassen – der Betrieb von damals existiert so nicht mehr.
- Was geblieben ist: eine wichtige Güterachse in einer Landschaft, die gute Streckenbilder erlaubt.
- Für reine Sichtungszahlen ist der Ort schwach, für Bildqualität überraschend stark.
- Sinnvoll ist Montzen als Halbtagesziel im Rahmen einer Tour durch den Aachener Grenzraum.
Häufige Fragen
Lohnt sich Montzen heute noch?
Mit angepassten Erwartungen ja. Was den Ort früher berühmt gemacht hat – der ständige Lok- und Systemwechsel an der Grenze – ist seit der durchgehenden Elektrifizierung der Route weitgehend entfallen. Geblieben ist eine wichtige Güterachse in fotogener Landschaft. Wer Streckenbilder sucht, wird zufrieden sein; wer Betriebsvorgänge beobachten will, fährt besser nach Aachen West.
Was ist die Montzenroute?
So wird die Güterverkehrsstrecke zwischen dem Aachener Raum und dem belgischen Netz Richtung Antwerpen genannt, betrieblich die belgische Linie 24. Sie wurde gebaut, um schweren Güterverkehr an den steilen Rampen der Personenverkehrsstrecke vorbeizuführen. Bis heute ist sie eine der zentralen Verbindungen zwischen den Nordseehäfen und dem Ruhrgebiet.
Wie kommt man nach Montzen?
Realistischerweise mit dem Auto. Der Ort hat keinen eigenen Personenverkehrsanschluss, und der öffentliche Nahverkehr in dieser ländlichen Grenzregion ist dünn. Wer ohne Auto unterwegs ist, kombiniert Montzen besser gar nicht erst und bleibt bei Aachen West oder Venlo, die beide direkt am Netz liegen.
Wie viele Züge sieht man dort an einem Tag?
Deutlich weniger, als die Bedeutung der Achse vermuten lässt. Rechne mit Wartezeiten von dreißig bis sechzig Minuten zwischen einzelnen Zügen, in ungünstigen Phasen auch länger. Ein festes Muster gibt es nicht – Güterverkehr fährt nach Aufkommen. Wer drei bis fünf Stunden mitbringt, kommt auf eine brauchbare Ausbeute.
Darf man das Gelände betreten?
Nein. Der Bahnhof und die Streckenanlagen sind aktives Betriebsgelände, das Betreten ist verboten und gefährlich. Alle hier beschriebenen Standpunkte liegen auf öffentlichem Grund – Straßen, Brücken und Feldwege. Das reicht für jedes Motiv, das dieser Ort hergibt. Rechtliche Folgen erklärt der Beitrag Gleise betreten – welche Strafe droht.
Welche Fahrzeuge sieht man auf der Montzenroute?
Überwiegend moderne Mehrsystem-Elektroloks: Vectron, die TRAXX-Familie in verschiedenen Varianten und ältere Maschinen wie die Baureihe 189. Die Betreiberlandschaft ist international gemischt, mit deutschen, belgischen und niederländischen Güterbahnen. Zur Unterscheidung hilft Vectron erkennen.
Ist Montzen für Fotografen interessant?
Ja, und das ist heute sein stärkstes Argument. Die Strecke verläuft durch offenes, leicht hügeliges Gelände, und von öffentlichen Wegen aus bekommst du komplette Güterzüge in der Landschaft – ohne Bahnsteigdach, ohne Menschenmengen, ohne Mastenwald direkt vor der Linse. Das ist ein völlig anderes Arbeiten als in Brüssel-Süd.
Wie kombiniert man Montzen sinnvoll?
Als Halbtagesziel innerhalb einer Tour durch den Grenzraum. Naheliegend ist die Kombination mit Aachen West auf deutscher Seite, wo dieselben Verkehre unter anderen Bedingungen laufen. Wer weiter will, fährt Richtung Köln Hauptbahnhof oder Duisburg-Hochfeld Süd.
Warum liegt der Ort in Wallonien, heißt aber niederländisch?
Montzen liegt in der Provinz Lüttich und damit in Wallonien, unmittelbar an der Sprachgrenze und nahe der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Ortsnamen in dieser Region existieren häufig in mehreren Fassungen – ein wiederkehrendes Thema in Belgien, wo auch Antwerpen und Anvers oder Brüssel und Bruxelles denselben Ort meinen.
Was sollte man mitbringen?
Wetterfeste Kleidung, Verpflegung, Getränke und Geduld. Vor Ort gibt es keine Versorgung und keinen Wetterschutz. Fotografisch ist ein mittleres Telezoom die sinnvollste Wahl, weil du meist aus etwas Distanz auf die Strecke schaust. Eine allgemeine Packliste steht in Ausrüstungscheckliste fürs Trainspotting.
Deine Sichtungen an Montzen festhalten
Fahrzeug, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – und du siehst, was andere hier gerade melden.
Spots in der Nähe
Aachen West
Aachen West ist der Güterbahnhof an der Achse Richtung Belgien. Hier wechseln Züge auf dem Weg nach Antwerpen das Stromsystem, hier werden Loks getauscht und Personal gewechselt – und beobachtet wird ausschließlich von öffentlichen Straßen und Brücken.
KnotenbahnhofAntwerpen-Centraal
Antwerpen-Centraal gilt als schönster Bahnhof Europas, und ausnahmsweise ist das keine Übertreibung. Unter der monumentalen Kuppelhalle liegen heute drei Bahnsteigebenen übereinander – aus dem Kopfbahnhof wurde ein Durchgangsbahnhof, ohne dass die Halle angetastet wurde.
GrenzbahnhofVenlo
Venlo ist überschaubar, ruhig und für Spotter genau deshalb ergiebig. Als Grenzbahnhof zwischen dem niederländischen Gleichstromnetz und der deutschen Wechselspannung erzwingt der Ort Lokwechsel und Standzeiten – und damit Zeit, die man an einem Großbahnhof nie bekommt.
KnotenbahnhofKöln Hauptbahnhof
Kaum ein Bahnhof in Europa bündelt so viel Verkehr auf so wenig Fläche: Über 1.200 Zugfahrten täglich, elf Bahnsteiggleise und direkt dahinter die Hohenzollernbrücke. Wer Köln Hbf richtig angeht, hat in zwei Stunden mehr im Kasten als anderswo an einem ganzen Tag.
Fahrzeuge, die du hier bestimmen kannst
Siemens Vectron
Der Vectron ist die modulare Lokomotivplattform von Siemens und prägt den europäischen Güterverkehr. So erkennst du die Varianten und liest die Nummer richtig.
BaureiheBombardier TRAXX
TRAXX ist keine Baureihe, sondern eine Plattform: dieselbe Grundlok in vielen Varianten. So entschlüsselst du die Typenbezeichnungen und erkennst die Familie.
BaureiheBaureihe 189
Die Baureihe 189 ist die Mehrsystem-Güterzuglok von Siemens: bis zu vier Stromsysteme, viele Länderpakete. So erkennst du sie und so liest du ihre Varianten.
Unternehmen, die hier fahren
DB Cargo Deutschland AG
DB Cargo ist die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn und die größte Güterbahn Deutschlands. Am Halterkürzel D-DB und der verkehrsroten Lackierung erkennst du sie sofort.
GüterverkehrLineas Nederland B.V.
Lineas Nederland B.V. ist eine im Güterverkehr tätige Gesellschaft mit niederländischer Registrierung. Firmennamen verraten in den Niederlanden mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.
GüterverkehrRTB Cargo GmbH
RTB Cargo trägt das Branchenwort im Namen. Diese Seite erklärt, wie leere Güterwagen bereitgestellt, geprüft und ladefähig gemacht werden – ein oft übersehener Teil des Betriebs.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Luxembourgeoise de Chemins de Fer (CFL)
Die CFL betreibt ein winziges Netz an einer der komplexesten Systemgrenzen Europas: Deutschland, Frankreich und Belgien fahren mit drei verschiedenen Spannungen. Und seit 2020 kostet der Nahverkehr im Land keinen Cent mehr.
InfrastrukturInfrabel
Infrabel ist der Netzbetreiber Belgiens: Gleise, Signale, Stellwerke und Trassenvergabe liegen bei ihm, der Zugbetrieb bei der SNCB/NMBS und Dutzenden privaten Güterbahnen. Für Spotter heißt das ein dichtes Netz mit drei Stromsystemen und zwei Amtssprachen.
KonzernLineas
Lineas ist aus dem Güterverkehr der belgischen Staatsbahn hervorgegangen und heute mehrheitlich privat. Der Konzern fährt über eigene Landesgesellschaften in mehreren Ländern – und weil Belgien mit Gleichstrom fährt, sind Mehrsystemloks hier kein Luxus, sondern Voraussetzung.
StaatsbahnSNCB/NMBS
SNCB und NMBS sind dasselbe Unternehmen in zwei Sprachen. Belgien fährt auf einem der dichtesten Netze Europas, hat vier Hochgeschwindigkeitsstrecken – aber keine eigene Hochgeschwindigkeitsmarke. Und den Güterverkehr hat der Staat längst abgegeben.
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