Das Wichtigste in Kürze
- Die 103 war die Prestigelok der DB: 145 Serienmaschinen, gebaut 1970–1974, ausgelegt auf 200 km/h.
- Sechs Achsen sind das Kernmerkmal – kaum eine andere deutsche Reisezuglok hat diese Achsfolge.
- Aus E 03 wurde 103: Die Umzeichnung von 1968 überführte die alten E-Nummern in dreistellige Baureihennummern.
- Heute historisch: Planmäßige Reisezugleistungen gibt es nicht mehr – Begegnungen sind Sonderfahrten und Museumseinsätzen vorbehalten.
- Nachfolgerin ist die Baureihe 101, die ab Mitte der Neunzigerjahre den hochwertigen Fernverkehr übernahm.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Schnellfahr-Elektrolokomotive für den hochwertigen Reisezugverkehr |
|---|---|
| Ursprüngliche Bezeichnung | E 03 (Vorserie), ab der Umzeichnung 1968 Baureihe 103 |
| Achsfolge | Co'Co' (sechs angetriebene Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen) |
| Bauzeit der Serie | 1970 bis 1974 |
| Stückzahl | 145 Serienlokomotiven, dazu vier Vorserienmaschinen |
| Nummernschema | 103 101 bis 103 245 (Serie), 103 001 bis 103 004 (Vorserie) |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Heutiger Status | kein planmäßiger Reisezugdienst mehr – erhalten als Museums- und Sonderfahrzeuge |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen – bei Reisezugloks eine Seltenheit
- Lange, tief heruntergezogene Frontpartie mit stark gerundeter Kopfform
- Ausgeprägte Dachaufbauten und ein für heutige Verhältnisse hoher, wuchtiger Kasten
- Fahrzeugnummer beginnt mit 103, Serienmaschinen zwischen 101 und 245
- Häufig in der klassischen rot-beigen Farbgebung des Fernverkehrs der Siebzigerjahre
Aktualisiert: August 2026 – Sechs Achsen, eine tief heruntergezogene Nase und ein Ruf, den keine andere deutsche Ellok erreicht hat: Die Baureihe 103 war über zwei Jahrzehnte das Gesicht des schnellen Fernverkehrs. Heute ist sie ein historisches Fahrzeug – begegnen kann man ihr trotzdem, wenn man weiß, wo man suchen muss. Diese Seite zeigt, woran du sie erkennst und wie du eine Begegnung planst.
Eine 103 erwischt? Das gehört ins Logbuch.
Begegnungen mit historischen Fahrzeugen sind selten und schwer planbar – halte Datum, Ort und Nummer direkt in Traintrack fest.
Was ist die Baureihe 103?
Die Baureihe 103 ist eine sechsachsige Schnellfahr-Elektrolokomotive der Deutschen Bundesbahn. Die Serie entstand zwischen 1970 und 1974 und umfasst 145 Maschinen mit den Nummern 103 101 bis 103 245; vorausgegangen waren vier Vorserienlokomotiven der Reihe E 03. Zugelassen war sie für 200 km/h – ein Wert, der in den Siebzigerjahren die Spitze dessen markierte, was im deutschen Netz gefahren wurde.
Betrieblich war sie klar positioniert: die Lok vor den hochwertigsten Zügen des Landes, zunächst vor TEE-Garnituren, später vor Intercity- und Eurocity-Zügen. Diese Rolle übernahm ab Mitte der Neunzigerjahre die Baureihe 101. Heute ist die 103 aus dem planmäßigen Reisezugdienst verschwunden und nur noch als Museums- und Sonderfahrzeug erhalten. Erhaltene Maschinen dieser Epoche findest du unter anderem im DB-Museum Koblenz.
Von E 03 zu 103: die Umzeichnung von 1968
Die Nummer der Lok erzählt ein Stück Verwaltungsgeschichte, das bis heute jedes deutsche Triebfahrzeug betrifft. Bis 1968 nutzte die Deutsche Bundesbahn Bezeichnungen mit vorangestelltem Buchstaben: E für Elektro-, V für Verbrennungslokomotiven. Mit der Umstellung auf ein maschinenlesbares Nummernsystem wurden daraus dreistellige Baureihennummern.
| Alte Bezeichnung | Neue Baureihe | Aufgabe |
|---|---|---|
| E 03 | 103 | Schnellfahrlok für den Fernverkehr |
| E 10 | 110 | Reisezuglok, Einheitslok-Familie |
| E 40 | 140 | Güterzuglok derselben Familie |
| E 41 | 141 | leichte Universallok |
| E 50 | 150 | schwere Güterzuglok |
| V 200 | 220 | Diesellok für den Schnellverkehr |
Das System hat sich gehalten: Die erste Ziffer trennt die Fahrzeugart – 1 für Elloks, 2 für Dieselloks, 4 für Triebzüge –, die Ordnungsnummer dahinter benennt die einzelne Maschine. Wie du diese Nummern am Fahrzeug findest und richtig liest, erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Die alten E-Bezeichnungen sind übrigens nicht ganz verschwunden: Bei Fahrzeugen wie der Baureihe 110 (E10) wird die historische Bezeichnung bis heute mitgeführt, weil sie in der Szene gebräuchlicher ist als die reine Zahl.
Erkennung: warum die 103 unverwechselbar ist
Achsen zählen
Drei Achsen je Drehgestell, sechs insgesamt. Bei deutschen Reisezugloks ist das die große Ausnahme – vierachsige Bauarten dominieren.
Frontpartie ansehen
Die Nase ist lang, tief heruntergezogen und stark gerundet. Diese Formensprache stammt aus einer Zeit, in der Aerodynamik gestalterisch inszeniert wurde.
Höhe und Masse beurteilen
Der Kasten wirkt hoch und wuchtig, das Dach trägt deutlich sichtbare Aufbauten. Moderne Loks sind flacher und aufgeräumter.
Nummer prüfen
103 plus Ordnungsnummer zwischen 101 und 245 bei den Serienmaschinen. Damit ist die Bestimmung abgeschlossen.
Die Silhouette reicht
Die 103 ist eine der wenigen Loks, die man auch als Schattenriss erkennt. Wer die Kombination aus sechs Achsen und gerundeter Nase einmal verinnerlicht hat, braucht die Nummer nur noch zur Bestätigung.
Einordnung: ein historisches Fahrzeug
Das ist der wichtigste Punkt für die Planung: Es gibt keine planmäßigen Einsätze mehr. Wer die 103 sehen will, muss anders vorgehen als bei einer aktiven Baureihe. Anlaufpunkte sind Veranstaltungen historischer Betriebswerke, etwa im Bahnpark Augsburg.
| Gelegenheit | Realistische Chance | Wie du davon erfährst |
|---|---|---|
| Sonderfahrten von Vereinen und Veranstaltern | gut, aber terminabhängig | Veranstaltungskalender, Vereinsseiten, Fachforen |
| Museumsveranstaltungen und Jubiläen | gut an einzelnen Terminen | Ankündigungen der Museen und Bahnbetriebswerke |
| Statische Ausstellung im Museum | jederzeit | Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtung |
| Überführungs- und Werkstattfahrten | Glückssache | Community-Sichtungen, kurzfristige Meldungen |
| Regelfahrplan | keine | Es gibt keine planmäßigen Leistungen |
Termine bitte immer selbst prüfen
Sonderfahrten werden verschoben, abgesagt oder mit anderer Lok gefahren, wenn eine Frist abläuft oder ein Schaden auftritt. Verlass dich nie auf eine Terminangabe aus zweiter Hand – prüfe kurz vor der Fahrt bei Veranstalter oder Verein.
Wie du solche Termine überhaupt findest, beschreibt der Guide zu Museumsbahnen und Sonderfahrten. Er zeigt auch, welche Foren und Kalender in der Szene tatsächlich gepflegt werden.
Verpasse keine Sonderfahrt
Community-Sichtungen melden historische Fahrzeuge oft schon während der Überführung – ein klarer Zeitvorsprung.
Fototipps für die 103
Historische Fahrzeuge stellen andere Anforderungen als der Alltagsverkehr: Es gibt meist nur einen Versuch, und der Ort ist oft vorgegeben.
- Standort vorher festlegen. Bei einer Sonderfahrt hast du eine Durchfahrt, nicht zehn. Prüfe Lichtrichtung und Hintergrund im Voraus.
- Die Länge respektieren. Eine sechsachsige Lok braucht mehr Bildbreite als eine vierachsige. Zu enge Ausschnitte schneiden das hintere Drehgestell ab.
- Seitliches Licht suchen. Die gerundete Frontpartie lebt von Kanten und Reflexen. Flaches Licht am Morgen oder späten Nachmittag zeigt sie besser als Mittagssonne. Weitere Grundlagen stehen im Guide gute Fotos von Zügen.
- Auch den Zug mitdenken. Bei Sonderfahrten ist die Wagengarnitur Teil der Geschichte – ein Bild mit Zugschluss erzählt mehr als ein reines Lokporträt.
Gleise, Betriebsanlagen und Betriebshöfe sind tabu. Sie sind Privatgelände, das Betreten ist verboten und lebensgefährlich – gerade bei Sonderfahrten, wenn viele Fotografen unterwegs sind, gilt das ohne Ausnahme.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 103, wenn …
- du sechs Achsen zählst
- die Front lang und tief heruntergezogen ist
- der Kasten hoch und wuchtig wirkt
- die Nummer mit 103 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- eine Sonderlackierung die vertraute Farbgebung ersetzt
- du die Lok nur von hinten oder im Gegenlicht siehst
- du zwischen Vorserien- und Serienmaschine unterscheiden willst
Es ist keine 103, wenn …
- du nur vier Achsen zählst – dann kommen 101, 110 oder 120 infrage
- die Front flach und kantig ist
- die Nummer mit 101, 110 oder 120 beginnt
Die häufigste Fehlzuordnung betrifft nicht andere Sechsachser, sondern die Generation danach: Wer eine ältere rote Ellok mit ungewohnter Front sieht, denkt schnell an die 103, obwohl es sich um die vierachsige Baureihe 120 handelt – die erste deutsche Serien-Drehstromlok, ebenfalls für den Fernverkehr gebaut, aber eine Generation jünger und deutlich schlanker proportioniert. Die Achszahl entscheidet den Fall in zwei Sekunden.
Fazit
Die Baureihe 103 ist die seltene Kombination aus technischer Bedeutung und unverwechselbarer Form. Sechs Achsen und die tief gezogene Nase machen die Bestimmung zu einer Sekundensache – die eigentliche Herausforderung ist heute, ihr überhaupt zu begegnen. Wer Veranstaltungskalender und Community-Meldungen im Blick behält, bekommt die Gelegenheit trotzdem regelmäßig.
Kurzfazit
Sechs Achsen, gerundete Nase, Nummer ab 103: eindeutig. Planmäßige Einsätze gibt es nicht mehr – such über Sonderfahrten, Museumsveranstaltungen und aktuelle Sichtungsmeldungen und prüfe Termine immer selbst nach.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 103 entstand für den schnellen Fernverkehr der Siebzigerjahre und prägte über zwei Jahrzehnte das Bild von TEE und Intercity.
- Ihre sechsachsige Bauform und die tief gezogene Frontpartie machen sie zu einer der am leichtesten erkennbaren deutschen Lokomotiven.
- Im Regelbetrieb ist sie Geschichte – erhaltene Maschinen fahren im Museums- und Sonderverkehr.
- Wer sie fotografieren will, plant über Veranstaltungskalender und Museumsbahnen statt über den Regelfahrplan.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 103?
Eine sechsachsige Schnellfahrlokomotive der Deutschen Bundesbahn für den hochwertigen Reisezugverkehr. Die Serie umfasst 145 Maschinen, gebaut zwischen 1970 und 1974, zugelassen für 200 km/h. Über zwei Jahrzehnte war sie die Standardlok vor TEE- und Intercity-Zügen.
Warum hieß die Lok früher E 03?
Bis 1968 verwendete die Deutsche Bundesbahn Bezeichnungen mit vorangestelltem E für Elektrolokomotiven. Mit der Umstellung auf ein EDV-gerechtes Nummernsystem wurden daraus dreistellige Baureihennummern: aus E 03 wurde 103, aus E 10 die 110, aus E 40 die 140.
Wie erkenne ich die Baureihe 103 sicher?
An der Achszahl. Sechs angetriebene Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen sind bei deutschen Reisezugloks die große Ausnahme. Dazu kommen die lange, tief heruntergezogene Frontpartie und die wuchtige Gesamtform. Die Nummer beginnt mit 103.
Fährt die Baureihe 103 heute noch planmäßig?
Nein. Planmäßige Reisezugleistungen gibt es nicht mehr; die Baureihe ist aus dem Regeldienst ausgeschieden. Erhaltene Maschinen stehen in Museen oder werden für Sonderfahrten und betriebsinterne Zwecke vorgehalten. Ob eine bestimmte Lok betriebsfähig ist, ändert sich mit Fristen und Hauptuntersuchungen.
Wie schnell fuhr die Baureihe 103?
Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit lag bei 200 km/h. Damit war sie in den Siebzigerjahren die Grundlage des schnellen Fernverkehrs in Deutschland, lange bevor Hochgeschwindigkeitsstrecken und Triebzüge das Bild bestimmten.
Was ist der Unterschied zur Baureihe 101?
Die 101 ist die Nachfolgerin: vierachsig, gebaut ab Mitte der Neunzigerjahre, mit flacher kantiger Front. Die 103 ist sechsachsig, deutlich älter und wirkt durch die gerundete Frontpartie völlig anders. Achszahl und Frontform trennen beide zweifelsfrei.
Wo kann ich eine 103 heute noch sehen?
Am ehesten bei Sonderfahrten, Museumsveranstaltungen und Jubiläen. Recherchiere über Veranstaltungskalender von Museumsbahnen und Eisenbahnvereinen sowie über die einschlägigen Foren – dort werden Termine und Umleitungen zuerst bekannt. Feste Fahrpläne gibt es nicht.
Wie viele Lokomotiven der Baureihe 103 wurden gebaut?
145 Serienlokomotiven mit den Nummern 103 101 bis 103 245, dazu vier Vorserienmaschinen der Reihe E 03. Wie viele davon heute noch existieren und in welchem Zustand, ist eine andere Frage – Museumsbestände verändern sich durch Aufarbeitungen und Verschrottungen.
Sichtung von Baureihe 103 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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Wer dahintersteckt
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