Das Wichtigste in Kürze
- Die 120 ist ein Technikmeilenstein: die erste in Serie gebaute Drehstromlokomotive für den Vollbahnbetrieb.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Achsen, gerundete Front mit heruntergezogener Scheibe, Nummer beginnt mit 120.
- 200 km/h und rund 5.600 kW machten sie zur Universallok für Reise- und Güterzüge zugleich.
- Nur 65 Maschinen insgesamt – fünf Vorserien- und 60 Serienloks – machen sie zur überschaubaren Baureihe.
- Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit der jüngeren Baureihe 101, die dieselbe Achsfolge, aber eine kantigere Front hat.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrische Universallokomotive (Drehstromantriebstechnik) |
|---|---|
| Achsfolge | Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben) |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
| Dauerleistung | rund 5.600 kW |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Vorserie | Fünf Maschinen der Bauart 120.0, geliefert 1979/1980 |
| Serie | 60 Maschinen der Bauart 120.1, geliefert 1987 bis 1989 |
| Besonderheit | Erste in Serie gebaute Drehstromlokomotive für den Vollbahnbetrieb |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen – trotz hoher Leistung keine sechsachsige Bauform
- Gerundete, weich modellierte Frontpartie mit tief heruntergezogener Scheibe
- Kräftiger Dachaufbau und wuchtiger wirkende Proportionen als bei der Baureihe 101
- Fahrzeugnummer beginnt mit 120; die Ziffern hinter dem Punkt trennen Vorserie und Serie
- Einsatz sowohl vor Reisezügen als auch vor Güterzügen möglich – eine echte Universallok
Aktualisiert: August 2026 – Vier Achsen, eine weich gerundete Front und eine Leistung, die für Fernverkehr und Güterzüge gleichermaßen reicht: Die Baureihe 120 ist die Lok, mit der die moderne Antriebstechnik in den deutschen Regelbetrieb kam. Diese Seite zeigt, woran du sie erkennst, warum sie technikgeschichtlich so wichtig ist und wie du sie gezielt vor die Kamera bekommst.
120 gesichtet? Nummer notieren.
Bei einer Baureihe mit nur 65 Maschinen ist jede einzelne Lok ein Sammelziel – dokumentiere sie in Traintrack.
Was ist die Baureihe 120?
Die Baureihe 120 ist eine vierachsige elektrische Universallokomotive für 200 km/h mit rund 5.600 kW Dauerleistung. Ihre Bedeutung liegt in der Antriebstechnik: Sie war die erste in Serie gebaute Drehstromlokomotive für den Vollbahnbetrieb. Fünf Vorserienmaschinen der Bauart 120.0 wurden 1979 und 1980 von einem Industriekonsortium mit Beteiligung von Siemens Mobility geliefert, die 60 Serienloks der Bauart 120.1 folgten zwischen 1987 und 1989.
Der Begriff Universallokomotive ist dabei kein Marketingwort, sondern eine betriebliche Beschreibung. Vor der 120 war die deutsche Ellok-Flotte scharf getrennt: schnelle Reisezugloks auf der einen Seite, langsame, zugkräftige Güterzugloks auf der anderen. Die Drehstromtechnik machte diese Trennung überflüssig, weil sich Zugkraft und Geschwindigkeit elektronisch regeln lassen. Alles, was danach kam – von den späteren Fernverkehrsloks bis zu den heutigen Standardplattformen –, baut auf dieser Erfahrung auf.
Nummernsystematik: Warum die Lok 120 heißt
Die Zahl ist kein Zufallsprodukt, sondern folgt einer Logik, die du bei jeder deutschen Ellok anwenden kannst.
- Die führende 1 kennzeichnet seit der Umzeichnung 1968 die Elektrolokomotive. Davor trugen diese Fahrzeuge ein
Evor der Nummer – aus E 10 wurde 110, aus E 03 die Baureihe 103. - Der niedrige Zahlenbereich 101 bis 128 ist traditionell den Reisezug- und Universalloks vorbehalten. Güterzugloks liegen bei 139 bis 155, Mehrsystem- und Grenzloks bei 180 bis 189.
- Die 120 setzte die Reihe fort, in der zuvor die 110er- und die 103er-Generation standen – nummernlogisch also die nächste Stufe der Reisezuglok.
- Die Ziffer hinter dem Punkt unterscheidet Unterbauarten: 120.0 für die Vorserie, 120.1 für die Serie, weitere Gruppen für spätere Umbauten.
Wie du diese Nummern am Fahrzeug findest und im Betrieb schnell abliest, erklärt der Guide zum Zugnummern und Fahrzeugnummern herausfinden.
So bestimmst du eine 120 im Feld
Achsen zählen
Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Trotz hoher Leistung ist die 120 keine sechsachsige Maschine – das schließt die schweren Güterzugbaureihen sofort aus.
Front beurteilen
Weich gerundete Stirnseite mit tief heruntergezogener Frontscheibe. Die Silhouette wirkt kompakt und massiv, nicht flach und kantig.
Dachpartie ansehen
Der Dachaufbau fällt kräftiger aus als bei den späteren Fernverkehrsloks. Zusammen mit der gerundeten Front ergibt das die typische Proportion der 120.
Nummer bestätigen
Die Ziffernfolge beginnt mit 120. Die Unterbauart hinter dem Punkt sagt dir zusätzlich, ob du eine Vorserien- oder eine Serienmaschine vor dir hast.
Der Zugtyp hilft hier weniger als sonst
Bei den meisten Baureihen verrät der Zug dahinter die Lok. Bei einer Universallokomotive funktioniert das schlechter: Reisezug, Regionalzug oder Güterzug sind alle plausibel. Verlass dich hier stärker auf Form und Nummer.
Einordnung im Bahnbetrieb
Die 120 ist eine Hauptstreckenlok. Sie gehört nicht auf Nebenstrecken und nicht in den Rangierdienst, sondern auf elektrifizierte Magistralen mit durchgehenden Zügen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Elektrifizierte Hauptstrecken | hoch | Kernrevier der Baureihe, hohe Zugdichte |
| Große Knotenbahnhöfe | hoch | Lokwechsel und längere Standzeiten am Bahnsteig |
| Reine Triebzug-Relationen | niedrig | Keine lokbespannten Züge, also keine Lok |
| Nebenstrecken ohne Fahrdraht | ausgeschlossen | Elektrolokomotive ohne eigene Energiequelle |
| Rangierbereiche | sehr niedrig | Falsches Einsatzprofil |
Einsatzgebiet und Bestand sind veränderlich
Wo die 120 aktuell planmäßig läuft, hat sich über die Jahrzehnte mehrfach verschoben – vom hochwertigen Fernverkehr über Regionalleistungen bis zu Sonderaufgaben. Verlass dich nicht auf ältere Umlauflisten, sondern prüfe die aktuelle Lage über Echtzeitdaten und Community-Sichtungen, wie sie im Beitrag [Trainspotter live](/blog/trainspotter-live) beschrieben sind.
Sieh, wo gerade eine 120 gemeldet wurde
Live-Sichtungen aus der Community sparen dir die Fahrt zum falschen Bahnhof.
Fototipps für die Baureihe 120
Die gerundete Front der 120 ist fotografisch dankbarer als eine flache Stirnseite – sie fängt Licht und zeigt Struktur. Vier Punkte machen den Unterschied.
- Halbschräg statt frontal. Etwa 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigen Front und Seitenwand zugleich und arbeiten die Rundung heraus.
- Tiefstehendes Licht nutzen. Morgens und am späten Nachmittag zeichnet flaches Licht die Wölbung der Front; Mittagssonne flacht sie ab.
- Auf das Drehgestell achten. Die vier Achsen sind ein Bestimmungsmerkmal – ein Bildausschnitt, der sie abschneidet, verliert Information.
- Fahrzeugnummer sichtbar halten. Bei einer Baureihe mit wenigen Maschinen ist die Nummer der eigentliche Sammelwert.
Belichtung, Schärfeebene und Mitzieher sind ausführlich im Guide gute Fotos von Zügen beschrieben. Fotografiert wird ausschließlich vom Bahnsteig oder von öffentlich zugänglichem Gelände aus – Gleise, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu.
Was die Drehstromtechnik im Alltag verändert hat
Der technische Sprung, für den die 120 steht, ist auch am Bahnsteig hörbar und sichtbar – wenn man weiß, worauf man achten muss.
- Anfahrgeräusch statt Schaltstufen. Ältere Elloks regeln ihre Leistung über mechanisch geschaltete Stufen, was beim Anfahren hörbare Sprünge erzeugt. Eine Drehstromlok fährt stufenlos an; typisch ist ein gleichmäßig ansteigender Ton statt eines Schaltrhythmus.
- Zugkraft ohne Rücksicht auf den Zugtyp. Weil die Motoren elektronisch geregelt werden, lässt sich dieselbe Maschine vor einem leichten Reisezug und vor einem schweren Güterzug sinnvoll einsetzen. Genau das war der Grund, die Trennung zwischen Reisezug- und Güterzugloks aufzugeben.
- Bremsen mit Rückspeisung. Drehstromloks können beim Bremsen Energie in die Oberleitung zurückgeben, statt sie nur in Widerständen zu verheizen. Bei Altbau-Elloks wie den Steilstreckenvarianten der Einheitsellok-Generation sitzen dafür noch sichtbare Bremswiderstände auf dem Dach.
- Weniger Baureihen für mehr Aufgaben. Der Universalgedanke hat die Flotte über die Jahrzehnte vereinfacht: Wo früher drei spezialisierte Baureihen nötig waren, reicht heute oft eine Plattform mit unterschiedlicher Ausrüstung.
Für die Bestimmung heißt das: Der Zug hinter der Lok verliert bei modernen Baureihen an Aussagekraft. Umso wichtiger werden Achszahl, Frontform und Nummer – die Reihenfolge, die auch die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen empfiehlt.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 120, wenn …
- die Lok vier Achsen hat und massiv proportioniert wirkt
- die Front weich gerundet ist und die Scheibe tief heruntergezogen wirkt
- die Nummer mit 120 beginnt
- sie vor unterschiedlichen Zugarten auftaucht – Reisezug wie Güterzug
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Silhouette aus Entfernung siehst – die Rundung ist im Gegenlicht schwer zu beurteilen
- die Lok eine Sonder- oder Werbelackierung trägt, die die Formkanten überdeckt
- der Zug dahinter untypisch ist, etwa ein Bauzug oder eine Überführung
Es ist keine 120, wenn …
- du sechs Achsen zählst – dann sind die schweren Güterzugbaureihen dran
- die Front flach und kantig mit durchgehendem dunklem Fensterband ist – das spricht für die jüngere Fernverkehrsgeneration
- der Lokkasten deutlich älter und kastiger wirkt, mit Scherenstromabnehmer
Konkret sind die realistischen Verwechslungskandidaten die Baureihe 101 – gleiche Achsfolge, aber kantigere und flachere Front –, die Baureihe 111 mit ähnlich gerundeter Frontpartie, aber niedrigerer Höchstgeschwindigkeit, und bei sechs Achsen die Baureihe 151, die aus der Ferne ähnlich wuchtig wirkt.
Fazit
Die Baureihe 120 ist die Lok, an der man die Wende zur modernen Antriebstechnik festmachen kann. Ihre kleine Stückzahl und der über die Jahre verschobene Einsatz machen sie heute zu einem lohnenden Ziel: Man muss sie suchen, aber man erkennt sie sofort, wenn man die gerundete Front einmal verinnerlicht hat.
Kurzfazit
Vier Achsen, gerundete Front, massive Proportion, Nummer beginnt mit 120: Das ist die erste Serien-Drehstromlok. Wer sie sucht, orientiert sich an elektrifizierten Hauptstrecken – und prüft vorher, wo aktuell gemeldet wird.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 120 brachte die Drehstromtechnik in den deutschen Regelbetrieb und wurde damit zur Blaupause für alle späteren Ellok-Generationen.
- Bestimmen lässt sie sich über Achszahl, die gerundete Frontform und die Nummer – drei Merkmale, die auch aus Entfernung funktionieren.
- Ihr Einsatzprofil war ungewöhnlich breit: Fernverkehr, Regionalverkehr und Güterzüge lagen alle im Rahmen.
- Weil der Bestand klein ist und sich der Einsatz verschoben hat, lohnt sich jede dokumentierte Sichtung mit Nummer und Datum.
Häufige Fragen
Was macht die Baureihe 120 technisch besonders?
Sie war die erste in Serie gebaute Drehstromlokomotive für den Vollbahnbetrieb. Statt Reihenschlussmotoren arbeiten Drehstrom-Asynchronmotoren mit elektronischer Steuerung – ein Prinzip, das heute jede moderne Ellok nutzt. Die 120 war damit weniger eine weitere Lok als ein Technologiesprung, dessen Erfahrungen in alle Nachfolgebauarten einflossen.
Wie schnell fährt die Baureihe 120?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Damit war sie zum Zeitpunkt ihrer Beschaffung eine der schnellsten Lokomotiven im deutschen Netz und für hochwertige Reisezugleistungen ebenso geeignet wie für schwere Güterzüge.
Wie viele Lokomotiven der Baureihe 120 gibt es?
Gebaut wurden fünf Vorserienmaschinen der Bauart 120.0 in den Jahren 1979 und 1980 sowie 60 Serienlokomotiven der Bauart 120.1 zwischen 1987 und 1989. Wie viele davon zu einem bestimmten Zeitpunkt einsatzfähig sind, ändert sich laufend durch Fristen, Umbauten und Abstellungen.
Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 120 und Baureihe 101?
Beide sind vierachsige Drehstromloks für schnelle Reisezüge. Die 120 ist rund ein Jahrzehnt älter und wirkt mit ihrer gerundeten, tief heruntergezogenen Frontscheibe und dem kräftigeren Dachaufbau deutlich anders proportioniert. Die 101 ist kantiger und flacher. Im Zweifel entscheidet die Fahrzeugnummer.
Zieht die Baureihe 120 auch Güterzüge?
Ja – das war sogar Teil des Konzepts. Die 120 wurde als Universallokomotive beschafft, die schwere Güterzüge ebenso befördern kann wie schnelle Reisezüge. Genau diese Flexibilität war das Ziel der Drehstromtechnik und unterscheidet sie von den spezialisierten Baureihen der Vorgängergeneration.
Was bedeuten die Zusätze 120.0, 120.1 und 120.2?
Die Ziffer hinter dem Punkt bezeichnet Unterbauarten. 120.0 steht für die fünf Vorserienmaschinen, 120.1 für die Serienlieferung. Weitere Untergruppen entstanden später durch Umbauten für geänderte Einsatzzwecke. Diese Feingliederung ist im deutschen Nummernsystem üblich und findet sich auch bei anderen Baureihen.
Wo stehen die Chancen auf eine 120 am besten?
Auf Hauptstrecken mit lokbespannten Zügen und an großen Knotenbahnhöfen. Das konkrete Einsatzgebiet hat sich über die Jahre mehrfach verschoben und hängt von Fahrzeugumläufen, Verträgen und dem Zustand der Flotte ab – prüfe deshalb den aktuellen Stand statt älterer Umlauflisten.
Woran erkenne ich, welche 120 genau vor mir steht?
An der vollständigen Fahrzeugnummer an Seitenwand und Führerstand. Sie besteht aus der Baureihenbezeichnung mit Unterbauart und einer dreistelligen Ordnungsnummer und ist zusammen mit der zwölfstelligen UIC-Nummer der eindeutige Identifikator einer Lok.
Sichtung von Baureihe 120 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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