Das Wichtigste in Kürze
- Die E 16 erkennst du am Buchli-Antrieb: große Antriebsscheiben, die nur auf einer Fahrzeugseite sitzen.
- 21 Maschinen baute AEG zwischen 1926 und 1933 – eine sehr kleine Serie.
- Achsfolge 1'Do1': vier gekuppelte Treibachsen zwischen zwei Laufachsen.
- Bei der Deutschen Bundesbahn lief sie später als Baureihe 116.
- Fotografisch besonders: Die beiden Fahrzeugseiten sehen so unterschiedlich aus, dass du beide brauchst.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrolokomotive für Schnellzüge |
|---|---|
| Hersteller | AEG |
| Baujahre | 1926 bis 1933 |
| Stückzahl | 21 Lokomotiven |
| Achsfolge | 1'Do1' (vier gekuppelte Treibachsen zwischen zwei Laufachsen) |
| Antrieb | Buchli-Einzelachsantrieb, einseitig angeordnet |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Spätere Bezeichnung | DB-Baureihe 116 |
| Status | ausgemustert, einzelne Maschinen museal erhalten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Große runde Antriebsscheiben auf nur einer Fahrzeugseite – das eindeutigste Merkmal überhaupt
- Von der anderen Seite betrachtet wirkt dieselbe Lok völlig anders: dort sind die Treibräder frei sichtbar
- Vier gekuppelte Treibachsen, davor und dahinter je eine Laufachse
- Kastenaufbau der 1920er Jahre mit sichtbarem Rahmen und aufgesetzten Führerständen
- Anschrift E 16 mit zweistelliger Ordnungsnummer, später 116
- Historisch in Süddeutschland beheimatet, heute nur noch museal
Aktualisiert: August 2026 – Wenige Lokomotiven verraten sich so schnell wie die Baureihe E 16: Auf einer Fahrzeugseite sitzen große runde Antriebsscheiben, auf der anderen nicht. Wer dieses Bild einmal gesehen hat, vergisst es nicht. Diese Seite erklärt, was dahintersteckt und wie du das Fahrzeug richtig einordnest und fotografierst.
Seltene Altbauellok gesehen?
Museumsfahrzeuge tauchen unregelmäßig auf – halte Nummer, Ort und Datum sofort in Traintrack fest.
Was ist die Baureihe E 16?
Die E 16 ist eine Schnellzug-Elektrolokomotive, die AEG zwischen 1926 und 1933 in 21 Exemplaren baute. Sie hat die Achsfolge 1’Do1’ – vier gekuppelte Treibachsen zwischen zwei Laufachsen – und fährt unter 15 kV bei 16,7 Hz. Bei der Deutschen Bundesbahn lief sie später als Baureihe 116.
Ihr technisches Alleinstellungsmerkmal ist der Buchli-Antrieb. Statt den Fahrmotor direkt auf der Achse zu lagern, sitzt er gefedert im Rahmen; die Kraft wandert über eine große, außen liegende Scheibenmechanik auf das Treibrad. Bei der E 16 ist diese Mechanik nur auf einer Fahrzeugseite angeordnet. Das Ergebnis: Ein und dieselbe Lok sieht von links und von rechts aus wie zwei verschiedene Fahrzeuge.
Die schnellste Bestimmung, die es bei Elloks gibt
Bei modernen Baureihen musst du Fronten vergleichen und Nummern lesen. Bei der E 16 reicht ein Blick auf die richtige Seite.
Auf die Antriebsseite gehen
Große runde Scheiben zwischen Lokkasten und Rädern? Dann bist du bei einer Buchli-Lok – in Deutschland heißt das mit hoher Wahrscheinlichkeit E 16.
Von der Gegenseite die Achsen zählen
Vier große Treibräder, davor und dahinter je ein kleineres Laufrad. Das schließt die dreiachsigen Bauarten wie die E 04 aus.
Kastenform prüfen
Aufgesetzte Führerstände, sichtbarer Rahmen, gerade Flächen: Konstruktionsmerkmale der 1920er Jahre, nicht der 1930er Stromlinienära.
Anschrift bestätigen
E 16 mit zweistelliger Ordnungsnummer oder 116 in der späteren Zählung. Damit ist die Bestimmung abgeschlossen.
Wenn du solche Merkmale grundsätzlich in der richtigen Reihenfolge abarbeiten willst, hilft die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Einordnung: Antriebstechnik als Erkennungsmerkmal
Die Antriebslösung war bis in die 1950er Jahre das prägende Gestaltungsmerkmal von Elektrolokomotiven. Erst mit dem Drehgestellbau verschwand sie aus dem Blickfeld. Die folgende Übersicht ordnet ein, was du bei welchem Fahrzeugtyp siehst.
| Bauart | Sichtbarer Antrieb | Laufachsen | Typische Epoche |
|---|---|---|---|
| E 16 mit Buchli-Antrieb | ja, einseitig sehr auffällig | vorhanden | 1920er und 1930er Jahre |
| Andere Altbauelloks | teilweise, Stangen oder Federtöpfe | meist vorhanden | 1920er bis 1940er Jahre |
| Nachkriegsellok wie Baureihe 110 | nein | entfallen | 1950er und 1960er Jahre |
| Moderne Drehstromlok | nein | entfallen | ab den 1980er Jahren |
Wie stark der Unterschied ist, zeigt der direkte Vergleich mit der Baureihe 110 (E10): dort ein glatter Kasten auf zwei Drehgestellen, hier eine Maschine, die ihre Mechanik offen zur Schau stellt.
Museumsbestände sind in Bewegung
Historische Fahrzeuge wechseln durch Leihgaben, Aufarbeitungen und Ausstellungsumbauten regelmäßig den Standort. Angaben aus älteren Quellen können überholt sein – prüfe vor der Anfahrt immer die aktuelle Ankündigung der Einrichtung.
Wo ist gerade eine Altbauellok zu sehen?
Sichtungen aus der Community zeigen dir, welche historischen Maschinen aktuell zugänglich sind.
Fototipps: warum eine Seite nicht reicht
Die E 16 ist das seltene Motiv, bei dem ein einziges Bild die Lok falsch darstellt. Wer nur die Gegenseite fotografiert, hat eine unauffällige Altbauellok im Kasten – und das eigentliche Thema verpasst.
Beide Seiten aufnehmen
Antriebsseite für die Technik, Gegenseite für das klassische Lokporträt. Erst zusammen ergibt sich das vollständige Bild.
Streiflicht für die Scheiben nutzen
Flaches Licht bringt die runden Antriebselemente plastisch heraus. Frontales Licht macht sie flach und unauffällig.
Details separat festhalten
Fahrwerk, Fabrikschild und Anschriften als eigene Aufnahmen. Diese Bilder sind später für die Zuordnung Gold wert.
Auf Wegen bleiben
Museumsgelände ist Privatgelände, Gleisbereiche sind grundsätzlich tabu. Halte dich an Absperrungen und Hinweise des Personals.
Die grundsätzliche Technik – Standpunktwahl, Licht, Bildaufbau – behandelt der Guide gute Fotos von Zügen. Wie du die Bilder danach so ablegst, dass du sie in Jahren noch wiederfindest, steht im Beitrag zum Fotoarchiv für Spotter.
Warum der Antrieb überhaupt außen sitzt
Der Buchli-Antrieb wirkt auf den ersten Blick wie eine unnötig komplizierte Lösung. Tatsächlich löste er ein handfestes Problem, das jede schnelle Elektrolokomotive der Frühzeit hatte.
Ein Fahrmotor ist schwer. Sitzt er direkt auf der Achse, wird sein Gewicht bei jeder Schienenstoß- und Gleisunebenheit ungefedert mitbeschleunigt. Das belastet Gleis und Fahrzeug und begrenzt die zulässige Geschwindigkeit. Bei langsamen Güterzugloks war das hinnehmbar, bei Schnellzugloks nicht.
Die Lösung bestand darin, den Motor gefedert im Lokrahmen zu lagern und die Kraft über ein bewegliches Zwischenglied auf das Treibrad zu übertragen. Genau das leistet die auffällige Scheibenmechanik: Sie erlaubt es der Achse, sich gegenüber dem Motor zu bewegen, ohne dass die Kraftübertragung abreißt. Der Preis dafür ist Bauraum – und den gab es nur außerhalb des Rahmens, also sichtbar an der Fahrzeugseite.
Dass die Mechanik bei der E 16 nur auf einer Seite sitzt, hat dieselbe Ursache: Sie ist groß, und zwei solcher Anordnungen hätten das Fahrzeug unnötig breit und schwer gemacht. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug mit zwei Gesichtern – für Fotografen ein Geschenk, für Modellbauer eine Herausforderung. Wer beide Seiten dokumentieren will, plant den Besuch dort, wo solche Maschinen dauerhaft stehen, etwa im Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen.
Mit dem Drehgestellbau der Nachkriegszeit verschwand das Problem. Moderne Antriebe sind kompakt genug, um innerhalb des Drehgestells untergebracht zu werden; ungefederte Massen lassen sich konstruktiv anders begrenzen. Deshalb sieht man an heutigen Lokomotiven von der Antriebstechnik nichts mehr. Wer verstehen will, wie stark sich Technik auf das Aussehen auswirkt, findet in der E 16 das beste Anschauungsobjekt, das der deutsche Ellokbau zu bieten hat.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die E 16, wenn …
- große runde Antriebsscheiben auf genau einer Fahrzeugseite sitzen
- du vier Treibachsen zwischen zwei Laufachsen zählst
- der Kasten sichtbar auf einem Rahmen aufliegt
- die Anschrift E 16 oder 116 lautet
Sieh genauer hin, wenn …
- du das Fahrzeug nur von der Gegenseite siehst
- das Fahrwerk durch andere Fahrzeuge verdeckt ist
- die Lok abgedeckt oder teilzerlegt in Aufarbeitung steht
Es ist keine E 16, wenn …
- du nur drei gekuppelte Treibachsen zählst – dann eher eine E 04
- das Fahrzeug stromlinienförmig gestaltet ist – das deutet auf die E 18
- die Lok auf zwei modernen Drehgestellen ohne Laufachsen steht
Die stromlinienförmige Schnellzuglok derselben Epoche findest du unter Baureihe E 18, die konstruktiv verwandte Einheitslok unter Baureihe E 17.
Fazit
Die E 16 ist die vielleicht dankbarste Altbauellok für Einsteiger: Ihr wichtigstes Merkmal sitzt außen, ist groß und lässt sich nicht übersehen. Gleichzeitig zeigt sie, wie stark Antriebstechnik früher das Aussehen einer Lokomotive bestimmt hat. Wer sie fotografiert, sollte sich die Mühe machen, beide Seiten zu dokumentieren – sonst erzählt das Bild nur die halbe Geschichte.
Kurzfazit
Große Antriebsscheiben auf einer Seite, vier Treibachsen zwischen zwei Laufachsen, Anschrift E 16 oder 116: eindeutiger geht Bestimmung kaum. Anzutreffen ist die Lok heute nur noch museal.
Zusammenfassung
- Die E 16 ist ein Musterbeispiel für frühe Elektrolokomotivtechnik, bei der der Antrieb noch außen sichtbar war.
- Der einseitige Buchli-Antrieb macht sie zur vielleicht am leichtesten erkennbaren deutschen Altbauellok.
- Ihr Einsatzgebiet lag traditionell in Süddeutschland, heute ist sie ein Museumsfahrzeug.
- Wer sie fotografiert, sollte immer beide Seiten dokumentieren – sonst fehlt die halbe Information.
Häufige Fragen
Was ist der Buchli-Antrieb?
Ein Einzelachsantrieb, bei dem die Kraft über eine große, außen liegende Scheibenkonstruktion auf jede Treibachse übertragen wird. Er erlaubt es, dass sich die Achse gegenüber dem Fahrmotor bewegt. Bei der E 16 sitzt diese Mechanik nur auf einer Fahrzeugseite – deshalb sieht die Lok von links und rechts völlig verschieden aus.
Woran erkenne ich die Baureihe E 16 sofort?
An den großen runden Antriebsscheiben auf einer Seite. Kein anderes gängiges deutsches Elektrofahrzeug sieht so aus. Kommt die Lok mit der anderen Seite auf dich zu, hilft die Achsfolge: vier gekuppelte Treibachsen zwischen zwei Laufachsen.
Wie viele E 16 wurden gebaut?
Insgesamt 21 Lokomotiven, gebaut von AEG zwischen 1926 und 1933. Solche kleinen Serien waren in der frühen Elektrifizierung normal, weil Lokomotiven für einzelne Streckengruppen beschafft wurden und nicht für ein flächendeckendes Netz.
Wie hieß die E 16 später?
Bei der Deutschen Bundesbahn wurde sie zur Baureihe 116. Die Umstellung von der Buchstaben- auf die reine Zifferbezeichnung betraf alle Altbauelloks: Aus E 04 wurde 104, aus E 17 wurde 117, aus E 18 wurde 118. Das Schema ist leicht zu merken.
Fährt die Baureihe E 16 heute noch?
Im Regelbetrieb nicht. Erhalten sind einzelne Maschinen im musealen Bereich. Ob eine davon betriebsfähig ist und wann sie bewegt wird, ändert sich mit Aufarbeitungsprojekten und Veranstaltungsterminen – prüfe die aktuellen Ankündigungen der jeweiligen Einrichtung.
Warum ist der Antrieb bei alten Elloks außen sichtbar?
Weil die Fahrmotoren gefedert im Rahmen sitzen mussten und die Kraft trotzdem auf die ungefederten Achsen übertragen werden musste. Dafür brauchte es mechanische Zwischenglieder. Moderne Drehstromloks lösen das mit kompakten Antrieben im Drehgestell – dort ist von außen nichts mehr zu sehen.
Wie fotografiere ich eine E 16 richtig?
Beide Seiten aufnehmen. Die Antriebsseite zeigt das technisch Interessante, die Gegenseite zeigt das klassische Lokbild. Dazu ein Detailbild des Fahrwerks und eines der Anschriften. Bei Hallenaufnahmen brauchst du eine hohe Empfindlichkeit und ruhige Kameraführung.
Was unterscheidet die E 16 von der E 17 und der E 18?
Alle drei haben vier gekuppelte Treibachsen, aber unterschiedliche Antriebslösungen und Kastenformen. Die E 16 ist durch den einseitigen Buchli-Antrieb sofort abgegrenzt. E 17 und E 18 wirken geschlossener; die E 18 ist zudem deutlich stromlinienförmiger gestaltet.
Sichtung von Baureihe E 16 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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