Baureihe 212 (V100)

Die Baureihe 212 ist die stärkere westdeutsche V 100, bis 1968 als V 100.20 geführt. So erkennst du sie und trennst sie von ihren Schwesterbaureihen.

Auch bekannt als: BR 212 · V 100.20 · V 100 West

DeutschlandDeutschlandDiesellokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

4

angetriebene Achsen

100 km/h

Höchstgeschwindigkeit

1968

Umzeichnung zur dreistelligen Nummer

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 212 ist die stärker motorisierte westdeutsche V 100 und hieß bis zur Umzeichnung 1968 V 100.20.
  • Formgleich mit der Baureihe 211 – der Unterschied liegt im Antrieb, nicht in der Silhouette.
  • Der Nummernkreis verrät die Herkunft: 21x steht für die West-Bauart, 20x für die Ost-Bauart der V 100.
  • Ein Arbeitspferd: Streckendienst, Rangieren, Übergaben, Bauzüge – die Lok wurde für Vielseitigkeit konstruiert.
  • Bestand, Halter und Einsatzgebiete ändern sich – viele Maschinen wurden an private Unternehmen verkauft.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 212 (V100)?
  2. 2.Bestimmen: Bauform zuerst, Nummer zuletzt
  3. 3.Was die Nummer über eine Diesellok verrät
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Fototipps für eine langsame Lok
  6. 6.Vorbaulok, Kastenlok, Rangierlok: die drei Grundformen
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartVierachsige Streckendiesellokomotive für leichten Reise- und Güterzugdienst
Frühere BezeichnungV 100.20
BauformFührerstand zwischen langem und kurzem Vorbau
AchsfolgeB'B' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben)
Kraftübertragunghydraulisch
Höchstgeschwindigkeit100 km/h
Umzeichnung1968 von V 100.20 auf Baureihe 212

Erkennungsmerkmale

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Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Achsen in zwei zweiachsigen Drehgestellen
  • Langer und kurzer Vorbau, Führerstand dazwischen – klassische Vorbaubauform
  • Gerundete, eher niedrige Aufbauten – typische West-Bauart der V 100
  • Kein Stromabnehmer, Auspuff und Kühleranlage im langen Vorbau
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 212
  • Heute überwiegend vor Bauzügen, Übergaben und im Werkverkehr

Aktualisiert: August 2026 – Die Baureihe 212 ist das, was man in der Fahrzeugwelt ein Arbeitspferd nennt: eine vierachsige Diesellok für alles, was zwischen Nebenbahn und Rangierbahnhof anfällt. Bis 1968 lief sie als V 100.20, seither trägt sie eine dreistellige Nummer. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, wie sie sich von der fast identischen 211 unterscheidet und wo du sie heute noch antriffst.

212 gesichtet? Nummer ist Pflicht.

Innerhalb der V-100-Familie sind die Loks formgleich – erst die Nummer macht deine Sichtung eindeutig.

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Was ist die Baureihe 212 (V100)?

Die Baureihe 212 ist eine vierachsige Streckendiesellokomotive mit hydraulischer Kraftübertragung aus der westdeutschen V-100-Familie. Sie ist auf 100 km/h ausgelegt, trägt die Achsfolge B’B’ und folgt der klassischen Vorbaubauform: langer Vorbau mit Motor und Kühlanlage, kurzer Vorbau mit Nebenaggregaten, dazwischen der Führerstand.

Gegenüber der Baureihe 211 unterscheidet sie sich in der Motorisierung: Sie ging aus der stärkeren Ausführung V 100.20 hervor. Äußerlich hilft dir das nicht weiter – beide Baureihen teilen sich Rahmen, Aufbauten und Silhouette. Das ist typisch für die V-100-Welt und der Grund, warum hier die Fahrzeugnummer eine größere Rolle spielt als bei den meisten anderen Baureihen.

Bestimmen: Bauform zuerst, Nummer zuletzt

Aufbauform einordnen

Zwei ungleich lange Vorbauten mit Führerstand dazwischen bedeuten Vorbaulok. Kastenloks mit zwei Endführerständen gehören zu anderen Familien, etwa der V-160-Reihe.

Achsen zählen

Vier Achsen in zwei zweiachsigen Drehgestellen – kein Stangenantrieb, keine sechsachsige Bauart.

Antriebsart bestätigen

Kein Stromabnehmer, dafür Auspuff und Kühlergrill am langen Vorbau. Damit ist die Diesellok gesichert.

Nummer lesen

Beginnt sie mit 212, hast du die stärkere West-Ausführung. 211 wäre die leichtere, 20x führt zur Ost-Bauart.

Der grundsätzliche Ablauf – von der groben Bauform zur feinen Nummer – ist ausführlich in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen beschrieben.

Was die Nummer über eine Diesellok verrät

Vor 1968 arbeitete die Deutsche Bundesbahn mit Gattungsbuchstaben: E für Elektro, V für Verbrennungsmotor, dahinter eine Zahl, die grob die Leistung in Hundert PS beschrieb. Unterbaureihen wie V 100.10 und V 100.20 unterschieden Ausführungen innerhalb einer Familie.

Mit der Umstellung auf maschinenlesbare Nummern verschwanden die Buchstaben, und ihre Information rutschte in die erste Ziffer. Für Dieselloks blieb der Zweihunderterbereich – und innerhalb davon ordnet der Zehnerblock die Fahrzeugfamilien.

Nummernkreis Fahrzeugfamilie Typische Bauform
20x V 100 der Ost-Bauart und ihre Umbauten Vorbaulok, kantige Aufbauten
21x V 100 der West-Bauart und ihre Umbauten Vorbaulok, gerundete Aufbauten
215 bis 219 V-160-Familie Kastenlok mit zwei Endführerständen
22x schwere Streckendieselloks älterer Bauart Kastenlok, sechs Achsen bei einzelnen Reihen
26x und 36x V 60 und verwandte Rangierloks Rangierlok mit Stangenantrieb

Der schnellste Trennschnitt

Vorbaulok mit vier Achsen und einer Nummer, die mit 21 beginnt: westdeutsche V 100. Beginnt sie mit 20, ist es die Ost-Bauart. Diese eine Regel löst im Alltag die meisten Zweifelsfälle.

Wie die vollständige zwölfstellige Nummer mit Länder- und Halterkennung aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.

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Einordnung im Bahnbetrieb

Die V 100 war die Antwort auf eine einfache Frage: Was ersetzt die vielen kleinen Dampfloks auf Nebenbahnen? Entsprechend breit war das Aufgabenfeld – kurze Reisezüge, Güterzüge, Übergabefahrten, Rangieren. Mit dem Rückbau des Nebenbahnnetzes und der Elektrifizierung der Hauptstrecken verschwand dieses Aufgabenfeld weitgehend – erlebbar ist es heute vor allem noch bei Museumsbahnen wie der Lokalbahn Schierling-Langquaid (Laabertalbahn).

Geblieben ist eine zweite Karriere: Bauzüge, Werkverkehre und Leistungen privater Bahnunternehmen – Vermieter wie On Rail halten solche Maschinen bis heute im Bestand. Einzelne Maschinen wurden für Sonderaufgaben umgebaut und tragen seither eigene Baureihennummern – ein Muster, das sich in der Baureihe 214 fortsetzt. Andere Fahrzeuge derselben Familie wurden für besondere Streckenverhältnisse ausgerüstet und laufen als Baureihe 213.

Einsatzangaben sind Momentaufnahmen

Bei Fahrzeugen in Privat- und Museumshand ändern sich Halter, Standort und Einsatzgebiet häufig. Verlass dich nicht auf ältere Listen. Und unabhängig davon: Gleisanlagen, Betriebshöfe und Abstellgruppen sind Betriebsgelände und für Unbeteiligte nicht zugänglich.

Fototipps für eine langsame Lok

Der große Vorteil dieser Baureihe: Sie fährt selten schnell. Das eröffnet Bildideen, die bei Fernverkehrszügen nicht funktionieren.

  • Längere Verschlusszeiten wagen. Bei Rangier- und Bauzugtempo lassen sich Mitzieher deutlich entspannter umsetzen als bei 160 km/h.
  • Die ganze Lok zeigen. Die charakteristische Vorbauform kommt in der Seitenansicht oder leichten Dreiviertelansicht am besten zur Geltung – frontal wirkt sie flach.
  • Auf Details achten. Kühlergitter, Auspuff und Vorbauklappen unterscheiden sich zwischen Ursprungsfahrzeugen und Umbauten. Ein zusätzlicher Detailausschnitt lohnt sich.

Die grundsätzliche Technik – Schärfeebene, Belichtung, Mitzieher – behandelt der Guide zu guten Fotos von Zügen.

Vorbaulok, Kastenlok, Rangierlok: die drei Grundformen

Wer Dieselloks bestimmen will, kommt mit drei Aufbauformen erstaunlich weit. Sie sind auch aus großer Entfernung und bei schlechtem Licht unterscheidbar – und grenzen die Möglichkeiten sofort erheblich ein.

Die Vorbaulok trägt einen langen und einen kurzen Vorbau mit dem Führerstand dazwischen. Diese Anordnung ist ein Kompromiss zwischen Streckenfahrt und Rangierdienst: Der Blick nach beiden Seiten ist brauchbar, die Technik gut zugänglich, die Bauhöhe niedrig. Die gesamte V-100-Familie folgt diesem Prinzip.

Die Kastenlok hat einen durchgehenden Aufbau mit je einem Führerstand an beiden Enden. Sie ist auf Streckendienst optimiert: bessere Sicht nach vorn, mehr Platz für Motor und Zugheizung, höhere Geschwindigkeiten. Die V-160-Familie gehört hierher, ebenso praktisch alle Elektrolokomotiven.

Die klassische Rangierlok ist niedriger, kürzer und trägt oft nur drei Achsen mit Stangenantrieb. Ihre Konstruktion ist auf gute Rundumsicht und niedrige Geschwindigkeiten ausgelegt, nicht auf Streckenfahrten.

Wenn du diese drei Formen sicher trennst, ist die halbe Bestimmungsarbeit erledigt. Bei einer Vorbaulok mit vier Achsen bleiben in Deutschland nur wenige Familien übrig, und innerhalb der V 100 entscheidet dann die Nummer. Bei einer Kastenlok mit vier Achsen und ohne Stromabnehmer landest du dagegen zwangsläufig in der V-160-Welt.

Genau deshalb lohnt es sich, die Bestimmung immer bei der Silhouette zu beginnen und nicht bei Details wie Lackierung oder Beschriftung – die ändern sich, die Bauform nicht.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 212, wenn …

  • du eine Vorbaulok mit vier Achsen siehst
  • die Aufbauten gerundet und eher niedrig wirken
  • kein Stromabnehmer montiert ist
  • die Nummer mit 212 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Nummer nicht lesbar ist – 211 und 212 sind formgleich
  • die Lok in einer Bauunternehmenslackierung unterwegs ist
  • du unsicher bist, ob es sich um West- oder Ost-Bauart handelt

Es ist keine 212, wenn …

  • die Nummer mit 211, 213, 214 oder 20x beginnt
  • die Lok einen durchgehenden Kasten mit zwei Endführerständen hat
  • du sechs Achsen oder Stangenantrieb siehst

Fazit

Die Baureihe 212 ist eine Lok, die man nicht wegen ihrer Leistungsdaten interessant findet, sondern wegen ihrer Rolle: Sie hat den Betrieb in der Fläche über Jahrzehnte getragen und erlebt seither eine zweite Karriere im Bau- und Werkverkehr. Zur Bestimmung reichen Bauform und Nummer – wobei die Nummer hier ausnahmsweise der wichtigere Teil ist, weil die Familie äußerlich so einheitlich ist.

Kurzfazit

Vorbaulok, vier Achsen, gerundete Aufbauten, kein Stromabnehmer, Nummer beginnt mit 212: die stärkere westdeutsche V 100, früher V 100.20. Heute vor allem im Bau- und Werkverkehr sowie bei Privat- und Museumsbahnen zu finden.

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Nummer, Halter, Ort und Datum an einem Ort – so wird aus Zufallsbegegnungen eine echte Sammlung.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 212 war über Jahrzehnte das Universalfahrzeug für die Fläche und ist bis heute im Bau- und Werkverkehr präsent.
  • Ihre Bestimmung läuft über Bauform und Nummer; die Formunterschiede innerhalb der V-100-Familie sind für eine sichere Zuordnung zu klein.
  • Weil sie hydraulisch überträgt und für 100 km/h ausgelegt ist, gehört sie klar zu den leichten Streckendieselloks.
  • Wer sie fotografieren will, orientiert sich an Bauzugleistungen, Übergabefahrten und Sonderfahrten statt an Fahrplänen.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 212?

Die Baureihe 212 ist eine vierachsige Streckendiesellokomotive mit hydraulischer Kraftübertragung aus der westdeutschen V-100-Familie. Sie ist als Vorbaulok gebaut, für 100 km/h zugelassen und trägt die Achsfolge B'B'. Bis zur Umzeichnung 1968 lief sie als V 100.20.

Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 211 und 212?

Die Motorleistung. Die 212 ging aus der stärker motorisierten Ausführung V 100.20 hervor, die 211 aus der leichteren V 100.10. Von außen sind beide praktisch identisch – ohne lesbare Fahrzeugnummer lässt sich die Zuordnung nicht sicher treffen.

Warum heißt sie nicht mehr V 100.20?

Weil die Deutsche Bundesbahn 1968 auf dreistellige, maschinenlesbare Baureihennummern umstellte. Die Gattungsbuchstaben E und V entfielen, ihre Information wanderte in die erste Ziffer: 1xx für Elektrolokomotiven, 2xx für Diesellokomotiven. Die Unterbaureihen wurden dabei zu eigenständigen Baureihen.

Ist die Baureihe 212 hydraulisch oder dieselelektrisch?

Hydraulisch. Der Dieselmotor arbeitet auf ein Strömungsgetriebe, das die Leistung über Gelenkwellen an die Achsen weitergibt. Diese Bauweise war bei deutschen Streckendieselloks über Jahrzehnte Standard und unterscheidet sie von dieselelektrischen Maschinen, bei denen ein Generator Fahrmotoren speist.

Wofür wurde die V 100 überhaupt gebaut?

Für den Dienst in der Fläche: kurze Reisezüge und Güterzüge auf Nebenbahnen, Übergabefahrten und Rangieraufgaben in kleineren Bahnhöfen. Sie sollte gleich mehrere Dampflokbauarten ersetzen und dabei so einfach bleiben, dass kleine Dienststellen sie unterhalten konnten.

Wo sieht man die Baureihe 212 heute?

Überwiegend im Bau- und Werkverkehr sowie bei privaten Bahnunternehmen und Museumsbahnen. Feste Umläufe gibt es dafür selten. Wo einzelne Maschinen aktuell im Einsatz stehen, ändert sich mit Aufträgen und Eigentümerwechseln und lässt sich nur über aktuelle Sichtungen klären.

Wie schnell fährt die Baureihe 212?

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 100 km/h. Das entspricht dem Einsatzprofil auf Nebenstrecken und im Güterverkehr. Für schnelle Reisezugleistungen beschaffte die Bundesbahn andere Bauarten mit durchgehendem Lokkasten und deutlich höherer Leistung.

Woran erkenne ich, welche 212 genau vor mir steht?

An der vollständigen Fahrzeugnummer an der Seitenwand. Die zwölfstellige UIC-Nummer enthält zusätzlich Länder- und Halterkennung – bei Fahrzeugen in Privathand ist gerade das die interessantere Information, weil sie sich bei Verkäufen ändert.

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