Baureihe 213 (V100)

Die Baureihe 213 ist die Steilstreckenausführung der westdeutschen V 100 mit zusätzlicher Bremsausrüstung. So erkennst du sie und ordnest sie richtig ein.

Auch bekannt als: BR 213 · V 100.23 · Steilstrecken-V-100

DeutschlandDeutschlandDiesellokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

4

angetriebene Achsen

100 km/h

Höchstgeschwindigkeit

B'B'

Achsfolge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 213 ist die Steilstreckenausführung der westdeutschen V 100 und trug früher die Bezeichnung V 100.23.
  • Der Unterschied liegt in der Bremsausrüstung, nicht in der Form – deshalb hilft im Feld nur die Nummer.
  • Steilstrecken stellen eigene Anforderungen: Nicht die Zugkraft bergauf, sondern die dauerhafte Bremsleistung bergab ist die eigentliche Herausforderung.
  • Der Nummernkreis 21x steht für die westdeutsche V-100-Familie, 20x für die ostdeutsche.
  • Bestand und Einsatz sind veränderlich – die verbliebenen Maschinen stehen überwiegend in Privat- und Museumshand.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 213 (V100)?
  2. 2.Warum Steilstrecken eigene Fahrzeuge brauchen
  3. 3.Die Nummernsystematik dahinter
  4. 4.Spotting und Fotografie auf Steilstrecken
  5. 5.Was die Achsfolge B’B’ bedeutet
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartVierachsige Streckendiesellokomotive mit Steilstreckenausrüstung
Frühere BezeichnungV 100.23
BauformFührerstand zwischen langem und kurzem Vorbau
AchsfolgeB'B' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben)
Kraftübertragunghydraulisch
Höchstgeschwindigkeit100 km/h
Besonderheitzusätzliche hydrodynamische Bremse für Strecken mit starkem Gefälle

Erkennungsmerkmale

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Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen, klassische Vorbaulok der V-100-Bauform
  • Gerundete, eher niedrige Aufbauten – westdeutsche Bauart
  • Kein Stromabnehmer, Auspuff und Kühleranlage im langen Vorbau
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 213
  • Bevorzugt auf Strecken mit ausgeprägten Steigungen und Gefällen anzutreffen
  • Äußerlich kaum von der Baureihe 212 zu unterscheiden – die Nummer entscheidet

Aktualisiert: August 2026 – Auf den ersten Blick eine ganz normale V 100 – vier Achsen, langer und kurzer Vorbau, Führerstand dazwischen. Der Unterschied steckt in der Bremse. Die Baureihe 213 ist die Steilstreckenausführung der westdeutschen V-100-Familie und trug früher die Bezeichnung V 100.23. Diese Seite erklärt, was dahintersteckt und wie du sie sicher einordnest.

213 gesichtet? Das ist selten.

Kleine, spezialisierte Baureihen sieht man nicht alle Tage – halte Nummer, Ort und Datum in Traintrack fest.

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Was ist die Baureihe 213 (V100)?

Die Baureihe 213 ist eine vierachsige Streckendiesellokomotive der westdeutschen V-100-Bauart mit zusätzlicher Steilstreckenausrüstung. Sie überträgt ihre Leistung hydraulisch, trägt die Achsfolge B’B’ und ist für 100 km/h zugelassen. Bis zur Umzeichnung 1968 lief sie unter der Bezeichnung V 100.23.

Das Entscheidende ist die hydrodynamische Bremse. Sie erlaubt es, über lange Gefällestrecken dauerhaft zu bremsen, ohne die mechanischen Bremsen zu überlasten. Damit war das Fahrzeug für Strecken zugelassen, auf denen die Schwesterbaureihen nicht fahren durften. Von außen ändert sich dadurch fast nichts – die 213 sieht der Baureihe 212 zum Verwechseln ähnlich.

Warum Steilstrecken eigene Fahrzeuge brauchen

Die verbreitete Vorstellung, eine Steilstrecke sei vor allem ein Kraftproblem, führt in die Irre. Bergauf entscheidet die Zugkraft, und die lässt sich notfalls durch kürzere Züge oder Vorspann lösen. Das eigentliche Problem liegt bergab.

Anforderung Was dahintersteckt Warum sie auf Steilstrecken zählt
Dauerbremsleistung Bremsen über Minuten statt Sekunden mechanische Bremsen überhitzen bei langem Gefälle
Hydrodynamische Bremse Strömungsgetriebe wirkt als Bremse wandelt Bewegungsenergie ab, ohne Bremsklötze zu verschleißen
Zusätzliche Sicherungstechnik besondere Vorschriften für Steilstrecken Zulassung gilt streckenbezogen, nicht allgemein
Angepasste Zuglasten Begrenzung von Gewicht und Zuglänge reduziert die zu vernichtende Energie im Gefälle

Warum das eine eigene Baureihennummer rechtfertigt

Deutsche Baureihennummern beschreiben nicht nur Bauarten, sondern auch betrieblich relevante Ausrüstungsunterschiede. Zwei formgleiche Fahrzeuge, von denen nur eines eine bestimmte Strecke befahren darf, sind betrieblich eben nicht dasselbe – und bekommen deshalb unterschiedliche Nummern.

Die Nummernsystematik dahinter

Vor 1968 arbeitete die Deutsche Bundesbahn mit Gattungsbuchstaben: V für Verbrennungsmotor, dahinter eine Zahl für die grobe Leistungsklasse in Hundert PS, danach eine Unterbaureihe für die konkrete Ausführung. So entstand die Reihe V 100.10, V 100.20 und V 100.23.

Mit der Umstellung auf dreistellige, maschinenlesbare Nummern wanderte die Gattungsinformation in die erste Ziffer: 1xx für Elektro-, 2xx für Diesellokomotiven. Die Unterbaureihen wurden zu eigenständigen Baureihen – aus V 100.10 wurde die Baureihe 211, aus V 100.20 die 212 und aus V 100.23 die 213.

Diese Logik erklärt auch, warum sich Fahrzeuge mit vollkommen unterschiedlicher Bauform eine Zehnergruppe teilen können: Ab der 215 beginnt mit der V-160-Familie eine ganz andere Konstruktion – Kastenloks mit zwei Endführerständen statt Vorbauloks. Ein guter Einstieg dazu ist die Baureihe 215.

Seltene Baureihen im Blick behalten

Live-Sichtungen aus der Community sind bei kleinen Baureihen oft der einzige verlässliche Hinweis.

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Spotting und Fotografie auf Steilstrecken

Steilstrecken sind fotografisch dankbar und logistisch anspruchsvoll zugleich. Sie liegen oft in Hanglagen mit interessanten Blickachsen, sind aber schlechter erreichbar als Bahnhöfe in der Ebene.

Standort vorher klären

Öffentliche Wege, Straßen, Wanderwege und Aussichtspunkte sind die Grundlage. Gleisanlagen, Böschungen und Betriebsgelände sind tabu – ohne Ausnahme und ohne Relativierung.

Brennweite planen

In Hanglagen ist der Abstand zum Zug oft groß. Ein Teleobjektiv wird hier zur Grundausstattung statt zur Option.

Licht im Tal einkalkulieren

Enge Täler sind morgens und abends lange im Schatten. Die nutzbare Zeitspanne ist deutlich kürzer als in der offenen Landschaft.

Langsamfahrt nutzen

Auf Steilstrecken wird selten schnell gefahren. Das erlaubt entspanntere Verschlusszeiten und mehr Spielraum beim Bildaufbau.

Welche Brennweite für solche Situationen sinnvoll ist und wo die Grenzen günstiger Optiken liegen, behandelt der Ratgeber zum besten Teleobjektiv für Eisenbahnfotografie.

Ein weiterer Punkt betrifft die Bildkomposition. Steilstrecken haben eine Eigenschaft, die man fotografisch nutzen kann: Die Steigung ist sichtbar. Ein Zug, der auf einer Rampe steht oder fährt, zeigt eine geneigte Linie im Bild – vorausgesetzt, die Kamera ist am Horizont ausgerichtet und nicht an den Gleisen. Wer stattdessen die Gleise gerade ausrichtet, verschenkt genau die Information, die den Ort ausmacht. Ein Referenzpunkt in der Landschaft, etwa ein Gebäude oder ein Baumstamm, hilft beim Ausrichten.

Ebenfalls hilfreich: Auf Steilstrecken arbeitet die Lok hörbar. Motorgeräusch und Getriebestufen kündigen einen Zug oft deutlich früher an als auf der Ebene, was in unübersichtlichem Gelände wertvolle Sekunden Vorbereitungszeit verschafft.

Was die Achsfolge B’B’ bedeutet

In den Angaben zu dieser Baureihe taucht immer wieder die Achsfolge B’B’ auf. Sie zu lesen lohnt sich, weil sie in einer knappen Formel beschreibt, wie ein Fahrzeug aufgebaut ist – und das gilt für jede Lokomotive, nicht nur für die V 100.

Buchstaben stehen für angetriebene Achsen, Zahlen für nicht angetriebene. A bedeutet eine angetriebene Achse, B zwei, C drei. Ein Apostroph zeigt an, dass die Achsgruppe in einem eigenen Drehgestell sitzt und sich gegenüber dem Fahrzeugrahmen drehen kann.

B’B’ heißt demnach: zwei Drehgestelle mit je zwei angetriebenen Achsen, insgesamt vier angetriebene Achsen. Das ist die klassische Anordnung für mittlere Lokomotiven – ausreichend Reibungsgewicht auf allen Achsen, gutes Kurvenverhalten durch die Drehgestelle, überschaubarer mechanischer Aufwand.

Zum Vergleich: Co’Co’ bezeichnet zwei Drehgestelle mit je drei angetriebenen Achsen, also sechs Achsen insgesamt – typisch für schwere Güterzugmaschinen. C ohne Apostroph steht für drei angetriebene Achsen im starren Rahmen, wie es bei klassischen Rangierloks mit Stangenantrieb üblich war.

Für die Praxis heißt das: Achsen zählen ist nicht nur eine Zählübung, sondern liefert direkt eine Einordnung in die Leistungsklasse. Vier Achsen bedeuten in Deutschland mittleres Gewicht und mittlere Zugkraft, sechs Achsen schweren Dienst. Zusammen mit der Aufbauform ist das die schnellste Vorauswahl, die du treffen kannst – noch bevor du überhaupt eine Nummer erkennen kannst.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 213, wenn …

  • du eine V-100-Vorbaulok mit vier Achsen siehst
  • die Aufbauten gerundet wirken – westdeutsche Bauart
  • die Lok auf einer Strecke mit starkem Gefälle unterwegs ist
  • die Nummer mit 213 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Nummer nicht lesen kannst – 211, 212 und 213 sind formgleich
  • die Lok bei einer Museumsbahn oder auf einer Sonderfahrt läuft
  • die Lackierung von den vertrauten Farbgebungen abweicht

Es ist keine 213, wenn …

  • die Nummer mit 211, 212, 214 oder 20x beginnt
  • die Lok einen durchgehenden Kasten mit zwei Endführerständen hat
  • du sechs Achsen oder Stangenantrieb zählst

Für den größeren Überblick über deutsche Altbau-Dieselloks und ihre Unterscheidungsmerkmale lohnt der Beitrag zum Erkennen der Altbau-Dieselloks von 218 bis 232. Die grundsätzliche Vorgehensweise steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Fazit

Die Baureihe 213 ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich die interessantesten Unterschiede zwischen Fahrzeugen manchmal nicht fotografieren lassen. Zwei formgleiche Loks, eine zusätzliche Bremse – und daraus folgt eine eigene Baureihennummer und ein völlig anderes Einsatzgebiet – die verbliebenen Maschinen stehen heute überwiegend in Privat- und Museumshand, etwa bei Gleisbaubetrieben wie der Wiebe Unternehmensgruppe. Wer solche Zusammenhänge kennt, liest aus einer Nummer mehr heraus als nur eine Zahl.

Kurzfazit

Vorbaulok der westdeutschen V-100-Bauart mit Nummer 213: die Steilstreckenausführung, früher V 100.23. Ihre Besonderheit ist die hydrodynamische Bremse – unsichtbar von außen, entscheidend im Betrieb.

Seltene Sichtungen sauber dokumentieren

Nummer, Ort, Datum und Strecke an einem Ort – bei kleinen Baureihen zählt jede einzelne Begegnung.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 213 zeigt, dass Baureihennummern nicht nur Bauarten, sondern auch Ausrüstungsvarianten abbilden.
  • Die zusätzliche hydrodynamische Bremse macht das Fahrzeug für Strecken mit starkem Gefälle einsetzbar, ohne die Bauform zu verändern.
  • Für die Bestimmung im Feld gilt dieselbe Regel wie bei der ganzen V-100-Familie: Bauform bringt zur Familie, Nummer zur Baureihe.
  • Wegen der geringen Stückzahl und der besonderen Einsatzstrecken ist jede Sichtung dokumentarisch wertvoll.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 213?

Die Baureihe 213 ist die Steilstreckenausführung der westdeutschen V 100. Es sind vierachsige Vorbauloks mit hydraulischer Kraftübertragung und einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, die zusätzlich mit einer hydrodynamischen Bremse für Strecken mit starkem Gefälle ausgerüstet wurden. Früher liefen sie als V 100.23.

Warum braucht eine Steilstrecke eine besondere Lok?

Nicht wegen der Steigung, sondern wegen des Gefälles. Bergab muss eine Lok über lange Abschnitte dauerhaft bremsen, ohne dass die Bremsen überhitzen. Eine hydrodynamische Bremse wandelt Bewegungsenergie über ein Strömungsgetriebe in Wärme um und entlastet damit die mechanischen Bremsen erheblich.

Wie unterscheide ich die 213 von der 212?

Praktisch nicht am Aussehen – beide teilen sich Rahmen, Vorbauten und Silhouette. Der Unterschied liegt in der zusätzlichen Bremsausrüstung, die von außen kaum sichtbar ist. Im Feld entscheidet die Fahrzeugnummer: Beginnt sie mit 213, ist es die Steilstreckenausführung.

Was bedeutete die Bezeichnung V 100.23?

Die V 100 war die Fahrzeugfamilie, V für Verbrennungsmotor und 100 grob für die Leistung in Hundert PS. Die Ziffern nach dem Punkt bezeichneten die Unterbaureihe, also die konkrete Ausführung. 1968 wurden aus diesen Unterbaureihen eigenständige dreistellige Baureihen: 211, 212 und 213.

Ist die Baureihe 213 hydraulisch oder dieselelektrisch?

Hydraulisch. Der Dieselmotor arbeitet auf ein Strömungsgetriebe, das die Leistung über Gelenkwellen an die Achsen überträgt. Genau diese Technik ermöglicht auch die hydrodynamische Bremse: Das Getriebe kann in umgekehrter Richtung als Bremse wirken.

Wo wurden die Loks eingesetzt?

Auf Strecken mit ausgeprägten Steigungen und Gefällen, für die normale Streckenlokomotiven nicht zugelassen waren. Welche Strecken das zu einem bestimmten Zeitpunkt sind, hängt von Zulassungen und Verkehrsverträgen ab und ändert sich – heute stehen die verbliebenen Maschinen überwiegend in Privat- und Museumshand.

Wie schnell fährt die Baureihe 213?

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 100 km/h und entspricht damit den Schwesterbaureihen. Auf Steilstrecken spielt das ohnehin keine Rolle: Dort begrenzen die Streckenverhältnisse das Tempo deutlich stärker als die Lok.

Lohnt sich die gezielte Suche nach einer 213?

Nur mit Vorbereitung. Es handelt sich um eine kleine, spezialisierte Baureihe ohne öffentlichen Takt. Wer sie sehen will, orientiert sich an angekündigten Sonderfahrten, an Museumsbahnbetrieb und an aktuellen Sichtungsmeldungen statt an Fahrplänen.

Sichtung von Baureihe 213 (V100) festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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