Das Wichtigste in Kürze
- Der ICE 2 ist ein Halbzug: ein Triebkopf der Baureihe 402 vorn, ein Steuerwagen der Baureihe 808 hinten.
- Kernidee Flügelzug: Zwei Halbzüge fahren gekuppelt und trennen sich unterwegs, um zwei Ziele zu bedienen.
- Schnellster Erkennungsweg: ein Zugende mit Fenstern und Bugklappe, das andere fensterlos.
- 44 Halbzüge wurden zwischen 1995 und 1997 gebaut, ausgelegt auf 280 km/h.
- Einsatzlinien und Innenraum-Redesigns ändern sich – als Momentaufnahme behandeln, nicht als feste Größe.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Hochgeschwindigkeits-Triebzug als Halbzug mit einem Triebkopf |
|---|---|
| Baujahre | 1995 bis 1997 |
| Stückzahl | 44 Halbzüge |
| Höchstgeschwindigkeit | 280 km/h |
| Leistung | rund 4.800 kW je Triebkopf |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Zugbildung | Triebkopf – Mittelwagen – Steuerwagen; zwei Halbzüge kuppelbar |
| UIC-Bauartcode | 93 (Hochgeschwindigkeits-Triebzug) |
| Nummernschema | Triebköpfe 402 0xx, Steuerwagen Baureihe 808, Mittelwagen Reihen 805 bis 807 |
| Typischer Einsatz | ICE-Fernverkehr, klassisch mit Flügelung an Trennungsbahnhöfen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Nur ein fensterloser Triebkopf – am anderen Zugende ein Steuerwagen mit Fahrgastfenstern
- Der Steuerwagen hat eine Bugklappe, hinter der die Kupplung sitzt
- Deutlich kürzer als der ICE 1, kein Speisewagen mit erhöhtem Dach
- Häufig als Doppeltraktion aus zwei gekuppelten Halbzügen unterwegs
- Fahrzeugnummer des Triebkopfs beginnt mit 402, der Steuerwagen mit 808
- Bugform ähnlich dem ICE 1, aber am Steuerwagen mit sichtbarer Klappenfuge
Aktualisiert: August 2026 – Vorn ein fensterloser Triebkopf, hinten ein Fahrzeug, das genauso aussieht, aber Fahrgastfenster und eine Klappe an der Nase hat: Das ist der ICE 2 mit den Triebköpfen der Baureihe 402. Diese Seite zeigt dir, woran du die zweite ICE-Generation erkennst, warum sie als Halbzug gebaut wurde und was das Flügelzugkonzept für Spotter bedeutet.
ICE 2 gesichtet? Beide Zugenden dokumentieren.
Triebkopf und Steuerwagen tragen eigene Nummern – mit Traintrack hältst du beide in Sekunden fest.
Was ist die Baureihe 402 (ICE 2)?
Die Baureihe 402 bezeichnet die Triebköpfe des ICE 2, der zweiten ICE-Generation. Gebaut wurden zwischen 1995 und 1997 von einem Industriekonsortium unter Beteiligung von Siemens Mobility insgesamt 44 Halbzüge, jeder mit einem Triebkopf, mehreren Mittelwagen und einem Steuerwagen der Baureihe 808. Die Höchstgeschwindigkeit liegt wie beim ICE 1 der Baureihe 401 bei 280 km/h, der einzelne Triebkopf leistet rund 4.800 kW.
Der ICE 2 ist damit kein verkürzter ICE 1, sondern ein eigenes Betriebskonzept. Er wurde bewusst als Halbzug ausgelegt, damit zwei Einheiten gekuppelt auf einer stark nachgefragten Achse fahren und sich an einem Trennungsbahnhof teilen können. Danach bedient jeder Halbzug ein eigenes Ziel. Genau dafür sitzt am hinteren Ende ein Steuerwagen mit Bugklappe: Hinter dieser Klappe steckt die automatische Kupplung.
Wie bei allen Hochgeschwindigkeits-Triebzügen beginnt die zwölfstellige Fahrzeugnummer mit dem UIC-Bauartcode 93. Der Aufbau dieser Nummer ist im Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer erklärt.
Der schnellste Weg zur Bestimmung
Beide Zugenden vergleichen
Ein Ende fensterlos, das andere mit Fahrgastfenstern? Das ist der ICE 2. Sind beide Enden fensterlos, hast du einen ICE 1 vor dir.
Auf die Bugklappe achten
Der Steuerwagen zeigt eine deutliche Fuge quer über die Nase. Bei gekuppelten Zügen steht die Klappe offen und die Kupplung ist sichtbar – das eindeutigste Detail überhaupt.
Länge und Dachlinie prüfen
Ein einzelner ICE 2 ist erkennbar kurz, und es fehlt der Wagen mit erhöhtem Dach. Fährt eine Doppeltraktion, siehst du in der Zugmitte zwei aneinandergekuppelte Bugpartien.
Bleibt ein Restzweifel, entscheidet die Anschrift: Der Triebkopf trägt eine Nummer, die mit 402 beginnt, der Steuerwagen eine, die mit 808 beginnt. Wo du solche Nummern am Fahrzeug findest, erklärt der Guide Zugnummer herausfinden.
Der Trick mit der Zugmitte
Bei einer Doppeltraktion aus zwei ICE 2 liegen in der Zugmitte zwei Fahrzeugnasen aneinander. Diese Stelle ist unverwechselbar – kein anderer ICE zeigt mitten im Zug zwei Fronten. Wer das einmal gesehen hat, erkennt den ICE 2 danach sofort.
Halbzug, Flügelung und was das für Beobachter bedeutet
Das Konzept hat direkte Folgen für das, was du am Bahnsteig siehst. Die folgende Tabelle ordnet ein, wo der ICE 2 gegenüber anderen ICE-Generationen betrieblich steht.
| Merkmal | ICE 2 (BR 402) | ICE 1 (BR 401) | ICE 3 (BR 403/406/407/408) |
|---|---|---|---|
| Antrieb | ein Triebkopf | zwei Triebköpfe | verteilt unter dem Zug |
| Zweites Zugende | Steuerwagen mit Fenstern | Triebkopf ohne Fenster | Endwagen mit Fenstern |
| Kuppeln im Betrieb | planmäßig vorgesehen | nicht üblich | je nach Bauart möglich |
| Zuglänge | kurz (Halbzug) | sehr lang | mittel |
| Speisewagen mit Hochdach | nein | ja | nein |
Für Spotter heißt das: Trennungsbahnhöfe sind die interessantesten Orte. Dort stehen die Züge länger, es wird rangiert, und du siehst nacheinander Triebkopf und Steuerwagen. Welche Bahnhöfe das gerade sind, ändert sich mit dem Fahrplan – deshalb lohnt der Blick auf aktuelle Sichtungen statt auf alte Listen. Eine allgemeine Standortübersicht bietet der Beitrag zu den besten Bahnhöfen zum Trainspotten in Deutschland.
Sieh, welche ICE gerade gemeldet werden
Community-Sichtungen zeigen dir, welche Generation aktuell wo unterwegs ist – bevor du losfährst.
Warum ein Halbzug? Die Rechnung dahinter
Das Konzept des ICE 2 wirkt zunächst umständlich – zwei Züge, die zusammenfahren und sich wieder trennen. Betriebswirtschaftlich löst es aber ein reales Problem.
Auf vielen Fernverkehrsachsen ist die Nachfrage nicht gleichmäßig verteilt. Nahe der großen Ballungsräume sind die Züge voll, in der Fläche werden sie leerer. Ein einziger langer Zug fährt dann auf dem letzten Abschnitt halb leer durch die Gegend. Zwei kürzere Züge, die den nachfragestarken Abschnitt gemeinsam bedienen und sich anschließend teilen, bedienen zwei Ziele mit einer Trasse – ohne dass auf dem schwachen Abschnitt Kapazität verschwendet wird.
Damit das funktioniert, braucht es drei Dinge:
- Eine automatische Kupplung, die sich in kurzer Zeit und ohne aufwendiges Rangieren betätigen lässt. Genau dafür sitzt hinter der Bugklappe des Steuerwagens eine Scharfenberg-Kupplung.
- Einen Steuerwagen statt eines zweiten Triebkopfs, damit der abgetrennte Zugteil in beide Richtungen fahrbar bleibt.
- Bahnhöfe mit passender Gleisinfrastruktur, in denen das Trennen und Kuppeln in die Fahrplanlage passt.
Für Beobachter ist das der eigentliche Reiz der Baureihe: Beim ICE 2 passiert am Bahnsteig etwas. Wo andere ICE nur halten und weiterfahren, wird hier gekuppelt, entkuppelt und gerangiert – mit Personal am Zug und sichtbarer Technik. Solche Vorgänge beobachtest du ausschließlich vom Bahnsteig aus; der Gleisbereich ist tabu.
Spotting und Fotografie
Den Steuerwagen zum Motiv machen
Der Triebkopf sieht dem ICE 1 zum Verwechseln ähnlich. Ein Bild vom Steuerwagen mit Bugklappe ist dagegen sofort als ICE 2 lesbar – und damit als Beleg wertvoller.
Kuppelvorgänge einplanen
Das Zusammenfahren zweier Halbzüge ist eines der wenigen wirklich dynamischen Motive im ICE-Verkehr. Beobachte es ausschließlich vom Bahnsteig aus, niemals aus dem Gleisbereich.
Knapp belichten
Die weiße Fahrzeugfront brennt schnell aus. Lieber etwas dunkler belichten und im Nachgang aufhellen als ausgefressene Lichter riskieren.
Bei Durchfahrten Zeit vorwählen
1/1000 s ist der sinnvolle Ausgangswert. Stell alles ein, bevor der Zug in Sicht kommt – Hochgeschwindigkeitsdurchfahrten sind in Sekunden vorbei.
Sogwirkung bei durchfahrenden ICE
Ein ICE, der mit hoher Geschwindigkeit durch einen Bahnhof fährt, erzeugt einen kräftigen Luftstoß und anschließend einen Sog zum Gleis hin. Der reicht aus, um Menschen aus dem Gleichgewicht zu bringen und lose Ausrüstung mitzureißen. Bleib konsequent hinter der Sicherheitslinie, halte Stative und Taschen fest und stell dich bei angekündigter Durchfahrt weiter zurück. Die Regeln dazu stehen im Guide zum Sicherheitsabstand am Gleis.
Fototechnisch gelten dieselben Grundlagen wie bei allen schnellen Zügen – nachzulesen im Guide gute Fotos von Zügen. Die Unterschiede der Generationen im Überblick liefert der Beitrag ICE-Baureihen 1 bis 4.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für den ICE 2, wenn …
- ein Zugende Fahrgastfenster und eine Bugklappe hat
- der Zug als Einzeleinheit kurz wirkt
- zwei Bugpartien mitten im Zug aneinanderstehen
- die Triebkopfnummer mit 402 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Triebkopfseite siehst – von dort wirkt der ICE 2 wie ein ICE 1
- der Zug an einem Bahnsteig steht, dessen Ende du nicht überblickst
- du dir bei der Dachlinie unsicher bist
Es ist kein ICE 2, wenn …
- ein Mittelwagen ein erhöhtes Dach hat – das ist der ICE 1
- der Zug bis vorn durchgehende Fenster hat – dann ICE 3, ICE 4 oder ICE T
- sich die Wagenkästen in Kurven neigen – dann ist es ein ICE T
Wenn beide Zugenden Fahrgastfenster haben, bist du beim ICE 3 der Baureihe 403 oder – bei Neigetechnik – beim ICE T der Baureihe 411.
Fazit
Der ICE 2 ist die ICE-Generation mit dem klarsten Konzept: ein Triebkopf, ein Steuerwagen, zwei Halbzüge, die sich unterwegs trennen. Für die Bestimmung reicht der Vergleich der beiden Zugenden, die Bugklappe am Steuerwagen ist das Detail, das keine andere Generation hat. Wer ihn gezielt sucht, orientiert sich an Bahnhöfen, in denen geflügelt wird – dort passiert betrieblich am meisten.
Kurzfazit
Ein Ende fensterlos, das andere mit Bugklappe: Das ist der ICE 2. Fotografisch ist der Steuerwagen das aussagekräftigere Motiv, betrieblich sind Trennungsbahnhöfe der spannendste Ort. Bei Durchfahrten gilt kompromissloser Sicherheitsabstand.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 402 bezeichnet die Triebköpfe des ICE 2, der zweiten ICE-Generation mit Halbzug- und Flügelzugkonzept.
- Der Steuerwagen mit Bugklappe ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem ICE 1.
- Weil ICE 2 planmäßig gekuppelt und getrennt werden, sind Trennungsbahnhöfe die interessantesten Beobachtungspunkte.
- Welche Umläufe geflügelt gefahren werden, ändert sich mit dem Fahrplan – aktuellen Stand prüfen.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich den ICE 2 sicher?
Sieh dir beide Zugenden an. Beim ICE 2 ist nur ein Ende ein fensterloser Triebkopf, das andere ein Steuerwagen mit Fahrgastfenstern und einer Bugklappe. Fehlt zusätzlich der Speisewagen mit erhöhtem Dach und wirkt der Zug kurz, ist die Zuordnung eindeutig.
Was bedeutet das Flügelzugkonzept beim ICE 2?
Zwei Halbzüge fahren auf dem gemeinsamen Abschnitt gekuppelt und werden an einem Trennungsbahnhof geteilt, um danach zwei verschiedene Ziele zu bedienen. Genau dafür hat der Steuerwagen die Bugklappe mit der automatischen Kupplung. In welchen Bahnhöfen aktuell geflügelt wird, hängt vom jeweiligen Fahrplan ab.
Warum hat der ICE 2 nur einen Triebkopf?
Weil der Zug als kürzerer Halbzug konzipiert wurde. Ein Triebkopf mit rund 4.800 kW reicht für die vorgesehene Zuglänge und Höchstgeschwindigkeit aus. Am anderen Ende sitzt statt eines zweiten Triebkopfs ein Steuerwagen, von dem aus der Zug gesteuert wird – das spart Gewicht und schafft zusätzliche Sitzplätze.
Wie schnell fährt der ICE 2?
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 280 km/h und entspricht damit der des ICE 1. Erreicht wird sie nur auf entsprechend ausgebauten Schnellfahrstrecken.
Wie unterscheiden sich ICE 1 und ICE 2 auf den ersten Blick?
Der ICE 1 hat zwei Triebköpfe und einen Speisewagen mit erhöhtem Dach, der ICE 2 nur einen Triebkopf und einen Steuerwagen. Zusätzlich ist der ICE 2 als einzelner Halbzug deutlich kürzer. Sieht man nur die Triebkopfseite, sind beide leicht zu verwechseln – dann hilft nur der Blick auf das andere Zugende oder auf die Fahrzeugnummer.
Wie viele ICE 2 gibt es?
Gebaut wurden 44 Halbzüge. Wie viele davon zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich verfügbar sind, schwankt durch Werkstattaufenthalte, Fristen und Modernisierungen und lässt sich nicht als feste Zahl angeben.
Wo lohnt sich das Spotten von ICE 2 besonders?
An Bahnhöfen, in denen Züge planmäßig gekuppelt oder getrennt werden. Dort siehst du beide Zugenden nacheinander, kannst Triebkopf und Steuerwagen dokumentieren und hast durch die längere Standzeit Ruhe für Fotos. Welche Bahnhöfe das aktuell sind, ändert sich mit dem Fahrplan.
Ist der Steuerwagen des ICE 2 eine eigene Baureihe?
Ja. Der Steuerwagen wird als Baureihe 808 geführt, der Triebkopf als Baureihe 402. Die Mittelwagen tragen wieder eigene Nummern. Wenn du eine Sichtung sauber dokumentieren willst, notiere die Triebkopfnummer – sie identifiziert die Einheit am eindeutigsten.
Sichtung von Baureihe 402 (ICE 2) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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