Das Wichtigste in Kürze
- Der ICE S ist ein Messzug, kein Reisezug: Er prüft Fahrweg, Oberleitung und Fahrzeugverhalten bei hohen Geschwindigkeiten.
- Baureihe 410.1 bezeichnet die Triebköpfe; dazwischen laufen Messwagen statt Reisezugwagen.
- Erkennungsweg: ICE-Silhouette, aber sehr kurz, mit Messaufbauten und Anschriften der DB Systemtechnik.
- Kein Fahrplan: Der Zug fährt nach Messprogramm, oft nachts oder in Betriebspausen – Sichtungen sind Glückssache.
- Betriebliche Details ändern sich mit Messaufträgen und Umbauten; behandle jede Angabe als Momentaufnahme.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Messzug für Hochgeschwindigkeitsstrecken |
|---|---|
| Zusammensetzung | zwei Triebköpfe der Baureihe 410.1 mit Messwagen dazwischen |
| Betreiber | DB Systemtechnik |
| Aufgabe | Mess-, Erprobungs- und Abnahmefahrten auf Neu- und Ausbaustrecken |
| Herkunft | aus der Erprobung der ICE-Weiterentwicklung nach der zweiten Generation |
| UIC-Bauartcode | 93 (Hochgeschwindigkeits-Triebzug) |
| Einsatzart | nach Bedarf und Messprogramm, kein Fahrplaneinsatz mit Reisenden |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Zwei Triebköpfe im ICE-Stil mit nur wenigen Fahrzeugen dazwischen – ungewöhnlich kurzer ICE
- Anschriften der DB Systemtechnik statt der üblichen Fernverkehrskennzeichnung
- Messtechnik sichtbar: zusätzliche Aufbauten, Antennen oder Messstromabnehmer auf dem Dach
- Keine Zuglaufschilder und keine ICE-Zugnummer im Reiseauskunftssystem
- Fahrzeugnummer beginnt mit 410 – im ICE-Umfeld eine seltene Zahl
- Oft allein unterwegs, häufig außerhalb der Hauptverkehrszeiten
Aktualisiert: August 2026 – Ein ICE, der viel zu kurz ist, seltsame Aufbauten auf dem Dach trägt und in keiner Fahrplanauskunft steht: Das ist der ICE S mit den Triebköpfen der Baureihe 410.1. Er befördert keine Reisenden, sondern misst. Diese Seite erklärt, was der Zug tut, woran du ihn erkennst und warum eine Sichtung deutlich mehr wert ist als beim x-ten Reise-ICE.
Seltene Sichtung? Sofort dokumentieren.
Messzüge fahren ohne Fahrplan – wer einen erwischt, sollte Nummer, Ort und Zeit direkt festhalten.
Was ist die Baureihe 410.1 (ICE S)?
Die Baureihe 410.1 bezeichnet die Triebköpfe des ICE S, eines Hochgeschwindigkeits-Messzuges der DB Systemtechnik. Der Zug besteht aus zwei solchen Triebköpfen und Messfahrzeugen dazwischen. Seine Aufgabe ist nicht der Transport von Reisenden, sondern die messtechnische Untersuchung von Fahrweg, Oberleitung und Fahrzeugverhalten bei hohen Geschwindigkeiten.
Damit gehört er zu einer kleinen Gruppe von Fahrzeugen, die im Hintergrund des Hochgeschwindigkeitsverkehrs arbeiten. Bevor eine neu gebaute oder grundlegend sanierte Schnellfahrstrecke der Deutschen Bahn AG freigegeben wird, muss sie unter realen Bedingungen erprobt werden. Dafür braucht es ein Fahrzeug, das selbst schnell fahren und gleichzeitig messen kann – ein normaler Messwagen an einer Lok reicht dafür nicht.
Wie alle Hochgeschwindigkeits-Triebzüge trägt auch der ICE S den UIC-Bauartcode 93 an den ersten beiden Stellen der zwölfstelligen Fahrzeugnummer. Der Code sagt nichts über den Verwendungszweck aus – er beschreibt die Bauart, nicht den Auftrag. Wie diese Nummer aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
Woran du den ICE S erkennst
Die Bestimmung ist ungewöhnlich einfach, weil der Zug in fast jeder Hinsicht aus dem Rahmen fällt.
Zuglänge prüfen
Ein ICE mit nur wenigen Fahrzeugen zwischen zwei Triebköpfen existiert im Reiseverkehr nicht. Diese eine Beobachtung reicht meist schon.
Dach absuchen
Messtechnik ist selten unsichtbar: zusätzliche Aufbauten, Antennen oder auffällige Stromabnehmerkonstruktionen sind typische Hinweise.
Anschriften lesen
Statt der üblichen Fernverkehrskennzeichnung findest du Hinweise auf die DB Systemtechnik. Zuglaufschilder fehlen komplett.
Nummer prüfen
Eine 410 im ICE-Umfeld ist eine Seltenheit. Wo sonst 401 bis 408 stehen, ist die 410 ein deutliches Signal.
Wo genau am Fahrzeug diese Anschriften stehen, erklärt der Guide Zugnummer herausfinden. Die grundsätzliche Reihenfolge beim Bestimmen von Fahrzeugen behandelt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Kürze schlägt Detail
Du musst keine Messantenne identifizieren können. Ein ICE, der offensichtlich zu kurz ist, ist der stärkste Hinweis überhaupt – alles Weitere ist nur noch Bestätigung.
Einordnung: Dienstfahrzeug statt Reisezug
Der ICE S steht betrieblich in einer anderen Welt als die ICE des Reiseverkehrs. Die folgende Tabelle macht die Unterschiede sichtbar.
| Merkmal | ICE S (BR 410.1) | Reise-ICE (z. B. BR 401, 403, 412) |
|---|---|---|
| Zweck | Messung und Erprobung | Beförderung von Reisenden |
| Fahrplan | nach Messprogramm, oft nachts | fester Fahrplan, veröffentlicht |
| Zuglänge | sehr kurz | mittel bis sehr lang |
| Anschriften | DB Systemtechnik | Fernverkehrskennzeichnung |
| Planbarkeit für Spotter | sehr gering | hoch |
Für die Praxis heißt das: Auf einen ICE S kann man nicht warten. Wer die Baureihe im Log haben will, braucht Aufmerksamkeit, Glück und den Blick auf aktuelle Community-Meldungen. Ein Ansatzpunkt sind Zeiträume, in denen in deiner Region Strecken saniert oder neu abgenommen werden – dann steigt die Wahrscheinlichkeit von Messfahrten.
Ungewöhnliche Fahrzeuge nicht verpassen
Community-Sichtungen sind bei Dienstfahrzeugen oft die einzige Vorwarnung, die es gibt.
Spotting- und Fototipps
Weil Messfahrten häufig außerhalb der Hauptverkehrszeiten stattfinden, sind die Bedingungen oft schwierig: wenig Licht, hohe Geschwindigkeit, keine Vorwarnung.
- Kamera vorbereitet halten. Wer erst bei Sichtkontakt einstellt, hat den Zug verpasst. Sinnvolle Grundeinstellung: kurze Verschlusszeit, Serienbild, Autofokus auf Nachführung.
- Ein Belegbild schlägt kein Bild. Auch ein technisch mittelmäßiges Foto, auf dem die Fahrzeugnummer lesbar ist, dokumentiert die Sichtung.
- Zusammensetzung notieren. Bei Messzügen wechselt die Wagenreihung je nach Auftrag. Wie viele Fahrzeuge liefen mit? Das ist eine Information, die sonst niemand festhält.
- Nachts nur an beleuchteten, öffentlich zugänglichen Standorten. Bahnsteige sind das Maximum – Gleisbereiche und Betriebsanlagen sind grundsätzlich tabu.
Wie du solche Beobachtungen sauber und auswertbar festhältst, zeigt der Guide zum Sichtungslogbuch.
Sogwirkung bei Messfahrten
Messfahrten finden häufig bei hohen Geschwindigkeiten statt – teils auf Strecken, auf denen sonst weniger schnell gefahren wird. Ein durchfahrender Hochgeschwindigkeitszug erzeugt eine Druckwelle und anschließend einen kräftigen Sog in Richtung Gleis, der Personen aus dem Gleichgewicht bringen und Ausrüstung mitreißen kann. Bleib konsequent hinter der Sicherheitslinie, sichere Stativ und Taschen und rechne gerade bei unangekündigten Fahrten mit hohem Tempo. Die Regeln stehen im Guide zum Sicherheitsabstand am Gleis.
Was ein Messzug eigentlich misst
Der Begriff „Messzug“ klingt vage. Konkret geht es um Größen, die man nur am fahrenden Fahrzeug erfassen kann – im Stand oder mit Handmessgeräten wären sie nicht zu ermitteln.
- Gleislage. Wie liegt das Gleis unter Last und bei hoher Geschwindigkeit? Kleine Abweichungen, die im Stillstand belanglos wirken, werden bei 250 km/h und mehr relevant.
- Oberleitung. Der Stromabnehmer muss über die gesamte Strecke sauberen Kontakt halten. Gemessen werden Anpresskraft, Auslenkung und das dynamische Verhalten des Fahrdrahts – Dinge, die stark von der Geschwindigkeit abhängen.
- Fahrdynamik. Wie verhält sich das Fahrzeug in Bögen, an Weichen und bei Zugbegegnungen? Daraus ergibt sich unter anderem, welche Geschwindigkeit eine Strecke tatsächlich zulässt.
- Aerodynamik und Druckwellen. In Tunneln und an Bahnsteigen entstehen erhebliche Druckschwankungen. Sie sind nicht nur eine Komfortfrage, sondern auch eine Sicherheitsfrage – dieselbe Physik, die am Bahnsteig die Sogwirkung erzeugt.
Aus dieser Aufgabenliste folgt auch das Einsatzmuster. Messfahrten finden dann statt, wenn eine Strecke neu ist, saniert wurde oder auffällig geworden ist. Sie sind Projekte, keine Umläufe. Deshalb hilft es beim Suchen mehr, Baugeschehen in der Region zu verfolgen, als nach einem Fahrplan zu suchen, den es nicht gibt.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für den ICE S, wenn …
- ein ICE aus zwei Triebköpfen und nur wenigen Wagen besteht
- Messaufbauten auf dem Dach sichtbar sind
- Anschriften auf die DB Systemtechnik hinweisen
- die Nummer mit 410 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- ein ICE ungewöhnlich kurz wirkt, aber Zuglaufschilder trägt – dann kann es eine Überführung sein
- der Zug bei Dunkelheit nur als Silhouette sichtbar war
- du nur einen Triebkopf gesehen hast
Es ist kein ICE S, wenn …
- der Zug einen Speisewagen mit erhöhtem Dach hat – das ist der ICE 1
- ein Zugende ein Steuerwagen mit Bugklappe ist – das ist der ICE 2
- der Zug durchgehende Fenster bis zur Spitze hat – dann ICE 3, ICE 4 oder ICE T
Kommt dir die Triebkopfform bekannt vor: Sie steht in derselben Entwicklungslinie wie beim ICE 1 der Baureihe 401 und beim ICE 2 der Baureihe 402. Das Triebzugkonzept ohne Triebköpfe kam erst mit dem ICE 3 der Baureihe 403.
Fazit
Der ICE S ist das seltenste Fahrzeug der ICE-Familie und zugleich das am einfachsten zu erkennende: Kein Reise-ICE ist so kurz, keiner trägt Messtechnik auf dem Dach, keiner fährt ohne Zuglaufschild. Schwierig ist nicht die Bestimmung, sondern die Begegnung. Wer ihn erwischt, sollte den Moment gründlich dokumentieren – die nächste Gelegenheit kann lange auf sich warten lassen.
Kurzfazit
Zwei ICE-Triebköpfe, wenige Wagen dazwischen, Messtechnik auf dem Dach und kein Fahrplan: Das ist der ICE S der Baureihe 410.1. Erkennen ist leicht, Antreffen ist Glückssache – und bei Messfahrten gilt besonders strikt: Sicherheitsabstand halten.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 410.1 ist der ICE S, ein Hochgeschwindigkeits-Messzug der DB Systemtechnik.
- Er unterscheidet sich vom Reise-ICE durch Kürze, Messaufbauten und die Anschriften des Betreibers.
- Weil er nach Messprogramm und nicht nach Fahrplan verkehrt, sind Sichtungen selten und schwer planbar.
- Wer ihn erwischt, sollte Nummer, Datum und Zusammensetzung dokumentieren – die Zugbildung wechselt je nach Auftrag.
Häufige Fragen
Was ist der ICE S?
Der ICE S ist ein Messzug für Hochgeschwindigkeitsstrecken, betrieben von der DB Systemtechnik. Er besteht aus zwei Triebköpfen der Baureihe 410.1 und Messwagen dazwischen. Seine Aufgabe ist es, Fahrweg, Oberleitung und das Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten zu vermessen – nicht, Reisende zu befördern.
Warum steht der ICE S in keiner Fahrplanauskunft?
Weil er kein Zug des Reiseverkehrs ist. Er verkehrt nach Messprogramm, häufig in Betriebspausen oder nachts, und wird als Dienstzug disponiert. In der Fahrgastauskunft taucht er deshalb nicht auf. Sichtungen entstehen fast immer zufällig oder über Hinweise aus der Community.
Wie erkenne ich den ICE S?
An der Kombination aus ICE-Triebköpfen und ungewöhnlich kurzer Zuglänge. Dazu kommen Messaufbauten auf dem Dach, Anschriften der DB Systemtechnik und fehlende Zuglaufschilder. Ein ICE, der nur aus zwei Triebköpfen und ein bis zwei Wagen besteht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Messzug.
Wofür braucht die Bahn einen eigenen Hochgeschwindigkeits-Messzug?
Neue und sanierte Schnellfahrstrecken müssen vor der Freigabe unter realen Bedingungen geprüft werden: Gleislage, Oberleitungsverhalten, Zusammenspiel von Fahrzeug und Fahrweg. Dafür braucht es ein Fahrzeug, das selbst hohe Geschwindigkeiten fahren und dabei messen kann. Genau diese Rolle füllt der ICE S aus.
Was bedeutet die Baureihennummer 410?
410 gehört zur Nummerngruppe der elektrischen Hochgeschwindigkeitstriebzüge, in der auch 401 bis 408 stehen. Die Ergänzung .1 kennzeichnet die Unterbauart. Da im ICE-Umfeld sonst kaum Fahrzeuge mit 410 anzutreffen sind, ist die Nummer selbst schon ein starker Hinweis.
Kann man mit dem ICE S mitfahren?
Nein. Der Zug ist ein Dienstfahrzeug und nicht für die Beförderung von Reisenden vorgesehen. An Bord arbeitet Messpersonal. Für Spotter bleibt der Zug damit ein reines Beobachtungsobjekt – vom Bahnsteig oder von öffentlich zugänglichen Standorten aus.
Wie stehen die Chancen, den ICE S zu sehen?
Deutlich schlechter als bei jedem Reise-ICE. Es gibt nur sehr wenige solcher Fahrzeuge, sie fahren nach Bedarf und oft zu Zeiten mit wenig Verkehr. Realistisch ist eine Sichtung dann, wenn in der Region gerade Strecken abgenommen oder vermessen werden – und wenn du auf Community-Meldungen achtest.
Ist der ICE S dasselbe wie der ICE V?
Nein, das sind zwei verschiedene Fahrzeuge. Der ICE V war der frühe Versuchszug, mit dem 1988 die Rekordgeschwindigkeit von 406,9 km/h gefahren wurde. Der ICE S ist der spätere, im Messdienst stehende Zug der Baureihe 410.1. Beide gehören zur Erprobungsgeschichte des ICE, sind aber nicht identisch.
Sichtung von Baureihe 410.1 (ICE S) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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