Das Wichtigste in Kürze
- Die Baureihe 515 ist keine Dampflok, sondern ein Akkumulatortriebwagen – ein batteriebetriebener Nahverkehrstriebwagen der Deutschen Bundesbahn.
- 232 Fahrzeuge entstanden zwischen 1953 und 1964 und waren rund vier Jahrzehnte im Einsatz.
- ETA 150 und Baureihe 515 sind dasselbe Fahrzeug: Die dreistellige Nummer kam mit der EDV-Umzeichnung von 1968.
- Der zugehörige Steuerwagen ESA 150 wurde zur Baureihe 815 – beide Fahrzeuge gehören betrieblich zusammen.
- Der Regeleinsatz endete im Oktober 1995; erhaltene Fahrzeuge fahren heute museal.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Akkumulatortriebwagen für den Nahverkehr auf Haupt- und Nebenstrecken |
|---|---|
| Antrieb | elektrisch aus mitgeführten Batterien, ohne Fahrleitung und ohne Verbrennungsmotor |
| Ursprungsbezeichnung | ETA 150, ab 1968 Baureihe 515 |
| Passender Steuerwagen | ESA 150, ab 1968 Baureihe 815 |
| Baujahre | 1953 bis 1964 |
| Stückzahl | 232 Triebwagen |
| Hersteller | unter anderem Rathgeber, Orenstein & Koppel, Waggon-Union, Wegmann, SSW und Schaltbau |
| Einsatzende bei der DB | Oktober 1995 |
| Heutiger Status | kein Regeleinsatz, einzelne Fahrzeuge museal erhalten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kastenförmiger Triebwagen mit Führerständen an beiden Enden und Fahrgastraum dazwischen
- Weder Stromabnehmer auf dem Dach noch Auspuff – der Antrieb kommt aus Batterien unter dem Wagenkasten
- Auffällig große Batteriekästen unterflur, die den Wagenkasten optisch hoch wirken lassen
- Betriebsnummer beginnt mit 515, ältere Beschriftung mit ETA 150
- Häufig zusammen mit einem passenden Steuerwagen der Reihe ESA 150 beziehungsweise Baureihe 815
- Heute nur noch bei Museumsbahnen und auf Sonderfahrten anzutreffen
Aktualisiert: August 2026 – Ein Triebwagen ohne Stromabnehmer und ohne Auspuff, dafür mit auffällig großen Kästen unter dem Wagenboden: Das ist die Baureihe 515, bis 1968 als ETA 150 bezeichnet. 232 Fahrzeuge fuhren rund vier Jahrzehnte lang mit Batteriestrom durch den deutschen Nahverkehr. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, wie ihr Nummernsystem zu lesen ist und wo die erhaltenen Fahrzeuge heute stehen.
Historische Triebwagen gehören ins Logbuch
Museumsfahrzeuge fahren selten – jede Sichtung mit Nummer und Datum ist deshalb doppelt wertvoll.
Was ist die Baureihe 515?
Die Baureihe 515 ist ein Akkumulatortriebwagen der Deutschen Bundesbahn, also ein Nahverkehrsfahrzeug, das seinen Strom aus mitgeführten Batterien bezieht. Zwischen 1953 und 1964 entstanden 232 Triebwagen, ursprünglich als ETA 150 bezeichnet. Dazu kamen passende Steuerwagen der Reihe ESA 150, die ab 1968 als Baureihe 815 geführt wurden.
Wichtig für die Einordnung: Dies ist kein Dampffahrzeug. In Fahrzeugdatenbanken tauchen historische Triebwagen häufig neben Dampflokomotiven auf, weil sie derselben Epoche angehören – technisch gehören sie in eine eigene Familie. Der planmäßige Einsatz endete im Oktober 1995. Was heute fährt, sind museal erhaltene Einzelstücke.
Vom Buchstabenkürzel zur Baureihennummer
Vor 1968 arbeitete die Deutsche Bundesbahn bei Triebfahrzeugen mit sprechenden Buchstabenkürzeln. Wer sie lesen kann, versteht sofort, worum es geht.
Erster Buchstabe: die Antriebsart
E steht für elektrisch, V für Verbrennungsmotor. Ein Fahrzeug mit E am Anfang bezieht seine Energie also elektrisch – ob aus Fahrleitung oder Batterie, verrät erst der Rest.
Zweiter und dritter Buchstabe: die Fahrzeugart
T steht für Triebwagen, S für Steuerwagen, A für Akkumulator. ETA ist damit ein elektrischer Triebwagen mit Akku, ESA der zugehörige Steuerwagen.
Zahl: die Bauartnummer
Die 150 ist eine laufende Bauartnummer, keine Leistungsangabe. Sie unterscheidet diese Bauart von anderen Triebwagenbauarten derselben Antriebsart.
Ab 1968: dreistellige Baureihen
Mit der EDV-Umstellung wurden aus den Kürzeln Zahlen. Aus ETA 150 wurde die Baureihe 515, aus ESA 150 die Baureihe 815 – bei unveränderter Technik.
Dasselbe Prinzip erklärt viele weitere historische Bezeichnungen, etwa bei den Schienenbussen, die als VT geführt wurden und später zur Baureihe 798 wurden. Wie man Fahrzeugbezeichnungen generell abarbeitet, erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Erkennen über das, was fehlt
Bei Triebwagen ist die Ausschlussmethode am schnellsten: Kein Stromabnehmer auf dem Dach schließt den klassischen Elektrotriebwagen aus, kein Auspuff und kein Motorengeräusch den Dieseltriebwagen. Bleibt beides aus, ist ein Akkufahrzeug wahrscheinlich.
Einordnung im Bahnbetrieb: warum es Akkutriebwagen gab
Der Akkubetrieb war kein Selbstzweck, sondern eine Antwort auf eine konkrete Lücke im Netz. Die folgende Übersicht zeigt, wo er seine Berechtigung hatte.
| Antriebsart | Voraussetzung | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Akkumulator (ETA 150 / 515) | Ladeinfrastruktur an Endpunkten | keine Abgase, leise, keine Fahrleitung nötig | begrenzte Reichweite, lange Ladezeiten |
| Elektrisch aus Fahrleitung | durchgehende Elektrifizierung | hohe Leistung, unbegrenzte Reichweite | teure Infrastruktur |
| Dieseltriebwagen | Tankstelle im Netz | große Reichweite, flexibel | Abgase und Geräusch |
| Dampftraktion | Wasser- und Kohleversorgung | hohe Zugkraft | hoher Personal- und Zeitaufwand |
Genau in dieser Lücke lag die Stärke der 515: Nebenstrecken ohne Fahrleitung, auf denen ein Dieseltriebwagen aus Lärm- oder Abgasgründen unerwünscht war. Dieselbe Überlegung führte bei Rangieraufgaben zur akkubetriebenen Kleinlok der Baureihe 381. Betrieblich untrennbar gehört zur 515 der Steuerwagen der Baureihe 815, der das Umsetzen an Endbahnhöfen überflüssig machte.
Museumsfahrzeuge systematisch sammeln
Triebwagen, Kleinloks, Dampfloks – in Traintrack landet alles in einem durchsuchbaren Logbuch.
Spotting: wie du eine erhaltene 515 findest
Seit 1995 gibt es keine planmäßigen Leistungen mehr. Die Suche läuft deshalb über die Betreiber und ihre Veranstaltungen:
- Fahrzeuglisten von Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen. Große Sammlungen wie das DB-Museum Koblenz veröffentlichen, welches Fahrzeug wo beheimatet ist und ob es betriebsfähig gehalten wird.
- Fahrtage und Museumsfeste. Historische Triebwagen eignen sich gut für Pendelfahrten auf kurzen Strecken und werden deshalb an Aktionstagen von Museumsbetrieben wie dem DGEG Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen häufig eingesetzt. Der Überblick zur Museumsbahn-Recherche zeigt, wo solche Termine zuerst erscheinen.
- Sonderfahrten auf dem allgemeinen Netz. Sie sind seltener, aber möglich. Der Guide zu Sonderzügen und Sonderfahrten beschreibt die Quellen.
- Community-Sichtungen. Sie liefern den tagesaktuellen Stand – und sind bei so seltenen Fahrzeugen oft die einzige verlässliche Information. Wie du eigene Beobachtungen brauchbar dokumentierst, steht im Beitrag zum Sichtungslogbuch.
Fototechnisch ist die 515 ein dankbares Motiv, weil sie kompakt ist und in eine normale Bildkomposition passt. Sinnvoll sind eine leichte Dreiviertelansicht, die Front und Seitenwand zugleich zeigt, sowie ein Standpunkt, der die charakteristischen Batteriekästen sichtbar lässt. Die Grundlagen dazu behandelt der Guide gute Fotos von Zügen.
Museumsgelände ist Privatgelände
Auf Museumsbahnhöfen und Vereinsgeländen gelten Hausrecht und Absperrungen. Gleise, Hallen und Werkstattbereiche dürfen nicht betreten werden, Anweisungen des Personals sind bindend. Fotografiere von ausgewiesenen Standorten oder von öffentlich zugänglichen Bereichen aus; die Grundregeln stehen im Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis.
Interessant ist die Baureihe 515 auch deshalb, weil ihr Grundgedanke heute wieder Konjunktur hat. Batterieelektrische Triebzüge sollen auf nicht elektrifizierten Strecken den Dieselbetrieb ablösen – exakt die Aufgabe, für die schon der ETA 150 beschafft wurde. Technisch liegen zwischen beiden Generationen allerdings Welten: Bleibatterien und einfache Fahrmotoren auf der einen Seite, moderne Lithium-Ionen-Speicher, Leistungselektronik und Rekuperation auf der anderen. Wer die 515 einordnen will, sollte diesen Unterschied mitdenken und beides nicht in einen Topf werfen.
Für die Dokumentation lohnt es sich, bei einer Sichtung nicht nur den Triebwagen, sondern auch den mitlaufenden Steuerwagen mitzuerfassen. Beide Fahrzeuge tragen eigene Nummern und gehören betrieblich zusammen. Wer nur die Triebwagennummer notiert, verliert die Hälfte der Information – gerade bei Museumsfahrzeugen, deren Zusammenstellung sich über die Jahre ändern kann.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 515, wenn …
- weder Stromabnehmer noch Auspuff zu sehen sind
- große Batteriekästen unter dem Wagenkasten sitzen
- das Fahrzeug an beiden Enden einen Führerstand hat
- die Nummer mit 515 beginnt oder die Beschriftung ETA 150 zeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- ein angehängtes Fahrzeug ähnlich aussieht – das ist dann der Steuerwagen der Baureihe 815
- ein moderner Akkutriebzug im Bild ist; das Konzept ist heute wieder aktuell, die Fahrzeuge sind aber völlig andere
- die Beschriftung in einen früheren Zustand zurückversetzt wurde
Es ist keine 515, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- ein Auspuff sichtbar ist oder ein Dieselmotor zu hören ist
- das Fahrzeug von einer Lokomotive gezogen wird und keinen eigenen Antrieb hat
Fazit
Die Baureihe 515 ist ein Fahrzeug, das man über Ausschluss bestimmt: kein Stromabnehmer, kein Auspuff, große Batteriekästen. Ihr Antriebskonzept war jahrzehntelang eine praktische Lösung für nicht elektrifizierte Nebenstrecken – und ist heute unter dem Stichwort Akkutriebzug wieder hochaktuell, nur mit völlig anderer Technik. Im Regelbetrieb ist sie seit 1995 Geschichte.
Kurzfazit
Kein Draht, kein Auspuff, Batteriekästen unterflur, Nummer mit 515: Das ist der Akkutriebwagen ETA 150. Erhaltene Fahrzeuge findest du bei Museumsbahnen – planmäßige Leistungen gibt es seit Oktober 1995 nicht mehr.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 515 war die Antwort der Bundesbahn auf Nebenstrecken ohne Fahrleitung, auf denen ein Dieseltriebwagen nicht erwünscht war.
- Ihr Antriebskonzept nahm vorweg, was heute unter dem Stichwort Akkuzug wieder diskutiert wird.
- Im Feld erkennst du sie an fehlendem Stromabnehmer, fehlendem Auspuff und den großen Batteriekästen unter dem Wagenkasten.
- Erhaltene Fahrzeuge findest du über Museumsbahnen, Vereine und Veranstaltungskalender.
Häufige Fragen
Ist die Baureihe 515 eine Dampflokomotive?
Nein. Die Baureihe 515 ist ein Akkumulatortriebwagen, also ein batteriebetriebenes Nahverkehrsfahrzeug. Sie wird in Fahrzeugdatenbanken oft neben anderen historischen Fahrzeugen geführt, hat mit Dampfbetrieb aber nichts zu tun: kein Kessel, kein Schornstein, kein Tender.
Was bedeutet die Bezeichnung ETA 150?
ETA steht für elektrischer Triebwagen mit Akkumulator, 150 ist die Bauartnummer der Deutschen Bundesbahn. Bei der EDV-Umzeichnung von 1968 wurden aus diesen Buchstabenkürzeln dreistellige Baureihennummern – aus ETA 150 wurde die Baureihe 515, aus dem passenden Steuerwagen ESA 150 die Baureihe 815.
Wie viele Fahrzeuge der Baureihe 515 wurden gebaut?
Es entstanden 232 Triebwagen zwischen 1953 und 1964, gebaut unter anderem von Rathgeber, Orenstein & Koppel, Waggon-Union und Wegmann mit elektrischer Ausrüstung von SSW und Schaltbau. Dazu kamen die zugehörigen Steuerwagen der Reihe ESA 150.
Wie erkenne ich einen Akkutriebwagen im Feld?
An dem, was fehlt: kein Stromabnehmer auf dem Dach und kein Auspuff. Stattdessen sitzen unter dem Wagenkasten auffällig große Batteriekästen, die das Fahrzeug hoch und massig wirken lassen. Die Betriebsnummer beginnt mit 515, ältere Beschriftungen zeigen ETA 150.
Wofür wurde die Baureihe 515 eingesetzt?
Für den Nahverkehr auf Haupt- und Nebenstrecken ohne Fahrleitung. Der Akkubetrieb war überall dort im Vorteil, wo eine Elektrifizierung unwirtschaftlich war, Dieselabgase aber unerwünscht – etwa in Bahnhofshallen und in Ballungsräumen. Die Fahrzeuge standen rund vier Jahrzehnte im Dienst.
Wann endete der Einsatz der Baureihe 515?
Der planmäßige Einsatz bei der Deutschen Bundesbahn endete im Oktober 1995. Danach wurden die Fahrzeuge ausgemustert; einzelne Exemplare gingen an Museumsbahnen und Vereine. Planmäßige Leistungen gibt es seitdem nicht mehr.
Was ist die Baureihe 815?
Das ist der zugehörige Steuerwagen, ursprünglich als ESA 150 bezeichnet. Er hat keinen eigenen Antrieb, aber einen Führerstand, sodass der Triebwagen ohne Umsetzen in beide Richtungen fahren konnte. Triebwagen und Steuerwagen bildeten damit eine betriebliche Einheit.
Wo kann ich eine Baureihe 515 heute noch sehen?
Bei Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen, gelegentlich auf Sonderfahrten. Welche Fahrzeuge betriebsfähig sind, ändert sich mit Aufarbeitungen und Fristen – prüfe deshalb den aktuellen Stand direkt beim Betreiber oder über Community-Sichtungen, statt dich auf ältere Listen zu verlassen.
Sichtung von Baureihe 515 (ETA 150) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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